Zwei Kampfjets der US-Navy überfliegen die Militärbasis Mihail Kogalniceanu, von der die Flugzeuge gestartet waren. dpa/Andreea Alexandru

Eskaliert der Ukraine-Krieg an der Ostflanke der NATO, unmittelbar vor der Grenze zur Ukraine während der russischen Invasion? Gleich zwei Militärmaschinen aus dem NATO-Mitglied Rumänien sind hintereinander abgestürzt. Die Ursachen geben Rätsel auf, acht Militärs starben. All das geschah in 100 Kilometern Luftlinie von der ukrainischen Grenze, in der Nähe einer US-Militärbasis! Am Tag darauf wird ein Frachtschiff aus dem NATO-Mitglied Estland versenkt.

Der Absturz zweier rumänischer Militärmaschinen mit acht Toten gibt der Luftwaffe des Landes weiter Rätsel auf. Im Südosten Rumäniens stürzten am Mittwoch kurz nacheinander ein Militärhubschrauber sowie ein Kampfjet ab. Insgesamt acht Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.

Bis zur Klärung der Unglücksursachen dürfen Maschinen vom Typ der abgestürzten Flieger nicht mehr starten, erklärte das Verteidigungsministerium in Bukarest am Donnerstag. Zudem wurde eine Übung mit deutschen und italienischen Militärs abgesagt, die am Donnerstag an den Fliegerhorsten Mihail Kogalniceanu und Fetesti geplant war. Diese beiden Luftwaffenstützpunkte liegen nahe der Absturzstellen.

Typ MiG-21 Lancer verschwand vom Radar, dann stürzte Rettungshubschrauber ab

Zunächst verschwand ein Kampfjet der Luftwaffe vom Typ MiG-21 Lancer vom Radar, nachdem er in Mihail Kogalniceanu zu einer Patrouillenmission gestartet war. Ein mit sieben Militärs besetzter Hubschrauber vom Typ IAR-330 Puma startete daraufhin zur Such- und Rettungsmission. Wegen schlechten Wetters wurde der Helikopter vom Kontrollturm zur Rückkehr beordert - jedoch verschwand die Maschine kurz danach vom Radar und stürzte am Mittwochabend ab. Alle Crewmitglieder kamen ums Leben. Stunden später stellte sich heraus, dass auch der Kampfjet abgestürzt war. Dessen 31 Jahre alter Pilot starb.

Beide Vorfälle ereigneten sich etwa 100 Kilometer Luftlinie von der Grenze zur Ukraine entfernt am Schwarzen Meer. Auf dem Stützpunkt Mihail Kogalniceanu ist seit Jahren US-Militär stationiert. Seit der Verschärfung des Russland-Ukraine-Konflikts wurden dort die Nato-Truppenkontingente sowie die Ausrüstung verstärkt.

Estnisches Frachtschiff wohl nach Beschuss vor Odessa gesunken

Nahe der südukrainischen Hafenstadt Odessa ist ein ausländisches Frachtschiff offenbar nach Beschuss gesunken. Die „Helt“, die einem estnischen Unternehmen gehört und unter panamaischer Flagge fuhr, sei unter der Wasserlinie getroffen worden und dann vom Radar verschwunden, teilte die ukrainische Hafenverwaltung am Donnerstag mit. Ein Sprecher des estnischen Außenministeriums sagte, die sechs Besatzungsmitglieder seien gerettet worden und in Sicherheit. Darunter seien keine estnischen Staatsbürger gewesen.

Demnach ereignete sich der Vorfall rund 20 Seemeilen (etwa 37 Kilometer)vor der ukrainischen Küste im Schwarzen Meer. Die genauen Umstände seien noch unklar, sagte der Sprecher. Auch die ukrainische Behörde machte keine Angaben dazu, wer das Schiff beschossen hat. Estland ist wie Rumänien NATO-Mitglied.