Sie ist heute einer der bekanntesten TV‑Stars Deutschlands. Doch der Weg von Simone Thomalla begann weit entfernt vom Glamour, mitten im grauen DDR-Alltag. Auch heute denkt die 60-Jährige noch gerne an ihre Anfänge in der Schauspielbranche zurück und hält die Erinnerungen auch gerne mal mit dem einen oder anderen DDR-Kochrezept wach.
Simone Thomallas Weg aus der DDR auf den roten Teppich
Wir treffen Simone Thomalla bei der Actors Night 2026 im Vorfeld der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Als Schauspielerin geht sie bei der Berlinale schon seit Jahren quasi ein und aus. Das war natürlich nicht immer so und vor allem zu Simone Thomallas Karriereanfang in der DDR nicht möglich. Die Berlinale findet seit 1951 ausschließlich in West-Berlin statt.
Trotzdem ist Simone Thomalla auch heute noch für jeden Schritt dankbar, wie sie dem Berliner KURIER erzählt: „Das war eine schöne, wilde Zeit. Ich habe ja gleich nach dem Abitur auf der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch studiert und bin dann nach Dresden ans Theater gegangen. Dann war die Wende, und die Welt war auf einmal ganz groß. Ich bin sehr dankbar für den Weg, den ich gegangen bin, und für viele erfolgreiche Jahre, in denen ich sehr viele Filme drehen konnte. Ich hatte das große Glück, nie in eine Krise zu fallen oder nicht beschäftigt zu sein.“

Auch mehr als drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall bleibt die DDR ein Dauerbrenner – in Talkshows, Dokus und Serien. Kaum ein anderes untergegangenes Land sorgt heute noch für so viel Gesprächsstoff.
Nicht zuletzt DDR‑Rezepte feiern heute ein echtes Comeback. Jägerschnitzel, Broiler, Grützwurst oder Kalter Hund – viele dieser einfachen, herzhaften Gerichte liegen wieder voll im Trend. Warum? Weil sie nach Kindheit und Heimat schmecken, auch Simone Thomalla geht es so. „Ich mache gerne Senfeier, das ist ein Kinderessen, das man noch gerne auf dem Teller hat.“
Warum die DDR bei Simone Thomalla bis heute nachwirkt
Die einen erinnern sich an Plattenbau-Charme, Mangelware und staatliche Kontrolle, die anderen an Zusammenhalt und Ost-Rock. Doch warum ist die DDR noch immer so ein großes Thema? Simone Thomalla erklärt: „Eine heile Welt gab es ja bei uns auch nicht. Wir hatten alle unsere Probleme, auch wenn sie anders waren. Ich glaube, es prägt einen, wie man groß geworden ist. Wir sind die Generation, die die Unterschiede noch merkt, aber wir sollen es nicht so thematisieren.“




