Russische Soldaten auf einem Militärlastwagen
Russische Soldaten auf einem Militärlastwagen Konstantin Mihalchevskiy/Sputnik/dpa

Seit einer Woche tobt der Krieg in der Ukraine. Tausende Menschen haben bereits ihr Leben lassen müssen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von fast 9000 getöteten Russen. Viele von denen, die an vorderster Front kämpfen, scheinen jung und unerfahren zu sein. Die, die in der Ukraine in Gefangenschaft geraten sind, sollen jetzt freigelassen werden. Unter einer Vorrausetzung: Ihre Mütter holen sie persönlich aus dem Kriegsgebiet in Kiew ab.

„Die Ukraine hat beschlossen, Kriegsgefangene an ihre Mütter auszuliefern, wenn sie in die Ukraine kommen“, heißt es in einem Informationsschreiben, das das ukrainische Verteidigungsministerium auf seiner Informationsplattform „Army Inform“ verbreitet.

Darin heißt es: „Ich bitte Sie, diese Information Tausenden von unglücklichen russischen Müttern zu übermitteln, deren Söhne in der Ukraine gefangen genommen wurden.“

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DAS müssen Mütter tun, um ihre Söhne aus dem Ukraine-Krieg zu befreien

In drei Schritten können demnach Mütter ihre Söhne befreien. Zunächst müssen sie herausfinden, ob ihr Sohn tatsächlich in ukrainischer Gefangenschaft ist. Dazu müssen sie eine der angegebenen Telefonnummern anrufen, zu einem Telegrammkanal gehen oder eine E-Mail schreiben.

„Wenn Sie dann die Bestätigung erhalten haben, dass sich Ihr Sohn in unserer Gefangenschaft befindet, müssen die Mütter der russischen Soldaten nach Kiew kommen“, heißt es weiter. Und: „Nach dem Einmarsch von Putins faschistischer Armee und der Sperrung des Luftraums geht das nur noch so.“

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Viele russische Soldaten sollen jung und unerfahren und unwissentlich in den Krieg geraten sein.
Viele russische Soldaten sollen jung und unerfahren und unwissentlich in den Krieg geraten sein. IMAGO/SNA

Mütter sollen dann nach Kaliningrad oder Minsk fahren und von dort mit Bus oder Taxi zur polnischen Grenze. Dann müssen Sie durch das Territorium Polens zum Kontrollpunkt mit der Ukraine gelangen. Dort werden sie abgeholt und nach Kiew begleitet, wo ihnen ihr Sohn übergeben wird.

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Viele russische Soldaten sollen unfreiwillig in den Krieg geraten sein

„Anders als Putins Faschisten kämpfen wir Ukrainer nicht gegen Mütter und ihre gefangenen Kinder“, endet das Schreiben der Ukrainer.

Berichten zufolge sollen in der Ukraine viele junge und unerfahrene russische Soldaten kämpfen. Sie seien unter dem Vorwand einer Militärübung unwissentlich in den Krieg geraten. Aus den USA gibt es Berichte von russischen Einheiten, die kampflos ihre Waffen niederlegen. Angeblich hätten russische Truppen gar Löcher in die Benzintanks ihrer Fahrzeuge gestanzt, um den Kampf zu vermeiden und nicht weiter vorrücken zu können.