Die Krise der deutschen Industrie trifft das nächste Traditionshaus mit voller Wucht: Der Thüringer Industrieofenspezialist Eliog hat beim Amtsgericht Meiningen Insolvenz angemeldet. 74 Beschäftigte bangen jetzt um ihre Jobs. Das berichtet das Portal „In Südthüringen.de“.
Unternehmen hofft auf einen Investor
Sanierungsgeschäftsführer Stefan G. Mairiedl macht zwar Hoffnung – doch der Weg wird hart: „Ziel des Verfahrens ist es, die Substanz des Unternehmens zu erhalten, einen Sanierungsplan voranzutreiben und möglichst mit tatkräftiger Unterstützung eines Investors umzusetzen.“
Unternehmen aus Thüringen war einst Weltmarktführer
Die Wurzeln des Unternehmens reichen weit zurück: 1924 in Düsseldorf gegründet, wurde die Produktion nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg 1943/44 ins thüringische Römhild verlagert und dort zu DDR-Zeiten als VEB weitergeführt. Seit 2011 gehört Eliog zur familiengeführten Rupprecht‑Gruppe.
Der Thüringer Weltmarktführer steht für hochspezialisierte Industrieöfen, etwa für die Autoindustrie – doch genau dort bricht jetzt die Nachfrage weg. Aufträge werden verschoben oder gleich gestrichen.
Diese Probleme belasten die deutsche Industrie
Restrukturierer Dirk Eichelbaum bringt das Problem auf den Punkt: „Eliog Industrieofenbau steht exemplarisch für den spezialisierten ost‑ und mitteldeutschen Maschinenbau: technisch anspruchsvoll, international tätig, mittelständisch geprägt.“ Doch aktuell fehlt vor allem eins: neue Aufträge.
Eliog Industrieofenbau steht exemplarisch für den spezialisierten ost‑ und mitteldeutschen Maschinenbau: technisch anspruchsvoll, international tätig, mittelständisch geprägt.
Das Schicksal von Eliog ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom einer tiefen Krise. Laut einer Analyse der Beratungsgesellschaft EY gingen allein im vergangenen Jahr rund 120.000 Jobs in der deutschen Industrie verloren. Hohe Energiepreise, steigende Personalkosten und geopolitische Unsicherheiten setzen die Branche massiv unter Druck. Jüngst traf es bereits den Traditions-Maschinenbauer Saftig im Westerwald.
Deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise
Die Lage ist ernst, sagt EY-Experte Jan Brorhilker: „Die deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise – 2025 war das zweite Jahr in Folge mit einem rückläufigen Umsatz, und eine Trendwende ist nicht in Sicht.“
Und weiter: „Klar ist angesichts dieser Zahlen aber auch: Es bräuchte schon einen echten und deutlichen Aufschwung, um ein weiteres Abschmelzen der Beschäftigung zu verhindern.“




