Tauben-Thriller von Köpenick

Berliner Bezirk wehrt sich: Tote Vögel am Rathaus – wir sind keine Taubenmörder!

Wurde klebriges Gel zur Todesfalle für Tauben? Das Bezirksamt Treptow-Köpenick wehrt sich jetzt gegen Vorwürfe der Tierschützer von Peta.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Tauben am Rathaus Köpenick sorgen aktuell für Aufregung beim Bezirksamt-
Tauben am Rathaus Köpenick sorgen aktuell für Aufregung beim Bezirksamt-Illustration Berliner KURIER. KI erstellt

Ein neues Taubenabwehrsystem, zwei tote Tauben am Rathaus Köpenick und eine Strafanzeige der Tierschützer von Peta: Jetzt geht der Vogel-Thriller im Südosten Berlins in die nächste Runde. Denn Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) und sein Bezirksamt lassen nicht den Vorwurf auf sich sitzen, sie seien etwa Taubenmörder.

Rathaus Köpenick: Wurde Gel zur Todesfalle für Tauben?

Wir erinnern uns: Seit Februar testet der Bezirk am Rathaus Köpenick ein neues Abwehrsystem, um unter anderem das alte Gemäuer vor dem Kot der Tauben zu schützen. Ein Gel namens „Bird Free“, das in mehreren Petrischalen an Gebäuden ausgelegt wird. Es soll die Vögel durch seinen Geruch und einen Farbreflex vergraulen, ohne den Tieren Schaden zuzufügen.

Doch genau dies soll am Rathaus geschehen sein. Laut Peta hätten Taubenschützerinnen am Rathaus eine Taube mit verklebtem Gefieder an einer Schale entdeckt – offenbar hatte sie Kontakt mit der klebrigen Paste, die eigentlich die Vögel nur abschrecken soll. In der Nähe fanden sie zwei tote Tauben, zerrissen von einem Turmfalken, der am Rathaus lebt.

Peta glaubt: Die beiden Tauben konnten wegen verklebter Flügel nicht vor dem Falken fliehen.  Die Folge: Peta stellte Strafanzeige bei der Berliner Staatsanwaltschaft gegen das Bezirksamt Treptow-Köpenick wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Das ist schon ein heftiger Vorwurf. Denn wer laut Gesetz Tiere ohne Grund tötet, dem drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder hohe Geldstrafen. Hat also der Bezirk wirklich gegen das Tierschutzgesetz verstoßen?

Tote Tauben am Rathaus Köpenick: Reaktion auf Strafanzeige

Die Behörde des Bezirksbürgermeisters Igel will den Vorwurf von Peta so nicht stehen lassen und wehrt sich. Zunächst stellt Behördensprecherin Sabrina Kirmse fest: „Dem Bezirksamt Treptow-Köpenick als Auftraggeber des Vergrämungsmittels liegt derzeit keine Mitteilung der Staatsanwaltschaft Berlin über eine Strafanzeige im Zusammenhang mit der Taubenabwehr am Rathaus Köpenick vor.“ So war der Stand vom 18. März.

Weiter erklärt die Sprecherin: „Das Bezirksamt nimmt die in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe sehr ernst. Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es jedoch keinen belastbaren Nachweis für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem am Rathaus eingesetzten, zugelassenen Vergrämungsmittel und den aufgefundenen toten Tauben.“

Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) am Denkmal des Hauptmannes von Köpenick, das vor dem Rathaus steht.
Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) am Denkmal des Hauptmannes von Köpenick, das vor dem Rathaus steht.Maurizio Gambarini/imago

Das Bezirksamt habe sich mit dem Einsatz dieses Gels nichts vorzuwerfen. „Das Mittel wurde 2019 auf Grundlage entsprechender Fachgutachten zugelassen und wird gemäß Herstellerangaben tierschutzkonform am Rathaus Köpenick eingesetzt“, sagt die Sprecherin.

Zum Vorgehen der Tierschützer erklärt sie: „Unabhängig von den aktuellen Vorwürfen überprüft das Bezirksamt die Taubenabwehrmaßnahmen regelmäßig und passt sie, wo erforderlich, an. Dazu gehört auch, dass die Anwendung des Vergrämungsmittels weiter optimiert wird, um einen hohen Standard beim Tier- und Gebäudeschutz sicherzustellen.“

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Welche Erinnerungen haben Sie an Angelika Mann? Schreiben Sie uns an:leser-bk@berlinerverlag.com