Es gibt Namen von einstigen TV- und Filmstars, die viele beinahe vergessen haben. Und das, obwohl man sich an die Gesichter, die dazugehören, nur zu gern erinnert - weil sie zu DDR-Zeiten etwa in wunderschönen Märchen zu sehen waren.
Kennen Sie etwa noch Jana Brejchová? Auch wenn der Name manch einem auf Anhieb nichts sagt, erinnern sich viele gern an die Schauspielerin, die sich auch im DDR-Fernsehen als Märchenkönigin einen Namen machte. Wir erinnern noch einmal an sie.
Jana Brejchová wurde als Königin in der DDR bekannt
Schon vor ein paar Tagen geisterte die Meldung, dass Jana Brejchová im Alter von 86 Jahren gestorben ist, durch die Medien. Sie galt als tschechische Brigitte Bardot, war im deutschen Nachbarland eine echte Kino-Ikone. Schon zu DDR-Zeiten wurde sie hier zum großen Star – und verzauberte als Märchenkönigin in „Die schöne Arabella und der Zauberer“ oder in der DEFA-Komödie „Aber Doktor“ das Publikum.
Jana Brejchová wurde in Prag geboren, spielte schon in ihrer Jugend in tschechischen Filmproduktionen mit. Schon in den 50er-Jahren wurde sie in Tschechien berühmt, ein Film-Star! In den 60er-Jahren eroberte sie dann auch das Kino im Ausland, war unter anderem in deutschen Produktionen zu sehen. Den ersten Auftritt in einem DEFA-Film hatte Jana Brejchová in „Der Traum des Hauptmann Loy“. Auch in der BRD spielte sie in Filmen mit, etwa in „Schloß Gripsholm“ von 1961.

In der DDR machte sie die Komödie „Aber Doktor“ bekannt, die von der DEFA für das Fernsehen der DDR produziert wurde. Jana Brejchová spielte hier die Eiskunstlauftrainerin Biggy Koch – und stand an der Seite ihres Ehemannes vor der Kamera. Denn Vlastimil Brodsky spielte damals die Hauptrolle, gab den Zahnarzt Dr. Sebastian Flanke. Übrigens: Auch die Schauspiel-Stars Herbert Köfer, Agnes Kraus und Henry Hübchen wirkten an dem Streifen, der 1980 erschien, mit.
DDR-Zuschauer liebten Brejchová in „Die Märchenbraut“
Doch Jana Brejchová hatte auch eine märchenhafte Seite: In der Fantasy-Kinderserie „Die Märchenbraut“, die ab 1983 in der DDR ausgestrahlt wurde, war sie die böse Königin, verzauberte große und kleine Zuschauer vor den Fernsehern. Allerdings unter anderem Titel als in der BRD: In der DDR bekam die Serie den Namen „Die schöne Arabella und der Zauberer“. 16 Folgen entstanden, jeweils 25 Minuten lang. Hier spielte sich Jana Brejchová in die Herzen der Zuschauer.

Im Laufe ihrer beeindruckenden Schauspielkarriere wirkte Jana Brejchová an mehr als 110 Film- und Fernsehproduktionen mit. „Die Schöne und das Ungeheuer“ gehörte dazu, aber auch „Galoschen des Glücks“. Sogar in der bekannten Kinderserie „Pan Tau“ war sie zu sehen – und nach der Wende kam sie mit „Die Rückkehr der Märchenbraut“ noch einmal zurück zu der Serie, die in der DDR viele gern sahen.
Nun wird um die Märchenkönigin getrauert: Sie starb bereits am 6. Februar nach langer, schwerer Krankheit, wie es hieß. Ihre Tochter Tereza Brodská, die ebenfalls als Schauspielerin tätig ist, musste die traurige Nachricht den Medien überbringen. Schauspieler Jiří Ptáčník, der sie lange kannte, berichtete in einem Interview davon, dass die bekannte Schauspielerin zuletzt immer schwächer wurde.
Wegbegleiter erinnern sich an die DDR-Märchenkönigin
Im Herbst habe man ihr die Schwäche deutlich angemerkt. Er werde sie immer in seinem Herzen tragen. „Sie war eine Königin, die mit Begeisterung und Freude lebte“, sagte er. Die letzten Jahre musste sie laut Berichten in Krankenhäusern verbringen, wo nur enge Freunde sie besuchen konnten. Eine große Trauerfeier in einem Kino in Prag ist für den 17. Februar geplant.
Auch im Netz erinnert man sich an die Schauspielerin. „Ach wie traurig, gerade in der Weihnachtszeit haben wir sie noch als Königin in ,Die Märchenbraut‘ gesehen“, heißt es in einem Kommentar auf Facebook. Und eine Frau schreibt: „Sie bleibt unvergessen.“




