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Ostbeauftragte: Hier ist der Osten besser aufgestellt als der Westen

Elisabeth Kaiser betont die aufstrebende Wirtschaft Ostdeutschlands und hebt Sachsens Rolle als führenden Wirtschaftsstandort hervor.

Author - Sebastian Krause
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Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser sieht Ostdeutschland wirtschaftlich auf einem guten Weg.
Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser sieht Ostdeutschland wirtschaftlich auf einem guten Weg.Mike Schmidt/imago

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, blickt zuversichtlich auf die wirtschaftliche Entwicklung im Osten des Landes. „Es gibt auf jeden Fall viele Zukunftsbereiche in Ostdeutschland“, sagt die SPD-Politikerin exklusiv im Interview mit dem Berliner KURIER.

Hochschulen im Osten auf exzellentem Niveau

Als Beispiele nennt sie die Halbleiterindustrie rund um Dresden in Sachsen und den Batteriehersteller CATL in Thüringen. Den Bereich Forschung und Entwicklung hebt sie ebenfalls positiv hervor. „Auch die Hochschulen in Ostdeutschland sind auf einem exzellenten Niveau und können mit den Big Players, national und international, mitmischen“, sagt Kaiser.

In Ostdeutschland werden mehr Patente angemeldet

Mit Blick auf die Hochschulen freue sie sich, dass besonders viele Patente angemeldet werden. Das seien sogar mehr als in Westdeutschland. Allerdings scheitere es oft an der Umsetzung und Produktion dieser Ideen. Teils fehle ein nachhaltiges, wirtschaftliches Konzept, teils einfach das nötige Kapital.

Der Chiphersteller Infineon bettreibt ein Werk in Dresden.
Der Chiphersteller Infineon bettreibt ein Werk in Dresden.Benedict Bartsch/imago

„Da müssen wir noch besser hinschauen und unterstützen, dass sich am Standort Ostdeutschland noch stärker die Zukunftsbereiche ansiedeln und entwickeln“, sagt Kaiser. Das sei im Vergleich zu Westdeutschland noch eine Schwachstelle, an der es sich zu arbeiten lohne.

Studie sieht Sachsen als attraktivstes Bundesland

Anfang des Jahres hatte eine neue Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ergeben, dass Sachsen im Osten derzeit das attraktivste Bundesland für Unternehmen ist. Der Freistaat stieß damit Bayern vom Thron.

Da müssen wir noch besser hinschauen und unterstützen, dass sich am Standort Ostdeutschland noch stärker die Zukunftsbereiche ansiedeln und entwickeln.

Elisabeth Kaiser, Ostbeauftragte

Besonders gut schneidet Sachsen laut den Ökonomen in den Bereichen Arbeit und Humankapital, Finanzierung sowie Infrastruktur ab. „Insgesamt fällt auf, dass die wohlhabenden westdeutschen Länder zwar weiterhin gut oder sehr gut positioniert sind, jedoch graduell an Punkten und Rangplätzen verlieren“, heißt es in der Studie. Am unteren Ende der Rangliste befinden sich Schleswig-Holstein, das Saarland und Rheinland-Pfalz.

Erneuerbare Energien mit viel Potenzial

Große Hoffnungen setzt Kaiser auch in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Da sei Ostdeutschland sogar Vorreiter bei den technologischen Entwicklungen, so die Ostbeauftragte. „Da ist schon viel Musik drin. Wichtig ist, dass wir es weiter flankieren und unterstützen.“

Andererseits melden derzeit gerade viele Unternehmen aus dem Osten Insolvenz an oder gehen sogar pleite. Kaiser verweist im KURIER-Interview aber darauf, dass auch der Westen mit großen Problemen zu kämpfen hat – gerade in der Autoindustrie. „Grundsätzlich sehen wir gerade überall eine industrielle Veränderung“, so Kaiser. Umso wichtiger sei es, die Unternehmen bei der Transformation zu begleiten.

Standorte in Ostdeutschland sollen erhalten bleiben

Als Erklärung für die augenscheinlich vielen Insolvenzen im Osten verweist sie auf die historisch gewachsene Herausforderung für Ostdeutschland: Die Konzernzentralen liegen im Westen, geschlossen würden dann eher Standorte in Ostdeutschland als direkt vor der Haustür.

Besonders in Ostdeutschland stehen viele Anlagen für erneuerbare Energien. Hier zum Beispiel an der A9 in Sachsen-Anhalt.
Besonders in Ostdeutschland stehen viele Anlagen für erneuerbare Energien. Hier zum Beispiel an der A9 in Sachsen-Anhalt.Helmut Meyer zur Cap/imago

Deshalb fordert sie mit Blick auf staatliche Unterstützungen für Unternehmen, dass auch Standorte in Ostdeutschland erhalten bleiben. „Wir müssen genau darauf achten, dass nicht da abgebaut wird, wo viel investiert wurde und wo eigentlich die Zukunftsfelder liegen“, sagt Kaiser.

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