Es gibt wohl kaum jemanden, der wirklich gern zum Zahnarzt geht – doch in der DDR war der Doktor für die Beißerchen sogar ein echtes TV-Highlight! Die bekannte Serie „Zahn um Zahn“ war im Fernsehen der DDR ein Hit. Noch heute erinnern sich viele gern an Dr. Alexander Wittkugel und seine Zahnarztpraxis. Schauspieler Alfred Struwe starb heute vor 28 Jahren – wir erinnern an seinen traurigen Tod.
Serie „Zahn um Zahn“ wurde in der DDR ein echter Hit
Erinnern Sie sich noch an die Zahnarztpraxis von Dr. Wittkugel? In der erfolgreichen Arztserie „Zahn um Zahn“ war sie der Dreh- und Angelpunkt der wundervollen Geschichten um den Zahnarzt und seine Sprechstundenhilfe „Häppchen“, gespielt von Helga Piur. Zum ersten Mal begrüßten die beiden ihre Patienten (und die TV-Zuschauer) am 17. Mai 1985 auf DDR 1, die Folgen der Serie liefen dann immer freitags um 20 Uhr im DDR-Fernsehen.
Die Story der DDR-Serie „Zahn um Zahn“ drehte sich um Dr. Alexander Wittkugel (Alfred Struwe) und sein Team – neben „Häppchen“, mit vollem Namen Victoria Happmeyer, arbeitete auch Zahntechnikermeister Opitz (Viktor Deiß) in der Praxis. Dr. Wittkugel stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste: Der Zahnarzt ist sehr temperamentvoll und sorgt mit seiner Art immer wieder für Streits, die „Häppchen“ schlichten muss.

Zusammen erleben die Stars der Serie aber auch ganz andere Abenteuer. So kommt in der Folge „Ein besonderer Tag“ eine hochschwangere Frau in die Praxis von Dr. Wittkugel – und plötzlich setzen die Wehen ein. Ob der Arzt und sein Zahntechnikermeister – mit Geburtshilfe kennen sich die beiden eher wenig aus – auch dieses Problem lösen können? In der Episode „Eigenes Leid“ hat Wittkugel selbst Zahnschmerzen. Und später zieht die Praxis sogar in eine Poliklinik – hier arbeitet auch Wittkugels bester Freund, der Tierarzt Dr. Oswald Baumann (Günter Grabbert).
Von „Zahn um Zahn“ entstanden insgesamt 21 Folgen
Die Serie war zu DDR-Zeiten ein riesiger Erfolg: Eigentlich waren nur sieben Episoden geplant, doch schon nach dem Ende der Staffel wurde eine zweite Reihe in Auftrag gegeben. Später gab es dann sogar eine dritte. 21 Folgen entstanden insgesamt. 1989 wurden die einstündigen Episoden dann aber zu halbstündigen Folgen umgeschnitten, die immer Samstags nach der „Aktuellen Kamera“ liefen. Auch nach der Wende waren die Sendungen immer wieder auf Kanälen wie dem MDR zu sehen.

Dass „Zahn um Zahn“ in der DDR zum Hit wurde, lag auch an ihm: Alfred Struwe spielte Dr. Alexander Wittkugel, hauchte dem besonderen Zahnarzt Leben ein. Struwe stand schon in einem Kinderferienlager der Hitlerjugend auf der Theaterbühne. Während des zweiten Weltkrieges wurde der in Marienburg geborene junge Mann zum Kriegsdienst eingezogen. 1945 kehrte er von der Front zurück, besuchte eine Polizeischule. Nachdem diese 1948 schloss, widmete er sich der Schauspielerei.
Dr. Wittkugel (Alfred Struwe) litt an einer Herzkrankheit
Struwe stand auf Theaterbühnen in Brandenburg, Zittau, Dresden und Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz), stand im Film „Leuchtfeuer“ der DEFA im Jahr 1954 erstmals vor der Kamera. Viele Rollen in Film und TV folgten. Die Rolle des Dr. Alexander Wittkugel machte ihn zu einem echten Publikumsliebling der DDR.
Doch nicht nur den Zahnarzt gab er vor der Kamera – in der Karriere von Alfred Struwe sammelten sich nach und nach mehr als 120 Film- und Fernsehproduktionen. Doch sein Leben endete tragisch: Struwe, der mit einer Tänzerin verheiratet war und zwei Töchter hatte, starb im Alter von 70 Jahren an den Folgen einer Herzerkrankung. Er wurde auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf beigesetzt.




