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Wie man mit einem „W“ auf dem Nummernschild Geld sparen kann

Testen Sie Ihr Wissen! Liegen Sie richtig mit Ihrem Tipp, was hinter dem „W“ auf Kennzeichen steckt.

Author - Sharone Treskow
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So sieht ein Wechselkennzeichen aus. Haben Sie das schon eimal gesehen?
So sieht ein Wechselkennzeichen aus. Haben Sie das schon eimal gesehen?Berliner Kurier / KI-generiertes Bild

Ein ungewöhnliches Detail sorgt für Verwirrung auf deutschen Straßen: ein kleines „W“ über der Stempelplakette auf dem Kennzeichen. Aufmerksame Autofahrer haben es vielleicht schon einmal gesehen – aber kaum jemand weiß, was es bedeutet. Dabei steckt dahinter kein Geheimcode, sondern eine spezielle Zulassungsform, die es schon seit Jahren gibt.

Wechselkennzeichen erklärt: zwei Fahrzeuge, eine Nummer

Was bedeutet der Buchstaben „W“ auf einem Nummernschild? Die schnelle Antwort: Es handelt sich um ein sogenanntes Wechselkennzeichen. Diese besondere Kennzeichenform kommt zum Einsatz, wenn zwei Fahrzeuge offiziell mit derselben Kennung zugelassen sind – ein Modell, das im Alltag eher selten anzutreffen ist.

Das Prinzip klingt zunächst praktisch: Zwei Fahrzeuge teilen sich ein Kennzeichen. Doch dafür gelten klare Regeln. Beide Fahrzeuge müssen derselben Klasse angehören – also zum Beispiel zwei Autos oder zwei Motorräder. Eine Kombination aus Auto und Motorrad ist nicht erlaubt.

So sieht ein Wechselkennzeichen bei Krafträdern aus.
So sieht ein Wechselkennzeichen bei Krafträdern aus.D.Emmrich/Wikimedia Commons

Entscheidend ist außerdem: Beide Fahrzeuge dürfen nie gleichzeitig genutzt werden. Es gilt strikt „entweder, oder“. Wer also das eine Auto fährt, darf das andere nicht parallel im Straßenverkehr bewegen. Dieses Detail schränkt die Nutzung deutlich ein.

Vorteile und Nachteile: Wann sich das „W“-Kennzeichen lohnt

Das Kennzeichen selbst besteht aus zwei Teilen. Der vordere Teil enthält die Stempelplakette, das Landeswappen und das kleine „W“. Dazu kommt der erste Teil der Kennzeichenkombination. Der hintere, fahrzeugspezifische Teil trägt die HU-Plakette sowie die letzte Ziffer. Beim Fahrzeugwechsel wird der gemeinsame Teil umgesteckt, während der individuelle Teil am jeweiligen Fahrzeug bleibt.

Sinnvoll ist das Wechselkennzeichen vor allem in speziellen Fällen. Zum Beispiel, wenn jemand neben dem Alltagsauto noch einen Oldtimer besitzt und beide Fahrzeuge abwechselnd nutzt. Auch bei mehreren Motorrädern kann es praktisch sein, je nach Tour das passende Fahrzeug zu wählen.

Das Wechselkennzeichen bietet sich für Besitzer von Oldtimern an.
Das Wechselkennzeichen bietet sich für Besitzer von Oldtimern an.Stefan Zeitz / Imago

Ein möglicher Vorteil liegt bei den Kosten. Manche Versicherungen bieten günstigere Tarife für solche Modelle an. Allerdings lohnt sich eine genaue Kalkulation, denn bei der Kfz-Steuer gibt es keine Ermäßigung. Der finanzielle Nutzen fällt daher oft geringer aus als gedacht.

Ein weiterer Nachteil wiegt schwer: Fahrzeuge ohne vollständiges Kennzeichen dürfen nicht im öffentlichen Raum abgestellt werden. Das „abgemeldete“ Auto muss auf Privatgrund stehen, sonst droht ein Bußgeld. Gerade in Städten kann das schnell zum Problem werden.

Warum das Wechselkennzeichen kaum verbreitet ist

Das Wechselkennzeichen wurde 2012 in Deutschland eingeführt, konnte sich aber nie wirklich durchsetzen. Zu groß sind die Einschränkungen im Alltag, zu gering die finanziellen Vorteile im Vergleich zu anderen Optionen wie Saisonkennzeichen.

Viele Fahrzeughalter setzen deshalb weiterhin auf klassische Lösungen mit getrennten Nummernschildern. Das kleine „W“ bleibt somit ein seltenes Detail im Straßenbild – eines, das neugierig macht, aber in der Praxis nur für wenige wirklich attraktiv ist.

Kannten Sie die Bedeutung hinter dem „W“ auf Kennzeichen? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.