Die Sonne scheint so schön. Seine Frau hätte sich bestimmt über diesen herrlichen Vormittag gefreut. Doch Ralf Rasch (73) muss heute die Liebe seines Lebens zu Grabe tragen. Es ist die legendäre DDR-Sängerin Angelika Mann, die alle nur „Lütte“ nannten. Ende Januar war die Entertainerin im Alter von 76 Jahren an Krebs gestorben.
Über 100 Freunde erwiesen Angelika Mann die letzte Ehre
Die Urnenbeisetzung auf dem Friedhof Stubenrauchstraße in Schöneberg: Hier liegen Stars wie Marlene Dietrich (1901 – 1992) und der weltberühmte Fotograf Helmut Newton (1920 – 2004). „Es war Lüttes Wunsch, auf diesen Friedhof beigesetzt zu werden“, sagt ihr Mann Ralf Rasch dem KURIER.
Über 100 Freunde und Kollegen kommen, um in der kleinen Friedhofskapelle von der Lütten Abschied zu nehmen. Monika Erhardt-Lakomy, die Witwe von DDR-Legende Reinhard Lakomy (78), der die Lütte als Sängerin entdeckte. Musiker wie Andreas Bicking (66), Entertainerin Dagmar Gelbke (76), Jazz-Queen Uschi Brüning (76), die Jungs von Silly.

Von ganz weit her sind Promis angereist, um der Lütten die letzte Ehre zu erweisen. Aus der Schweiz ist Wettermann Jörg Kachelmann (67) da. Aus London kommt Tobias Künzel (61), einer der Sänger der Pop-Band „Die Prinzen“.
In der Kapelle ist bei der Trauerfeier noch einmal die Stimme von Angelika Mann zu hören. Von Band läuft ihr Lied „Was treibt mich nur“. Dann wird an ihr Leben erinnert. Wie die Lütte im Westen Berlins als Arzttochter auf die Welt kam und später im Osten der Stadt als Sängerin Karriere machte. Und der Redner, der Journalist Andreas Kurz, lässt auch nicht die Liebe der Lütten zu ihrem Mann Ralf Rasch unerwähnt.

Es war eine starke Liebe. Wie stark diese Liebe war, zeigt Ralf Rasch noch einmal am Grab seiner Frau. Als die weiße Urne ins Erdreich gesenkt wurde, geschieht etwas sehr Emotionales. Ralf Rasch kniet sich nieder, holt ein kleines Glas aus seiner Jackentasche hervor und schüttet den Inhalt ins Grab.
Angelika Mann: Im Grab liegt eine besondere Erinnerung
Was da nun bei der Lütten liegt, ist ein großes Geschenk der Liebe ihres Mannes. „In dem Glas war Sand von der ostfriesischen Insel Langeoog“, sagt Ralf Rasch dem KURIER. Es war die Lieblingsinsel von Angelika Mann, die sie jahrelang stets besuchte. „Auf Langeoog haben wir unsere Liebe besiegelt. Auf dieser Insel haben wir geheiratet.“

Das war im Sommer 2017. Da waren Angelika Mann und Ralf Rasch schon 18 Jahre zusammen. Die Lütte, die schon einmal verheiratet war, hatte ihren „Rallie“ in der Schule ihrer Tochter Ulrike kennengelernt. „Da hat es dermaßen gefunkt, dass ich noch mal mein Leben umgekrempelt habe“, sagte die Sängerin einmal dem KURIER.




