In einigen Filmen, die in der DDR Fans hatten, spielten Hexen eine Rolle – etwa im Defa-Streifen „Hexen“ von 1954 und in der berühmten Serie „Spuk unterm Riesenrad“. Doch die wohl berühmteste Hexe des DDR-Films ist Saxana, besser bekannt als das Mädchen auf dem Besenstiel! Wir verraten, wie es der Hexe aus dem Film heute geht.
„Das Mädchen auf dem Besenstiel“ erschien 1971
„Das Mädchen auf dem Besenstiel“ feierte im Jahr 1971 Premiere, ist auch heute noch in regelmäßigen Abständen im TV zu sehen. Und das ist kein Wunder: Der Film hatte schon in der DDR viele Fans, ob jung oder alt. Der Streifen dreht sich um die junge Hexe Saxana, die die Hexenschule besucht, allerdings keine besonders fleißige Schülerin ist. Statt zu lernen, nutzt sie ihre Tricks, um bei der Klassenarbeit zu betrügen.
Sie wird dafür zum Direktor der Schule geschickt – und muss 300 Jahre nachsitzen. Eine Begegnung mit dem Hausmeister der Schule verändert schließlich alles: Er verrät Saxana, dass 300 Jahre in der Welt der Hexen keine lange Zeit seien, in der Welt der Menschen aber schon. Das Mädchen auf dem Besenstiel wird daraufhin neugierig und will mehr über die Menschen herausfinden. Mithilfe eines Zauberspruchs gelangt sie in die Welt der Menschen – und lernt dort Honza kennen, den Sohn eines Zoodirektors. Er nimmt Saxana mit in die Schule.

Saxana sollte eigentlich zurück in die Hexenschule – will aber für immer bei den Menschen und bei Honza bleiben. Ein wildes Abenteuer beginnt – denn um den dafür nötigen Trank zu brauen, braucht das Mädchen auf dem Besenstiel ein „Altweiberohr“. Was das wohl ist? Wird es Saxana am Ende gelingen, für immer bei den Menschen zu bleiben, wird aus dem Mädchen auf dem Besenstiel ein ganz normales Mädchen – und kann sie zusammen mit Honza glücklich werden? Wer das wissen möchte, sollte mal wieder einen Blick auf den Film werfen – und sich verzaubern lassen.
Mädchen auf dem Besenstiel ist heute 76 Jahre alt
Das taten schon in der DDR viele – und das lag an Schauspielerin Petra Černocká. Die heute 76-Jährige hauchte dem Mädchen auf dem Besenstiel in dem Film, der in der Tschechoslowakei produziert wurde, Leben ein. Sie wurde in Prag geboren, studierte Operngesang und Klavier und trat nach dem Abschluss mit einer Band und als Schauspielerin im Theater auf. Zwischen 1970 und 2019 spielte sie in etlichen Film- und Fernsehproduktionen mit. Doch es war vor allem eine Rolle, die sie in ganz Deutschland bekannt machte: das Mädchen auf dem Besenstiel, die Hexe Saxana.
Film-Fans erkennen die Hexe aus der DDR noch heute
Heute ist Petra Černocká im Ruhestand, den sie fernab der Fernseh- und Filmkameras genießt – und merkt doch noch immer den großen Einfluss, den ihre Rolle im Film „Das Mädchen auf dem Besenstiel“ auf ihr Leben hatte. „Wenn ich zum Beispiel in der U-Bahn fahre, sehe ich manchmal das typische Blitzen in den Augen der Leute – wenn sie merken: ,Die kenne ich, die hat damals Saxana gespielt‘“, sagte sie dem tschechischen Portal idnes.cz kurz vor ihrem 75. Geburtstag.

Auch ihre Nachbarinnen berichten der Rentnerin immer, wenn gerade wieder „Das Mädchen auf dem Besenstiel“ im Fernsehen zu sehen ist. „Ich ziehe das mit dieser Rolle bis zum Schluss durch“, scherzte Petra Černocká. „Ich war zuerst das Fräulein, das Saxana gespielt hat, dann die Dame, dann die alte Dame. Und am Ende schreiben Sie es mir wahrscheinlich sogar auf den Grabstein.“ Die Rolle einer der wohl berühmtesten Hexen der DDR – sie lässt Petra Černocká auch im Alter nicht los.
Mädchen auf dem Besenstiel genießt heute den Ruhestand
Im Film ist die Schauspielerin heute nicht mehr zu sehen, untätig ist sie aber nicht. „Ich verstehe überhaupt nicht, wie sich jemand auf die Rente freuen kann.“ Sie verstehe nicht, wie manch einer sich aufs Sofa setzen und fernsehen kann. „Ich bin eigentlich ständig in Alarmbereitschaft.“, verriet sie. Dreimal pro Woche geht es für Petra Černocká zum Yoga. „Viele Frauen in meinem Alter machen das so – wir versuchen einfach, fit zu bleiben, solange es geht.“
Auf der Bühne ist sie noch mit musikalischen Programmen zu sehen – auch das halte sie frisch. „Noch etwa zwei Stunden nach dem Konzert bin ich immer wunderbar geistig aufgeplustert und fit.“ Und auch der Malerei widmet sie viel Zeit – manchmal schafft es sogar Saxana aus dem berühmten Film „Das Mädchen auf dem Besenstiel“ aufs Bild.




