Die Lohntüte der Berliner wird immer magerer. Und weil am Monatsende immer weniger übrig bleibt, sparen die Menschen, wo sie nur können. Das bekommt auch die Kirche zu spüren.
Über 17. 000 Berliner sind 2025 ausgetreten
Immer mehr Berlinerinnen und Berliner sparen sich die Kirchensteuer. Sie ist die wichtigste Einnahmequelle der beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland. 17.681 Berliner sind im vergangenen Jahr aus einer Glaubensgemeinschaft ausgetreten.
- Aus der evangelischen Kirche waren es 10.703.
- Aus der römisch-katholischen Kirche 6.840.
- 106 Menschen jüdischen Glaubens kehrten der Jüdischen Gemeinde den Rücken.
- 32 weitere Austritte entfallen auf sonstige Religionsgemeinschaften, wie es in den Angaben heißt.
Am meisten wird in Schöneberg gespart. Die meisten Austritte wurden dort beim Amtsgericht (2.663) gemeldet.

Zum Vergleich: 2024 hatte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) für beide Bundesländer 16.519 Austritte gemeldet. Dem Erzbistum Berlin kehrten 9.172 katholische Christinnen und Christen den Rücken.
Wer aus einer Religionsgemeinschaft austreten will, muss persönlich eine entsprechende Erklärung abgeben. In Berlin kostet der Austritt 30 Euro; die Gebühr ist in allen Bezirken gleich. Der Austritt muss persönlich beim Amtsgericht oder bei einem Notar erklärt werden. Viel Mühe – aber für manche scheint es sich zu lohnen.
In Berlin beträgt die Kirchensteuer neun Prozent
In Berlin beträgt die Kirchensteuer neun Prozent der festgesetzten Lohn- oder Einkommensteuer. Sie wird für Mitglieder der katholischen und evangelischen Kirche erhoben. Wohin das Geld fließt?
In Gehälter etwa für Pfarrerinnen, Pfarrer und Priester – aber auch in Kitas, Schulen und soziale Einrichtungen. Schulen und Beratungsstellen werden damit finanziert (wie Caritas und Diakonie), ebenso Hospize und Pflegeeinrichtungen.




