AFP/Sergey BOBOK
Zerstörte Häuser überall in der Ukraine.

Blutige Russland-Invasion in der Ukraine! Seit Tagen überschlagen sich die Geschehnisse. Was Sie jetzt wissen müssen, erfahren Sie im Newsblog.

17.30 Uhr: DIESER NEWSBLOG ENDET HIER

Für die bessere Übersicht in der schnelllebigen Nachrichtenlage, endet dieser Newsblog hier. Alle weiteren Geschehnisse zu Russlands Krieg in der Ukraine finden Sie in unserem neuen Newsblog unter diesem Link.

17.18 Uhr: Wegen Russland-Unterstützung: Robert Lewandowski kündigt Vertrag

Der polnische Weltklasse-Fußballer Robert Lewandowski bezog schon früh klar Stellung gegen den russischen Krieg gegen die Ukraine. Nun zieht der Stürmer des FC Bayern neue Konsequenzen und kündigt seinen dem Vernehmen nach gut dotierten Sponsoring-Vertrag mit dem chinesischen Technik-Konzern Huawei. Der soll Russland nach dem Angriff auf die Ukraine dabei geholfen haben, sein Netzwerk gegen Cyberattacken zu sichern.

17.01 Uhr: Bundesregierung arbeitet an neuen Saktionen

Laut Bundesfinanzminister Christian Lindern arbeitet die Bundesregierung an neuen Sanktionen gegen Russland und seine Verbündeten. „Die Bundesregierung arbeitet daran, die Sanktionen zu erweitern. Ich rechne mit einem nächsten Sanktionspaket, das über Russland hinaus auch Unterstützer des Krieges in Belarus umfasst und Umgehungen der Finanzsanktionen über Kryptowerte ausschließt“, teilte der FDP-Politiker mit.

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Deutschlands Finanzminister Christian Lindner Imago/Janine Schmitz

16:16 Uhr: Karlsruhe ermittelt wegen russischer Kriegsverbrechen

Wegen möglicher russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine ermittelt der Generalbundesanwalt in Karlsruhe. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP vom Dienstag hat die Behörde Anhaltspunkte dafür, dass solche Verbrechen bereits begangen wurden oder in Zukunft begangen werden könnten. Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) sagte der „Passauer Neuen Presse“, dass ein sogenanntes Strukturermittlungsverfahren eingeleitet worden sei.

Bei solchen Verfahren geht es nicht um Ermittlungen gegen konkrete Menschen, sondern darum, Beweise zu sichern. Diese können möglicherweise in Zukunft für strafrechtliche Verfahren gegen Einzelne genutzt werden.

Buschmann sagte der Zeitung, mögliche Verletzungen des Völkerstrafrechts müssten konsequent verfolgt werden. Die europäischen Justizminister hätten sich abgestimmt: „Wir werden alle Beweise für Kriegsverbrechen erheben und sichern“, erklärte er. Der Minister bezeichnete den Ukraine-Krieg als eine „durch nichts zu rechtfertigende schwere Verletzung des Völkerrechts“.

15:32 Uhr: Berlin, Paris und Peking wollen Konflikt diplomatisch lösen

Deutschland, Frankreich und China wollen in enger Zusammenarbeit auf eine Beendigung des Kriegs in der Ukraine hinwirken. In einer Videokonferenz am Dienstag seien sich Bundeskanzler Olaf Scholz, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und Chinas Präsident Xi Jinping einig gewesen, in vollem Umfang alle Verhandlungen zu unterstützen, die auf eine diplomatische Lösung des Konflikts gerichtet seien, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin mit. Über die weiteren Bemühungen um ein Ende des Konflikts sollen sich demnach die Außenministerin und die Außenminister der drei Staaten abstimmen.

Laut Hebestreit sprachen sich Scholz, Macron und Xi für humanitäre Erleichterungen und Zugänge zu den umkämpften Gebieten aus. Es müssten funktionierende humanitäre Korridore geschaffen werden. Alle drei Länder stünden bereit, weitere humanitäre Hilfe zu leisten.

15:15 Uhr: USA wollen russische Erdölimporte stoppen

Die USA werden Medienberichten zufolge wegen des Ukraine-Kriegs Erdöl-Importe aus Russland stoppen. Das Importverbot solle noch am Dienstag verkündet werden, berichtete unter anderem der US-Sender NBC. Das Weiße Haus kündigte für 10.45 Uhr (Ortszeit; 16.45 Uhr MEZ) eine Erklärung von Präsident Joe Biden zu Strafmaßnahmen gegen Russland an.

Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben westliche Staaten bereits eine Reihe koordinierter harter Sanktionen gegen Russland verhängt. Bei dem Importstopp für russisches Erdöl preschen die USA nun ohne ihre europäischen Verbündeten voran.

14:10 Uhr: Telefon-Aktion gegen russische Propaganda

Mit einer Telefonaktion versucht eine Initiative aus Litauen, Menschen in Russland so weit wie möglich über den Krieg in der Ukraine zu informieren. Unter dem Motto „Call Russia“ ruft sie die russische Diaspora in der ganzen Welt dazu auf, Landsleute in ihrem Heimatland anzurufen und mit Fakten über Russlands Invasion in die Ukraine zu versorgen. Die Direktanrufe sollen die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin verhängte Medien- und Informationssperre in Russland umgehen, teilte die Initiative am Dienstag mit. Dafür habe sie eine Datenbank mit 40 Millionen russischen Telefonnummern geschaffen.

„Ein Gespräch kann Putins böse Propaganda nicht überwinden, aber 40 Millionen können es vielleicht. Russen, die die Macht der Wahrheit und Mitgefühl besitzen, sind die einzigen, die gegen Putins Lügen aufstehen und diesen Krieg beenden können“, wurde Paulius Senuta, einer der Köpfe hinter der Initiative, in einer Mitteilung zitiert.

13:14 Uhr: Ukraine: Fluchtkorridor von Sumy nach Poltawa funktioniert

Der mit der russischen Armee vereinbarte Fluchtkorridor von der ostukrainischen Großstadt Sumy nach Poltawa ist offenbar zustande gekommen. Das ukrainische Außenministerium in Kiew veröffentlichte am Dienstag ein entsprechendes Video beim Kurznachrichtendienst Twitter. Darin war zu sehen, wie Zivilisten mit Gepäck in mit Wasserflaschen gefüllten Kleinbussen saßen. Autos schlossen sich der startenden Kolonne an.

Sumy liegt nur etwa 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Seit Tagen wird die Stadt von russischen Truppen angegriffen. Das zentralukrainische Poltawa liegt etwa 170 Kilometer südlicher und ist bisher von direkten Kämpfen verschont geblieben.

Zuvor hatte die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk angekündigt, dass in Sumy eine Waffenruhe von 9.00 bis 21.00 Uhr Ortszeit (8.00 bis 20.00 Uhr MEZ) gelten werde. In Sicherheit gebracht würden auch Hunderte Studenten aus China und Indien.

12:04 Uhr: Britischer Verteidigungsminister: Ukraine kann Krieg gewinnen

Die Ukraine kann nach den Worten des britischen Verteidigungsministers Ben Wallace den Krieg gegen Russland gewinnen oder zumindest ein Patt erreichen. „Das ukrainische Volk kann, wenn es so weitermacht wie bisher, die russischen Streitkräfte so weit zermürben, dass es für einen Sieg oder zumindest ein Patt ausreicht“, sagte Wallace dem Sender Times Radio am Dienstag. Voraussetzung sei die richtige Ausrüstung. Ein großer Vorteil der Ukrainer sei, dass sie im Bewusstsein kämpften, das Recht auf ihrer Seite zu haben.

Der Konflikt zeige, dass gerade junge Menschen in der Ukraine und ganz Europa an ihre Werte glaubten, sagte der konservative Politiker. Diese „moralische Komponente“ mache es für Russlands Präsident Wladimir Putin sehr schwer, mit der Invasion Erfolg zu haben.

11:41 Uhr: Bereits über zwei Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen

Die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine hat am Dienstag zwei Millionen überschritten. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) meldete insgesamt mehr als 2,01 Millionen Menschen, die seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar in die Nachbarländer der Ukraine geflüchtet sind. Mehr als die Hälfte von ihnen wurden demnach von Polen aufgenommen.

Menschen auf der Flucht aus der Stadt Irpin in der Nähe von Kiew. AP/dpa/Efrem Lukatsky

10:20 Uhr: Präsident Selenskyj will in Kiew bleiben

Trotz des Vormarschs russischer Truppen will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bis zum Kriegsende in der Hauptstadt Kiew bleiben. „Ich verstecke mich nicht und fürchte niemanden. Ich bleibe, solange es nötig ist, um diesen Krieg zu gewinnen!“, sagte Selenskyj in einer am Dienstag veröffentlichten Videobotschaft. Die gesamte Regierung sei bei ihm. Dabei zeigte der 44-Jährige kurz den Blick aus dem Fenster seines Büros auf das Zentrum der Dreimillionenstadt.

Selenskyj äußerte sich vor dem Hintergrund ständiger Spekulationen über einen Gang der ukrainischen Regierung ins Exil, möglicherweise nach Polen. Kämpfe mit der russischen Armee gibt es aktuell in den nördlichen und nordwestlich gelegenen Vororten. Eine Einkesselung wird befürchtet.

09:31 Uhr: Ex-Präsident fordert Selenskyj zum Aufgeben auf

Der ehemalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat dem amtierenden Staatschef Wolodymyr Selenskyj im Krieg gegen Russland zum Aufgeben aufgefordert. „Sie persönlich sind verpflichtet, das Blutvergießen zu beenden und ein Friedensabkommen um jeden Preis zu erzielen“, schrieb der moskau-nahe Politiker in einer Botschaft, die die russische Staatsagentur Ria Nowosti am Dienstag verbreitete. „Das erwarten die Ukraine, der Donbass und Russland von Ihnen.“ Auch Kiews Partner im Westen würden einen solchen Schritt begrüßen.

Der als äußerst korrupt geltende Janukowitsch wurde 2014 von prowestlichen Demonstranten gestürzt. Seither lebt der 71-Jährige in Russland. In seiner Heimat wurde er in Abwesenheit wegen Landesverrats zu 13 Jahren Haft verurteilt. Ukrainische Medien berichteten unlängst, der Kreml wolle Janukowitsch wieder als Präsidenten einsetzen.

09:03 Uhr: Russland: Neue Feuerpause in Kraft – Korridore geöffnet, sagt Russland

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben am Dienstag eine neue Feuerpause in der Ukraine in Kraft gesetzt und „humanitäre Korridore“ in fünf Städten geöffnet. In der Hauptstadt Kiew sowie den Großstädten Tschernihiw, Sumy, Charkiw und der besonders umkämpften Hafenstadt Mariupol sollten die Menschen die Möglichkeit haben, sich in Sicherheit zu bringen. Die Feuerpause sei um 10.00 Uhr Moskauer Zeit (8.00 Uhr MEZ) in Kraft getreten, teilte das Verteidigungsministerium mit.

In der belagerten Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer warten nach Angaben des Roten Kreuzes 200 000 Menschen darauf, über verschiedene Routen aus der Stadt zu kommen.

08:05 Uhr: IBM: Gesamtes Geschäft in Russland gestoppt

Der IT-Konzern IBM hat sein gesamtes Geschäft in Russland ausgesetzt. Konzernchef Arvind Krishna stellte das in einem Blogeintrag am Montag klar. Er habe von vielen Mitarbeitern Reaktionen auf vorherige Ankündigungen des Konzerns bekommen, räumte Krishna ein. Zunächst hatte IBM nach der russischen Invasion in die Ukraine bekanntgegeben, westliche Sanktionen zu befolgen und kündigte in einem zweiten Schritt an, die Verkäufe zu stoppen und keine Geschäfte mit dem russischen Militär zu machen.

04:50 Uhr: 21 Tote bei Angriffen auf ukrainische Stadt Sumy

Bei nächtlichen Luftangriffen auf die nordostukrainische Großstadt Sumy sind den örtlichen Behörden zufolge mindestens 21 Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder. Das teilte die regionale Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu überprüfen. In der Nacht hatte der Chef der Gebietsverwaltung, Dmytro Schywyzkyj, von zehn Toten gesprochen.

„In einigen Ortschaften wurden Wohngebäude bombardiert. Und fast im Zentrum von Sumy wurden mehrere Häuser durch einen Bombentreffer zerstört“, schrieb Schywyzkyj bei Facebook. Auch vier ukrainische Soldaten seien „im ungleichen Kampf mit dem russischen Militär“ getötet worden.

Zerstörtes Fahrzeug in Irpin, westlich von Kiew. imago/CTK Photo

04:49 Uhr: Italien prüft Unterbringung von Kriegsflüchtlingen in Mafia-Häusern

Italien erwägt, von der Mafia beschlagnahmte Immobilien für die Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge zu nutzen. Innenministerin Luciana Lamorgese erklärte am Montag, dass die Behörde, die beschlagnahmtes Mafia-Vermögen verwaltet, Immobilien prüfe, „die kurzfristig, wenn auch nur vorübergehend, für die Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine genutzt werden können“.

Nach Angaben des Innenministeriums sind seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine mehr als 17.000 Ukrainer, überwiegend Frauen und Kinder, nach Italien eingereist.

„Wir stehen noch am Anfang“, sagte der Vorsitzende der Demokratischen Partei (PD), Enrico Letta, am Montag. „Hunderttausende von Flüchtlingen werden kommen, und wir müssen dieser Rolle gewachsen sein“, fügte er hinzu und forderte die Regierung auf, ein „großes Auffangnetz“ zu organisieren. „Wir müssen auch bereit sein, russische Flüchtlinge aufzunehmen, die aus Russland fliehen, einem Land, das sich mehr und mehr in ein großes Gefängnis verwandelt“, sagte er.

23.30 Uhr: Selenskyj: Russen schuld an gescheiterter Evakuierung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland für die gescheiterte Evakuierung umkämpfter Städte verantwortlich gemacht. „Es gab eine Vereinbarung über humanitäre Korridore“, sagte Selenskyj in einem auf Telegram veröffentlichten Video. „Hat es funktioniert? Die russischen Panzer haben stattdessen funktioniert, die russischen Raketenwerfer, die russischen Minen.“ Er beschuldigte die russischen Truppen, die vereinbarte Route, über die Lebensmittel und Medikamente in die belagerte Stadt Mariupol gebracht werden sollten, vermint zu haben. Zudem hätten russische Soldaten die Busse zerstört, mit denen die Zivilisten aus den umkämpften Gebieten gebracht werden sollten.

22.05 Uhr: Russland kündigt Feuerpause an

Russland hat die Einrichtung mehrerer „humanitärer Korridore“ in der Ukraine angekündigt. In den Städten Kiew, Charkiw, Mariupol, Tschernihiw und Sumy sollen am Dienstag ab 10 Uhr (8 Uhr MEZ) lokale Waffenruhen gelten, wie das Verteidigungsministerium in Moskau am Montagabend ankündigte. Zivilisten solle so die Flucht aus den umkämpften Städten ermöglicht werden. Alle fünf Städte standen in den vergangenen Tagen unter schwerem Beschuss durch die russische Armee.

21.51 Uhr: USA stellen sich auf langen Konflikt ein

Die USA erwarten einen lang andauernden Konflikt in der Ukraine. „Wir sind besorgt, dass die Welt auf einen sehr langen und sehr schwierigen Weg vorbereitet werden muss“, sagte die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield am Montag in New York bei einer Dringlichkeitssitzung zur humanitären Lage in der Ukraine. Russlands Präsident Wladimir Putin sei „eindeutig bereit, das Leben Tausender russischer Soldaten zu opfern, um seine persönlichen Ambitionen zu verwirklichen.“

21.25 Uhr: „Kleine positive Schritte“ in dritter Verhandlungsrunde

Die dritte Runde der Verhandlungen zwischen Vertretern der Ukraine und Russlands in Belarus hat rund drei Stunden gedauert. Es gebe kleine positive Schritte, sagte der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak. Die Absicht zur Schaffung humanitärer Korridore in den umkämpften Gebieten wurde bekräftigt. Am Donnerstag ist nach türkischen und russischen Regierungsangaben ein Treffen der Außenminister der Ukraine und Russlands in Antalya geplant. Seitens der Ukraine hieß es, ein solches Treffen werde geprüft.

20.19 Uhr: US-Informationen: Russland rekrutiert syrische Kämpfer

Russland versucht nach Informationen des US-Verteidigungsministeriums, Syrer für den Angriffskrieg in der Ukraine zu rekrutieren. Man könne entsprechende Berichte bestätigen, sagte ein hochrangiger Ministeriumsmitarbeiter am Montag in einem Telefonbriefing mit Journalisten. „Wir wissen, dass sie versuchen, Syrer für den Kampf zu rekrutieren.“ Es sei nicht klar, ob bereits syrische Kämpfer in der Ukraine seien.

19.17 Uhr: UN-Sprecher kritisiert russischen Vorschlag für Fluchtkorridore

Ein russischer Vorschlag von humanitären Korridoren, die Menschen aus der Ukraine nur nach Russland leiten sollen, stößt bei den Vereinten Nationen auf Kritik. „Ich denke, es ist wichtig, dass die Menschen dorthin gehen können, wohin sie wollen und wo es sicher ist“, sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Montag in New York. Man stehe mit russischen und ukrainischen Behörden in Kontakt, um die Flucht von Zivilisten zu gewährleisten.

18.35 Uhr: Russland meldet weitere Geländegewinne

Russland hat weitere Geländegewinne in der Ostukraine gemeldet. Russische Truppen hätten fünf Siedlungen an der Grenze der Gebiete Donezk und Saporischschja eingenommen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Den Einwohnern der Ortschaften werde „humanitäre Hilfe zuteil“, hieß es. Zudem hätten Kampfjets und Bomber 26 weitere militärische Objekte, darunter zwei Kommandoposten, eine Radarstation und fünf Munitionsdepots, zerstört. Russland beharrt darauf, seine Truppen griffen keine zivilen, sondern nur militärische Ziele an.

17.31 Uhr: EU-Beitrittsantrag der Ukraine wird geprüft

Die Prüfung des Beitrittsantrags der Ukraine zur Europäischen Union hat begonnen. Die Botschafter der EU-Länder einigten sich in Brüssel darauf, von der EU-Kommission eine erste Stellungnahme zum Kandidatenstatus für die Ukraine einzuholen, wie die französische Ratspräsidentschaft auf Twitter mitteilte. Auch die Anträge Georgiens und Moldaus sollen demnach geprüft werden.

16.55 Uhr: 13 Tote bei Luftangriff auf Großbäckerei

Bei einem russischen Luftangriff westlich von Kiew sind nach ukrainischen Angaben mindestens 13 Zivilisten getötet worden. Eine Granate habe das Gelände einer Großbäckerei im Ort Makariw getroffen, teilte das ukrainische Innenministerium am Montag mit. Fünf Menschen seien aus den Trümmern gerettet worden. Insgesamt hätten sich etwa 30 Menschen auf dem Gelände aufgehalten.

16.37 Uhr: China bietet sich als Vermittler an

China hat sich als Vermittler zwischen Moskau und Kiew im Ukraine-Krieg angeboten. Peking sei bereit, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um „die notwendige Vermittlung“ zu gewährleisten, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Montag in Peking. Die EU appellierte an China, „Druck auf Russland auszuüben“.

16.18 Uhr: Neue Verhandlungsrunde hat begonnen

An der belarussisch-ukrainischen Grenze hat eine neue Verhandlungsrunde von Vertretern Russlands und der Ukraine begonnen. Die belarussische Nachrichtenagentur Belta veröffentlichte im Internetdienst Telegram ein Foto der Delegationen beider Seiten. In den Gesprächen solle es um die Einrichtung humanitärer Korridore gehen.

15.35 Uhr: Uno zählt schon 1,7 Millionen Flüchtlinge

Die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine steigt weiter deutlich. Nach aktuellen Zahlen der UN-Flüchtlingshilfsorganisation UNHCR haben inzwischen 1,7 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen, teilte die Organisation am Montag auf Twitter mit. Das ist ein Plus von 200.000 binnen eines Tages. In den kommenden Tagen würden weitere Millionen Menschen entwurzelt, wenn dieser sinnlose Konflikt nicht sofort beendet werde.

15.12 Uhr: Russischer Unterhändler: Ukraine blockiert Fluchtkorridore

Der russische Chefunterhändler bei den Gesprächen mit der Ukraine hat die ukrainische Seite beschuldigt, die Einrichtung von Flüchtlingskorridoren zu blockieren. „Die Nationalisten, die Positionen in den Städten eingenommen haben, halten dort weiterhin Zivilisten fest“, sagte Wladimir Medinski im russischen Fernsehen. Sie würden Zivilisten als „menschliche Schilde“ missbrauchen – „das ist natürlich ein Kriegsverbrechen“. Die Ukraine hatte zuvor das Angebot abgelehnt, Flüchtlingskorridore aus mehreren bombardierten Städten einzurichten, nachdem sich herausgestellt hatte, dass vier Routen nach Russland oder Belarus führen würden.

14:44 Uhr: Bundesregierung warnt wegen neuer russischer Mediengesetze

Die Bundesregierung hat Journalisten und die Nutzer sozialer Medien zu Vorsicht wegen der neuen scharfen Mediengesetze in Russland aufgerufen. Nach dieser Gesetzgebung könne es „sehr drakonische Strafen“, geben, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin. Es gebe noch keine Erfahrungen, wie diese Gesetze tatsächlich angewendet werden. „Die Art und Weise, wie sie formuliert sind, die sehr viele unbestimmte Begriffe enthält, muss aber dazu führen, dass man hier sehr sensibel und sehr problembewusst mit dieser Situation umgeht.“

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Freitag mehrere Gesetze zur weiteren Einschränkung der freien Meinungsäußerung in Russland unterzeichnet, mit denen unabhängige Medienberichterstattung weiter beschnitten wird. Bis zu 15 Jahre Haft drohen demnach für die Verbreitung von angeblichen „Falschinformationen“ über die russischen Streitkräfte. Strafen drohen auch jenen, die öffentlich die Armee „verunglimpfen“. Das russische Parlament hatte zuvor einer entsprechenden Gesetzesänderung zugestimmt.

14:13 Uhr: Ukrainische Truppen erobern offenbar Flughafen zurück

Bei ihrem Krieg gegen die Ukraine sind russische Truppen nach Angaben der örtlichen Behörden auf den Flughafen der südukrainischen Großstadt Mykolajiw vorgedrungen. Ukrainische Truppen eroberten den Flughafen am Montag den Angaben nach aber anschließend wieder zurück. „Wir haben sie verjagt“, sagte der Gouverneur des Gebiets Mykolajiw, Witalij Kim, in einer am Montag veröffentlichten Videobotschaft. Zwar könnten derzeit dort keine Maschinen abheben. „Aber der Flughafen ist unser“, sagte Kim. Wenige Stunden zuvor hatte er gesagt, der Feind sei auf den Airport vorgedrungen. Alle anderen Angriffe in der Gegend seien aber abgewehrt worden. Der Flughafen liegt im Norden der Stadt.

13:57 Uhr: 133 Zivilisten in Charkiw seit Beginn des Krieges getötet

In der heftig umkämpften ostukrainischen Großstadt Charkiw sind nach ukrainischen Angaben seit Beginn des russischen Angriffs 133 Zivilisten getötet worden, unter ihnen fünf Kinder. Außerdem seien bei den Kämpfen 76 Angehörige verschiedener ukrainischer Streitkräfte ums Leben gekommen, meldete die ukrainische Agentur Unian am Montag unter Berufung auf die Nationalpolizei des Gebiets Charkiw. Weitere 443 Menschen seien verletzt worden, davon 319 Zivilisten. Unabhängige Angaben aus dem Kriegsgebiet lagen nicht vor.

Charkiw ist seit Tagen schweren Angriffen der russischen Truppen ausgesetzt.

13:40 Uhr: Bärenrettung in der Ukraine

Fünf Bären aus der Ost-Ukraine sind nach einer 24-stündigen Reise wohlbehalten in dem von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ geführten Bärenwald Domazhyr im Westen der Ukraine angekommen. Eine externe Transportagentur habe die Tiere überführt, nachdem das White Rock Shelter in der Region Kiew die Reise organisiert hatte, teilte „Vier Pfoten“ am Montag in Hamburg mit. Die Situation für die Bären vor Ort sei zunehmend gefährlicher geworden.

Die zwei weiblichen und ein männlicher Bär sowie zwei Bärenjunge seien bei guter Gesundheit, hieß es. Die Verlegung der Tiere sei unumgänglich gewesen. Während der über 600 Kilometer langen Fahrt habe der Transporter mehrere Male aufgrund von Straßenkontrollen anhalten müssen. Am Sonntagabend konnten zwei weitere Bären aus dem White Rock Shelter evakuiert und im Bärenwald aufgenommen werden.

13:09 Uhr: Außenminister Russlands und der Ukraine treffen sich am Donnerstag in der Türkei

Die Außenminister Russlands und der Ukraine kommen nach Angaben aus Moskau und Ankara am Donnerstag für Gespräche in der Türkei zusammen. Das Treffen von Sergej Lawrow und Dmytro Kuleba werde am Rande einer Konferenz in Antalya stattfinden, erklärte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Montag auf Twitter. Die Regierung in Moskau bestätigte dies nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen.

12:35 Uhr: Ukraine: Neue Verhandlungen mit Russland am Montagnachmittag

Die dritte Verhandlungsrunde zwischen Russland und der Ukraine soll nach Angaben aus Kiew am Montagnachmittag um 15.00 Uhr MEZ beginnen. Das schrieb der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am Mittag auf Twitter. Podoljak twitterte dazu ein Selfie vor einem Militärhubschrauber. Die russische Delegation war zuvor laut Staatsagentur Tass nach Belarus geflogen. Wo genau sich beide Seiten treffen, war zunächst nicht bekannt.

11:35 Uhr: EU rechnet mit fünf Millionen Ukraine-Flüchtlingen

Europa muss sich nach Einschätzung des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell auf fünf Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine einstellen. Wenn weiterhin die ukrainischen Städte von der russischen Armee „so unterschiedslos bombardiert werden“, dann sei in Europa mit fünf Millionen Kriegsflüchtlingen zu rechnen, sagte Borrell am Montag bei einem informellen Treffen der europäischen Entwicklungsminister im französischen Montpellier.

Europa müsse alle Ressourcen mobilisieren, um die Menschen aufzunehmen, sagte Borrell. Alle Nachbarländer der Ukraine müssten Hilfe bekommen. Dabei gehe es nicht nur um humanitäre Hilfe. „Mehr Geld, mehr Aufnahmekapazitäten, mehr Lebensmittelhilfen“, sagte Borrell.

11:21 Uhr: Vitali Klitschko ruft Kiewer Bürger zum Durchhalten auf

Angesichts der heranrückenden russischen Truppen hat Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko die Einwohner der ukrainischen Hauptstadt erneut mit Nachdruck zum Durchhalten aufgerufen. „Die Hauptstadt bereitet sich auf die Verteidigung vor“, sagte Klitschko in einer am Montag verbreiteten neuen Videobotschaft. Er bitte alle Kiewer darum, die Ruhe zu bewahren, zu Hause zu bleiben oder bei Alarmsignalen in die Schutzräume zu laufen.

„Kiew hält stand! Wird sich verteidigen!“, sagte Klitschko. „Gemeinsam halten wir durch! Ruhm der Ukraine!“ Kiew versuche auch, humanitäre Hilfe in die umkämpften Städte Butscha und Hostomel nordwestlich der Hauptstadt sowie in andere Orte zu schicken, sagte Klitschko.

Zuvor war ein Video in sozialen Medien aufgetaucht, das zeigt, wie Klitschko eine Feldhochzeit an einem Checkpoint an einer Zufahrt Kiews besucht. Der frühere Box-Weltmeister in Schutzweste überreichte dem ebenfalls in Kampfmontur gekleideten Brautpaar bei der Zeremonie einen Blumenstrauß.

Diese russischen Panzer sollen vor Kiew stehen. Es gibt aber Zweifel, weil dort kein Schnee liegt. AFP/Russian Defence Ministry

10:34 Uhr: Ukraine kritisiert Plan zur Evakuierung von Kiewern nach Russland

Die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk hat die russische Initiative zur Einrichtung von Fluchtkorridoren nach Russland bestätigt und zugleich kritisiert.

„Das ist keine annehmbare Variante der Öffnung von humanitären Korridoren“, erklärte Wereschtschuk am Montag. Die Ukrainer würden nicht aus den nördlich von Kiew gelegenen Orten nach Belarus fahren, um dann per Flugzeug nach Russland gebracht zu werden. Wereschtschuk sagte, sie habe Russland vorgeschlagen, Fluchtkorridore innerhalb der Ukraine in den Westen zu öffnen.

Nach Angaben des ukrainischen Außenministeriums sind nahe der Kiewer Vorstadt Irpin bei einem Versuch zur Einrichtung eines „grünen Korridors“ acht Zivilisten getötet worden. Der Bürgermeister von Butscha, Anatolij Fedortschuk, sei verletzt worden.

10:17 Uhr: Neun Tote nach russischem Luftangriff auf Flughafen von Winnyzja

Bei einem Luftangriff auf den Flughafen der ukrainischen Stadt Winnyzja sind am Sonntag laut Angaben der Rettungskräfte neun Menschen ums Leben gekommen. „Am Montag um 05.00 Uhr GMT (06.00 Uhr MEZ) wurden 15 Menschen aus den Trümmern geborgen, darunter neun Tote“, erklärten die Helfer im Messengerdienst Telegram. Bei den Toten handele es sich um fünf Zivilisten und vier Soldaten, hieß es weiter.

Am Sonntag hatte Kiew gemeldet, dass der Flughafen von Winnyzja rund 200 Kilometer südwestlich von Kiew durch russische Raketenangriffe „komplett zerstört“ worden sei. „Acht Raketen“ seien auf die Stadt Winnyzja mit knapp 370.000 Einwohnern abgefeuert worden, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft, die bei Telegram veröffentlicht wurde.

09:40 Uhr: Gemeindevorsteher von Hostomel bei Kiew getötet

In der Ukraine ist der Gemeindevorsteher von Hostomel nach Angaben der örtlichen Behörden getötet worden. Russische Truppen hätten Jurij Prylypko gezielt erschossen, teilte der Gemeinderat am Montag bei Facebook mit. „Er starb bei der Ausgabe von Brot an Hungrige und Arzneien an Kranke.“ Mit ihm seien zwei weitere Helfer getötet worden. Von russischer Seite gab es dazu keine Reaktion. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Das nordwestlich der Hauptstadt Kiew gelegene Hostomel mit dem nahen Flugplatz ist seit Beginn des Kriegs umkämpft.

09:28 Uhr: Berlin erwartet auch am Montag 10.000 ukrainische Flüchtlinge

Auf der Flucht vor dem Krieg werden nach Erwartung des Berliner Senats auch in der neuen Woche Tausende Menschen in die Hauptstadt kommen. „Wir rechnen heute wieder – wie schon in den letzten Tagen – mit schätzungsweise 10.000 Menschen“, sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) dem „Tagesspiegel“ (Montag). Berlin könne das nicht alles abfangen, die Hilfe der Bundesregierung sei notwendig. „Es geht jetzt um Stunden – damit wir den Menschen weiter vernünftig helfen können.“

Berlin hatte schon in den vergangenen Tagen Zehntausende Flüchtlinge empfangen. Allein am Samstag waren es mehr als 11.000. „Es kommen zurzeit so viele Menschen hier an, dass es nicht einmal genügend Busse und Busfahrer gibt, um sie in andere Bundesländer zu verteilen“, sagte Giffey. Nach ihren Angaben sollen Ukraine-Flüchtlinge auch in Hotels unterkommen. Viele Hoteliers böten ihre Betten freiwillig an. „Das wollen wir nutzen.“

08:49 Uhr: Chinas Außenminister bietet Vermittlung im Ukraine-Krieg an

Im Ukraine-Krieg hat China sich als Vermittler zwischen Russland und der Ukraine angeboten. Peking sei bereit, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um „die notwendige Vermittlung“ zu gewährleisten, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Montag vor Journalisten. Zugleich betonte er, die Freundschaft seines Landes zu Russland sei „felsenfest“. „Die Aussichten für die künftige Zusammenarbeit beider Seiten sind sehr groß“, fügte Wang hinzu.

06:53 Uhr: Russland will humanitäre Korridore in der Ukraine öffnen

Die russische Armee hat die Öffnung mehrerer „humanitärer Korridore“ in der Ukraine angekündigt. In den Städten Kiew, Charkiw, Mariupol und Sumy sollen am Montag ab 10.00 Uhr (8.00 Uhr MEZ) lokale Waffenruhen gelten, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Damit sollen Zivilisten aus den umkämpften Städten in Sicherheit gebracht werden können.

05:53 Uhr: Russische Luftangriffe auf Charkiw gehen in der Nacht weiter

Die russische Armee hat ihre Luftangriffe auf die zweitgrößte Stadt der Ukraine, Charkiw, in der Nacht zum Montag fortgesetzt. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass dabei unter anderem ein Sportkomplex einer Universität und ein Wohnblock getroffen wurden. Vor dem Wohngebäude lagen demnach mehrere Leichen neben einem Auto. Unterdessen konzentrierten die russischen Truppen nach Angaben des ukrainischen Generalstabs ihre Angriffe neben Charkiw im Osten des Landes auch auf Sumy im Nordosten und Mykolajew im Süden.

Der Generalstab warnte weiterhin, dass Moskau seine „Ressourcen für einen Angriff“ auf Kiew sammelt. In der Hauptstadt hielt sich die Armee bereit, die letzte Brücke, die die Stadt mit dem westlichen Umland verbindet, zu zerstören. „Wenn wir den Befehl von oben erhalten oder sehen, dass die Russen vorrücken, werden wir sie sprengen“, sagte ein Mitglied einer Freiwilligeneinheit. Dabei sollten „so viele feindliche Panzer wie möglich“ zerstört werden.

Im Ort Irpin brennen Häuser nach einem Bombenangriff. dpa/AP/Emilio Morenatti

04:05 Uhr: Moskau und Kiew verhandeln erneut über Waffenstillstand

Am Montag soll nach ukrainischen Angaben eine dritte Runde der Waffenstillstands-Gespräche zwischen der Ukraine und Russland stattfinden. Die Aussichten auf einen Erfolg erscheinen allerdings gering. Russlands Präsident Wladimir Putin zeigte sich zuletzt entschlossen, seine Ziele in der Ukraine durchzusetzen. Kiew lehnt russische Forderungen wie eine Entmilitarisierung jedoch strikt ab.

Bei der zweiten Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine und Russland hatten sich beide Seiten am Donnerstag auf die Schaffung humanitärer Korridore verständigt, um Zivilisten aus Kampfgebieten herausholen zu können. Mehrere Versuche dazu scheiterten bisher an der Nichteinhaltung von Waffenruhen; beide Seiten machten sich gegenseitig dafür verantwortlich.

23.10 Uhr: Netflix stellt Betrieb in Russland ein

Netflix stellt den Betrieb in Russland ein. Bereits vor einigen Tagen hatte der Videostreaming-Riese angekündigt, er werde entgegen den Vorschriften keine russischen TV-Sender über die Plattform verfügbar machen. Jetzt zieht der US-Konzern den Stecker: Angesichts der Situation werde der Dienst ausgesetzt, sagte eine Netflix-Sprecherin am Sonntag.

22.45 Uhr: Ukrajinska Prawda: Humanitäre Situation in Dutzenden Städten katastrophal

Mit der Fortdauer des Kriegs müssten nach Angaben des ukrainischen Präsidialamtes mehrere Hunderttausend Ukrainerinnen und Ukrainer sofort aus ihren Städten evakuiert werden. Es gebe bereits mehrere Dutzend Städte in acht Regionen im Land, in denen die humanitäre Situation katastrophal sei, berichtete die ukrainische Internetzeitung Ukrajinska Prawda am Sonntag.

21.15 Uhr: Röttgen: Energieimporte aus Russland sofort stoppen!

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hat einen Stopp der Energieimporte aus Russland gefordert. „Wir müssen alles, was in unserer Macht steht, tun, um die Ukrainer in ihrem Kampf gegen Putin und für die Freiheit zu unterstützen“, schrieb Röttgen in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel (Montagsausgabe). Er appellierte an die Bundesregierung, die Gas- und Ölimporte aus Russland sofort zu stoppen. Es sei möglich, die Gaslieferungen bis zum nächsten Winter durch Gasvorräte zu ersetzen.

20.45 Uhr: Moskau: Fast 165.000 Menschen aus Ukraine nach Russland evakuiert

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind Angaben aus Moskau zufolge mehr als 163.000 Zivilisten nach Russland gebracht worden. „Aus der Zone, in der die militärische Spezial-Operation durchgeführt wird, wurden mehr als 163.000 Menschen evakuiert – darunter 42.729 Kinder“, teilte der zuständige Koordinierungsstab am Sonntagabend nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau mit. Russland hatte bereits vor Beginn der Invasion in die Ukraine mit der Evakuierung von russischen Zivilisten aus dem Donbass begonnen.

20.00 Uhr: Fernsehturm in Charkiw nach ukrainischen Angaben bei Angriff beschädigt

In der ostukrainischen Großstadt Charkiw ist nach ukrainischen Angaben der Fernsehturm bei einem russischen Angriff beschädigt worden. Die Fernsehübertragung sei vorübergehend ausgefallen, sagte der Chef der regionalen Militärverwaltung, Oleh Synjehubow, am Sonntagabend nach Angaben der Agentur Unian. Spezialisten seien bereits dabei, die Schäden zu beheben, sagte Synjehubow. Von russischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

14.45 Uhr: Tonnenweise Militärhilfe: So viele Waffen aus dem Westen kommen in die Ukraine

Neben den Vereinigten Staaten, die im zurückliegenden Jahr mehr als eine Milliarde Dollar an Militärhilfe für die Ukraine bereitgestellt haben, liefern auch viele europäische Länder Panzerabwehrraketen, Flugabwehrraketen vom Typ Stinger, gepanzerte Fahrzeuge, Treibstoff, Munition, Sturmgewehre und auch Feldrationen. Auch Deutschland hat in einer historischen Kehrtwende Waffenlieferungen zugesagt.

14.30 Uhr: Berlin setzt ein Zeichen: Riesen-Demo gegen den Krieg in der Ukraine geplant!

Wird das die größte Friedensdemo seit dem Hunderttausendfachen Aufmarsch am 10. Oktober 1981 im Bonner Hofgarten? Die Organisation „World Peace Berlin“ ruft zur Friedenskundgebung gegen den Krieg in der Ukraine am Brandenburger Tor in Berlin auf. Am Dienstag ist es soweit.

Eingeladen für den Friedensprotest am 8. März in Berlin sind unter anderem Udo Lindenberg, Dieter Hallervorden und viel Prominenz aus Politik und Gesellschaft. „World Peace Berlin ruft Berliner/innen und Brandenburger/innen auf, sich gegen den Krieg in der Ukraine am 8. März von 12 bis 22 Uhr am Brandenburger Tor für eine Friedenskundgebung zu versammeln,“ heißt es vonseiten der Organisatoren. Das Brandenburger Tor soll gegen 18 Uhr von Licht-Designer Andreas Boehlke („Berlin leuchtet“) in den Farben der ukrainischen Landesfahne erleuchten. Das gab es bereits zu Beginn des Putin-Feldzugs in der Ukraine.

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14.12 Uhr Selenskyj: Hunderte Russen in ukrainischer Gefangenschaft

Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge sind Hunderte russische Soldaten in Gefangenschaft seines Landes geraten. „Hunderte, Hunderte Gefangene. Unter ihnen sind Piloten von Flugzeugen, die unsere Städte bombardiert haben. Unsere Zivilisten“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft, die er am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram veröffentlichte. Diese Aussagen ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

An die Ukrainer gewandt sagte Selenskyj: „Wir kämpfen darum, wo die Grenze verlaufen wird. Zwischen Leben und Sklaverei.“ Einmal mehr richtete sich der ukrainische Staatschef auch an die Menschen in Russland: „Die Bürger der Russischen Föderation treffen jetzt gerade genau die gleiche Wahl. In diesen Tagen. In diesen Stunden. Zwischen Leben und Sklaverei.“

13:13 Uhr: Nach Ausschluss der Athleten: Russland plant Ersatz für Paralympics

Die russische Regierung plant nach dem Ausschluss ihrer Sportler von den Winter-Paralympics eine Ersatzveranstaltung. Der stellvertretende russische Ministerpräsident Dmitri Tschernyschenko habe das Sportministerium und das Finanzministerium angewiesen, die Wettkämpfe zu organisieren, berichtete die russische Agentur Tass. Den Athleten solle das Sportfest, auf das sie sich jahrelang vorbereitet hätten, nicht vorenthalten werden. Die Veranstaltung soll demnach in der russischen Stadt Chanty-Mansijsk ausgetragen werden.

Dabei sollen wie bei den Paralympics Medaillen verteilt und Rekorde als offiziell gewertet werden, hieß es. An die Medaillengewinner sollen laut Tschernyschenko auch die ursprünglich geplanten Prämien ausgeschüttet werden. Für einen Sieg gebe es demnach umgerechnet rund 38 000 Euro als Preisgeld.

13:00 Uhr: Papst fordert Kriegsende in Ukraine - „Hört bitte auf“

Papst Franziskus hat angesichts des Krieges in der Ukraine ein Ende der Angriffe gefordert. „Ich danke allen, die gerade Flüchtlinge aufnehmen, und ich flehe vor allem darum, dass die bewaffneten Angriffe aufhören und die Verhandlungen und der gesunde Menschenverstand obsiegen“, sagte das 85 Jahre alte Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag vor Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Einige Menschen hielten dort Ukraine-Fahnen hoch. „In der Ukraine fließen Ströme von Blut und Tränen“, klagte der Papst.

„Es handelt sich nicht nur um eine militärische Operation, sondern um Krieg, der Tod, Zerstörung und Leid säht“, sagte Franziskus. Russland erwähnte er in seiner Ansprache nicht. Er dankte den Journalistinnen und Journalisten für ihren Dienst. Diese riskierten ihr Leben, um Informationen zu garantieren. „Ein Dienst, der es uns erlaubt, nah am Drama der Bevölkerung zu sein und die Grausamkeit eines Krieges zu beurteilen“, sagte der Pontifex.

Papst Franziskus fordert ein Kriegsende in der Ukraine. Andrew Medichini/AP/dpa

12:14 Uhr: Flüchtlinge werden von Berlin in andere Bundesländer gebracht

In Berlin ankommende Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine werden seit Sonntagvormittag auch in andere Bundesländer gebracht. Voraussetzung dafür sei, dass sie kein festes Ziel in Deutschland haben, erklärte die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter. Demnach fahren vom Berliner Hauptbahnhof aus Busse in 13 andere Bundesländer, außer nach Bayern und Hamburg. Das Angebot sei freiwillig.

Laut Senatsverwaltung für Integration waren am Samstag erneut mehr als 11.000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Berlin angekommen. Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) hatten in den vergangenen Tagen nach einem Besuch des Flüchtlingssammelpunkts im Berliner Hauptbahnhof auf Hilfe vom Bund gedrängt. Die Entscheidung über den Weitertransport von Flüchtlingen in andere Bundesländer seit Sonntag, 11 Uhr, habe das Bundesinnenministerium getroffen, hieß es.

11.43 Uhr: Gazprom: Russisches Gas fließt weiter über Ukraine nach Westen

Russisches Gas fließt nach Angaben des Staatskonzerns Gazprom weiter im normalen Umfang über die Ukraine nach Westen. Das meldete die Nachrichtenagentur Interfax am Sonntag unter Berufung auf Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow. „Gazprom führt die Lieferung von russischem Gas für den Transit durch das Territorium der Ukraine im regelmäßigen Regime und entsprechend den Anforderungen der europäischen Verbraucher aus“, sagte der Sprecher demnach. Am Sonntag sollten demnach 109,5 Millionen Kubikmeter Gas fließen.

Allerdings sind infolge der Kämpfe in der Ukraine offenbar die Gasleitungen in sechs Gebieten beschädigt. Dadurch seien Hunderttausende Menschen von der Gasversorgung abgeschnitten, berichtete die ukrainische Agentur Unian unter Berufung auf die Betreiber des Gasdurchleitungssystems der Ukraine. 16 Gasverteilstationen - unter anderem in den Gebieten rund um Charkiw, Kiew, Saporischschja, Donezk und Luhansk - hätten die Arbeit einstellen müssen.

11:27 Uhr: Polen bekräftigt: Schicken keine Kampfflugzeuge in die Ukraine

Polen hat erneut Berichten widersprochen, wonach das Land die Ukraine mit Kampfflugzeugen sowjetischer Bauart ausstatten will. „Polen wird seine Kampfjets nicht in die Ukraine schicken und auch nicht erlauben, seine Flughäfen zu nutzen. Wir helfen ganz erheblich in vielen anderen Bereichen“, erklärte die Regierung in Warschau am Sonntag bei Twitter. Sie verwies dabei auf eine Erklärung des polnischen Generalstabs vom Donnerstag. Darin hieß es, alle polnischen Kampfflugzeuge vom Typ MiG-29 blieben auf ihren Heimatbasen, sie seien außerdem mit dem rot-weißen Hoheitszeichen der polnischen Luftwaffe markiert.

Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, Polen werde der Ukraine MiG-Kampfjets zu Verfügung stellen und erhalte dafür von den USA Kampfflugzeuge vom Typ F-16.

11:11 Uhr Medienanstalt setzt Zwangsgeld gegen RT DE fest

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat ein Zwangsgeld von 25.000 Euro gegen den vom russischen Staat finanzierten, deutschsprachigen Sender RT DE festgesetzt. Gleichzeitig drohte die Medienanstalt am Samstag in Berlin ein weiteres Zwangsgeld von 40.000 Euro an, sollte der Sendebetrieb von RT DE nicht bis zum 16. März eingestellt werden. Das Zwangsgeld von 25.000 Euro sei festgesetzt worden, nachdem der Livestream des Senders auch am Samstag noch auf verschiedenen Websites verfügbar gewesen sei.

10:04 Uhr: IOC plant keinen Ausschluss seiner russischen Mitglieder

Trotz der Maßnahmen gegen russische Sportler plant das Internationale Olympische Komitee derzeit keinen Ausschluss der russischen IOC-Mitglieder. Weder die ehemalige Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa noch Russlands Tennis-Chef Schamil Tarpischtschew könnten unter dem Regelwerk des Dachverbands suspendiert werden, berichtete die britische „Sunday Times“ unter Berufung auf einen IOC-Sprecher. Für den Bruch des olympischen Friedens nehme man ausschließlich die Regierungen von Russland und Belarus ins Visier, weil nur diese Entscheidungen über Krieg und Frieden treffen könnten, betonte das IOC.

Die frühere Weltklasse-Athletin Issinbajewa wurde 2016 ins IOC gewählt. Tarpischtschew ist sogar schon seit 1994 Mitglied des aktuell 105-köpfigen Ringe-Zirkels. Wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hatte das IOC zuletzt alle Verbände dazu aufgerufen, Sportlerinnen und Sportler aus Russland und der Ukraine aus allen internationalen Wettbewerben zu verbannen. Eine Suspendierung des russischen Olympischen Komitees und damit einen Stopp aller Zahlungen schloss das IOC aber bisher aus.

09:40 Uhr: Mariupol startet neuen Evakuierungsversuch ab 11.00 Uhr MEZ

Die ukrainische Hafenstadt Mariupol startet am Sonntag ab 11.00 Uhr MEZ einen erneuten Versuch, ihre Einwohner über humanitäre Korridore in Sicherheit zu bringen. Es sei eine Feuerpause mit den russischen Truppen vereinbart worden, die die Stadt belagern, teilten die örtlichen Behörden im Messenger-Dienst Telegram mit. Demnach soll der Korridor bis in die etwa drei Stunden entfernte Stadt Saporischschja reichen.

Eine erste geplante Evakukierungsaktion war am Samstag gescheitert. Für die Aktion hatten Russland und die Ukraine ebenfalls eine Feuerpause vereinbart, die nach Angaben des Vize-Bürgermeisters von Mariupol, Serhij Orlow, aber nur 30 Minuten hielt. Die russische Armee beschoss demnach mit Artillerie und Raketen unter anderem auch die „Sammelstellen“, von denen aus tausende Zivilisten hätten in Sicherheit gebracht werden sollen. Russland machte seinerseits die ukrainische Armee für den Bruch der Feuerpause verantwortlich.

09:24 Uhr Moskau: Russische Armee und Separatisten in Ostukraine auf Vormarsch

Die russische Armee und die von ihr unterstützten Separatisten sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau im Osten der Ukraine weiter auf dem Vormarsch. Bei den Angriffen hätten sich die russischen Streitkräfte elf Kilometer weit ins Landesinnere bewegt und fünf weitere Ortschaften unter ihre Kontrolle gebracht, teilte das Ministerium am Sonntag in dem täglichen Bulletin mit. Die prorussischen Separatisten in den Regionen Luhansk und Donezk brachten demnach insgesamt elf Ortschaften unter ihre Kontrolle.

Kremlchef Wladimir Putin hatte bei dem Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar angekündigt, dass die Gebiete Donezk und Luhansk vollständig eingenommen werden sollen. Putin hatte auch erklärt, dass eine „Entmilitarisierung“ der Ukraine Ziel der russischen „militärischen Spezial-Operation“ sei. Inzwischen seien mehr als 2200 Objekte militärischer Infrastruktur zerstört worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Vernichtet worden seien 778 ukrainische Panzer und rund 100 Flugzeuge. Überprüfbar sind diese Angaben nicht.

07:45 Uhr: Faeser: Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen unabhängig von Nationalität

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat versichert, dass Deutschland alle Flüchtlinge aus der Ukraine unabhängig von ihrer Nationalität aufnehmen will. Imago Images/photothek

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat versichert, dass Deutschland alle Flüchtlinge aus der Ukraine unabhängig von ihrer Nationalität aufnehmen will. „Wir wollen Leben retten. Das hängt nicht vom Pass ab“, sagte Faeser der „Bild am Sonntag“. „Der allergrößte Teil der Geflüchteten sind Ukrainerinnen und Ukrainer. Menschen aus anderen Staaten, die in der Ukraine schon ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht hatten, bringen diesen Status mit“, erläuterte die Ministerin: „Auch sie müssen kein aufwändiges Asylverfahren durchlaufen.“

So wollten beispielsweise junge Inder, die in der Ukraine studiert hätten, vor allem schnell in ihre Heimat zurück. Flüchtlinge ohne Aufenthaltsrecht in der Ukraine könnten Asyl beantragen und so Schutz in der EU erhalten, sagte die Ministerin: „Das dürften nur wenige Fälle sein.“ Sie betonte, dass erstmals alle EU-Staaten Kriegsflüchtlinge aufnähmen, „besonders unsere östlichen Nachbarn“. Das sei eine neue Lage. „Das Wichtigste jetzt ist die bestmögliche Verteilung und Versorgung. Dann stellt sich auch nicht die Frage nach Überlastungen einzelner Staaten.“

06:30 Uhr: Vormarsch auf Kiew

Der ukrainische Generalstab erklärte am Sonntagmorgen, der Hauptfokus der russischen Offensive sei weiter die Umzingelung der Städte Kiew, Charkiw im Osten und Mykolajiw im Süden. Russische Einheiten versuchten, in die südwestlichen Außenbezirke von Kiew einzudringen und näherten sich der Autobahn nach Boryspil, wo der internationale Flughafen Kiews liegt.

05:50 Uhr: Auch Kanada ruft seine Bürger zur Ausreise aus Russland auf

Neben den USA hat auch Kanada eine Reisewarnung für Russland ausgegeben. „Wenn Sie in Russland sind, sollten Sie es verlassen, solange noch kommerzielle Mittel verfügbar sind“, heißt es in einer von der kanadischen Regierung am Samstag (Ortszeit) veröffentlichten Warnung. Jegliche Reisen nach Russland sollten wegen des Krieges in der Ukraine vermieden werden. Möglichkeiten für Flüge und Finanztransaktionen seien begrenzt. Auch die US-Regierung hat wegen des Ukraine-Kriegs ihre Reisewarnung für Russland weiter verschärft und alle amerikanischen Staatsbürger zur sofortigen Ausreise aus dem Land aufgerufen. „US-Staatsbürger sollten Russland sofort verlassen“, teilte das US-Außenministerium am Samstag mit.

3:30 Uhr: Ukrainische Armee: Russland will Wasserkraftwerk einnehmen

Nach Ansicht der ukrainischen Armee plant Russland, den Damm des Wasserkraftwerks Kaniw einzunehmen. Das teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte in einem Bericht in der Nacht zu Sonntag mit. Der Damm liegt rund 150 Kilometer südlich von Kiew am Fluss Dnipro.

Bisher haben russische Truppen mehrere Einrichtungen der Energie-Infrastruktur zerstört, angegriffen oder eingenommen, darunter das größte Kernkraftwerk Europas in Saporischschja.

02:40 Uhr: Biden telefoniert erneut mit Selenskyj

Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine hat US-Präsident Joe Biden erneut mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Bei dem gut halbstündigen Gespräch am Samstagabend (Ortszeit) habe Biden die Maßnahmen der USA, ihrer Verbündeten und der Privatwirtschaft unterstrichen, „mit denen Russland die Kosten für seine Aggression in der Ukraine auferlegt werden“, teilte das Weiße Haus mit.

Der US-Präsident habe besonders die Entscheidung der beiden weltgrößten Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard vom Samstagabend begrüßt, Geschäfte mit Russland auszusetzen, hieß es weiter. Biden habe zudem darauf verwiesen, dass seine Regierung die Sicherheits-, humanitäre und wirtschaftliche Hilfe für die Ukraine aufstocke.

02:07 Uhr: Ärzte ohne Grenzen: Humanitäre Lage in Mariupol ist „katastrophal“

Die humanitäre Situation in der seit Tagen unter russischem Beschuss stehenden südukrainischen Hafenstadt Mariupol ist nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) „katastrophal“. Der MSF-Notfallkoordinator in der Ukraine, Laurent Ligozat, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag, die Lage in der Großstadt verschlimmere sich „von Tag zu Tag“. Es sei „unerlässlich“, dass die Zivilbevölkerung über einen humanitären Korridor aus der Stadt geholt werde.

Die Menschen in Mariupol hätten „sehr große Probleme, Zugang zu Trinkwasser zu bekommen“, sagte Ligozat. Dies werde zu einem „entscheidenden Problem“. Auch Strom und Heizungen funktionierten in Mariupol nicht mehr. „Die Lebensmittel gehen aus, die Läden sind leer.“

00:49 Uhr: Mehr Satelliten-Internet: Selenskyj dankt Elon Musk für Unterstützung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem Tech-Milliardär Elon Musk für seine Unterstützung der Ukraine gedankt. „Nächste Woche werden wir weitere Starlink-Systeme für zerstörte Städte bekommen“, schrieb Selenskyj in der Nacht zu Samstag auf Twitter. Er habe mit Musk gesprochen und bedanke sich bei ihm für dessen Unterstützung seines Landes in Worten und Taten. Die beiden hätten zudem mögliche Raumfahrtprojekte diskutiert. Darüber wolle Selenskyj aber nach dem Krieg reden.

00:30 Uhr: Weltgrößte Kreditkartenanbieter suspendieren Geschäfte in Russland

Wegen des russischen Einmarschs in die Ukraine setzen die beiden weltgrößten Kreditkartenanbieter, Visa und Mastercard, ihre Geschäfte in Russland aus. Visa werde mit Kunden und Partnern in Russland zusammenarbeiten, „um alle Visa-Transaktionen in den kommenden Tagen einzustellen“, teilte das Unternehmen am Samstag mit. Danach würden in Russland ausgestellte Karten nicht mehr im Ausland funktionieren. Kreditkarten, die von Finanzinstituten außerhalb des Landes ausgestellt wurden, könnten in Russland nicht mehr eingesetzt werden. Mastercard kündigte identische Schritte an.

oo:10 Uhr: Selenskyi ruft Ukrainer dazu auf, russische Truppen aus dem Land zu vertreiben

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Landsleute dazu aufgerufen, russische Truppen aus dem Land zu vertreiben. „Wir müssen nach draußen gehen! Wir müssen kämpfen! Wann immer sich eine Gelegenheit bietet“, sagte Selenskyj in einer weiteren Videobotschaft am Samstagabend. Die Ukrainerinnen und Ukrainer sollten wie in Cherson, Berdjansk oder Melitopol nach draußen gehen „und dieses Übel aus unseren Städten vertreiben“.

Aus den von Selenskyj genannten ukrainischen Städten gab es in den vergangenen Tagen Berichte darüber, dass sich einfache, unbewaffnete Menschen russischen Einheiten entgegen gestellt hatten.

23:55 Uhr: Klitschko-Brüder bleiben in Kiew

Die Brüder Wladimir und Vitali Klitschko wollen in der Ukraine bleiben und weiter gegen die russischen Truppen kämpfen. Es bleibe ihnen keine andere Wahl als zu kämpfen, sagte Vitali Klitschko, der Bürgermeister von Kiew, in einem gemeinsamen Interview mit seinem Bruder der Welt am Sonntag. Für ihn wäre es „richtig peinlich“, wenn er als gewählter Bürgermeister jetzt sein Land verlassen würde. „Wenn ich ginge, wäre das Verrat und ich könnte niemals mehr in den Spiegel sehen. Wir bleiben hier.“

Nach Einschätzung der Box-Legenden ist der Widerstandswille der ukrainischen Soldaten und Zivilisten ungebrochen. „Es ist berührend zu erleben, wie sehr unsere Leute für ihr Recht kämpfen“, sagte Vitali Klitschko. Beide Brüder erklärten, dass sie in Kiew bleiben und sich Rückendeckung geben würden. „Es geht nicht nur um die Ukraine, sondern auch um den Frieden in der Welt“, so Wladimir Klitschko. „Wenn eines von unseren Atomkraftwerken explodiert, kann das das Ende von Europa sein.“

23:10 Uhr: Zehntausende protestieren gegen Russlands Krieg in der Ukraine

In zahlreichen europäischen Städten sind am Sonnabend zehntausende Menschen gegen Russlands Krieg in der Ukraine auf die Straßen gegangen. In Paris und Zagreb kamen mehrere tausend Menschen zusammen, aus Hamburg und Zürich wurden jeweils zehntausende Demonstranten gemeldet, und in Rom nahmen Tausende an einem Friedenszug teil. Auch außerhalb Europas wurde demonstriert: In der US-Ostküstenmetropole New York gingen tausende Menschen auf die Straße.

22:30 Uhr: Ukrainischer Außenminister fordert mehr Waffen

Ukrainische Truppen haben mit den von Verbündeten gelieferten Waffen nach Angaben von Außenminister Dmytro Kuleba zahlreiche russische Panzerfahrzeuge und anderes Kriegsgerät zerstört. „Gerade heute haben wir drei russische Kampfflugzeuge, die unsere Städte bombardiert haben, mit Hilfe von „Stingern“ abgeschossen“, sagte Kuleba am Samstag bei einem Treffen mit US-Außenminister Antony Blinken an einem Grenzübergang zu Polen. Die USA, aber auch Deutschland haben der Ukraine Panzerabwehrwaffen und Boden-Luft-Raketen vom Typ „Stinger“ geliefert.

Kuleba betonte, die Ukraine benötige weitere militärische Unterstützung etwa in Form von Kampfjets oder von Luftabwehrsystemen. Seine Botschaft sei einfach: „Die Ukraine wird diesen Krieg so oder so gewinnen, denn es ist der Krieg des Volkes um sein Land, und wir verteidigen die richtige Sache. Die Frage ist nur der Preis, der Preis für unseren Sieg.“ Wenn die Verbündeten die Ukraine weiterhin mit Waffen versorgten, „wird der Preis niedriger sein“. Blinken sagte, die Unterstützung für die Ukraine werde nicht nur fortgesetzt - „sie wird zunehmen“.

20:45 Uhr: Kiew: Mehr als 100.000 Menschen in ukrainischen Freiwilligen-Bataillonen 

Seit Ausbruch des Krieges gegen Russland haben sich nach Angaben aus Kiew mehr als 100.000 Menschen der ukrainischen Territorialverteidigung angeschlossen. Das sagte Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar am Sonnabend nach Angaben der Agentur Unian. Unabhängig überprüfen ließ sich diese Zahl zunächst nicht.

Die Freiwilligen-Bataillone sollten auch nach dem Ende des Kriegs nicht aufgelöst, sondern in die ukrainischen Verteidigungsstrukturen integriert werden, sagte Maljar.

20:15 Uhr: Berliner Senat plant mehr Angebote für unbegleitete Minderjährige und Waisenkinder aus der Ukraine

Der Berliner Senat will die Kapazitäten für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ausbauen. Das teilte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am Samstag mit. Zugleich bereite man sich darauf vor, Angebote für ukrainische Waisenkinder für längere Zeit vorzuhalten.

Derzeit gebe es in Berlin bereits rund 100 Plätze, an denen unbegleitete Minderjährige ankämen und „engmaschig sozialpädagogisch betreut“ würden, hieß es. Hinzu kämen zwei Clearing-Einrichtungen mit 40 Plätzen.

19:15 Uhr: Dritte Runde - Ukraine und Russland verhandeln am Montag

Eine dritte Runde der Gespräche zwischen der Ukraine und Russland soll nach Angaben eines Mitglieds der ukrainischen Delegation am Montag stattfinden. „Die dritte Runde der Verhandlungen wird am Montag stattfinden“, erklärte der Parlamentsvorsitzende der ukrainischen Regierungspartei Diener des Volkes, David Arachamia, am Sonnabend bei Facebook.

Bei der zweiten Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine und Russland hatten sich beide Seiten am Donnerstag auf die Schaffung humanitärer Korridore verständigt, um Zivilisten aus Kampfgebieten herausholen zu können. Eine von Kiew geforderte Feuerpause wurde von den Unterhändlern Moskaus abgelehnt.

18:35 Uhr: Israels Regierungschef Bennett spricht in Moskau mit Präsident Putin 

Der israelische Regierungschef Naftali Bennett ist als Vermittler im Ukraine-Konflikt zu einem Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin nach Moskau gereist und traf sich am Sonnabend einem Gespräch mit Putin. Das bestätigte ein Sprecher Bennetts.„Ministerpräsident Naftali Bennett hat soeben ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml beendet. Das Treffen dauerte etwa zweieinhalb Stunden“, hieß es in der Erklärung aus Jerusalem. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte laut russischen Nachrichtenagenturen, Putin und Bennett hätten die „Lage in der Ukraine“ erörtert. Israel unterhält gute Beziehungen sowohl zur Ukraine als auch zu Russland.

Anschließend reiste Bennett weiter nach Deutschland zu einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).

17:30 Uhr: Laut UN flohen bisher 1,3 Millionen Menschen aus der Ukraine

Bis zu 225.000 Kriegsvertriebene aus der Ukraine könnten nach Einschätzung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Deutschland Schutz suchen. Das geht Medienberichten vom Wochenende zufolge aus einem internen Papier der Bundesregierung hervor. Laut den Vereinten Nationen flohen bislang mehr als 1,3 Millionen Menschen aus der Ukraine, 756.000 von ihnen wurden bislang von Polen aufgenommen. Nach UN-Schätzungen könnten insgesamt vier Millionen Menschen das Land verlassen wollen.

Die Bundespolizei registrierte bis Samstag 27.491 nach Deutschland eingereiste Kriegsflüchtlinge, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mitteilte. Da keine Grenzkontrollen stattfinden, könne die Zahl tatsächlich bereits wesentlich höher sein.

16:45 Uhr: Tausende demonstrieren in Deutschland gegen Putins Krieg in der Ukraine

In vielen deutschen Städten sind am Sonnabend erneut Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den Krieg und für Frieden in der Ukraine zu demonstrieren. In Hamburg zogen Demonstranten mit Ukraine und EU-Flaggen durch die Innenstadt, um ein Zeichen für Solidarität mit dem Land zu setzen. Darunter waren Menschen unterschiedlicher Generationen, auch Kinder und Familien. Auf Plakaten war unter anderem „Stop Putin stop war“ oder „Frieden schaffen“ zu lesen. Nach Polizeia kamen bis zu 30.000 Menschen.

In München forderten laut Polizei rund 2000 Menschen mit einer Menschenkette vom ukrainischen zum russischen Konsulat ein Kriegsende. Demos gab es auch in Osnabrück und Düsseldorf.

16:25 Uhr: Schriftsteller Wladimir Kaminer  würde am liebsten die Zeit zurückdrehen

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer (54) denkt mit Wehmut an die Zeit noch vor ein paar Wochen zurück. „Wie gern würde ich die Zeit zurückdrehen, damit alles wieder so wäre wie früher“, schrieb Kaminer am Sonnabend bei Facebook.

„In den Talkshows saßen nicht die Bundeswehrgeneräle und Atomraketenexperten, sondern Virologen. Hallo, Virologen! Kehrt bitte zurück! Wir wollen besser über Viren, nicht über Atomraketen aufgeklärt werden.“

Aber die Welt habe sich rasant verändert. Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine würden die Nachrichten immer skurriler, schrieb Kaminer mit Blick auf die Gerüchteküche und immer neue Boykott-Aktionen.

Seine Beobachtung: „Hier in Berlin helfen die Menschen aller Nationalitäten, die vom Krieg Geflüchteten einzuquartieren, humanitäre Güter zu sammeln und zu transportieren. Deutsche, Russen, Ukrainer, alle fassen mit an und werden nicht nach ihrem Pass gefragt.“ Der Bestsellerautor („Russendisko“) wurde in Moskau geboren und lebt seit langem in Berlin.

14:46 Uhr: Aeroflot stoppt internationale Flüge wegen Sanktionen

Ein Passagierflieger der russischen Luftfahrtlinie Aeroflot. Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die russische Fluggesellschaft Aeroflot setzt wegen der drastischen westlichen Sanktionen alle internationalen Flüge aus. Das Unternehmen teilte am Samstag mit, Flüge ins Ausland würden am Abend gestoppt. Flüge nach Russland soll es demnach ab Dienstag vorerst nicht mehr geben. Inlandsflüge und Verbindungen mit Belarus seien nicht betroffen.

Aeroflot begründete den Schritt mit „Umständen, die den Flugbetrieb beeinträchtigen“. Russlands Flugaufsichtsbehörde teilte ihrerseits mit, sie habe russischen Airlines, die im Ausland geleaste Flugzeuge betreiben, „empfohlen“, Auslandsflüge zu vermeiden. Damir solle eine Beschlagnahmung der Maschinen aufgrund der westlichen Sanktionen verhindert werden. Die Empfehlung sei die „Konsequenz des sehr hohen Risikos eines Startverbots oder einer Beschlagnahme der Flugzeuge russischer Unternehmen im Ausland“.

14:34 Uhr: Schon 1,37 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen

Wegen des Krieges in der Ukraine sind nach Angaben der Vereinten Nationen bislang mehr als 1,3 Millionen Menschen aus dem Land geflohen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sprach am Samstag auf seiner Internetseite von mindestens 1,36 Millionen Flüchtlingen, das sind fast 160.000 mehr als noch am Freitag. Demnach dürfte die Zahl der täglich außer Landes Flüchtenden angesichts sich intensivierender Kämpfe weiter steigen.

„Wenn es nicht ein sofortiges Ende des Konfliktes gibt, werden Millionen weitere Menschen wahrscheinlich gezwungen sein zu fliehen“, erklärte das UNHCR am Samstag auf Twitter. Nach UN-Schätzungen könnten insgesamt vier Millionen Menschen die Ukraine verlassen wollen. Bis zum russischen Einmarsch in die Ukraine lebten in den von der Regierung in Kiew kontrollierten Gebieten gut 37 Millionen Menschen.

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14:20 Uhr: Soyeon Schröder-Kim verteidigt Ehemann und Ex-Kanzler gegen Kritik aus SPD

Gerhard Schröder (SPD), Bundeskanzler a.D., und seine Frau Soyeon Schröder-Kim haben. Kay Nietfeld/dpa

Die Ehefrau des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) hat sich auf Instagram zur Kritik an ihrem Mann im Ukraine-Konflikt geäußert. Sie sei entsetzt, mit welcher Eilfertigkeit die SPD in der Führung, aber auch in vielen Grundorganisationen eine Kampagne gegen ihren Mann unterstütze, schrieb Soyeon Schröder-Kim am Samstag auf Instagram. „Ihr könnt sicher sein, was auch immer mein Mann tun kann, um zur Beendigung des Krieges beizutragen, wird er tun und zwar unabhängig von Ultimaten der SPD oder anderen Organisationen wie etwa dem DFB.“

Der frühere Bundeskanzler war wegen seines Festhaltens an Geschäftsbeziehungen zu Russland trotz des Ukraine-Krieges stark in die Kritik geraten. Konkret geht es um Schröders Posten bei den russischen Energieunternehmen Nord Stream 1 und 2 sowie dem Ölkonzern Rosneft, wo er Aufsichtsratschef ist.

14:00 Uhr: Flucht aus Ukraine: Polizeigewerkschaft will reguläre Grenzkontrollen

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) fordert angesichts vieler Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine reguläre Kontrollen an den deutschen Grenzen zu Polen und Tschechien. „Niemand denkt daran, Menschen abzuweisen, die über die Grenze jetzt nach Polen und dann weiter nach Deutschland einreisen. Nur nimmt die Hilfsbereitschaft Schaden, wenn wir nicht wissen, wer zu uns kommt“, schrieb der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt in einer Erklärung, die auf der Website der Polizeigewerkschaft veröffentlicht ist. Zuvor hatte die „Passauer Neue Presse“ über diese Forderung berichtet.

Wendt hatte der Zeitung gesagt, dass die Bundespolizei an den Grenzen zu Polen und Tschechien „exakt dieselben Befugnisse“ brauche wie an der Grenze zu Österreich. Zwar stehe Deutschland durch den Flüchtlingszustrom aus der Ukraine nicht vor einem Kontrollverlust, übe sich aber in einem „Kontrollverzicht“, sagte Wendt dem Zeitungsbericht zufolge. „Es besteht die Gefahr, dass wieder viele Menschen nach Deutschland kommen, ohne dass wir wissen, wer sie sind.“ Das dürfe nicht geschehen.

13:28 Uhr: Paypal klemmt Russland ab

Der Bezahldienst Paypal stoppt seine verbliebenen Dienste in Russland angesichts des Angriffskrieges in der Ukraine. Davon betroffen sind unter anderem internationale Überweisungen. Das inländische Geschäft hatte der US-Konzern bereits Mitte 2020 eingestellt. „Paypal unterstützt das ukrainische Volk und verurteilt gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft Russlands gewaltsame militärische Aggression in der Ukraine“, sagte Firmenchef Dan Schulman in einer Stellungnahme am Samstag. Das Unternehmen wird in Russland noch für eine eingeschränkte Zeit Guthaben-Abhebungen von Paypal-Konten zulassen.

13:00 Uhr: ARD und ZDF setzen Berichterstattung aus Moskau vorläufig aus

ARD und ZDF setzen nach der Verabschiedung des neuen russischen Mediengesetzes die Berichterstattung aus ihren Moskauer Studios vorläufig aus. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender prüften die Folgen des Gesetzes, teilte eine Sprecherin des Westdeutschen Rundfunks (WDR) am Samstag auf Anfrage mit. Von ihren anderen Standorten aus werden die Sender „weiterhin das Publikum umfassend über das Geschehen in Russland und der Ukraine informieren“.

13:07 Uhr Experte erwartet 10 Millionen Flüchtlinge

Migrationsforscher Gerald Knaus rechnet inzwischen damit, dass insgesamt mindestens zehn Millionen Menschen aus der Ukraine flüchten werden. Die Kriegsführung des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Tschetschenien habe dazu geführt, dass ein Viertel der Tschetschenen vertrieben worden seien. „Darauf müssen wir uns auch für die Ukraine einstellen“, sagte Knaus dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Mehr zum Flüchtlingsdrama hier:

Flüchtlingsdrama spitzt sich zu: Es werden immer mehr – Experte rechnet mit 10 Millionen vertriebenen Menschen aus der Ukraine! 

Diese Flüchtlingsfamilie hat Polen erreicht. IMAGO/NurPhoto

12:35 Uhr: Alt-Kanzler Schröder verliert Albertz-Friedenspreis

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) den Heinrich-Albertz-Friedenspreis aberkannt. Der Wohlfahrtsverband begründete die Entscheidung am Samstag in Berlin mit Schröders andauernden geschäftlichen Verbindungen nach Russland und seiner Weigerung, sich konsequent von Präsident Wladimir Putin zu distanzieren. „Das ist in keinster Weise vereinbar mit den Werten, für die der Heinrich-Albertz-Friedenspreis und die AWO einstehen“, hieß es.

Schröder hatte die Ehrung 2005 erhalten. Der Heinrich-Albertz-Friedenspreis ist die höchste Würdigung der Arbeiterwohlfahrt.

Altkanzler Gerhard Schröder. dpa/Kay Nietfeld

12:30 Uhr: Britischer Politiker: Tribunal wie Nürnberger Prozesse für Putin

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im britischen Unterhaus hat ein Tribunal nach dem Vorbild der Nürnberger Prozesse gegen Russlands Präsident Wladimir Putin und seine Gefolgschaft vorgeschlagen. Das wäre „ein Schritt weiter“ als die bisher vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag eingeleitet Untersuchung, die sich auf Kriegsverbrechen konzentriere, sagte der konservative Abgeordnete Tom Tugendhat am Samstag dem Radiosender BBC 4.

„Was wir heute in der Ukraine sehen ist nicht das Ergebnis eines einzelnen Verbrechens, sondern einer ganzen Verschwörung“, sagte Tugendhat. Putin habe Russland in eine Organisation verwandelt, die mehr an eine Gangsterbande oder eine Mafiastruktur erinnere.

12: 15 Uhr: Ukrainische Behörden: Evakuierung aus Mariupol verschoben

Die Evakuierung von Menschen aus der Hafenstadt Mariupol ist nach ukrainischen Angaben verschoben worden. Die „russische Seite“ halte sich nicht an die Waffenruhe, teilte die Stadt am Samstagmittag im Nachrichtenkanal Telegram mit. „Aus Sicherheitsgründen wird deshalb die Evakuierung verschoben.“

Derzeit liefen Verhandlungen mit Russland über eine Feuerpause und die Frage, wie ein „sicherer humanitärer Korridor gewährleistet“ werden könne. Die Stadt appellierte: „Wir bitten alle Einwohner von Mariupol, in ihre Zufluchtsorte zurückzukehren.“ Weitere Informationen zu neuen Evakuierungen sollten folgen.

11:30 Uhr: Ukrainische Behörden: 200 000 Menschen werden Mariupol verlassen

Die ukrainischen Behörden rechnen damit, dass mehr als 200 000 Menschen die Hafenstadt Mariupol in der Region Donezk während der Waffenruhe verlassen werden. Das sagte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Samstag dem ukrainischen Portal „strana.news“ zufolge. Für die Stadt Wolnowacha ging sie von 15 000 Menschen aus.

Am Samstagvormittag trat eine mehrstündige Waffenruhe in Kraft. Die Einwohner sollten die beiden Städte über humanitäre Korridore verlassen können. Zuvor hatte der Bürgermeister von Mariupol, Wadym Boitschenko, von einer Blockade der Stadt mit 440 000 Menschen und unerbittlichen russischen Angriffen gesprochen.

Nach Angaben der Stadt soll es Evakuierungen an mehreren Tagen geben. Es stünden Busse bereit, außerdem könnten Einwohner mit eigenen Autos die Stadt auf vorgeschriebenen Routen verlassen. „Nehmen Sie so viele Menschen mit wie möglich“, appellierte die Stadt. Die Evakuierung sei keine leichte Entscheidung gewesen, sagte Boitschenko.

11:06 Uhr: Jamala-Auftritt rührt TV-Zuschauer zu Tränen

Mit der ukrainischen Fahne in der Hand sang Jamala beim deutschen Vorentscheid ihren Siegersong von 2016. Ihr Auftritt und ihre Worte rührten ganz TV-Deutschland zu Tränen. Auf Instagram dokumentierte die Sängerin ihre eigene Flucht aus der Kriegshölle. Mehr dazu lesen Sie hier:

Jamala: Ihr TV-Auftritt rührte ganz Deutschland zu Tränen – so entkam sie selbst der Hölle des Krieges!

09:57 Uhr: Britisches TV-Team gerät unter Beschuss

Ein Fernsehteam des britischen Senders „Sky News“ ist in der Nähe von Kiew heftig unter Beschuss geraten. Kamera-Aufnahmen zeigen unter anderem wie Reporter und Kameramann von Kugeln getroffen werden. Nur die Schutzwesten retteten ihnen Leben. Das Video mit den dramatischen Szenen finden Sie hier:

Dramatische Szenen im Video: Hier gerät ein britisches TV-Team unter Beschuss! 

09:30 Uhr: Russische Luftfahrtbehörde verlängert Flugverbote bis 14. März

Wegen des Kriegs in der Ukraine verlängern die russischen Behörden die Flugverbote im eigenen Land und auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Insgesamt elf Flughäfen im zentralen und südlichen Teil Russlands dürften bis 14. März nicht mehr angeflogen werden, teilte die Luftfahrtbehörde Rosawiazija am Samstag in Moskau mit. Betroffen sind Städte wie Rostow, Krasnodar, Kursk, Woronesch und Simferopol auf der Krim. In der bei Touristen beliebten Stadt Sotschi am Schwarzen Meer lief der Flugbetrieb offiziellen Angaben zufolge zunächst weiter.

Die russische Ostseeregion Kaliningrad werde auch weiterhin angeflogen, hieß es weiter. Dafür würden Flugrouten über neutrale Gewässer genutzt, weshalb die Flugzeit deutlich länger sei. Wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine hat etwa die EU ein Flugverbot für russische Maschinen verhängt. Moskau untersagte im Gegenzug Airlines aus diesen Ländern ebenfalls Flüge über Russland.

09:10 Uhr: Putin wird sächsischer Dankesorden aberkannt

Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wird nun doch der sächsische Dankesorden des SemperOpernballs aberkannt. Das entschied der Vorstand des ausrichtenden Ballvereins am Freitagabend in Dresden und reagierte damit offenbar auf den öffentlichen Druck. Noch zu Wochenbeginn hatte es geheißen, Putin soll den 2009 verliehenen Orden behalten. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte wegen des Angriffskrieges in der Ukraine die Aberkennung gefordert. Andernfalls wollte Hilbert aus dem Ballverein austreten.

08:10 Uhr: Russland ordnet Feuerpause für die Städte Mariupol und Wolnowacha an

Das russische Verteidigungsministerium hat eine Feuerpause für Mariupol und Wolnowacha im Osten der Ukraine angeordnet, damit Zivilisten aus den von russischen Streitkräften belagerten Städten herausgeholt werden können. Von 8.00 Uhr MEZ an sollen die Waffen schweigen und humanitäre Korridore für die Zivilisten geöffnet werden, wie das Verteidigungsministerium am Samstagmorgen in Moskau erklärte.

Die Hafenstadt Mariupol mit einer halben Million Einwohnern sowie die Kleinstadt Wolnowacha stehen seit Tagen unter dem militärischen Druck der vorrückenden russischen Armee. Der Bürgermeister von Mariupol, Wadym Boitschenko, hatte zuvor in Appellen an die Öffentlichkeit auf die dramatische Situation für die Menschen in seiner Stadt aufmerksamn gemacht.

07:30 Uhr: Britisches Fernsehteam nahe Kiew beschossen

Ein Fernsehteam des britischen Senders Sky News ist am Montag in der Nähe von Kiew unter Beschuss geraten. Wie der Korrespondent auf der Website von Sky News am Freitag berichtete, sei sein Team auf der Fahrt im Nordwesten von Kiew in der Nähe eines ukrainischen Kontrollpunkts unter schweren Beschuss aus automatischen Waffen geraten. Sowohl der Reporter als auch der Kameramann seien dabei getroffen worden, sie seien jedoch dank ihrer Schutzwesten ohne größere Verletzungen davongekommen. Später sei ihnen von ukrainischen Soldaten erklärt worden, sie seien von einem russischen Trupp beschossen worden.

06:30 Uhr: Neue Verhandlungen über Waffenstillstand

Die angekündigte dritte Verhandlungsrunde über einen Waffenstillstand soll an diesem Wochenende vermutlich wieder in Belarus stattfinden. Ein genauer Termin wurde zunächst nicht genannt. Der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow erklärte laut Agentur Tass, es gehe Moskau um Sicherheitsgarantien. Er hoffe, dass die Ukraine bei den Verhandlungen die russischen Forderungen akzeptiere. Putin hat unter anderem das Ziel ausgegeben, die ukrainische Führung abzusetzen.

5.55 Uhr: Smartphone-Marktführer Samsung stoppt Lieferungen nach Russland

Der Elektronikriese Samsung hat wegen des russischen Einmarsches in die Ukraine die Ausfuhr seiner Produkte nach Russland gestoppt. Das südkoreanische Unternehmen ist Marktführer bei Speicherchips, Smartphones und Fernsehern. „Angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen wurden die Auslieferungen nach Russland ausgesetzt“, teilte Samsung Electronics in einer am Samstag per Email verschickten Erklärung mit. Wie groß das Ausfuhrvolumen ist, ging aus der Mitteilung nicht hervor. Samsung beobachte weiter aktiv „diese komplexe Situation, um unsere nächsten Schritte zu beschließen“, hieß es.

Die Südkoreaner schließen sich damit einer Reihe von großen Tech-Unternehmen an, die ihre Lieferungen nach Russland stoppen. Dazu gehören etwa auch Apple und der Chipkonzern Intel.

05:00 Uhr: Ukraine: Russland arbeitet an Einkreisung von Kiew und Charkiw

Kiew (dpa) - Russische Truppen setzen nach ukrainischen Armeeangaben ihre Offensive gegen die Ukraine mit Luftunterstützung und dem Einsatz von Hochpräzisionswaffen fort. Die Hauptanstrengungen der russischen Seite bestünden darin, die Städte Kiew und Charkiw zu umzingeln, heißt es in einem in der Nacht zu Samstag veröffentlichten Bericht der ukrainischen Armee. Russische Truppen versuchten zudem weiter, die administrativen Grenzen der Regionen Luhansk und Donezk zu erreichen, um so einen Landkorridor von der von Russland annektierten Halbinsel Krim zu den Separatistengebieten zu schaffen.

00:25 Uhr: Russische Oligarchen-Jacht in Italien festgesetzt

Italiens Polizei hat Medienberichten zufolge im Zusammenhang mit Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs Güter russischer Oligarchen beschlagnahmt - darunter auch eine Luxusjacht. Die Guardia di Finanza habe das Boot „Lady M“ des Russen im Hafen von Imperia in der nordwestitalienischen Region Ligurien festgesetzt, berichteten die Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos in der Nacht zu Samstag übereinstimmend. Demnach hat die Jacht einen geschätzten Wert von 65 Millionen Euro. In der Toskana sei die Villa eines anderen Oligarchen konfisziert worden.

00:01 Uhr: Ukrainische ESC-Gewinnerin Jamala: Ich möchte, dass die ganze Welt von unserem Leiden hört

Die ukrainische Eurovision-Song-Contest-Gewinnerin Jamala (38) hat ihren Auftritt bei der deutschen Vorentscheidung für das ESC-Finale mit einem bewegenden Plädoyer für Frieden in ihrem Land verbunden. „Mein größter Wunsch ist, dass der Krieg aufhört“, sagte Jamala am Freitagabend in Berlin. Die Sängerin war mit ihren beiden Kindern unter dramatischen Umständen aus ihrer Heimat geflohen. Ihren Mann musste sie in der Ukraine zurücklassen.

„Ich singe heute im Namen der Kinder, ich singe heute im Namen der Frauen“, sagte die ESC-Siegerin von 2016. „Ich möchte, dass die ganze Welt unsere Stimme hört, von unseren Schmerzen und Leiden hört.“ Sie werde alles tun, was sie könne. „Ich werde schreien, damit die ganze Welt hört, dass es so nicht sein darf.“

Die ukrainische Sängerin Jamala, steht bei der Show "Germany 12 Points - der deutsche ESC-Vorentscheid" auf der Bühne und hält ein bewegendes Plädoyer für den Frieden. dpa-POOL/Britta Pedersen

23:00 Uhr: Ukrainische Internetzeitung veröffentlicht Liste mit Namen russischer Kriegsgefangener

Die ukrainische Internetzeitung Ukrajinska Prawda hat am Freitagabend eine Liste russischer Kriegsgefangener veröffentlicht. Als Quelle nennt das Medium „Gesprächspartner“ in der ukrainischen Militärstaatsanwaltschaft. Auf der „vorläufigen“, achtseitigen Liste befinden sich 116 Namen. Die meisten Inhaftierten seien 20 bis 30 Jahre alt, heißt es weiter. Sie trügen verschiedenste militärischer Ränge, vom einfachen Militärpersonal bis hin zu Zugführern, Mechanikern oder Aufklärern.

22:35 Uhr: Macron will Sicherheitsmaßnahmen für Atomanlagen in Ukraine vorschlagen

Nach dem Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja will Frankreichs Präsident Emmanuel Macron „in den nächsten Stunden“ konkrete Maßnahmen vorschlagen, um die Sicherheit der fünf ukrainischen Atomanlagen zu gewährleisten. Macron sei „äußerst besorgt“ über die Risiken, die sich aus Russlands Invasion der Ukraine für die nukleare Sicherheit ergäben, erklärte der Elysée-Palast am Freitag.

Den Angaben zufolge leiten sich Macrons Vorschläge aus den Vorgaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ab. Auf der Basis dieser Vorschläge müssten beide Seiten eine Vereinbarung treffen, um gemeinsam die „Wahrung der Sicherheit“ dieser Standorte zu gewährleisten, hieß es in der Erklärung weiter.

22:15 Uhr: Johnson warnt vor Eskalation des Krieges in der Ukraine

Der britische Premier Boris Johnson warnt vor einer Eskalation des Kriegs in der Ukraine. Russlands Präsident Wladimir Putin werde "jetzt noch härter zuschlagen, weil er keinen Weg aus der Sackgasse sieht als die Zerstörung, das In-Schutt-und-Asche-Legen von unschuldigen europäischen Städten“, sagte Johnson im Interview der Welt am Sonntag.

Johnson schloss zudem eine von der Ukraine ins Spiel gebrachte Flugverbotszone aus. „Die Logik ist, dass russische Flugzeuge abgeschossen werden. Und man sich damit in einer Logik der Konfrontation verfängt.“ Russland müsse vielmehr zur Zusammenarbeit gebracht werden.

21.40: Uhr: Nach Facebook nun auch Twitter von Russland blockiert

Nach Facebook ist nun auch der Kurznachrichtendienst Twitter blockiert in Russland. Aus den Angaben der russischen Medienaufsicht Roskomnadsor gehe hervor, dass Twitter auf dem Gebiet des Riesenreichs nicht mehr aufrufbar ist, meldete die Agentur Interfax am Freitag.

Nutzer von Twitter in Moskau bestätigten, dass das Netzwerk auf Mobiltelefonen nicht mehr funktionierte. Roskomnadsor hatte Twitter zuvor schon deutlich verlangsamt, weshalb es etwa schwierig gewesen war, Videos dort anzuschauen. Zuvor war bereits Facebook blockiert worden.

21:30 Uhr: UN warnt: Krieg in der Ukraine wird Hunger weltweit verschärfen

Russlands Einmarsch in die Ukraine dürfte nach UN-Angaben nicht nur zu einer Nahrungsmittelkrise in den Konfliktgebieten führen, sondern auch den Hunger weltweit weiter verschärfen. In einem Jahr, in dem die Welt bereits mit einem „noch nie dagewesenen Ausmaß an Hunger konfrontiert“ sei, sei es besonders „tragisch“, wenn der Hunger nun ausgerechnet Europas Kornkammer erreiche, erklärte der Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms (WFP), David Beasley.

Die globale Hungerkrise könnte durch „die Bomben in der Ukraine“ ein nie dagewesenes Ausmaß erreichen, sagte Beasley, der nach Angaben des WFP eine Sammelstelle im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet besuchte. Von dort aus will die UN-Organisation die Lieferung von Lebensmitteln in die Ukraine unterstützen. Laut WFP leiden Kiew und Charkiw bereits unter „schwerer Wasser- und Lebensmittelknappheit“. Russland und die Ukraine haben einen Anteil von rund 29 Prozent am weltweiten Weizenhandel.

21:10 Uhr: Putin droht mit Haftstrafen für "Falschinformation" über die russischen Truppen in der Ukraine

Der russische Präsident Wladimir Putin hat mehrere Gesetze zur weiteren Einschränkung der freien Meinungsäußerung in dem Land unterzeichnet. Mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden kann nach einem am Freitag im Parlament verabschiedeten Gesetz, wer „Falschinformation“ über die aktuell im Krieg in der Ukraine kämpfenden russischen Streitkräfte verbreitet.

Nach einem weiteren Gesetz können auch Personen zur Verantwortung gezogen werden, die öffentlich die russische Armee „verunglimpfen“. Nach Kremlangaben setzte Putin zudem ein Gesetz per Unterschrift in Kraft, das Strafen auflistet für jene, die zu Sanktionen aufrufen, die die Rechte russischer Staatsbürger einschränken.

20:14 Uhr: Josep Borrell: Russische Armee greift viele zivile Ziele an

Russlands Armee greift in der Ukraine nach Angaben des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell eine Vielzahl ziviler Ziele an. „Es sieht aus, als wollten sie die Ukraine zerstören“, sagte Borrell am Freitag nach einem Treffen der EU-Außenminister. Die Russen würden Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser und andere zivile Infrastruktur beschießen.

Neben den Ministerinnen und Ministern der 27 EU-Staaten nahmen auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sowie die Außenminister der USA, Kanadas und Großbritanniens an dem Beratungen teil. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba war Borrell zufolge aus der Ukraine zugeschaltet.

19:31 Uhr: Facebook in Russland blockiert

Die Medienaufsicht in Moskau hat das soziale Netzwerk Facebook in Russland blockiert. Es handele sich um eine Reaktion auf die Abschaltung mehrerer russischer Medien-Seiten bei Facebook, teilte die Behörde Roskomnadsor am Freitag in Moskau mit. Zuvor waren bereits mehrere unabhängige Medien abgeschaltet oder blockiert worden.

Vor einer Woche hatte dieselbe die Verlangsamung Facebooks bekannt gegeben. Seit Oktober 2020 seien insgesamt „26 Fälle von Diskriminierung russischer Medien und Informationsangebote durch Facebook“ registriert worden, hieß es. In den vergangenen Tagen habe Facebook unter anderem den Zugang zu den Seiten des russischen Militär-Fernsehsenders Swesda, der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti und des staatlichen TV-Senders RT eingeschränkt.

18:47 Uhr: Russland behauptet: Ukrainer haben Feuer in Atomkraftwerk selbst gelegt

Russland hat angeblichen ukrainischen Saboteuren die Schuld an Feuer nach Kämpfen um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja gegeben. Nach Darstellung des russischen UN-Botschafters Wassili Nebensja sei eine russische Einheit von einer „ukrainischen Sabotagegruppe“ von einem Trainingskomplex auf dem Gelände des Atomkraftwerkes aus angegriffen worden. Die russischen Soldaten hätten die Schüsse erwidert. „Als die ukrainische Sabotagegruppe die Ausbildungsstätte verließ, steckte sie sie in Brand“, sagte Nebensja am Freitag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates in New York.

Nach ukrainischer Darstellung waren russische Truppen für den Brand verantwortlich. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach am Freitag von einem gezielten Beschuss der Reaktorblöcke durch russische Panzer.

18:08 Uhr: Kiew will internationalen Vermittler für Gespräche mit Moskau

Die Ukraine hat für ihre Gespräche mit Russland über ein Ende der Kampfhandlungen internationale Vermittlung gefordert. „Wir vertrauen der Russischen Föderation überhaupt nicht, deshalb wollen wir einen verantwortungsbewussten internationalen Vermittler haben“, sagte der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am Freitag. Die ukrainische Seite werde allen juristischen Formalien Folge leisten und alle russischen Verstöße festhalten. Podoljak bestätigte Angaben, dass an diesem Wochenende eine dritte Verhandlungsrunde geplant sei.

Die Gespräche würden vermutlich erneut in Belarus stattfinden, weil die russische Seite andere Vermittlerstaaten ablehne. Später seien andere Länder wie die Türkei, Ungarn oder Polen als Ausrichter denkbar, sagte Podoljak. Er kritisierte erneut die Rolle des nördlichen Nachbarlandes: „Belarus wird als Sprungbrett für Attacken auf unsere Städte genutzt.“ Russische Truppen hatten Belarus als Aufmarschgebiet genutzt und feuerten von dort Raketen auf die Ukraine ab.

Podoljak betonte, dass die Ukraine harte russische Forderungen nicht erfüllen werde. Russland könne mit der Ukraine nicht aus einer Position der Stärke heraus sprechen, sagte Podoljak mit Bezug auf Verluste der russischen Streitkräfte.

Die Gespräche verliefen zwar überraschend konstruktiv. Allerdings gebe es bisher kein abschließendes Dokument über die Verhandlungen. Russland habe Selenskyj und die Ukraine unterschätzt und seine eigenen Möglichkeiten überschätzt, sagte Podoljak.

16:45 Uhr: Bundeskanzler Scholz telefoniert mit Putin

Bundeskanzler Olaf Scholz hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem einstündigen Telefonat zur sofortigen Einstellung aller Kampfhandlungen in der Ukraine aufgefordert. Außerdem verlangte der SPD-Politiker, Zugang für humanitäre Hilfe in den umkämpften Gebieten zuzulassen.

Putin hat Angaben des Kreml zufolge in dem Telefonat Dialogbereitschaft signalisiert - zugleich aber auf die Erfüllung russischer Forderungen gepocht. Russland sei offen für Gespräche mit der ukrainischen Seite und allen, die Frieden in der Ukraine wollten. „Allerdings unter der Voraussetzung, dass alle russischen Forderungen erfüllt werden.“

Demnach geht es um „Demilitarisierung“ und „Denazifizierung“ sowie einen neutralen und nicht-nuklearen Status der Ukraine. Außerdem fordert Moskau die Anerkennung der 2014 annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Territorium und eine Souveränität der Separatistengebiete Luhansk und Donezk in ihren administrativen Grenzen.

16:41 Uhr: Nato wirft Russland Einsatz von Streubomben vor

Bei ihrem Vormarsch in der Ukraine setzt die russische Armee nach Angaben der Nato Streubomben ein und verletzt damit das Völkerrecht. „Wir haben den Einsatz von Streubomben registriert“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Freitag. Zudem gebe es Berichte „über den Einsatz anderer Arten von Waffen, die gegen das Völkerrecht verstoßen“.

Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) verurteilte den Einsatz von Streubomben. Die russischen Streitkräfte setzten diese Waffe „am 28. Februar in mindestens drei Wohnvierteln von Charkiw ein“, erklärte die Organisation am Freitag.

Streubomben bestehen aus einem Behälter ähnlich einer Granate, in dem sich kleinere explosive Geschosse befinden, die sogenannte Submunition. Bei Streumunition explodiert ein erheblicher Teil der Ladung nicht sofort, sondern stellt als Blindgänger im Boden noch über lange Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung dar. Ihr Einsatz ist durch das Osloer Übereinkommen von 2008 verboten, das Moskau jedoch nicht unterzeichnet hat.

16:01 Uhr: US-Senator fordert Russen zur Ermordung Putins auf

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham hat Russen zur Ermordung des russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgerufen. „Irgendwer in Russland“ müsse jetzt aktiv werden „und diesen Typen aus dem Weg schaffen“, sagte der Republikaner am Donnerstag (Ortszeit) im Sender Fox News. In einer Reihe von Tweets spann er den Gedanken anschließend weiter: „Die Einzigen, die das in Ordnung bringen können, sind die Russen“, schrieb er dort. „Gibt es einen Brutus in Russland?“

Oder möglicherweise gebe es in den Reihen des russischen Militärs einen „effizienteren Oberst Stauffenberg“, schrieb Graham in Anspielung auf den Hitler-Attentäter. „Sie würden Ihrem Land und dem Rest der Welt einen großen Dienst erweisen“, ergänzte er.

15:56 Uhr: Microsoft stellt Verkauf in Russland ein

Nach einer Reihe anderer westlicher Konzerne stellt auch der US-Software-Riese Microsoft den Verkauf seiner Produkte und Dienstleistungen in Russland bis auf Weiteres ein. „Wie der Rest der Welt sind wir entsetzt, wütend und traurig über die Bilder und Nachrichten, die vom Krieg in der Ukraine kommen“, erklärte Microsoft-Präsident Brad Smith am Freitag. „Wir verurteilen diese ungerechtfertigte, unprovozierte und illegale Invasion durch Russland.“

Microsoft arbeite enge mit den Regierungen in den USA, in der EU und in Großbritannien zusammen, „und wir stoppen viele Aspekte unseres Geschäfts in Russland gemäß der Sanktionsentscheidungen der Regierungen“, erklärte Smith weiter. Der Konzern unterstütze zudem die Ukraine beim Schutz vor russischen Cyberattacken.

15:45 Uhr: Widerstand wächst: Wie eng wird es für Russlands Präsident Putin?

Sabotage und schlechte Moral in russischen Kampfeinheiten in der Ukraine, ein offener Protestbrief von 7000 russischen Wissenschaftlern gegen die Invasion und nun sogar Widerstand aus Geheimdienst-Kreisen: Wie eng wird es noch für Russlands Präsident Wladimir Putin? >>>

15:05 Uhr: Türkei verteidigt Offenhaltung ihres Luftraums für russische Flieger

Der türkische Außenminister hat die Offenhaltung des Luftraums für russische Flugzeuge verteidigt. Der offene Luftraum der Türkei sei von strategischer und humanitärer Bedeutung, sagte Mevlüt Cavusoglu am Freitag in Brüssel. Er begründete das etwa damit, dass Menschen aus Russland so noch in europäische Länder gelangen könnten und anders herum. Anders als Ankara haben die USA, Kanada, Großbritannien, die Schweiz und die Europäische Union ihren Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt. Russland lässt im Gegenzug Maschinen aus den jeweiligen Ländern ebenfalls nicht mehr in den seinen Luftraum.

Die Türkei hat sich seit Beginn des Ukraine-Krieges zwar deutlich gegen das Vorgehen Russlands positioniert, konkrete Maßnahmen zum Nachteil Moskaus aber größtenteils unterlassen und auch Abstand von Sanktionen genommen.

Das Nato-Mitglied Türkei unterhält sowohl enge Beziehungen zur Ukraine als auch zu Russland und hat im Zuge des Krieges nun wiederholt betont, keinen der beiden Partner aufgeben zu wollen.

15:00 Uhr: Nato lehnt von Ukraine geforderte Flugverbotszone ab

Die Nato hat die Forderung der Ukraine nach einer Flugverbotszone zurückgewiesen. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte am Freitag nach einem Sondertreffen der Außenminister in Brüssel, das Bündnis verstehe die „Verzweiflung“ der ukrainischen Regierung. Wenn sich die Nato aber direkt militärisch in den Konflikt mit Russland einmische, würden zahlreiche weitere Länder in Europa in den Krieg hineingezogen.

Um eine Flugverbotszone zu kontrollieren, müssten Kampfflugzeuge der Nato über der Ukraine „russische Flugzeuge abschießen“, sagte Stoltenberg. „Wenn wir das täten, wäre ein umfassender Krieg in Europa die Folge, der viel mehr Länder einschließen und noch mehr menschliches Leid verursachen würde“, betonte der Norweger.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba äußerte sich auf Twitter enttäuscht über die Nato-Entscheidung. „Handeln Sie jetzt, bevor es zu spät ist“, schrieb er nach den Bündnisberatungen, an denen er virtuell teilgenommen hatte. „Lassen Sie nicht zu, dass Putin die Ukraine in Syrien verwandelt.“

14:52 Uhr: Frankreich setzt wegen Russland-Sanktionen fünf Schiffe fest

Französische Behörden haben im Zusammenhang mit den EU-Sanktionen gegen russische Oligarchen oder Personen aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin bislang vier Handelsschiffe und eine Jacht festgesetzt oder beschlagnahmt. Das berichtete am Freitag die französische Tageszeitung „Le Monde“ unter Berufung auf das Pariser Finanzministerium.

Darunter ist demnach die Jacht Amore Vero, die nach früheren Angaben des Ministeriums über eine Aktiengesellschaft dem engen Putin-Vertrauten und Chef des Staatskonzerns Rosneft, Igor Setschin, zugeordnet worden war. Das Boot war in der Nacht zu Donnerstag beschlagnahmt worden. Auch eins der Handelsschiffe sei beschlagnahmt worden, hieß es in dem Bericht. Die anderen drei Frachter seien lediglich festgesetzt worden.

13:30 Uhr: Kreml ruft wegen Protesten gegen den Krieg zur Unterstützung Putins auf

Der Kreml hat die russische Bevölkerung angesichts der Proteste gegen den Ukraine-Krieg auch im eigenen Land aufgerufen, sich hinter Präsident Wladimir Putin zu vereinen. „Jetzt ist nicht die Zeit, um gespalten zu sein“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau. „Jetzt ist es an der Zeit, sich zu vereinen. Und sich hinter unserem Präsidenten zu versammeln.“

Peskow reagierte damit auf Aufrufe von Persönlichkeiten aus russischer Kultur und Wissenschaft, die sich gegen den Krieg in der Ukraine richteten. Zudem protestieren immer wieder Menschen gegen den Einmarsch, obwohl ihnen harte Strafen drohen.

12:12 Uhr: Ukraine bittet Deutschland um Lieferung schwerer Waffen

Die Ukraine hat die Bundesregierung dringend um die Lieferung schwerer Waffen für den Kampf gegen die russischen Truppen gebeten. In einer auf Donnerstag datierten Verbalnote an das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium nennt die ukrainische Botschaft unter anderem Kampfpanzer, U-Boote und Kampfhubschrauber. „Es drohen weitere Angriffe vor allem auf die Zivilbevölkerung in nie da gewesenem Ausmaß“, warnt die Botschaft in dem Schreiben. „Diese katastrophale Kriegslage sollte die Bundesregierung sehr ernst nehmen.“

Die Bundesregierung müsse der Ukraine deshalb durch Waffenlieferungen ermöglichen, von ihrem in Artikel 51 der UN-Charta verbrieften Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch zu machen.

12:00 Uhr: Zwei Verletzte in ukrainischem AKW – Sicherheitssysteme intakt

Ein helles aufflackerndes Objekt landet auf dem Gelände des Kernkraftwerk Saporischschja, löst einen Brand in Europas größtem Kernkraftwerk aus. dpa

Im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sind zwei ukrainische Sicherheitsmitarbeiter verletzt worden. Das berichtete der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Freitag in Wien, nachdem laut ukrainischen Angaben ein Ausbildungsgebäude des AKWs Feuer gefangen hatte. Wodurch die zwei Personen verletzt wurden, sagte Grossi nicht. Die IAEA stehe in ständigem Kontakt mit dem AKW und mit ukrainischen Behörden. „Es ist mir wichtig zu berichten, dass alle Sicherheitssysteme der sechs Reaktoren in dem Kraftwerk in keiner Weise beeinträchtigt sind. Es wurde kein radioaktives Material freigesetzt“, sagte Grossi bei einer Pressekonferenz.

Derzeit sei nur einer der sechs Reaktorblöcke in Betrieb. Die anderen seien abgeschaltet worden oder wegen routinemäßigen Wartungsarbeiten außer Betrieb. Bei dem im AKW-Gelände gelagerten abgebrannten Nuklearbrennstoff seien keine Probleme aufgetreten.

11.15 Uhr: Ukraine vereitelt drei Anschläge auf Selenskyj - mit Infos vom russischen Geheimdienst!

Offenbar gibt es innerhalb des russischen Geheimdienstes FSB Kreise, die sich offen gegen den von Russlands Präsident Wladimir Putin betriebenen Ukraine-Krieg stellen. Die britische Times berichtet nun von Lecks, durch die FSB-Geheiminformationen direkt an die Ukraine gespielt wurden. Diese hätten dazu geführt, dass drei Anschlags-Versuche gegen den ukrainischen Präsident Selensyj vereitelt werden konnten. Beteiligt waren an den gescheiterten Attentaten demnach Söldner der von Russland geführten paramilitärischen Wagner-Gruppe sowie tschetschenische Kämpfer.

10:54 Uhr: Scholz widerspricht Merz: Kein NATO-Einsatz in der Ukraine

Bundeskanzler Olaf Scholz hat Überlegungen von CDU-Chef Friedrich Merz eine Absage erteilt, die NATO notfalls in den Ukraine-Krieg zu involvieren. Es werde „in keinster Weise“ einen Militäreinsatz geben, so Scholz bei einem Besuch der Bundeswehr in Brandenburg.

10:54 Uhr: Angst um Flugzeuge! Russische Airline S7 streicht internationale Verbindungen

Wohl aus Angst vor einer Beschlagnahmung ihrer Maschinen stellt die russische Fluglinie S7 ihre internationalen Verbindungen ein. Von diesem Samstag an gebe es keine Flüge mehr ins Ausland, teilte die Airline am Freitag mit. Russische Passagiere, die derzeit im Ausland weilen, sollen aber auch mit Hilfe von Partnern noch zurückgeholt werden. Wer nun nicht mehr fliegen kann, erhält demnach sein Geld zurück. Erst am Vorabend hatte S7 mitgeteilt, die Airline reduziere die internationalen Verbindungen, halte aber grundsätzlich an Flügen ins Ausland fest.

Am Freitag sagte S7 dann mehrere internationale Flüge ab. Betroffen waren Verbindungen nach Ägypten, in den Kaukasus sowie nach Zentral- und Ostasien - obwohl dort anders als in der EU und Nordamerika kein Flugverbot für russische Flugzeuge wegen des Ukraine-Kriegs gilt. Zuvor waren mindestens zwei Fälle bekannt geworden, in denen russische Passagiermaschinen festgehalten wurden: eine Boeing 737 der Billig-Airline Pobeda in Istanbul sowie eine Boeing 777 von Nordwind in Mexiko.

10:44 Uhr: Börsenschock! Russischer Internetriese Yandex warnt vor eigener Pleite

Der in Russland dominierende Internetkonzern Yandex warnt vor seiner Pleite. Grund ist der Ausschluss vom Handel an der US-Technikbörse Nasdaq, wie Yandex am Donnerstag in den USA mitteilte. Sollte dieser Ausschluss länger als fünf Handelstage andauern, könnten bestimmte Gläubiger ihr Geld samt Zinsen einfordern - Yandex habe aber nicht genug Rücklagen, sie voll auszuzahlen.

Die Nasdaq und die New York Stock Exchange hatten am Montag den Handel mit Aktien russischer Unternehmen ausgesetzt. Damit die Aktien wieder aufgenommen werden, müssen die Unternehmen angeben, welche Folgen die Sanktionen für sie haben, die wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine verhängt wurden. Yandex, dessen Sitz formell in den Niederlanden liegt, erklärte, es sei zwar nicht unmittelbar von Sanktionen betroffen und könne seine geschäftlichen Aktivitäten daher auch fortführen. Yandex betreibt unter anderem die in Russland führende gleichnamige Suchmaschine.

10:37 Uhr: Auschwitz Komitee: Putins Kriegsbegründung „zynische Lüge“

Holocaust-Überlebende bezeichnen die Kriegsbegründungen von Wladimir Putin als „zynische und tückische Lüge“. „Der Putinsche Überfall auf die Ukraine löst bei Überlebenden des Holocaust Abscheu und Entsetzen aus“, sagte der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Freitag). Besonders empört seien sie darüber, dass der russische Präsident die Begriffe „Völkermord“ und „Entnazifizierung“ zur Begründung heranziehe. Seine Worte missbrauchten die Überlebenden des Holocaust und die Menschen, die als sowjetische Kriegsgefangene in deutschen Konzentrationslagern gelitten hätten.

10:33 Uhr: RT DE reicht Eilantrag gegen deutsches Sendeverbot ein

Das deutschsprachige Fernsehprogramm RT DE, das vom russischen Staat finanziert wird, hat beim Verwaltungsgericht Berlin auch einen Eilantrag gegen das Sendeverbot in Deutschland eingereicht. Der Antrag sei am Donnerstag eingegangen, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin. Vor drei Wochen hatte RT DE bereits eine Klage gegen die Untersagung durch die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) eingereicht. Der Eilantrag allein setzt die Vollziehbarkeit des MABB-Bescheides nicht aus, das Gericht kann auf den Antrag hin aber eine aufschiebende Wirkung der Klage feststellen. Wann eine Entscheidung fällt, sei derzeit nicht absehbar, sagte der Sprecher.

10:25 Uhr: NATO-Generalsekretär: AKW-Angriff zeigt Rücksichtslosigkeit - Merz bringt Intervention ins Spiel

Beendet das westliche Verteidigungsbündnis die Zurückhaltung angesichts der russischen Invasion in die Ukraine? Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat das Vorrücken russischer Truppen zu Europas größtem Atomkraftwerk scharf verurteilt. Die Berichte über den Angriff auf die Kernkraftanlage nahe der ukrainischen Großstadt Saporischschja zeigten die Rücksichtslosigkeit, mit der der Krieg geführt werde und wie wichtig es sei, ihn zu beenden, sagte Stoltenberg am Freitag am Rande eines Sondertreffens der Außenminister der Bündnisstaaten in Brüssel. Russland müsse all seine Truppen zurückziehen und sich diplomatisch engagieren. CDU-Chef Merz hat am Freitagmorgen eine NATO-Intervention angesichts des russischen Angriffs auf das ukrainische AKW ins Spiel gebracht. >>>

9:22 Uhr: Russische Truppen kreisen weiter Kiew ein

Russische Truppen setzen nach ukrainischen Armeeangaben ihren Vormarsch auf die Hauptstadt Kiew fort. „Die Hauptanstrengungen der Besatzer konzentrieren sich auf die Einkreisung Kiews“, heißt es im Morgenbericht der ukrainischen Armee.

Es wurden zunächst keine Angaben zu Kämpfen rund um die Millionenstadt gemacht. Die Stadt löste seit Mitternacht mehrfach Luftalarm aus. Die Bewohner sollten sich in Luftschutzbunker in Sicherheit bringen.#

9:20 Uhr: Zwei Drittel der Deutschen für EU-Beitritt der Ukraine

Gut sechs von zehn Deutschen meinen, die Ukraine sollte langfristig in die Europäische Union aufgenommen werden. In einer repräsentativen Umfrage für den ARD-„Deutschlandtrend“ stimmten 63 Prozent dieser Aussage zu, wie der WDR am Donnerstagabend in Köln mitteilte. Ein Viertel (26 Prozent) zeigte sich zurückhaltend gegenüber der Forderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für einen sofortigen EU-Beitritt seines Landes. Für die Umfrage hatte das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap 1.320 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger von Montag bis Mittwoch befragt.

9:17 Uhr: Vitali und Wladimir Klitschko bitten Deutschland um Solidarität

Die Brüder Vitali und Wladimir Klitschko rufen Deutschland und die Welt eindringlich dazu auf, die Ukraine zu unterstützen. „Bleiben Sie bitte mit uns“, sagte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko in einem am Freitag ausgestrahlten Interview mit dem ARD-„Morgenmagazin“. „Wir kämpfen auch für deutsche Werte.“

Grund für den Krieg sei, „dass wir ein Teil der europäischen Familie sein wollen und das passt nicht in Putins Vision“, sagte Vitali Klitschko weiter. Auch sein Bruder Wladimir appellierte im Interview mit der ARD an die Welt, zusammenzurücken und die Zusammenarbeit mit Russland zu stoppen, „um zu zeigen, dass man gegen den Krieg ist und die Ukraine unterstützt.“

Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko. Efrem Lukatsky/AP/dpa

9:05 Uhr: Ministerpräsident Hans für weitere Waffenlieferungen an die Ukraine

Der Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans, hat weitere militärische Hilfen für die Ukraine gefordert. Letztlich gehe es auch um den Frieden in Deutschland und der EU, sagte der CDU-Politiker am Freitag im „Frühstart“ von RTL/n-tv. „Die Ukraine braucht unsere Unterstützung, sie braucht weiterhin Waffenlieferungen.“

8:44 Uhr: Bis zu 15 Jahre Haft für „Fake News“ über russische Armee

Angesichts des Ukraine-Kriegs will Russland die Verbreitung angeblicher Falschinformationen über die russischen Streitkräfte mit drastischen Strafen belegen. Das Parlament stimmte am Freitag in Moskau für eine entsprechende Gesetzesänderung. Es drohen demnach hohe Geldstrafen und bis zu 15 Jahre Haft.

8:28 Uhr: Russland schränkt Zugang zu Websites von Deutsche Welle und drei weiteren Medien ein

Die russischen Behörden haben den Zugang zu den Websites der Deutschen Welle und weiterer unabhängiger Medien nach eigenen Angaben „eingeschränkt“. Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor teilte am Freitag mit, von dem Schritt seien neben dem deutschen Auslandssender auch die Websites des britischen Rundfunksenders BBC, der in Lettland ansässigen russisch- und englischsprachigen Nachrichtenwebsite Medusa und von Swoboda betroffen.

8:21 Uhr: Russische Truppen auf dem Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja

Die russische Armee hat nach Angaben Kiews das Gelände des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja besetzt. „Das Betriebspersonal kontrolliert die Energieblöcke und gewährleistet deren Betrieb“, teilte die ukrainische Atomaufsichtsbehörde am Freitag mit. Die russischen Streitkräfte hatten die Anlage in der Nacht angegriffen und dort einen Brand ausgelöst.

8:11 Uhr: Völkerrechtler: Gezielter Angriff auf Kernkraftwerk Kriegsverbrechen

Ein gezielter russischer Angriff auf ein ukrainisches Atomkraftwerk wäre nach Einschätzung des Völkerrechtlers Claus Kreß als Kriegsverbrechen einzuordnen. „Ein gezielter Angriff auf ein zivil genutztes Kernkraftwerk, ja, das wäre ein Kriegsverbrechen“, sagte der Kölner Wissenschaftler am Freitag im Deutschlandfunk. Ein solcher Fall fiele in die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Kreß berät dort Chefankläger Karim Khan, der offizielle Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in der von Russland angegriffenen Ukraine eingeleitet hat.

7:18 Uhr: Ukrainische Botschaft bittet um deutsche Kampfpanzer und U-Boote

Die ukrainische Botschaft in Berlin bittet die Bundesregierung um Lieferung weiterer Waffensysteme für den Kampf gegen die russischen Angreifer, darunter Kampfpanzer, U-Boote und Kampfflugzeuge. Das geht aus einer sogenannten Verbalnote der Botschaft an das Kanzleramt, das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Begründet wird die Bitte damit, dass Putin einen „Vernichtungskrieg“ gegen die Ukraine und die Ukrainer begonnen habe, in dem höchst moderne Waffensysteme eingesetzt würden - auch geächtete Waffen wie Kassettenbomben mit Streumunition.

Feuerwehrleute löschen ein Feuer in Stadtzentrum von Tschernihiw. Russland hat seine Angriffe auf belebte Städte ausgeweitet, was von Präsident Selenskyj als Terrorkampagne bezeichnet wurde. Dmytro Kumaka/AP/dpa

7:01 Uhr: Russlands Kreditrating sinkt weiter

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat Russlands Kreditwürdigkeit aufgrund der neuen westlichen Sanktionen weiter abgestuft. Die Bonitätsnote wurde angesichts gestiegener Ausfallrisiken der Anleihen von „BB+“ auf „CCC-“ gesenkt. Vergangene Woche hatte die Agentur die Bewertung in den sogenannten Ramschbereich für spekulative Anlagen abgestuft. Nun ging es weitere acht Stufen nach unten - das Rating liegt nur noch knapp über der Kategorie für Zahlungsunfähigkeit. Der russische Aktienmarkt bleibt am Freitag den fünften Tag in Folge geschlossen.

6:20 Uhr: Feuer in ukrainischem Atomkraftwerk Saporischschja laut Behörden gelöscht

Der Brand in dem ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Behördenangaben gelöscht. Das Feuer sei am Freitagmorgen um 06.20 Uhr Ortszeit (05.20 Uhr MEZ) vollständig gelöscht worden, erklärte die ukrainische Katastrophenschutzbehörde auf Facebook. Bei dem Brand sei niemand verletzt worden.

6:17 Uhr: Google stoppt Werbegeschäft in Russland

Google setzt sein Anzeigengeschäft in Russland nach dem Angriff auf die Ukraine bis auf Weiteres aus. Betroffen sei Werbung sowohl im Umfeld der Internet-Suche als auch bei der Videoplattform Youtube, teilte der Konzern unter anderem dem US-Sender CNBC mit. Zuvor hatte Google nur bestimmte Anzeigen rund um den Krieg blockiert.

Als weiteres Tech-Unternehmen stoppte der Apartment-Vermittler Airbnb seine Aktivitäten in Russland und auch der Ukraine, wie Firmenchef Brian Chesky bei Twitter schrieb. Er machte keine weiteren Angaben dazu. Bisher hatte unter anderem Apple Lieferungen seiner Geräte nach Russland sowie Dienste in dem Land eingestellt.

Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen vor einem Logistikzentrum in Kiew, das nach Beschuss in Brand geraten ist. Efrem Lukatsky/AP/dpa

5:15 Uhr: Boris Johnson: Putin gefährdet jetzt Sicherheit ganz Europas

Durch die Kämpfe nahe des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja gefährdet der russische Präsident Wladimir Putin nach Meinung des britischen Premierministers Boris Johnson ganz Europa. Die „rücksichtslosen Aktionen“ von Putin „könnten nun die Sicherheit ganz Europas direkt gefährden“, sagte Johnson am frühen Freitagmorgen bei einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodomyr Selenskyj. Johnson erklärte laut einer Mitteilung seines Amtssitzes, dass er „in den kommenden Stunden“ eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zur Lage in dem Atomkraftwerk erreichen wolle.

4:41 Uhr: Reaktoren des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja werden sicher heruntergefahren

US-Energieministerin Jenniver Granholm  erklärt auf Twitter, dass die Reaktoren des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja sicher heruntergefahren werden. „Es gibt keine erhöhten Strahlenwerte in der Nähe der Anlage“, schrieb Granholm. Die Reaktoren seien durch eine robuste Schutzhülle gesichert.

3:34 Uhr: Ukraine fordert sofortiges Ende von Angriff auf Akw Saporischschja

Die Ukraine hat ein sofortiges Ende russischer Angriffe auf Europas größtes Atomkraftwerk in Saporischschja gefordert. „Wenn es explodiert, wird das zehnmal größer sein als Tschernobyl! Russen müssen SOFORT das Feuer einstellen“, schrieb der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba in der Nacht zum Freitag auf Twitter. Ein Sprecher hatte zuvor einen Brand in dem Akw gemeldet, nachdem ein Reaktorblock von einem russischen Angriff getroffen worden sei.

„Die Feuerwehr kann den Brandort nicht erreichen und nicht löschen. Die Angriffe sind sehr nahe. Der erste Block der Anlage ist schon getroffen. Hört damit auf!“, sagte Akw-Sprecher Andrej Tus in einem Video.

2:30 Uhr: Feuer in Atomkraftwerk Saporischschja durch Beschuss

In einem Atomkraftwerk in der Ukraine ist nach den Worten eines Sprechers nach einem russischen Angriff Feuer ausgebrochen. Die Atomanlage Saporischja im Zentrum des Landes sei von russischen Truppen „bombardiert“ worden, ein Brand sei ausgebrochen, sagte ein Sprecher des Akws in einem in der Nacht zum Freitag im Internetdienst Telegram veröffentlichten Video. Die Anlage von Saporischja ist das größte Atomkraftwerk Europas.

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Dieses Bild aus einem vom Kernkraftwerk Saporischschja veröffentlichten Video zeigt ein helles, aufflackerndes Objekt, das am Freitag, den 4. März 2022, auf dem Gelände des Kernkraftwerks in Enerhodar in der Ukraine landet. Russische Streitkräfte beschossen am frühen Freitag Europas größtes Kernkraftwerk und entfachten ein Feuer, als sie ihren Angriff auf eine wichtige energieerzeugende ukrainische Stadt fortsetzten und bei ihrem Versuch, das Land vom Meer abzuschneiden, an Boden gewannen. Uncredited/Kernkraftwerk Saporischschja via AP/dpa

00:01 Uhr: 150 Radiosender spielen um 8.45 Uhr  den John-Lennon-Song  „Give Peace a Chance“

Aus Solidarität mit der Ukraine wollen rund 150 öffentlich-rechtliche Radiosender in Europa am Freitagmorgen den John-Lennon-Song „Give Peace a Chance“ spielen. In mehr als 25 Ländern, darunter auch die von Russland angegriffene Ukraine, soll das Lied um 08.45 Uhr MEZ laufen, wie die Europäische Rundfunkgemeinschaft (EBU) am Donnerstagabend mitteilte. Die Aktion, an der sich auch private Sender beteiligen wollen, findet auf Initiative des RBB unter Intendantin Patricia Schlesinger statt.

Das Lied „Give Peace a Chance“, das 1969 von der Plastic Ono Band veröffentlicht wurde, wurde während des legendären „Bed-in“ für den Frieden von John Lennon und seiner Frau Yoko Ono in einem Hotelzimmer in Kanada aufgenommen. Es wurde zunächst zum Lied der Vietnamkriegs-Gegner.

23:30 Uhr: Ukraine will wegen Invasion das Playoff-Spiel zur Fußball-WM gegen Schottland verlegen lassen

Die Ukraine will wegen der Invasion Russlands das Playoff-Spiel zur Fußball-Weltmeisterschaft Ende März gegen Schottland verlegen lassen. Wie der Weltverband FIFA am Donnerstag auf dpa-Anfrage mitteilte, hat der ukrainische Verband dazu einen Antrag gestellt. Die FIFA sei in regelmäßigem Kontakt mit der Europäischen Fußball-Union und dem schottischen Verband, um eine angemessene Lösung zu finden.

Die Ukraine soll am 24. März in Glasgow gegen Schottland spielen. Der Sieger trifft anschließend auf Österreich oder Wales, um einen Platz bei der WM Ende des Jahres in Katar auszuspielen. Russland ist wegen des militärischen Einmarsches von allen Wettbewerben ausgeschlossen worden.

23:00 Uhr: Frankreich verlegt Flugzeugträger. Ihr Ziel: Aufklärung und Abschreckung

Frankreich hat angesichts des Ukraine-Kriegs seinen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ im Mittelmeer für Aufklärungsflüge über den baltischen Staaten und Polen verlegt. Der im Moment eigentlich für eine Mission zur Terrorismusbekämpfung im Nahen Osten eingesetzte Flugzeugträger habe am Mittwoch samt seines Geleitschutzes Zypern verlassen, sagte Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly am Donnerstag dem Sender BFMTV. Im Mittelmeer solle das Schiff eine Position erreichen, die es den Flugzeugen ermögliche, Aufklärungsmissionen durchzuführen.

„Unsere Mission ist strikt abschreckend, wir haben keine kriegerischen Absichten“, sagte die Ministerin. Als „Polizei des Himmels“ sollten Rafale-Kampfjets und Aufklärungsflugzeuge von dem Flugzeugträger aus eingesetzt werden. Das Ziel sei Aufklärung und Abschreckung. Wie die französische Marine mitteilte, sollten mit dem Einsatz die Ostflanke der Nato gestärkt sowie Frankreich und der europäische Kontinent gesichert werden.

22:45 Uhr: 6000 Menschen aus der Ukraine an einem Tag in Berlin erwartet

Seit Beginn des russischen Angriffs vor einer Woche sind nach Angaben der Berliner Senatskanzlei bereits Tausende Menschen aus der Ukraine in Berlin angekommen. In den vergangenen Tagen seien etwa zwei Drittel von ihnen zu Verwandten und Freunden gefahren, ein Drittel sei vom Land Berlin versorgt und untergebracht worden, teilte die Senatskanzlei am Donnerstag der dpa mit.

Am Donnerstag seien bis Mittag mehr als 2600 Menschen am Hauptbahnhof und am Zentralen Omnibusbahnhof eingetroffen. „Bis zum Abend erwarten wir insgesamt 6000 Menschen am heutigen Tag, die in Berlin ankommen.“

Menschen aus der Ukraine, die am Berliner Hauptbahnhof ankommen. Für sie stehen auch Kartons mit Kleidung bereit. imago/Stefan Zeitz

22:30 Uhr: Scholz über Schröders Posten in Russland: Keine Privatsache

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den früheren Regierungschef und Parteivorsitzenden Gerhard Schröder dazu aufgefordert, seine Posten bei russischen Staatsunternehmen niederzulegen. „Mein Rat an Gerhard Schröder ist doch, sich aus diesen Ämtern zurückzuziehen“, sagte Scholz am Donnerstag in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. Er betonte auch, dass diese Frage keine Privatsache sei. Man sei einem solchen öffentlichen Amt, wie Schröder es hatte, auch über seine Amtszeit hinaus verpflichtet. „Diese Verpflichtung endet nicht, wenn man die Ämter nicht mehr ausübt, sondern sie geht auch weiter.“

Zudem plädierte Scholz dafür, die Finanzierung des Büros des Altkanzlers aus Steuergeldern zu überprüfen. „Natürlich wird sich der Deutsche Bundestag auch mit dieser Frage auseinandersetzen. Jedenfalls sind Bundestagsmitarbeiter nicht dafür einzusetzen, solche Aufgaben wahrzunehmen, die sich aus privatwirtschaftlichen Tätigkeiten ergeben.“

22:05 Uhr: Saudi-Arabiens Kronprinz will im Ukraine-Krieg vermitteln

Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz Mohammed bin Salman hat sich als Vermittler zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. Riad sei bereit, „Bemühungen zu unternehmen, um zwischen allen Parteien zu vermitteln“, sagte der Kronprinz laut der amtlichen Nachrichtenagentur SPA am Donnerstag in einem Telefonat mit Kreml-Chef Wladimir Putin. Im Ukraine-Krieg müsse es eine „politische Lösung“ geben.

Anders als die westliche Staatengemeinschaft haben Saudi-Arabien und andere Golfstaaten bisher deutliche Kritik am russischen Angriffskrieg auf die Ukraine vermieden. In der UN-Vollversammlung hatte aber auch Saudi-Arabien am Mittwoch für eine Resolution gestimmt, in der Russland dazu aufgefordert wird, seine Truppen sofort aus der Ukraine abzuziehen.

Kronprinz Mohammed bekräftigte laut SPA in dem Telefonat mit Putin „das starke Interesse des Königreichs“ Saudi-Arabien, „das Gleichgewicht und die Stabilität des Ölmarktes aufrechtzuerhalten“.

21:50 Uhr: Scholz bekräftigt: Nato wird sich nicht an Krieg um die Ukraine beteiligen

Bundeskanzler Olaf Scholz hat noch einmal klargestellt, dass die Nato sich nicht an dem Krieg um die Ukraine beteiligen wird. „Das würde eine dramatische Eskalation dieser schwierigen Lage in der Ukraine mit sich bringen, das würde große Gefahren mit sich bringen“, warnte der SPD-Politiker in der ZDF-Sendung „Maybritt Illner“. „Deswegen wäre es keine verantwortliche Politik, das jetzt zu machen.“ Eine direkte Konfrontation zwischen der Nato und Russland müsse verhindert werden. „Deshalb wird es jetzt auch keine Entscheidungen geben, die dazu führen, dass Nato-Staaten sich militärisch an dieser Auseinandersetzung beteiligen.“

21:25 Uhr: EU einigt sich auf schnelle Aufnahme von Menschen aus der Ukraine

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine könnten schon in den nächsten Tagen ein einjähriges Aufenthaltsrecht in der Europäischen Union bekommen. Die EU-Staaten einigten sich am Donnerstag darauf, die Flüchtenden schnell und unkompliziert aufzunehmen. „Das ist ein historischer Moment“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD).

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine haben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) mehr als eine Million Menschen das Land verlassen. Angenommen wird, dass die Zahlen schnell ansteigen.

20:55 Uhr: 33 Menschen sterben bei Luftangriff auf Tschernihiw

Bei einem Luftangriff auf die nordostukrainische Großstadt Tschernihiw sind am Donnerstag nach ukrainischen Behördenangaben mindestens 33 Menschen getötet worden. Es habe zudem 18 Verletzte gegeben, teilte der Berater des Innenministeriums, Anton Heraschtschenko, auf Telegram mit. „Die Rettungsarbeiten waren wegen starken Beschusses vorübergehend ausgesetzt worden“, hieß es vom Rettungsdienst. In einem Video ist zu sehen, wie Feuerwehrleute einen Wohnblock löschten. Teile der Gebäude wurden zerstört, Fenster aus der Verankerung gerissen. Ein Innenhof glich einem Trümmerfeld.

20:40 Uhr: USA kündigen Sanktionen gegen russische Oligarchen an

Wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine hat die US-Regierung Sanktionen gegen zahlreiche russische Oligarchen angekündigt. Die Betroffenen würden den russischen Präsidenten Putin „trotz seiner brutalen Invasion in die Ukraine weiterhin unterstützen“, teilte das Weiße Haus zur Begründung mit. Neben Oligarchen und mehreren von ihren Angehörigen sind von den Sanktionen auch Menschen aus Putins engerem Kreis wie Kremlsprecher Dmitri Peskow betroffen.

Betroffene würden vom US-Finanzsystem abgeschnitten, etwaiger Besitz werde eingefroren, teilte das Weiße Haus mit. „Die Vereinigten Staaten und Regierungen auf der ganzen Welt“ würden daran arbeiten, Vermögenswerte der russischen Eliten und ihrer Familienmitglieder zu identifizieren und einzufrieren. Es gehe dabei um „ihre Jachten, Luxuswohnungen, Gelder und andere unrechtmäßig erworbene Gewinne“.

20:25 Uhr: 7000 russische Wissenschaftler schreiben Brief gegen Ukraine-Krieg an Putin

In Russland haben sich fast 7000 Wissenschaftler und Akademiker bis Donnerstag gegen den Krieg in der Ukraine gewendet und einen offenen Brief an Präsident Wladimir Putin unterzeichnet. „Wir, russische Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten, protestieren aufs Schärfste gegen die militärische Invasion der Ukraine durch die russischen Streitkräfte“, heißt es in dem Brief, der auf der Nachrichtenwebsite trv-science.ru veröffentlicht wurde. „Humanistische Werte sind das Fundament, auf dem die Wissenschaft aufgebaut ist“, schreiben die Unterzeichner.

Sie hätten viele Jahre damit verbracht, den Ruf Russlands unter anderem als führendes Zentrum der Mathematik zu stärken. Die Bemühungen seien „völlig zunichte gemacht“, heißt es weiter. Der Brief bezeichnete Russland auch als „militärischen Aggressor und dementsprechend als Schurkenstaat“.

18:59 Uhr: Ukraine und Russland einigen sich auf „humanitäre Korridore“

Eine Woche nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine haben sich Kiew und Moskau nach ukrainischen Angaben auf die Schaffung humanitärer Korridore verständigt, um Zivilisten aus Kriegsgebieten herausholen zu können. Dies sei das einzige Ergebnis einer zweiten Gesprächsrunde mit Russland, erklärte der ukrainische Unterhändler Mychailo Podoljak nach Abschluss der Gespräche an der belarussisch-polnischen Grenze auf Twitter. Kiew hatte vor Gesprächsbeginn unter anderem eine sofortige Waffenruhe gefordert.

18:58 Uhr: Selenskyj fordert Gespräche mit Putin: „Ich beiße nicht!“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin zu direkten Gesprächen aufgefordert. „Wenn Du nicht (mit Deinen Truppen aus der Ukraine) abhauen willst, setz Dich zu mir an den Verhandlungstisch, ich habe Zeit“, sagte Selenskyj am Donnerstag vor Journalisten. „Aber nicht auf 30 Meter Abstand wie mit (dem französischen Präsidenten Emmanuel) Macron, (Bundeskanzler Olaf) Scholz - ich bin doch ein Nachbar“, sagte Selenskyj. „Ich beiße nicht. Ich bin ein ganz normaler Typ. Setz Dich zu mir, sag mir, wovor Du Angst hast“, sagte der 44-Jährige.

Selenskyj forderte die Nato erneut zu einer Flugverbotszone über der Ukraine auf. „Wenn Ihr den Himmel jetzt nicht schließen wollt, dann nennt eine Frist“, sagte er. „Sagt mir, wie viele Menschen sollen in die Luft fliegen, wie viele Arme, Beine, Köpfe braucht Ihr, damit das zu Euch durchdringt?“ Eine Flugverbotszone gilt als ausgeschlossen, weil es damit zu einer Konfrontation von Nato-Truppen und russischen Streitkräften käme.

18:53 Uhr: Das sind die russischen Horror-Raketenwerfer „TOS“

Angst und Schrecken verbreitete er schon bei den Kriegen in Afghanistan, Tschetschenien und Syrien: Augenzeugen zufolge kommt Moskaus gefürchteter Mehrfachraketenwerfer TOS nun auch beim Angriff auf die Ukraine zum Einsatz. Auf Twitter kursierten schon am Mittwoch Aufnahmen einer solchen Todes-Maschine. Setzt Putin die Waffen wirklich ein? Das fürchtet nun auch der britische Verteidigungsminister. HIER lesen Sie die ganze Geschichte über die gefürchtete Waffe, die sogar Bunker zerstört.

18:30 Uhr: Diese DDR-Raketen liefert die Bundesregierung an die Ukraine

Die Bundesregierung will 2700 Raketen an die Ukraine liefern. Ob Flugzeug, Drohne oder Hubschrauber - die tragbare Luftabwehrrakete „Strela“ (Pfeil) ist für die Zerstörung von tief fliegenden Zielen gedacht. Die Basisversion wurde seit Ende der 1950er Jahre in der damaligen Sowjetunion entwickelt. Das 1,5 Meter lange und rund 15 Kilogramm schwere Waffensystem kann von einem einzelnen Soldaten bedient werden.

Der Flugkörper ist mit einem Infrarot-Suchkopf bestückt und hat nach Angaben der Bundeswehr bis zu 4200 Meter horizontale Reichweite, vertikal bis zu 2300 Meter. Mit einer maximalen Fluggeschwindigkeit von 580 Metern pro Sekunde kann er Ziele treffen, die mit bis zu 260 Metern pro Sekunde unterwegs sind. Der Wärmesucher lenkt die Rakete auf die heißen Triebwerke. Nach Schätzung westlicher Militärexperten wurden von dem mehrmals modifizierten Flugabwehrsystem im Lauf der Jahrzehnte in mehreren Ländern insgesamt 50.000 Stück produziert.

Das Wirtschaftsministerium genehmigte die Abgabe von 2700 Flugabwehrraketen vom Typ Strela. dpa/Carsten Rehder

17:56 Uhr: Hannover will Schröder Ehrenbürgerschaft entziehen

Die Stadt Hannover will dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) die Ehrenbürgerschaft entziehen. Der Verwaltungsausschuss habe am Donnerstag die Einleitung des entsprechenden Verfahrens beschlossen, teilte die Stadt im Anschluss mit. Begründet wurde dies demnach damit, dass „Altbundeskanzler Schröder durch seine andauernde geschäftliche Verbindung mit russischen Staatskonzernen die Werte und Ziele der Landeshauptstadt nicht mehr teilt“.

Als Teil des Verfahrens soll Schröder allerdings vor einem Entzug der Ehrenbürgerschaft Gelegenheit zu einer Stellungnahme gegeben werden. „Der Rat und die Stadt machen in Fragen der Ehrenbürgerschaft keine Schnellschüsse und treffen keine leichtfertigen Entscheidungen“, erklärte dazu Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne). Eine Beschlussfassung sollte dann auf der nächsten Ratssitzung am 31. März erfolgen, hieß es.

16:53 Uhr Neun Tote bei russischem Luftangriff auf Tschernihiw

Bei einem russischen Angriff auf die nordukrainische Stadt Tschernihiw sind nach Angaben des Gouverneurs neun Menschen getötet worden. Von dem Luftangriff seien sowohl zwei Schulen als auch Wohngebiete betroffen gewesen, schrieb der Gouverneur Wjatscheslaw Tschaus am Donnerstag im Onlinedienst Telegram. Dazu veröffentlichte er auch Fotos und ein Video. Laut einer ersten Bilanz der Rettungskräfte wurden zudem vier Menschen verletzt worden.

Tschernihiw und die gleichnamige Region liegen nordöstlich der Hauptstadt Kiew.

16:26 Uhr Estnisches Frachtschiff nach Beschuss vor Odessa gesunken

Nahe der südukrainischen Hafenstadt Odessa ist ein ausländisches Frachtschiff offenbar nach Beschuss gesunken. Die „Helt“, die einem estnischen Unternehmen gehört und unter panamaischer Flagge fuhr, sei unter der Wasserlinie getroffen worden und dann vom Radar verschwunden, teilte die ukrainische Hafenverwaltung am Donnerstag mit. Ein Sprecher des estnischen Außenministeriums sagte, die sechs Besatzungsmitglieder seien gerettet worden und in Sicherheit. Darunter seien keine estnischen Staatsbürger gewesen.

Demnach ereignete sich der Vorfall rund 20 Seemeilen (etwa 37 Kilometer)vor der ukrainischen Küste im Schwarzen Meer. Die genauen Umstände seien noch unklar, sagte der Sprecher. Auch die ukrainische Behörde machte keine Angaben dazu, wer das Schiff beschossen hat.

16:07 Uhr Neue Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland

Eine Woche nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine haben Delegationen aus Moskau und Kiew ihre Gespräche über eine Waffenruhe fortgesetzt. Der ukrainische Verhandlungsführer Mychailo Podoljak veröffentlichte am Donnerstag auf Twitter ein Foto, das die Mitglieder beider Delegationen gemeinsam an einem Tisch am Verhandlungsort an der Grenze zwischen Belarus und Polen zeigte. Neben der Frage eines Waffenstillstands gehe es in dieser zweiten Gesprächsrunde vor allem um die Errichtung humanitärer Korridore, schrieb Podoljak.

15:52 Uhr: Russland: Ausländischen Kämpfern droht Strafverfahren

Russland droht ausländischen Kämpfern im Krieg in der Ukraine im Fall einer Gefangennahme mit Strafverfahren. „Ich möchte offiziell betonen, dass alle vom Westen entsandten Söldner, die dem nationalistischen Kiewer Regime helfen, (...) kein Recht auf den Status eines Kriegsgefangenen haben“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Sie sollten „sieben Mal nachdenken, bevor sie abreisen“. Russland werde sie „strafrechtlich zur Verantwortung ziehen, sollten sie aufgegriffen werden“.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief Ausländer zum Kampf gegen Russland in der Ukraine auf. Er sagte am Donnerstag, die geplante internationale Legion solle eine Größe von 16.000 Kämpfern haben. Die ersten Freiwilligen aus dem Ausland seien bereits eingetroffen. „Sie kommen, um die Freiheit, das Leben zu verteidigen. Für uns, für uns alle.“ Selenskyj hat per Erlass allen freiwilligen Kämpfern aus dem Ausland eine visafreie Einreise garantiert.

15:02 Uhr: Bürgermeister von Mariupol warnt vor Belagerung „wie in Leningrad“

Der Bürgermeister der ukrainischen Hafenstadt Mariupol hat vor einer Belagerung „wie in Leningrad“ durch russische Truppen gewarnt. „Sie versuchen, hier eine Blockade zu errichten, genau wie in Leningrad“, erklärte Wadym Boitschenko am Donnerstag. Russische Soldaten würden die Stadt belagern und versuchten, Mariupol von Strom, Lebensmitteln, Wasser, Heizwärme und Infrastruktur abzuschneiden.

„Diese Bastarde konnten keinen Weg finden, um uns zu brechen. Jetzt versuchen sie, uns daran zu hindern, die Strom-, Wasser- und Heizungsversorgung zu reparieren“, sagte Boitschenko. „Sie haben die Züge zerstört, so dass wir unsere Frauen, Kinder und älteren Menschen nicht aus der Stadt bringen konnten“, fügte er hinzu. Die „Blockade von Leningrad“ durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg hatte hunderttausende Opfer gefordert.

14:57 Uhr: UN alarmiert wegen rassistischer Diskriminierung mancher Flüchtlinge

Berichte über die Zurückweisung von Ausländern, die wie Ukrainer vor den russischen Angriffen fliehen wollen, alarmieren die Vereinten Nationen. Es gebe überprüfte und glaubhafte Berichte über „Diskriminierung, Gewalt und Ausländerfeindlichkeit“, teilte der Generaldirektor der UN-Organisation für Migration (IOM), António Vitorino, am Donnerstag in Genf mit.

„Männer, Frauen und Kinder aus Dutzenden von Ländern, darunter Wanderarbeiter und Studenten, die in der Ukraine leben, stehen vor akuten Herausforderungen, wenn sie versuchen, die vom Konflikt betroffenen Gebiete zu verlassen, die Grenzen zu den Nachbarländern zu überqueren und lebensrettende Hilfe zu suchen“, teilte Vitorino mit. Er rief die Nachbarstaaten der Ukraine auf, diese Menschen genauso aufzunehmen wie alle anderen.

14:36 Uhr: Zwei NATO-Militärmaschinen nahe der Ukraine abgestürzt: Acht Tote

Rätselhafter Zwischenfall an der NATO-Ostgrenze: Gleich zwei Militärmaschinen stürzen hintereinander ab, in unmittelbarer Nähe zum Ukraine-Kriegsgebiet. Erst verschwindet ein rumänischer Militärjet vom Radar, dann stürzt ein Rettungshubschrauber ab. >>>

14:01 Uhr: Weitere Ukrainer erreichen Berlin: Riesen-Gedränge am Bahnsteig

Am Berliner Hauptbahnhof sind am Donnerstagmittag wieder Hunderte Geflüchtete aus der Ukraine angekommen. Zum Teil gab es Gedränge auf dem Bahnsteig. „Es ist chaotisch, aber wir sind jeden Tag organisierter“, sagte Alina Drokina, eine freiwillige Helferin im Ankunftsbereich. Dort warteten viele weitere Helfer auf die Geflüchteten mit warmer Suppe, Kleidung und Hygieneartikeln. Viele der Geflüchteten kommen privat bei Verwandten oder Freunden unter. Es gibt aber auch Berliner wie Doro Friedrich und Andreas Waskowski, die bereit sind, Menschen in den eigenen vier Wänden aufzunehmen. „Es ist eine Verpflichtung. Wir haben Platz, also helfen wir“, sagte Waskowski.

Die Zahl der Geflüchteten, die in Berlin ankommen, steigt deutlich. „Am Montag haben wir über unsere Strukturen 350 untergebracht, am Dienstag 1400, an einem Tag auf den anderen ein Anstieg um den Faktor vier“, sagte Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) am Donnerstag im Ausschuss für Integration im Abgeordnetenhaus. Am Mittwoch waren es laut Kipping nach vorläufigen Zahlen 1700, von denen allerdings 1000 in andere Bundesländer gebracht worden seien. „Berlin steht vor einer historischen Herausforderung.“

13:26 Uhr:  Ukrainische Armee gibt Gebietshauptstadt auf

Im Krieg in der Ukraine ist die genaue Situation in der südlichen Gebietshauptstadt Cherson unklar. Die ukrainische Armee hat die Stadt offenbar aufgegeben. „Wir haben in der Stadt keine Streitkräfte der Ukraine, nur friedliche Bewohner, die hier leben wollen!“, schrieb Bürgermeister Ihor Kolychajew in der Nacht zum Donnerstag. Russische Soldaten seien in der Stadtverwaltung gewesen, es wehe aber weiter die ukrainische Flagge über dem Gebäude. Von Kämpfen um die Stadt war in den Lageberichten der ukrainischen Armee keine Rede mehr.

12:05 Uhr: 34 Tote bei Angriffen im Gebiet Charkiw

Bei russischen Angriffen auf das Gebiet um die ostukrainische Millionenstadt Charkiw sind nach ukrainischen Angaben am Mittwoch und Donnerstag mindestens 34 Zivilisten getötet worden. 285 Menschen wurden zudem verletzt, darunter 10 Kinder, wie der regionale Zivilschutz am Donnerstag mitteilte. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. Es habe Raketen- und Luftangriffe auf Charkiw selbst sowie auf die Stadt Isjum und zwei Dörfer gegeben. Auf Amateurvideos, die in Charkiw aufgenommen worden sein sollen, sind schwere Verwüstungen zu sehen.

11:44 Uhr: VW-Konzern stoppt Russland-Geschäft

Volkswagen setzt sein Russland-Geschäft wegen des Krieges gegen die Ukraine aus. „Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs hat der Konzernvorstand entschieden, die Produktion von Fahrzeugen in Russland bis auf weiteres einzustellen“, hieß es am Donnerstag aus Wolfsburg. Auch Exporte der größten europäischen Autogruppe nach Russland würden „mit sofortiger Wirkung gestoppt“.

11:00 Uhr: Ukraine meldet weitere Erfolge - aber Armee schwer unter Druck

Im Krieg gegen Russland haben die ukrainischen Streitkräfte am Donnerstag von weiteren Erfolgen berichtet. Bei Irpin nordwestlich der Hauptstadt Kiew sei ein russischer Kampfjet abgeschossen worden. „Unsere Armee hat bereits Tausende Invasoren zerstört und so viel feindliche Ausrüstung, dass die Truppen mehrerer Staaten damit bewaffnet werden könnten“, teilte Verteidigungsminister Oleksij Resnikow am Donnerstag mit. Außenminister Dmytro Kuleba twitterte: „Das ist ein echter Volkskrieg.“

Nach ukrainischen Angaben wurden seit Beginn des Kriegs am 24. Februar etwa 9000 russische Soldaten getötet. Hunderte Militärfahrzeuge, darunter mehr als 200 Panzer, sowie Dutzende Flugzeuge und Hubschrauber seien zerstört worden. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. Russland hat 498 getötete Soldaten in den eigenen Reihen bestätigt.

Die ukrainischen Truppen stehen an etlichen Orten des Landes schwer unter Druck. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs haben sich russische Truppen nördlich und nordwestlich von Kiew in 20 bis 30 Kilometern Entfernung von der Stadtgrenze festgesetzt und Feldlager errichtet. Im Osten der Stadt seien russische Truppen nur noch etwa 50 Kilometer von den Stadtgrenzen entfernt.

10:09 Uhr: Mütter sollen russische Soldaten aus dem Krieg abholen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von fast 9000 getöteten Russen. Viele von denen, die an vorderster Front kämpfen, scheinen jung und unerfahren zu sein. Die, die in der Ukraine in Gefangenschaft geraten sind, sollen jetzt freigelassen werden. Unter einer Vorrausetzung:

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9:13 Uhr: Merz: Weitere militärische Unterstützung der Ukraine kaum noch möglich

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz sieht mit den Waffenlieferungen an die Ukraine die Möglichkeiten Deutschlands und der Nato ausgeschöpft, dem Land militärisch im Kampf gegen Russland beizustehen. „Wir stehen an der Grenze dessen, was hier militärisch möglich ist“, sagte Merz am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. „Da zeigt sich eben, wie begrenzt unsere Möglichkeiten heute sind, ein Land zu schützen, das nicht einem Bündnis angehört. Das ist kein Konflikt der Nato.“

9:01 Uhr: Kremlkritischer Radiosender Echo Moskwy wird geschlossen

Der in Russland populäre kremlkritische Radiosender Echo Moskwy wird geschlossen. Der Verwaltungsrat habe entschieden, den Sender und seine Internetseite zu schließen, teilte Chefredakteur Alexej Wenediktow am Donnerstag in Moskau mit. Der Sender hatte kritisch über Russlands Krieg gegen die Ukraine berichtet.

8:27 Uhr: Russland und Belarus von Paralympics ausgeschlossen

Russland und Belarus dürfen wegen des Ukraine-Krieges nun doch nicht an den am Freitag beginnenden Winter-Paralympics in Peking teilnehmen. Das gab das Internationale Paralympische Komitee (IPC) bekannt und revidierte damit seine Entscheidung vom Vortag.

7:44 Uhr: Was passiert, wenn Russland den Krieg gewinnt?

Nun wütet der Krieg, der unzählige Menschen das Leben kostet, seit einer Woche. Und die Welt fragt sich: Was passiert eigentlich, wenn Russland den Krieg verliert? Und was, wenn Wladimir Putins irrer Plan wirklich aufgeht?

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7:27 Uhr: Deutschland will Flugabwehrraketen an Ukraine liefern

Deutschland will weitere Waffen an die Ukraine liefern. Das Wirtschaftsministerium genehmigte die Abgabe von 2700 Stück Flugabwehrraketen vom Typ „Strela“, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Kreisen des Ministeriums erfuhr.

Dabei handle es sich um Waffen sowjetischer Produktion aus ehemaligen Beständen der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. Deutschland hatte zuvor einen Kurswechsel in der Ukraine-Krise vollzogen und die Streitkräfte des von Russland angegriffenen Landes mit schweren Waffen ausgerüstet.

6:46 Uhr: Internationaler Strafgerichtshof nimmt Ermittlungen zu möglichen Kriegsverbrechen in der Ukraine auf

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat Ermittlungen zu möglichen Kriegsverbrechen in der Ukraine aufgenommen. Das Ermittlungsverfahren starte „sofort“, erklärte IStGH-Chefermittler Karim Khan in der Nacht zum Donnerstag. Die USA zeigten sich derweil alarmiert über die hohe Zahl ziviler Opfer des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Der Bürgermeister der Stadt Mariupol berichtete über intensive russische Angriffe und sprach vom bislang „grausamsten“ Tag des Krieges.

Die Sammlung von Beweismitteln „hat jetzt begonnen“, erklärte IStGH-Chefankläger Khan. Für seine Ermittlungen habe er die Unterstützung von 39 Staaten erhalten, darunter alle EU-Mitgliedstaaten, Großbritannien, Kanada, die Schweiz, Neuseeland und mehrere Länder in Lateinamerika. Die jetzt aufgenommenen Ermittlungen erstrecken sich laut Khan auf die Lage in der Ukraine seit dem 21. November 2013.

Eine Frau flieht mit ihrer Familie über eine zerstörte Brücke in den Außenbezirken von Kiew. Emilio Morenatti/AP/dpa

6:03 Uhr: 120 Kinder aus Waisenhaus in Odessa auf dem Weg nach Berlin

Nach der Evakuierung eines Waisenhauses im südukrainischen Odessa sind rund 120 Kinder - darunter ein sechs Tage altes Baby - auf der Flucht nach Berlin. Die Waisen hätten sich zusammen mit einem Dutzend Betreuern in fünf Bussen auf den Weg gemacht, sagte der Chefrabbiner von Odessa und der Südukraine, Abraham Wolff. Die Busse seien am Mittwoch in Chisinau, der Hauptstadt der Republik Moldau angekommen. In Odessa wird ein Angriff der russischen Armee befürchtet.

5:51 Uhr: Explosionen in Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew kam es in der Nacht zu Donnerstag zu mehreren schweren Explosionen. Luftalarm wurde ausgelöst, wie die Agentur Unian berichtete. Auf Videos in sozialen Netzwerken waren mächtige Detonationen zu sehen.

Ukrainische Medien berichteten von Kämpfen in Vororten der Millionenstadt. Dabei soll ein russisches Flugzeug abgeschossen worden sein. Die Angaben waren nicht unabhängig zu prüfen. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb bei Telegram: „Der Feind versucht, in die Hauptstadt durchzubrechen.“

Ukrainische Soldaten fahren auf einem gepanzerten Mannschaftswagen einen verlassenen Boulevard in Kiew entlang. Vadim Ghirda/AP/dpa

5:43 Uhr: Hafenstadt Mariupol ohne Energieversorgung

Die südukrainische Hafenstadt Mariupol mit rund 440.000 Einwohnern ist nach Angaben örtlicher Behörden nach Luftangriffen ohne Wasser, Heizung und Strom. Die Stadtwerke wollen versuchen, die kritische Infrastruktur wiederherzustellen, sagte Bürgermeister Wadym Bojtschenko der Agentur Unian zufolge.

5:25 Uhr: Berichte über Tote und Verletzte bei Luftangriffen

In der ostukrainischen Stadt Isjum bei Charkiw sind nach Angaben örtlicher Behörden bei einem Luftangriff acht Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder. Medien zufolge war bei der Attacke in der Nacht zu Donnerstag ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen worden. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

In der Großstadt Charkiw schlugen demnach zwei Raketen in ein Verwaltungsgebäude ein. Dabei soll auch die Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale nicht näher beschriebene Schäden erlitten haben. Über Verletzte war zunächst nichts bekannt.

Die Ukraine fordert Russland zu einer Feuerpause in den Regionen Charkiw und Sumy auf, um Zivilisten in Sicherheit bringen zu können.

In Korosten nördlich der Stadt Schytomyr starben nach Angaben der Verwaltung zwei Menschen bei einem Luftangriff auf einen großen Kontrollpunkt. Fünf Menschen wurden verletzt.

Dieses vom ukrainischen Katastrophenschutz veröffentlichte Foto zeigt einen Brand in einem Fakultätsgebäude der Universität Charkiw, der durch einen russischen Raketenangriff verursacht wurde. Emergency Service Of Ukraine/PA Media/dpa

5:03 Uhr: Schon eine Million Menschen aus Ukraine geflohen

Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine sind bereits eine Million Menschen aus dem angegriffenen Land geflohen. Das teilte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, auf Twitter mit.

„In nur sieben Tagen haben wir den Exodus von einer Million Flüchtlingen aus der Ukraine in die Nachbarländer miterlebt“, schrieb Grandi und fügte hinzu: „Für viele weitere Millionen in der Ukraine ist es an der Zeit, dass die Waffen verstummen, damit lebensrettende humanitäre Hilfe geleistet werden kann.“

Eine ukrainische Frau steht neben ihren Habseligkeiten am humanitären Hilfspunkt in Przemysl. Tausende erschöpfter Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine kommen täglich mit Bussen, Zügen und Autos in der polnischen Grenzstadt Przemysl an. Attila Husejnow/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

4:14 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj: „Sie werden hier keine ruhige Minute haben“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Gegnern seines Landes einen harten Kampf angesagt. „Sie werden hier keinen Frieden haben, sie werden hier kein Essen haben, sie werden hier keine ruhige Minute haben“, sagte der 44-Jährige in der Nacht zu Donnerstag in einer Videobotschaft. Besetzer würden von den Ukrainern nur eine Sache bekommen: „Eine solch heftige Gegenwehr, dass sie sich für immer daran erinnern, dass wir das Unsere nicht hergeben.“

Innerhalb einer Woche (seit dem Einmarsch Russlands) habe die Ukraine Pläne durchkreuzt, die der „Feind“ seit Jahren vorbereitet habe. Selenskyj sprach von fast 9000 getöteten Russen. Der moralische Zustand der russischen Armee verschlechtere sich. Täglich würden russische Soldaten gefangen genommen. „Und sie sagen nur eine Sache. Sie wissen nicht, wofür sie hier sind“, sagte er.

3:28 Uhr: Ukrainische Behörden bestätigen Einnahme von Cherson durch russische Truppen

Die ukrainischen Behörden haben die Einnahme der Hafenstadt Cherson im Süden der Ukraine durch die russische Armee bestätigt. Regionalverwaltungschef Gennady Lakhuta schrieb in der Nacht zum Donnerstag im Mitteilungsdienst Telegram, russische „Besatzer“ seien in allen Stadtteilen und „sehr gefährlich“. Cherson ist die erste Großstadt, die Russland seit dem Einmarsch in die Ukraine vor einer Woche erobert hat. Die russische Armee hatte die Einnahme von Cherson bereits am Mittwochmorgen gemeldet.

Chersons Bürgermeister Igor Kolychajew schrieb in einer offensichtlichen Anspielung auf russische Soldaten auf Facebook, er habe ein Gespräch mit „bewaffneten Gästen“ geführt. Dabei habe er „gezeigt, dass wir nicht aggressiv sind, an der Sicherung der Stadt arbeiten und versuchen, mit den Folgen der Invasion fertigzuwerden“. Er hab den Russen „keine Versprechungen gemacht“ und sie „aufgefordert, nicht auf Menschen zu schießen“

01:00 Uhr: US-Regierung: Russische Armee nimmt in der Ukraine zunehmend Zivilisten ins Visier

Die russische Armee nimmt nach Angaben der US-Regierung bei ihrem Angriffskrieg in der Ukraine zunehmend Zivilisten ins Visier. Russland bringe „extrem tödliche Waffen“ ins Land, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, am Mittwoch. Dies umfasse Streubomben und Vakuumbomben, die international geächtet sind und „keinen Platz auf dem Schlachtfeld“ haben.

Bei der russischen Offensive seien bereits „hunderte, wenn nicht tausende Zivilisten getötet oder verletzt worden“, sagte US-Außenminister Antony Blinken. Die Folgen für die Bevölkerung seien „erschütternd“. Das russische Militär greife Gebäude und Städte an, die „keine militärischen Ziele sind“, betonte er und fügte hinzu: „Die humanitären Auswirkungen werden in den kommenden Tagen noch zunehmen.“

00:10 Uhr: Weltstrafgericht ermittelt zu Kriegsverbrechen in der Ukraine

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat offizielle Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in der von Russland angegriffenen Ukraine eingeleitet. Das teilte Chefankläger Karim Khan am Mittwochabend in Den Haag (Niederlande) mit. 39 Vertragsstaaten des IStGH hätten eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen, die die Ermittlungen ermöglichten.

Bereits kurz nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine in der vergangenen Woche hatte der Ankläger erklärt, er beobachte die Lage eingehend. Am Montag kündigte er dann seine Absicht an, Ermittlungen einzuleiten. Diese beziehen sich nun den Angaben zufolge zunächst auf mögliche Verbrechen, die vor der Invasion Russlands begangen wurden. Angesichts der Ausbreitung des Konflikts sollten die Ermittlungen seiner Ansicht nach aber erweitert werden.

23:55 Uhr: Deutscher Finanzminister droht Russland mit verschärften Sanktionen

Nach einem virtuellen Sonder-Finanzministertreffen der EU hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) Russland mit verschärften Sanktionen gedroht. Der Druck angesichts des russischen Einmarsches in die Ukraine werde „verstärkt, sollte die russische Führung nicht einlenken“, so Lindner am Mittwoch auf Twitter. Er forderte zudem Maßnahmen, um zu verhindern, dass von Sanktionen betroffene Einzelpersonen oder Unternehmen Kryptowährungen verwenden, um die Strafmaßnahmen zu umgehen.

Kryptowährungskäufe in Rubel sind auf ein Rekordhoch geklettert, seit die USA und ihre westlichen Verbündeten den russischen Finanzsektor mit harten Sanktionen überzogen. Kryptowährungen wie Bitcoin und Tether profitieren seitdem, denn sie sind nicht direkt von den Strafmaßnahmen betroffen.

23:30 Uhr: Bürgerrechtler: Mehr als 700 Menschen bei Anti-Kriegs-Demos in Russland festgenommen

Bei neuen Protesten gegen den Angriff Russlands auf die Ukraine sind in russischen Städten 724 Menschen festgenommen worden. Das Bürgerrechtsportal Owd-Info veröffentlichte am Mittwochabend eine Liste mit den Namen der Festgenommenen. Seit Beginn der Anti-Kriegs-Demonstrationen sind demnach 7586 Menschen in Gewahrsam genommen worden. Am Mittwoch habe es in mehr als 25 russischen Städten Proteste gegeben.

23:00 Uhr: Luftangriff auf Hauptbahnhof in Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt ist es am Mittwochabend zu neuen Luftangriffen gekommen. Nach Angaben des staatseigenen Bahnunternehmens Ukrsalisnyzja schlug ein Geschoss südlich des Hauptbahnhofs ein. „Das Bahnhofsgebäude hielt stand und wurde leicht beschädigt.“ Zur Zeit des Angriffs sollten Tausende Kinder und Frauen mit Zügen in Sicherheit gebracht werden.

Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Ein in sozialen Medien veröffentlichtes Video zeigte Rauch in der Nähe der Gleise aufsteigen. Der Zugverkehr gehe weiter, teilte Ukrsalisnyzja mit. In der Nähe des Bahnhofs liegt das Verteidigungsministerium.

22:40 Uhr: Mariupol unter Dauerbeschuss

Die strategisch wichtige ukrainische Hafenstadt Mariupol steht nach Angaben ihres Bürgermeisters Wadym Boitschenko unter russischem Dauerbeschuss. Die Stadt sei über 14 Stunden ununterbrochen angegriffen worden, so  Boitschenko bei einer Pressekonferenz. Neben dem Hafen wurden laut Behördenvertretern auch zivile Ziele angegriffen, darunter eine Entbindungsstation und eine Schule. 42 Menschen seien verletzt worden.

Es gebe Angriffe auf Gebiete, in denen es „keine militärische Infrastruktur“ gebe, sagte der Chef der regionalen Militärverwaltung, Pawlo Kyrylenko. Boitschenko warf der russischen Armee vor, Zivilisten am Verlassen der Stadt hindern zu wollen.

22:15 Uhr: Johnson bezichtigt Putin, für Kriegsverbrechen verantwortlich zu sein

Großbritannien hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin bezichtigt, für Kriegsverbrechen bei den Angriffen auf die Ukraine verantwortlich zu sein. „Was wir schon jetzt von Wladimir Putins Regime gesehen haben, bezüglich der Nutzung von Kampfmitteln, die sie bereits auf unschuldige Zivilisten abgeworfen haben, das erfüllt aus meiner Sicht bereits vollkommen die Bedingungen eines Kriegsverbrechens“, so Johnson im britischen Unterhaus.

Ein Regierungssprecher fügte hinzu, formal sei es Sache internationaler Gerichte, die Frage möglicher Kriegsverbrechen zu klären. Außenministerin Liz Truss teilte am Abend mit, ihr Land und 37 Verbündete hätten russische Gräueltaten beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gemeldet.

22:00 Uhr: Abramowitsch kündigt Verkauf von FC Chelsea an

Unter dem Druck möglicher Sanktionen wegen des Einmarsch seines Landes in die Ukraine will der russische Oligarch Roman Abramowitsch den englischen Fußballklub FC Chelsea verkaufen. Es sei im „besten Interesse“ des Champions-League-Titelträgers, wenn er sich von dem Verein trenne, so Abramowitsch. Den Gewinn aus dem Verkauf wolle er an Kriegsopfer in der Ukraine spenden.

„Ich habe mein Team angewiesen, eine wohltätige Stiftung zu gründen, an die alle Nettoerlöse aus dem Verkauf gespendet werden“, erklärte der 55-Jährige auf der Website des Vereins. Die Stiftung werde allen Opfern des Krieges in der Ukraine zugute kommen. „Dazu gehört die Bereitstellung wichtiger Mittel für die dringenden und unmittelbaren Bedürfnisse der Opfer sowie die Unterstützung der langfristigen Wiederaufbauarbeit“, schrieb der Milliardär.

21.45 Uhr: Neue Verhandlungen am Donnerstag

Eine Woche nach Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine stehen nach Angaben beider Seiten neue Verhandlungen bevor. Der Leiter der russischen Delegation, Wladimir Medinski, sagte der Agentur Ria Nowosti am Mittwochabend, eine mögliche Waffenruhe sei Thema bei den für Donnerstag geplanten Verhandlungen. Die Agentur Interfax hatte ihn zuvor mit den Worten zitiert, die ukrainische Delegation sei auf der Anreise. Auch die ukrainische Seite hatte bevorstehende Gespräche bestätigt.

21.15 Uhr: Keine Mercedes-Exporte nach Russland

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine zieht Mercedes-Benz Konsequenzen und stoppt Exporte nach Russland sowie die Fertigung dort. Das teilte das Unternehmen am Mittwochabend in Stuttgart mit. „Mercedes-Benz wird bis auf Weiteres den Export von Pkw und Vans nach Russland sowie die lokale Fertigung in Russland einstellen“, heißt es einer kurzen Mitteilung des Autobauers.

21:00 Uhr: In der Ukraine starben laut Moskau Angaben bislang 498 russische Soldaten

Die russische Regierung hat erstmals genauere Angaben zu Verlusten ihrer Streitkräfte beim Einmarsch in die Ukraine gemacht. Bei Einsätzen im Nachbarland seien bislang 498 russische Soldaten getötet worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, am Mittwoch. Nach seinen Angaben wurden zudem 1597 russische Soldaten verletzt.

Die Verluste auf Seiten des „ukrainischen Militärs und der Nationalisten“ beliefen sich auf „2870 Tote und etwa 3700 Verletzte“, sagte Konaschenkow weiter. Die ukrainische Seite hatte bislang von mehreren tausend getöteten russischen Soldaten sowie hunderten Gefangenen gesprochen. Die Angaben beider Seiten sind unabhängig kaum zu überprüfen.

20:45 Uhr: Judo-Weltverband schließt russische Sportler nicht aus

Der Judo-Weltverband IJF wird trotz des Ukraine-Kriegs keine russischen Sportler ausschließen. Die weltweite Entscheidung, alle russischen Athleten zu sanktionieren, werde nicht als gerechtfertigt angesehen, so die IJF.  Ein Ausschluss würde die Eskalation der Gewalt fortsetzen. Russische Athleten können demnach unter der Flagge und Hymne des Weltverbands antreten.

Sportler, die an internationalen Wettkämpfen teilnehmen, würden „Frieden und internationale Solidarität“ fördern, hieß es. In ihrer Mitteilung schrieb die IJF lediglich von einem „Konflikt zwischen Russland und der Ukraine“. Wegen der Invasion Russlands in die Ukraine hatte das Internationale Olympische Komitee allen internationalen Verbänden empfohlen, Sportlerinnen und Sportler aus Russland und von seinem Verbündeten Belarus von Wettbewerben auszuschließen. Im Judo ist der Einfluss Russlands enorm. Weltverbandspräsident Marius Vizer gilt als Freund von Putin.

20:30 Uhr: UN-Vollversammlung verurteilt Russlands Krieg in der Ukraine

Die Weltgemeinschaft hat den Angriff Russlands auf die Ukraine mit historisch großer Mehrheit verurteilt und Moskau zum Ende seiner Aggression aufgefordert. Bei einer Abstimmung am Mittwoch in New York votierten 141 Mitglieder der UN-Vollversammlung für eine entsprechende Resolution - weit mehr als bei früheren Konflikten ähnlicher Art. 35 Länder enthielten sich, nur 5 lehnten den Beschluss ab. Vor dem größten Gremium der Vereinten Nationen mit 193 Mitgliedern machten die westlichen Verbündeten damit die internationale Isolation des russischen Präsidenten Wladimir Putin sichtbar.

19:40 Uhr: Tschechien ruft wegen Flüchtlingen den Notstand aus

Die tschechische Regierung ruft wegen des Zustroms an Flüchtlingen aus der Ukraine den Notstand aus. Das ermögliche eine bessere Koordinierung der Hilfe in dieser Krisensituation, sagte Innenminister Vit Rakusan nach einer Kabinettssitzung am Mittwochabend. Der Notstand gelte von Freitag an. Er war in den vergangenen zwei Jahren mehrmals wegen der Corona-Pandemie verhängt worden und ermöglicht es der Regierung unter anderem, Maßnahmen ohne Zustimmung des Parlaments zu treffen.

Als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine erhöht Tschechien seinen Verteidigungshaushalt um eine Milliarde Kronen, umgerechnet knapp 40 Millionen Euro. Zugleich betonte Ministerpräsident Petr Fiala, dass die Sicherheit des Landes nicht unmittelbar gefährdet sei. „Ich möchte allen Bürgern versichern, dass sie keine Angst haben müssen“, sagte der 57-Jährige. Tschechien ist seit März 1999 Mitglied der Nato und weniger als 400 Kilometer von der Ukraine entfernt.

19:35 Uhr: Auch die Tiere machen im Krieg unfassbares Leid durch

Seit einer Woche überrollen uns die unfassbaren Bilder aus der Ukraine. Putins Blitzkrieg gegen die eigenen Nachbarn übersteigt jede Vorstellungskraft, lässt uns alle ratlos und voller Sorgen in die Zukunft blicken. Im Moment sind zwei Dinge wichtig: Der Krieg muss enden – und den Menschen, die davon unmittelbar betroffen sind, muss geholfen werden. Es gilt dabei aber, nicht nur auf die Menschen zu schauen. Auch ihre Tiere machen unvorstellbares Leid durch. Hier lesen Sie die aktuelle Tier-Kolumne des KURIER >>

Tierpfleger Kirilo Trantin beruhigt einen Elefanten im Kiewer Zoo. AP/dpa/Emilio Morenatti

19:26 Uhr: Proteste von „Fridays for Future“ gegen den Krieg geplant

Die Klimabewegung Fridays for Future (FFF) ruft am Donnerstag weltweit zu Protesten gegen den Krieg in der Ukraine auf. In mehreren deutschen Städten sind Kundgebungen angekündigt. In einem Tweet hatten die ukrainischen Aktivisten der Bewegung dazu aufgerufen, aufgrund der Dringlichkeit der Lage bereits am Donnerstag auf die Straßen zu gehen.

In Deutschland wollen die Aktivisten, die sonst für ihren Klima-Protest an Freitagen bekannt sind, in mehreren Städten ein Zeichen setzen. Allein in Hamburg werden Zehntausende Menschen erwartet, Schülerinnen und Schüler werden für diese Zeit vom Unterricht befreit. In Niedersachsen finden in Hannover, Braunschweig und Göttingen Demonstrationen statt. In Nordrhein-Westfalen rechnet die Polizei etwa in Köln und Wesel mit Tausenden Teilnehmern. Zu einer Kundgebung am Reichstagsgebäude in Berlin sind laut Polizei 2000 Teilnehmer angemeldet. Am Marienplatz in München ist ebenfalls ein Protest angekündigt.

18:36 Uhr: Georgien will EU-Aufnahmeantrag stellen

Georgien will bereits an diesem Donnerstag die Aufnahme in die EU beantragen. „Wir fordern die EU-Gremien auf, unseren Antrag einer Notfallprüfung zu unterziehen und Georgien den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu gewähren“, sagte der Chef der Regierungspartei Georgischer Traum, Irakli Kobachidse, am Mittwoch dem Online-Portal „civil.ge“ zufolge. Dies sei eine politische Entscheidung der Partei „unter Berücksichtigung des allgemeinen politischen Kontexts und der neuen Realität“. Der Antrag werde am Donnerstag im Namen der Regierung in Brüssel übergeben.

18:18 Uhr: Ukraine und Russland melden Tausende Tote und Verletzte

Im Krieg in der Ukraine sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau bisher 498 russische Soldaten getötet worden. Zudem seien 1597 Soldaten verletzt worden, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Es sind die ersten offiziellen Zahlen dazu aus Russland seit Kriegsbeginn am Donnerstag voriger Woche. Die Ukraine hatte bisher von rund 6000 getöteten russischen Soldaten gesprochen.

Auf ukrainischer Seite habe es bislang 2870 Tote und etwa 3700 Verletzte gegeben, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Diese Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen. Die Ukraine hat zu Verlusten in den eigenen Reihen keine aktuellen Angaben gemacht.

17:59 Uhr: Hacker-Gruppe Anonymous veröffentlicht russische Kriegs-Pläne

Das Hacker-Kollektiv Anonymous, das Russland schon vor Tagen den Cyber-Krieg erklärte, hat auf Twitter einen Tweet mit Auszügen russischer Kriegspläne veröffentlicht. „Ein geleaktes Dokument russischer Truppen, das den Krieg gegen die Ukraine zeigt, wurde am 18. Januar genehmigt“, heißt es dazu. Der ursprüngliche Plan Russlands sei demnach gewesen, „die Ukraine vom 20. Februar bis 6. März zu besetzen“.

17:21 Uhr: Russischer Geschäftsmann setzt Kopfgeld auf Putin aus

Eine Woche ist es her, dass Wladimir Putin (69) mit dem Einmarsch seiner Truppen in die Ukraine den Krieg begann – und innerhalb von Tagen wurde der russische Diktator zu einem der meistgehassten Männer auf unserem Planeten. Sogar viele Russen hassen den Staatsführer. Ein Geschäftsmann hat nun sogar ein Kopfgeld von einer Million Dollar auf Putin ausgesetzt. Hier lesen Sie die ganze Geschichte >>

17:01 Uhr: Ukraine-Krieg gefährdet Lebensmittelversorgung von Millionen

Schritt für Schritt werden die weltweiten Folgen des Ukraine-Kriegs sichtbar. Während in Europa Lebensmittel wahrscheinlich teurer werden, drohen in einigen Regionen der Welt weit dramatischere Folgen für die Lebensmittelversorgung. Denn mehr als die Hälfte der Nahrungsmittel, die das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) in Krisenregionen verteilt, stammt eigenen Angaben zufolge aus der Ukraine. Hier lesen Sie die ganze Geschichte: So gefährdet der Krieg die Lebensmittelversorgung von Millionen Menschen >>

16:23 Uhr: Wird Feuerwehrmann Steve aus der Ukraine gerettet?

Die sächsische Stadt Borna kämpft aktuell um das Leben eines Feuerwehrmannes, der mitten im Krieg in der Ukraine festsitzt. Steve Meiling (42) wollte Berichten zufolge seine Ehefrau Anna (33) und deren Sohn aus dem Krisengebiet retten, geriet dabei unter Beschuss, wurde schwer verletzt. Inzwischen gibt es zumindest wieder Kontakt zu dem 42-Jährigen – und die Stadt versucht, ihn zu befreien. Er wollte seine Frau holen, geriet unter Beschuss! Wird Feuerwehrmann Steve aus der Ukraine gerettet? >>

15:53 Uhr: Weltgesundheitsorganisation prüft Angriffe auf Kliniken

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist tief besorgt über bislang unbestätigte Berichte über Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in der Ukraine. Bislang sei ein Fall bestätigt worden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Vergangene Woche sei ein Krankenhaus unter Beschuss geraten. Dort seien vier Menschen getötet und zehn verletzt worden. Berichte über weitere Angriffe würden noch geprüft. Russland hatte vergangenen Donnerstag einen Angriff auf die Ukraine begonnen.

Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen verstießen gegen das internationale Völkerrecht, betonte Tedros. Russland hat seit Beginn des Einmarschs gesagt, zivile Ziele würden nicht angegriffen.

15:21 Uhr: US-Präsident Joe Biden droht Putin

US-Präsident Joe Biden hat neue Strafmaßnahmen gegen Russland angekündigt und Kremlchef Wladimir Putin wegen des Angriffs auf die Ukraine mit harten Konsequenzen gedroht. „Putin hat Gewalt und Chaos entfesselt. Aber während er auf dem Schlachtfeld vielleicht Gewinne erzielt, wird er langfristig einen hohen Preis zahlen“, sagte Biden bei seiner ersten Ansprache zur Lage der Nation am Dienstagabend (Ortszeit) vor beiden Kammern des US-Kongresses. „Wenn Diktatoren keinen Preis für ihre Aggression zahlen, verursachen sie mehr Chaos.“

Biden kündigte an, dass nach der Europäischen Union und Kanada auch die USA ihren Luftraum für russische Flugzeuge sperren würden. Dieser Schritt werde Russland weiter isolieren und die wirtschaftlichen Kosten für Moskau infolge des Angriffs auf die Ukraine nochmals erhöhen. Der russische Präsident habe gedacht, er könne den Westen spalten und die Nato würde nicht reagieren. „Putin hat sich geirrt“, sagte Biden.

14:51 Uhr: Kann jeder zum Kriegsdienst mit der Waffe eingezogen werden?

Männer zwischen 18 und 60 Jahren dürfen die Ukraine nicht verlassen, sollen ihre Heimat gegen die russischen Truppen verteidigen. Kann das auch in Deutschland passieren? Kann die Regierung, sollte sich der Konflikt weiter ausbreiten, auch jeden einzelnen mit der Waffe in den Krieg schicken, um Deutschland zu verteidigen? Auf Youtube gibt es nun Antworten – von Anwalt Christian Solmecke. Kann die Regierung mich einziehen – und muss ich Deutschland mit der Waffe verteidigen? >>

14:05 Uhr: Ukraine meldet mehr als 2000 tote Zivilisten

In der Ukraine sind seit Beginn des Krieges nach Angaben aus Kiew mindestens 2000 Zivilisten getötet worden. In dieser Zahl seien gestorbene Soldaten des Landes nicht inbegriffen, teilte der Rettungsdienst am Mittwoch bei Facebook mit. Unter den Toten seien zehn Rettungskräfte. Die UN sprach zuletzt von 142 Toten.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am vergangenen Donnerstag den Angriff auf das Nachbarland befohlen. Seither sind der Mitteilung zufolge mehr als 400 Brände, die „durch Feindbeschuss“ entstanden, gelöscht worden. Den Angaben zufolge wurden 500 Menschen in Sicherheit gebracht. Mit Blick auf die andauernden Angriffe hieß es: „Jede Stunde kostet das Leben unserer Kinder, Frauen und Verteidiger.“

13:32 Uhr: Russischer Stahl-Riese liefert nicht mehr in die EU

Der russische Stahlkonzern Severstal stoppt nach einem Bericht der Agentur Tass alle Lieferungen in die EU. Severstal reagiere damit auf die Sanktionen gegen seinen Haupteigentümer, den russischen Geschäftsmann Alexej Mordaschow. Die Güter würden auf „alternative Märkte“ umgeleitet, zitiert die Agentur den Stahlriesen. Dem Bericht zufolge könnten das zum Beispiel der Nahe Osten, Asien und Südamerika sein.

Mordaschow, der über seine Firmengruppe Unifirm auch Hauptaktionär des Reisekonzerns Tui ist, steht auf der EU-Liste der russischen Oligarchen, die wegen des Kriegs gegen die Ukraine mit Strafmaßnahmen belegt werden. Ihre Vermögenswerte in der EU werden eingefroren und die Reisefreiheit eingeschränkt. Severstal ist einer der größten Stahlproduzenten Russlands.

13:11 Uhr: Museum mit wertvollen Kunstwerken in der Ukraine zerstört

Bei den russischen Angriffen auf die Ukraine soll auch ein Museum in Iwankiw, rund 80 Kilometer nordwestlich von Kiew, zerstört worden sein. Dies teilte das US-Nationalkomitee des Internationalen Museumsrats (ICOM) mit. Das Museum ist demnach auf Archäologie, Heimatgeschichte und bildende Kunst spezialisiert. Es beherberge auch Werke der wichtigen ukrainischen Künstlerin Maria Prymachenko (1909-1997). Das ukrainische Außenministerium berichtete auf Twitter ebenfalls von der Zerstörung und schrieb, etwa 25 Werke der Künstlerin seien verbrannt. Die Angaben und das Ausmaß der Zerstörung ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Es sei ein irreparabler Verlust, der allen Unesco-Prinzipien widerspreche, sagte auch die Direktorin des Kulturreservats Wyschhorod, Vlada Litovchenko. In einer auf Facebook geposteten Erklärung warnte sie: Viele historische und architektonische Denkmäler sowie archäologische Stätten seien bedroht.

12:40 Uhr: Widerstand gegen Milliardenspritze für die Bundeswehr

In der SPD formiert sich Widerstand gegen die von Kanzler Olaf Scholz angekündigte Milliarden-Aufrüstung der Bundeswehr. Die linke SPD-Gruppe „Forum Demokratische Linke“ (DL21) veröffentliche am Mittwoch mit weiteren Organisationen wie der sozialistischen Jugend „Die Falken“ und dem Netzwerk Attac Deutschland eine entsprechende Erklärung.

Darin wird der Krieg Russlands gegen die Ukraine „auf das Schärfste“ verurteilt. Zugleich heißt es: „Wir lehnen das von Bundeskanzler Scholz am Sonntag vorgeschlagene Sondervermögen für Aufrüstung in Höhe von 100 Milliarden Euro und dauerhafte Rüstungsausgaben von über zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts ab.“ Zuerst hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

Die Organisationen argumentieren, die Bundeswehr sei nicht von Unterfinanzierung geplagt, sondern von strukturellen Problemen bei Management und Beschaffung. „Die Bundeswehr muss reformiert, nicht aufgerüstet werden“, fordern sie. Auch dürfe militärische Aufrüstung nicht auf Kosten von sozialen Leistungen gehen. Deutschland könne es sich nicht leisten, dringend für die Bekämpfung der Klimakrise benötigte Ressourcen für Kriegsgerät auszugeben.

12:14 Uhr: Schon mehr als 5300 Flüchtlinge in Deutschland eingetroffen

In Deutschland sind bisher mehr als 5300 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine eingetroffen. Da es keine regelmäßigen Kontrollen zu EU-Nachbarländern wie Polen mit direkten Grenzen zur Ukraine gebe, sei es aber „sehr gut möglich, dass schon wesentlich mehr Menschen Deutschland erreicht haben“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Mittwoch. Eine verlässliche Prognose über die erwartete Zahl von Kriegsflüchtlingen sei angesichts der „sehr unübersichtlichen“ Lage in der Ukraine derzeit noch nicht möglich.

Bei den bisher Eingetroffenen handele es sich „hauptsächlich“ um Frauen und Kinder, sagte der Sprecher. Der ganz überwiegende Teil habe die ukrainische Staatsbürgerschaft. Es sei aber auch möglich, dass Menschen anderer Nationalitäten aus dem Land flüchteten.

11:50 Uhr: Kreml-Gegner Nawalny ruft zu Protesten gegen Russland auf

Der im Straflager inhaftierte Kreml-Gegner Alexej Nawalny hat die Menschen in Russland zu Protesten gegen den Krieg im Nachbarland Ukraine aufgerufen. Protestiert werden solle jeden Tag - „wo auch immer ihr seid: in Russland, Belarus oder auf der anderen Seite des Planeten“, hieß es am Mittwoch auf Nawalnys Twitter-Account. „Wir, Russland, wollen eine Nation des Friedens sein. Leider Gottes würden uns nur wenige Menschen derzeit so nennen. Aber lasst uns zumindest nicht zu einer Nation ängstlicher stiller Menschen werden.“

Der 45-Jährige rief dazu auf, sich trotz drohender Festnahme auf die Straße zu trauen. Die russischen Behörden warnen eindringlich vor einer Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen. In den vergangenen Tagen wurden Bürgerrechtlern zufolge russlandweit bereits Tausende Menschen bei Anti-Kriegs-Demos festgenommen.

11:32 Uhr: Scholz schließt militärischen Eingriff in der Ukraine aus

Bundeskanzler Olaf Scholz schließt einen militärischen Eingriff der Nato in den russischen Krieg in der Ukraine aus. „Wir werden nicht militärisch eingreifen. Das gilt für die Nato, das wird sie nicht tun, und auch für alle anderen. Das wäre in dieser Situation falsch“, sagte Scholz am Mittwoch bei seinem Antrittsbesuch in Israel. „Was wir tun ist zu unterstützen.“ Konkret nannte er Finanzhilfen und Hilfsgüter. „Das ist das, was wir tun können.“ Die Sanktionen hätten bereits Wirkung erzielt. Das zeige, dass die Haltung zwischen Konsequenz und der gebotenen Vorsicht richtig sei. „Ich glaube, dass das die richtigen Entscheidungen sind.“

11:16 Uhr: Spanien kündigt Waffenlieferungen für die Ukraine an

Spanien hat wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine Waffenlieferungen an Kiew angekündigt. Spanien werde „den ukrainischen Widerstand“ mit „militärischem Offensivmaterial“ ausstatten, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Mittwoch im spanischen Parlament. Bislang hatte Spanien militärische Unterstützung nur im Rahmen der EU-Militärhilfen in Höhe von 500 Millionen Euro angekündigt.

Sánchez verurteilte den von Russlands Präsident Wladimir Putin befohlenen Einmarsch in die Ukraine als „brutalen Versuch, den Aufbau eines europäischen Raums zu stoppen, der auf Werten basiert, die dem von ihm vertretenen Autoritarismus radikal entgegenstehen“. Am Dienstag hatte Spanien bereits angekündigt, im Zuge der Nato-Truppenaufstockung an der Ostflanke des Militärbündnisses 150 zusätzliche Soldaten nach Lettland zu entsenden.

10:51 Uhr: Kreml bereit für Verhandlungen mit Ukraine noch am Mittwoch

Russland zeigt sich nach Kremlangaben bereit für eine Fortsetzung der Verhandlungen mit der Ukraine noch am Mittwoch. „Heute Nachmittag, am späten Nachmittag, wird unsere Delegation vor Ort sein und auf die ukrainischen Unterhändler warten“, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Mittwochmittag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. „Unsere Delegation wird bereit sein, das Gespräch heute Abend fortzusetzen.“ Den Ort nannte Peskow zunächst nicht. „Ich möchte es nicht im Voraus tun.“

Nach den ersten Gesprächen am Montag hatten beide Seiten die belarussisch-polnische Grenze als Ort für Verhandlungen genannt. Die russische Delegation soll demnach wieder der frühere Kulturminister Wladimir Medinski leiten. Die erste Runde war ohne greifbare Ergebnisse geblieben.

Peskow stellte klar, dass Russland auf den von Präsident Wladimir Putin formulierten Forderungen bestehe. Die Regierung in Kiew muss demnach die „Volksrepubliken“ Luhansk und Donezk sowie Russlands Souveränität über die Schwarzmeer-Halbinsel Krim anerkennen. Zudem fordert Russland eine „Demilitarisierung“ der Ukraine.

10:39 Uhr: In Polen bereits 500 000 Flüchtlinge aus der Ukraine eingetroffen

In Polen sind nach Regierungsangaben seit Beginn des Ukraine-Kriegs rund 500 000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland angekommen. „Wir sind verpflichtet, unseren Nachbarn zu helfen, und wir tun es auch. Wir haben einen humanitären Korridor eingerichtet, wir haben alle Verfahren beschleunigt, die wir von unserer Seite aus beschleunigen konnten“, sagte Morawiecki am Mittwoch vor einem gemeinsamen Besuch mit EU-Ratspräsident Charles Michel am Grenzübergang Korczowa. Michel sagte, die EU-Mitgliedsländer müssten solidarisch zusammenstehen, die Ukrainer aufnehmen und humanitäre Unterstützung leisten.

„Polen hilft allen Menschen, die vor dem Krieg fliehen, allen Kriegsflüchtlingen, egal, aus welchem Herkunftsland sie kommen“, sagte Morawiecki. Alle würden gleich behandelt. Er warnte, man solle russischen Propagandakampagnen über das Vorgehen an der Grenze keinen Glauben schenken. „Wir haben Tausende von Beweisen und Zeugnissen für alle diese Situationen.“

10:23 Uhr: Britischer Minister: Besatzung der Ukraine wird für Russland schwer

Eine langfristige Besatzung der Ukraine wäre für Russland nach Ansicht des britischen Verteidigungsministers Ben Wallace eine enorm große Herausforderung. „Mit überwältigenden Kräften in ein Land einzumarschieren ist eine Sache, aber ein Volk von 44 Millionen Menschen zu besetzen, das einen nicht haben will, ist eine ganz andere Sache“, sagte der Politiker am Mittwoch im BBC-Interview. Russland müsse sich auf „Jahre des Widerstands“ einstellen.

Die Strategie der Russen sei es, große Städte zu umzingeln und willkürlich zu bombardieren und sich dann der Bevölkerung zu nähern, von der man hoffe, dass sie „gebrochen“ sei, und alles zu übernehmen.

10:21 Uhr: Biden: „Russischer Diktator“ Putin isolierter als je zuvor

US-Präsident Joe Biden hat bei seiner Rede zur Lage der Nation den russischen Staatschef Wladimir Putin wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine scharf angegriffen. Biden bezeichnete Putin am Dienstagabend (Ortszeit) vor dem Kongress als „russischen Diktator“, der inzwischen international so isoliert sei wie nie zuvor. Der Präsident kündigte zudem eine Sperrung des US-Luftraums für russische Flugzeuge an.

Putin habe versucht, mit dem Angriff auf die Ukraine „die Grundfesten der freien Welt zu erschüttern“, sagte Biden in seiner ersten sogenannten State of the Union Address vor beiden Kongresskammern. Der russische Präsident habe sich aber „schwer verkalkuliert“.

10:00 Uhr: Russischer Angriff nahe Holocaust-Gedenkstätte Babyn Jar

Bei einem russischen Angriff in der Ukraine ist nach Informationen der Museumsleitung ein Gebäude in unmittelbarer Nähe der Holocaust-Gedenkstätte Babyn Jar beschädigt worden. Das betroffene Gebäude sei zu Zeiten der Sowjetunion als Sportzentrum gebaut worden und sollte jetzt Teil der Gedenkstätte werden, sagte Nathan Scharanski, Leiter des Aufsichtsrat der Gedenkstätte, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Es sei nun durch einen Brand beschädigt worden, das genaue Ausmaß sei aber noch unklar. Scharanski ist selbst nicht vor Ort. Nach ukrainischen Angaben schlugen zwei mutmaßliche Raketen beim Fernsehzentrum von Kiew in unmittelbarer Nähe von Babyn Jar ein. Fünf zufällige Passanten wurden dabei getötet, fünf weitere verletzt.

Am 29. und 30. September 1941 erschossen deutsche Einsatzgruppen mit Soldaten, Polizisten und SS-Männern in Babyn Jar (Altweiberschlucht) 33 771 jüdische Bewohner der besetzten Stadt. Bis zur Befreiung der ukrainischen Hauptstadt durch die Rote Armee im November 1943 wurden in Babyn Jar rund 100 000 Menschen ermordet. Die Schlucht gilt als das größte Massengrab in Europa.

9:31 Uhr: Vakuumbombe gezündet? 21 Tote und 112 Verletzte bei Raketenangriff auf Charkiw

Bei schweren russischen Angriffen auf die ostukrainische Millionenstadt Charkiw sind nach ukrainischen Angaben mindestens 21 Menschen getötet worden. 112 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Chef der Gebietsverwaltung, Oleh Synjehubow, am Mittwoch mit. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Am Dienstag hatte das ukrainische Außenministerium bei Twitter ein Video veröffentlicht, das einen Raketeneinschlag direkt auf dem zentralen Freiheitsplatz zeigt. Beobachter gehen davon aus, dass hierbei eine Vakuumbombe zum Einsatz kam. Gemäß Genfer Protokoll ist der Einsatz solcher Massenvernichtungswaffen in der Nähe von ziviler Infrastruktur oder gegen Zivilisten verboten.

Am Mittwoch gab es erneut Berichte über schweren Beschuss in der zweitgrößten Stadt des Landes. Ziel war nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums unter anderem ein Polizeigebäude. Dabei wurden nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes erneut Wohnhäuser getroffen.

9:10 Uhr: Russische Armee meldet Einnahme der ukrainischen Hafenstadt Cherson

Die russische Armee hat am Mittwoch die Einnahme der Hafenstadt Cherson im Süden der Ukraine gemeldet. „Einheiten der russischen Streitkräfte haben die Regionalhauptstadt Cherson vollständig unter ihre Kontrolle gebracht“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, in einer im Fernsehen übertragenen Erklärung am Morgen. Die „zivile Infrastruktur“ und die öffentlichen Verkehrsmittel funktionierten weiterhin normal.

Die Schwarzmeer-Stadt war in den vergangenen Tagen bereits von russischen Soldaten eingekesselt worden. In der Nacht zu Mittwoch hatten russische Truppen dann die Kontrolle über den Bahnhof und den Hafen übernommen, wie örtliche Medien unter Berufung auf den Bürgermeister der Stadt, Ihor Kolychajew, zitierten.

8:59 Uhr: Polizeigewerkschaften warnen vor Anschlägen in Deutschland

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Russland-Konflikts haben die Polizeigewerkschaften vor Anschlägen auf Einrichtungen beider Staaten in Deutschland gewarnt. Denkbar seien gewaltsame Konflikte zwischen Sympathisanten beider Gruppen in der Bundesrepublik, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch). Dazu zählten auch Anschläge auf Repräsentanzen und offizielle Einrichtungen beider Staaten. Die Polizeien von Bund und Ländern müssten für den Ernstfall bereit sein, täglich würden die Auswirkungen des Konflikts auf die innere Sicherheit hierzulande neu bewertet.

Auch die konkurrierende Polizeigewerkschaft (DPolG) teilte diese Einschätzung. Ihr Vorsitzender Rainer Wendt erklärte, er gehe von weiteren möglichen Zielen aus. „Deutschland kann durchaus auch Ziel terroristischer Anschläge werden, etwa durch Beschädigung oder Zerstörung von Einrichtungen der kritischen Infrastruktur“, sagte Wendt der Zeitung. In den vergangenen Jahren habe es immer wieder Attacken auf die IT-Systeme verschiedener Institutionen oder Industrien gegeben. Auch die Energieversorgung könne ein potenzielles Ziel sein.

8:35 Uhr: Rund 1300 ukrainische Geflüchtete kommen mit Zügen in Berlin an

Rund 1300 Geflüchtete aus der Ukraine sind am Dienstagabend mit mehreren Zügen am Berliner Hauptbahnhof eingetroffen. Die Züge seien aus Polen gekommen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Der rbb hatte berichtet, es seien Sonderzüge gewesen. Auf Nachfrage sagte ein Bahn-Sprecher der dpa, es habe sich um reguläre Verbindungen gehandelt. Helfer versorgten die Menschen am Bahnhof mit Essen und Trinken.

Schon tagsüber waren ukrainische Geflüchtete mit regulären Zügen in der Hauptstadt angekommen. Laut der Deutschen Bahn werden in der Nacht zu Mittwoch keine weiteren Fernzüge aus Polen erwartet. Die Deutsche Bahn ermöglicht Geflüchteten mit ukrainischem Pass oder Personalausweis seit Sonntag, kostenlos alle Fernzüge aus Polen in Richtung Deutschland zu nutzen. Wie die Bahn mitteilte, verkehren täglich bis zu acht Eurocity-Fernzüge aus Polen nach Deutschland im Regelverkehr - alle über den Grenzübergang Frankfurt/Oder.

8:03 Uhr: Verräterische Militär-Karte: Will Russland auch Teile Moldawiens besetzen?

Aufnahmen aus einer aktuellen Tagung des Sicherheitsrates von Belarus zeigen den mit Russland verbündeten Machthaber des Landes vor einer Karte, die die russischen Angriffsziele gegen die Ukraine zeigen. Darauf sind auch Truppenbewegungen in Richtung der Exklave Transnistrien markiert. Formell gehört Transnistrien weiterhin zu Moldawien. Ein Aufstand mit russischer Unterstützung führte nach dem Zerfall der Sowjetunion 1990 zur Abspaltung von Moldawien. Der Karte zufolge würden russische oder belarussische Truppen auf moldawisches Staatsgebiet marschieren – offenbar um einen Anschluss von Transnistrien zu erreichen.

7:39 Uhr: Panik in Russland! Kremlchef Putin stoppt Ausfuhr von mehr als 10.000 Dollar pro Person

Die Sanktionen gegen Russland versetzen die Menschen in dem Land offenbar in Panik: Massenhaft versuchen Bankkunden, Geld von ihren Konten abzuräumen. An den Bankautomaten etwa in der Moskau bilden sich wegen der westlichen Sanktionen gegen russische Banken seit Tagen lange Warteschlangen. Zahlreiche Menschen verlassen wegen Putins Angriff auf die Ukraine auch Russland, weil sie Angst vor einer Verschärfung der Lage haben. Deshalb versuchen sie, ihr Bargeld in Sicherheit zu bringen.

Nun hat Russlands Präsident Putin die Ausfuhr von ausländischem Bargeld im Wert von umgerechnet 10 000 Dollar (knapp 9000 Euro) verboten. Ausländische Währungen sind von dem Verbot betroffen, wie es in einem vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichneten Dekret heißt. Damit soll ein Abfluss von Kapital verhindert werden. Der Rubel erlebt wegen Putins Krieg gegen die Ukraine eine beispiellose Entwertung im Vergleich zu ausländischen Währungen. Die Menschen in Russland fürchten um ihre Ersparnisse durch den Krieg.

6:23 Uhr: Jeder sechste Deutsche für Entsendung deutscher Truppen in Ukraine

Jeder sechste Deutsche ist einer Umfrage zufolge für ein militärisches Eingreifen der Bundeswehr in den Krieg um die Ukraine. 17 Prozent der vom Institut YouGov Befragten würden befürworten, wenn Deutschland als Reaktion auf die Situation Truppen in die Ukraine entsenden würde, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. 63 Prozent lehnten diesen Schritt eher oder vollständig ab.

Jeder zweite Befragte (50 Prozent) sprach sich für die Entsendung zusätzlicher Truppen zur Unterstützung der Nato-Mitglieder in Osteuropa aus. 19 Prozent sind für eine deutsche Koordination von Luftangriffen gegen russische Ziele. 65 Prozent fänden es gut, wenn Deutschland weitere Wirtschaftssanktionen verhängen würde.

5:59 Uhr: US-Präsident Biden will Oligarchen-Jachten, Luxuswohnungen und Privatjets beschlagnahmen

US-Präsident Joe Biden hat angekündigt, dass nach der Europäischen Union und Kanada auch die USA ihren Luftraum für russische Flugzeuge sperren würden. Bei seiner ersten Ansprache zur Lage der Nation sagte Biden russischen Oligarchen aus Putins Umfeld den Kampf an. Die USA arbeiteten mit europäischen Verbündeten zusammen, „um ihre Jachten, ihre Luxuswohnungen und ihre Privatjets zu finden und zu beschlagnahmen“, sagte Biden. „Wir kommen, um ihre unrechtmäßigen Gewinne zu holen.“

Mittwoch 5:37 Uhr: Tote bei Angriffen in der Nacht in Charkiw, Cherson und Schytomyr

Im ostukrainischen Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, griffen russische Soldaten nach einem Medienbericht ein medizinisches Zentrum des Militärs an. Es sei zum Kampf mit ukrainischen Einheiten gekommen, meldete die Agentur Unian. Bei Charkiw sei es den Ukrainern gelungen, sechs neue russische Panzer vom Typ T-80BWM zu erbeuten.

In der südukrainischen Stadt Cherson feuerte ein russischer Panzer nach Angaben der Agentur Ukrinform in ein Gebäude des ukrainischen Geheimdienstes SBU. Der Berater des Innenministeriums, Anton Heraschtschenko, sprach von zahlreichen toten Zivilisten, die Cherson unter anderem mit Molotow-Cocktails verteidigt hätten. Die Stadt an der Mündung des Flusses Dnipro ist Berichten zufolge eingekesselt.

Bei einem Luftangriff in der Großstadt Schytomyr rund 140 Kilometer westlich von Kiew wurden nach Angaben der Behörden zwei Menschen getötet und zehn verletzt. Der Angriff galt demnach der 95. Brigade der ukrainischen Armee. Vermutlich Marschflugkörper des russischen Typs Kalibr hätten mehrere Gebäude beschädigt.


23.07 Uhr: Apple stoppt Verkauf seiner Produkte in Russland

Apple hat wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine die Verkäufe seiner Produkte in Russland ausgesetzt. Die Exporte in alle Handelskanäle des Konzerns in dem Land seien bereits vergangene Woche gestoppt worden, teilte das US-Unternehmen am Dienstag mit. Auch seien der in Russland sehr populäre Bezahl-Service Apple Pay und andere Dienste eingeschränkt worden.

22.38 Uhr: Außenministerin Baerbock vor UN-Vollversammlung: „In einer Frage von Krieg und Frieden kann niemand neutral sein“

Bundesaussenministerin Annalena Baerbock spricht vor der UN-Generalversammlung in New York. imago/Gaertner

Vor der Dringlichkeitssitzung der UN-Vollversammlung hat Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) den russischen Angriff auf die Ukraine scharf verurteilt. „In einer Situation, wo es um Krieg und Frieden geht, muss man sich entscheiden, ob man auf der Seite des Aggressors steht oder auf der Seite von Familien, von Kindern, die sich in U-Bahn-Schächten vor Bomben- und Raketenangriffen verstecken.“ Die Außenministerin fügte hinzu: „In einer Frage von Krieg und Frieden kann niemand neutral sein. Deswegen bin ich heute hier, um dafür zu werben, Position zu beziehen für die Menschen in der Ukraine und für die Charta der Vereinten Nationen.“

21.29 Uhr: Vivantes schickt Sattelschlepper mit medizinischen Hilfsgütern

Der landeseigene Berliner Klinikkonzern Vivantes hat medizinische Hilfsgüter aus den eigenen Lagerbeständen für die von Russland angegriffene Ukraine zur Verfügung gestellt. Mehr als 30 Paletten seien unter anderem mit Medikamenten, Medizinprodukten, Verbandsmaterial, Infusionslösungen, Hygieneartikeln und Trinkwasser bestückt worden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. „Sie sollen noch heute mit einem Sattelschlepper in die Region transportiert werden.“

21.14 Uhr: Polen nimmt 2000 Waisenkinder auf

Polen nimmt angesichts der dramatischen Lage in der Ukraine 2000 Waisenkinder aus dem Land auf. Eine erste Gruppe von 300 Kindern solle bereits am Mittwoch ankommen, erklärte die Hilfsorganisation Caritas Polen am Dienstag. Die Ukraine stehe vor einer „humanitären Katastrophe“, sagte Caritas Polen-Chef Marcin Izycki der Nachrichtenagentur PAP. Polen wolle daher „den Verletzlichsten in unserem Land Schutz bieten“. Die Kinder kommen laut der Organisation vor allem aus Waisenhäusern im Osten der Ukraine, die bisher am schwersten von dem russischen Angriff betroffen ist.

20.47 Uhr: Radsport-Verband schließt russische und belarussische Teams aus

Der Radsport-Weltverband UCI verbannt russische und belarussische Teams von allen professionellen Rennen und Rundfahrten. Das gab die UCI am Dienstag bekannt, die Suspendierung betrifft mit sofortiger Wirkung unter anderem das russische ProTeam Gazprom-RusVelo. Verschiedene Veranstaltungen in Russland und Belarus sowie die nationalen Meisterschaften in beiden Ländern wurden in Folge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine abgesetzt.

19:48 Uhr: Dramatischer Appell: Tierheim bittet um Hilfe für Haustierhalter

immer mehr Menschen müssen aus ihrer Heimat fliehen, sich vor Bomben und Raketen in Sicherheit bringen. Und bringen damit neben einigem Hab und Gut auch ihre geliebten Haustiere mit… denn niemand lässt Hund und Katze allein im Krieg zurück. Das Berliner Tierheim appelliert nun an den Senat und die Berliner, Menschen mit Vierbeinern nicht zu vergessen - es geht um Konzepte für die gemeinsame Unterbringung, aber es werden auch Spenden gesammelt. Hier lesen Sie, wie Sie Tierhaltern helfen können.

19:47 Uhr: Russische Behörden sperren unabhängige Medien

Die russischen Behörden haben zwei unabhängige Medien wegen ihrer Berichterstattung über den russischen Einmarsch in der Ukraine gesperrt. Wie russische Nachrichtenagenturen am Dienstag berichteten, wies der Generalstaatsanwalt die russische Medienaufsicht an, den Zugang zum Fernsehsender Doschd sowie zum Radiosender „Moskauer Echo“ zu blockieren. Als Grund gab er demnach an, die beiden Sender verbreiteten „absichtlich falsche Informationen“ über den russischen Einmarsch.

Doschd bestätigt auf Twitter den Schritt der Generalstaatsanwaltschaft. Der Chefredakteur von „Moskauer Echo“, Alexej Wenediktow, erklärte im Messengerdienst Telegram, der Sendebetrieb sei eingestellt worden. Die Websites beider Medien konnten am Abend in Russland nicht aufgerufen werden.

Die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor hatte am Samstag allen einheimischen Medien die Charakterisierung des Großangriffs auf die Ukraine als „Angriff“, „Invasion“ oder „Kriegserklärung“ untersagt. Sie verlangte, dass die Begriffe aus allen Berichten gelöscht werden, ebenso wie alle Hinweise auf von den russischen Streitkräften getötete Zivilisten.

19:03 Uhr: Mexiko schließt Sanktionen gegen Russland aus

Mexiko will für den Angriff auf die Ukraine keine Sanktionen gegen Russland erheben. „Wir werden keine wirtschaftlichen Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, weil wir gute Beziehungen zu allen Regierungen der Welt unterhalten wollen“, sagte Mexikos populistischer Präsident Andrés Manuel López Obrador am Dienstag in seiner täglichen Pressekonferenz. Seine Regierung hat die Invasion in die Ukraine verurteilt, sich bisher mit deutlicher Kritik an Russland jedoch zurückgehalten.

18:52 Uhr: Ukraine hofft auf Waffenstillstand durch Vermittlung Chinas

Im Krieg mit Russland hofft die Ukraine auf eine Vermittlung Chinas, um einen Waffenstillstand zu erreichen. Wie das Pekinger Außenministerium mitteilte, hat der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba am Dienstag in einem Telefonat mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi von einer „konstruktiven Rolle“ Chinas gesprochen. Die Ukraine wolle die Kommunikation mit Peking verstärken und „sieht der Vermittlung Chinas zur Verwirklichung einer Feuerpause entgegen“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Chinas Außenminister „bedauerte den Ausbruch des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland“. China sei äußerst besorgt über das Leid der Zivilisten. „Wir haben immer den Respekt für die Souveränität und territoriale Integrität aller Länder befürwortet“, wurde Wang Yi weiter zitiert. China rufe die beiden Länder zu einer Lösung des Problems durch Verhandlungen auf und unterstütze alle „konstruktiven internationalen Bemühungen“, die einer politischen Lösung dienten.

18:36 Uhr: Robert Habeck nennt Angriffe „verabscheuungswürdig“

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat Russland „verabscheuungswürdige“ Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung vorgeworfen und Moskau neue Sanktionen angedroht. Die „Verzweiflung“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin und seines „Regimes“ scheine „immer größer zu werden, so dass die Angriffe auf die Zivilbevölkerung jetzt zum Mittel der Kriegsführung werden“, sagte der Vizekanzler bei seinem Antrittsbesuch in Washington.

Das sei „etwas, das - so fürchterlich Krieg an sich schon ist - absolut verabscheuungswürdig ist und sicherlich nicht dazu führt, dass der Westen weicher wird in seiner Entschlossenheit und in seinen Maßnahmen“, sagte Habeck. Die Europäer und die USA würden in einer „neu gefundenen Partnerschaft mit geeinter Stärke“ handeln.

18:14 Uhr: Mindestens fünf Tote bei Angriff auf Fernsehturm

Bei dem Raketenangriff auf den Fernsehturm von Kiew sind nach ersten Erkenntnissen sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Fünf weitere seien verletzt worden, teilte der Zivilschutz am Dienstag mit. Die Agentur Unian veröffentlichte ein Video, das eine dunkle Rauchwolke direkt neben dem Turm zeigt. Der Turm selbst blieb aber stehen, wie eine Kommentatorin in der Aufnahme sagt. Zwei Raketen sollen an dem Ort eingeschlagen sein. Der stellvertretende Leiter des Präsidentenbüro, Kyrylo Tymoschenko, sagte, die Ausstrahlung eines Teils der Sender sei bereits wieder hergestellt worden.

16:53: Kiew: Fernsehturm der Hauptstadt durch russischen Angriff getroffen

Der Fernsehturm von Kiew ist nach ukrainischen Angaben am Dienstag durch einen russischen Angriff getroffen worden. Über Nachrichtenagenturen wurden drastische Bilder gesendet: Feuerwehr löschten brennende Leichen von Menschen in der Nähe des Fernsehturms nach dem Angriff. Die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen sei dadurch „für eine gewisse Zeit“ unterbrochen, teilte das ukrainische Innenministerium mit. Die Struktur des im Zentrum von Kiew stehenden Fernsehturms sei aber intakt geblieben.

16:50 Uhr: Keine Volkswagen, Jaguar und Land Rover mehr für Russland

Wegen des Ukraine-Kriegs haben Volkswagen und der britische Luxusautohersteller Jaguar Land Rover den Verkauf ihrer Autos in Russland vorerst gestoppt. „Die Volkswagen Group Rus hat die Auslieferung von Fahrzeugen an Händler ihrer Marken bis auf Weiteres temporär ausgesetzt“, sagte am Dienstag ein Sprecher in Wolfsburg. Die Auslieferungen sollten aber wieder aufgenommen werden, „sobald die Auswirkungen der von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten verhängten Sanktionen geklärt sind“.

16:37 Uhr: Ex-Ministerpräsident Platzeck tritt zurück

Nach einem Medienbericht ist der frühere Brandenburgische Ministerpräsident und Ex-SPD-Chef Matthias Platzeck als Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums zurückgetreten. Das berichtet die Märkische Oderzeitung. In dieser Funktion hatte Platzeck sich für die Stärkung deutsch-russischer Wirtschaftsbeziehungen stark gemacht.

16:37 Uhr: China „bedauert“ Ukrainekrieg und fordert Verhandlungslösung

China hat der Ukraine sein Bedauern wegen des Krieges im Land ausgesprochen. Die Regierung in Peking „bedauert zutiefst, dass der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland ausgebrochen ist“, sagte Außenminister Wang Yi zu seinem ukrainischen Kollegen Dmytro Kuleba laut dem staatlichen Fernsehsender CCTV in einem Telefonat am Dienstag. Besonders das Leid der Zivilbevölkerung habe Chinas „größte Aufmerksamkeit“.

„China unterstützt alle konstruktiven internationalen Bemühungen, die einer politischen Lösung dienlich sind“, sagte Wang demnach weiter. Kuleba habe wiederum gesagt, die Ukraine würde es begrüßen, wenn China „Vermittlungen aufnehmen würde, um einen Waffenstillstand zu erreichen“, berichtete CCTV. Das Gespräch habe auf Anfrage Kiews hin stattgefunden. Nach offiziellen Angaben befanden sich rund 6000 Chinesen in der Ukraine. 700 bis 800 seien mittlerweile auf dem Landweg über Moldau außer Landes gebracht worden.

16:08 Uhr: US-Soldaten beginnen Militärmanöver „Saber Strike“ mit 2000 Soldaten in der Slowakei

Vor dem Hintergrund des Konflikts im Nachbarland Ukraine hat in der Slowakei ein zweiwöchiges Großmanöver der slowakischen und US-Streitkräfte begonnen. Stefan Zemanovic, der Sprecher des slowakischen Verteidigungsministeriums, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage, die Übung „Saber Strike“ (Säbelhieb) habe planmäßig am Dienstag begonnen. Allerdings seien weniger US-Soldaten ins Land gekommen als ursprünglich geplant. Statt 3000 würden nur etwas mehr als 2000 Soldaten daran teilnehmen, davon rund ein Drittel slowakische und zwei Drittel amerikanische. Das Manöver sei langfristig geplant worden, heißt es. Mit dem Krieg im Nachbarland Ukraine habe es nichts zu tun.

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