Dieter Hallervorden ist niemand, der seine Meinung versteckt. Auch mit 90 Jahren bezieht der Schauspieler, Kabarettist und Theatermacher gerne öffentlich Position. So wie im MDR‑Talkformat „Riverboat“.
Hallervorden spricht über Krieg und den Bundeskanzler
Dort erzählte Hallervorden in rund zwanzig Minuten aus seinem bewegten Leben und äußerte sich außerdem zu Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und zur aktuellen Kriegslage.
Hallervorden wurde in Dessau geboren und floh 1958 nach West-Berlin. Zuvor arbeitete er in der DDR unter anderem als Französischübersetzer. Bei einem Symposium auf der Insel Usedom habe er, wie er erzählt, „das Gegenteil von dem gesagt, was mir die Parteileute vorgeschrieben hatten“. Das sei möglich gewesen, weil niemand Französisch beherrscht habe beziehungsweise die Leute „vom Französischen so viel verstanden haben wie eine Eidechse vom Stabhochsprung“.

Doch Pech: In Blumengestecken waren Mikrofone versteckt, seine Arbeit wurde bespitzelt. Heute kann der beliebte Schauspieler darüber lachen: „Viele Leute trauen sich nicht mehr, zu heiklen Themen ihre Meinung zu sagen. Das durchbreche ich sehr bewusst, ohne Rücksicht auf private oder berufliche Vor- oder Nachteile.“
Kriegstüchtigkeit ist sein Unwort des Jahrhunderts
Für ihn sind sowohl die Meinungsfreiheit als auch der Frieden gefährdet. Zur aktuellen (Kriegs-)Lage sagt er: „Warum spricht man bei Putin von einem völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine, und warum sagt man das bei USA und Israel im Falle Iran nicht?“ Als Kind habe er während des Zweiten Weltkriegs Luftangriffe auf Dessau miterlebt, deshalb warnt er heute alle, die „für die Bundeswehr werben“. Das nennt er „eine Schwafelei sondergleichen“. Sein persönliches Unwort des Jahrhunderts: „Kriegstüchtigkeit“.




