Zahllose Helfer empfangen die ukrainische Flüchtlinge zum Beispiel am Berliner Hauptbahnhof. Imago/Stefan Zeitz

Berlin gibt einem nicht so oft gute Gründe, stolz auf diese Stadt zu sein. In diesen Tagen ist es aber so. Die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine, die Hilfsbereitschaft für die Geflüchteten, das Anpacken, ohne viel darüber zu reden, das alles ist zutiefst beeindruckend.

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Dass diese Kriegstragödie in Europa stattfindet, nur knapp 1500 Kilometer von uns entfernt, spielt dabei sicher eine große Rolle. Es gibt Kritiker, die auf den Grundsatz verweisen, dass alle Menschen in Not den gleichen Anspruch auf Hilfe haben müssen. Das stimmt.

Diese Helfer sind Helden

Aber kann das ein Grund sein, die Empathie der Berliner, der Deutschen insgesamt jetzt argwöhnisch zu beäugen? Natürlich nicht. Es ist gut, dass so viele Menschen helfen wollen. Punkt. Und ist es nicht einfach nur menschlich, dass das Schicksal von Nachbarn uns stärker berührt? Und dass es uns wohl auch deutlicher spüren lässt, dass tödliche Gefahren nicht nur in der in der Ferne lauern, sondern jeden von uns treffen könnte?

In Decken gehüllt sitzen diese Kinder aus dem ukrainischen Kriegsgebiet im Berliner Hauptbahnhof. dpa/Paul Zinekn

Ja, die Nähe beflügelt die Hilfsbereitschaft. Deshalb ist es trotzdem nicht selbstverständlich, dass Berliner Geld, Kleidung, Spielzeug, Handys geben, um das Leid zumindest ein bisschen zu lindern. Es ist nicht selbstverständlich, dass viele zusammenrücken, um traumatisierten Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten.

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Diese Helfer sind Helden. Stille Helden. Sie krakeelen nicht im Internet. Sie packen an. Sie erklären nicht, was alles falsch läuft. Sie machen es einfach besser.

Ewige Nörgler – gefangen in Bitterkeit

Natürlich gibt es auch diesmal wieder ewige Nörgler, Kriegstreiber, Flüchtlingshasser, Putinversteher... Aber sie werden – gefangen in Bitterkeit – nie erfahren, wie es ist, mit einem Lächeln belohnt zu werden.

Bisher sind erst einige Tausend der Kriegsopfer bei uns angekommen. Es werden mehr werden. Sehr viel mehr. Dann muss die Stadt durchhalten – und helfen. Aber ich bin sicher: Wir können das. Danke, Berlin!