Supermarkt

Neue Themenwelten bei Lidl: So sieht Einkaufen beim Discounter bald aus

Der Discounter verabschiedet sich von den klassischen Wochenaktionen und strukturiert seinen Nonfood-Bereich komplett neu.

Author - Tobias Esters
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Das Lidl-Logo leuchtet an einer Filiale – der Discounter strukturiert seinen Nonfood-Bereich in allen 3.271 deutschen Filialen neu.
Das Lidl-Logo leuchtet an einer Filiale – der Discounter strukturiert seinen Nonfood-Bereich in allen 3.271 deutschen Filialen neu.Matthias Balk/dpa

Wer regelmäßig bei Lidl einkauft, kennt das Prinzip: Montags und donnerstags neue Aktionsware, schnell wechselnde Angebote auf den Mittelflächen, manchmal Schnäppchen, manchmal Enttäuschung. Damit ist jetzt Schluss. Wie die Fachzeitung „Lebensmittel Zeitung" berichtet, hat Lidl sein gesamtes Nonfood-Konzept grundlegend überarbeitet – und zwar in allen deutschen Filialen gleichzeitig.

Die sechs neuen Themenwelten im Überblick

Statt ständig wechselnder Aktionsware gibt es künftig sechs dauerhaft definierte Bereiche, die in jeder Filiale einen festen Platz bekommen. Lidl nennt sie „Themenwelten" – und dahinter stecken ausschließlich die hauseigenen Eigenmarken:

Parkside steht für den Baumarkt- und Gartenbereich. Crivit deckt Sport und Freizeit ab. Wer Küchengeräte oder Haushaltshelfer sucht, findet sie unter dem Label Silvercrest. Wohnaccessoires und Heimtextilien laufen unter Livarno, Mode unter Esmara – und für alles rund um Baby, Kinder und Spielzeug ist Lupilu zuständig.

Das Konzept gilt konzernweit und damit nicht nur für Deutschland, sondern für alle Lidl-Länder. Trotzdem bleibt Spielraum: Saisonal kann die Fläche je nach Jahreszeit verschoben werden.

Im Frühjahr bekommt der Gartenbereich mehr Platz, im Winter rücken Heimtextilien in den Vordergrund. Zusätzlich können in den Themenwelten weiterhin auch Produkte anderer Marken – etwa in den Bereichen Haushaltsgeräte, Mode oder Sport – integriert werden.

Ein Lidl-Mitarbeiter räumt Regale ein – durch die festen Themenwelten sollen aufwendige Umbauten in den Filialen künftig wegfallen.
Ein Lidl-Mitarbeiter räumt Regale ein – durch die festen Themenwelten sollen aufwendige Umbauten in den Filialen künftig wegfallen.Marijan Murat/dpa

Optisch ändert sich ebenfalls einiges. Die bisherige „Wundertüten"-Atmosphäre auf den Aktionsflächen, bei der man nie ganz wusste, was einen erwartet, weicht klar strukturierten Warengruppen. Körbe mit „Nicht verpassen"-Hinweisen sollen auf besondere Stücke aufmerksam machen. Wer einen Artikel verpasst hat, der bereits ausverkauft ist, soll künftig über den Lidl-Onlineshop nachbestellen können – ein Verweis darauf wird direkt in der Filiale platziert.

Weniger Umbau, mehr Zeit

Die Neustrukturierung hat auch einen praktischen Hintergedanken. Weil die Warenbereiche künftig dauerhaft an festen Stellen in der Filiale verbleiben, entfällt ein erheblicher Teil der aufwendigen Umbauten, die bisher mit dem zweimal wöchentlichen Aktionswechsel verbunden waren. Das spart Zeit und Aufwand für die Filialmitarbeiter.

Für Kundinnen und Kunden bedeutet das vor allem eines: mehr Orientierung. Wer Gartenartikel sucht, weiß künftig, wo er hinmuss. Lidl selbst beschreibt das Ziel als Verbindung aus Discounter-Effizienz und einem Einkaufserlebnis, das stärker an einen Fachmarkt erinnert.

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