Im Westen Berlins

Trauer um die DDR-Legende: Angelika Manns letzte Reise auf dem Friedhof Stubenrauchstraße

Abschied mit Schampus: Familie, Freunde und Kollegen nehmen Abschied von der verstorbenen DDR-Sängerin Angelika „Lütte“ Mann.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Rührender Abschied von Angelika Mann auf dem Friedhof Stubenrauchstraße.
Rührender Abschied von Angelika Mann auf dem Friedhof Stubenrauchstraße.Norbert Koch-Klaucke

Es gibt viele Orte, die in Berlin an große Stars erinnern. Einer davon ist der Friedhof Stubenrauchstraße in Schöneberg. Hier ruhen unter anderem die unvergessene Marlene Dietrich (1901 – 1992) und Star-Fotograf Helmut Newton (1920 – 2004). Und nun reiht sich eine Legende aus dem Osten ein. Angelika Mann, die jeder nur die „Lütte“ nannte. Wie der KURIER exklusiv erfuhr wir sie am Donnerstag auf dem Friedhof der Stars beigesetzt. Dort werden ihre Familie, Freunde und viele Kollegen von einer Frau Abschied nehmen, die eine großartige Künstlerin war.

Angelika Mann: Abschied von einer DDR-Legende

Sängerin, Schauspielerin, Komödiantin: Die Lütte (1,49 Meter groß) war vor allem eins – ein Mensch mit einem großen Herz. Und dieses große Herz hörte am 21. Januar 2026 für immer auf zu schlagen.

76 Jahre wurde die Lütte alt. Der Krebs, den sie vor vier Jahren besiegt zu haben glaubte, war wieder da. Mitten in den Vorbereitungen zu einem neuen Musical meldete er sich vergangenes Jahr. Die Lütte, die das Leben liebte, kämpfte gegen den Feind in ihrem Körper – und verlor.

Die Trauerkapelle auf dem Friedhof Stubenrauchstraße in Schöneberg von innen. Hier findet die Trauerfeier für die verstorbene DDR-Sängerin Angelika Mann statt.
Die Trauerkapelle auf dem Friedhof Stubenrauchstraße in Schöneberg von innen. Hier findet die Trauerfeier für die verstorbene DDR-Sängerin Angelika Mann statt.Norbert Koch-Klaucke

Die letzte Reise der Lütten: Der Abschied von ihr soll auf dem Friedhof in Schöneberg nicht wirklich eine Trauerfeier werden (Beginn 11 Uhr). Man möchte an eine Frau erinnern, die ihre Karriere als Angestellte in einer Apotheke am Strausberger Platz begann und später auf der Bühne mit ihrer Stimme ihr Publikum begeisterte.

Mit Herz und Berliner Schnauze war die Lütte bei den Menschen. Und sie applaudierten, wenn sie „Ich wünsch mir ein Baby sehr“ sang,  ein Song ihres Mitentdeckers und Mentors Reinhard Lakomy (starb 2013). Oder das Publikum sang einfach mit, wenn die Lütte „Trink den Champagner“ anstimmte.

Angelika Mann: Mit Schampus soll angestoßen werden

Mit Schampus möchte man auf dem Friedhof auf die Lütte anstoßen, erzählt Witwer Ralf Rasch. Das Leben feiern, auch wenn es zu Ende ist. Das würde Angelika Mann sicher gefallen.

Angelika Mann mit Tochter Ulrike und Mann Ralf bei der „Goldenen Henne“ 2024.
Angelika Mann mit Tochter Ulrike und Mann Ralf bei der „Goldenen Henne“ 2024.Ervin Monn/imago

Der Platz ihrer letzten Ruhestätte – er liegt auf dem Friedhof in der Nähe des DDR-Musikers Franz Bartzsch (starb 2010). Fügung oder Zufall – wer weiß.

Bartzsch war zu DDR-Zeiten in der Band von Veronika Fischer, nach seiner Flucht in den Westen spielte er bei Roland Kaiser. Viele Lieder schrieb der Musiker für Angelika Mann, die Mitte der 80er-Jahre die DDR verließ. Dazu gehörte das Schampus-Lied.

„Trink den Champagner wie das Leben“: Mit Ralf Rasch und Tochter Ulrike werden viele Freunde und Kollegen DDR-Legende Angelika Mann die letzte Ehre erweisen. Dabei werden unter anderem der letzte Amiga-Chef Jörg Stempel, Entertainerin Dagmar Gelbke und Jazz-Sängerin Uschi Brüning sein.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Welche Erinnerungen haben Sie an Angelika Mann? Schreiben Sie uns an:leser-bk@berlinerverlag.com