Deutschland trauert um Angelika Mann – am Freitag wurde bekannt, dass „die Lütte“ bereits am Mittwoch an den Folgen ihrer Krebserkrankung verstorben ist. Die Nachricht kam für viele überraschend: Zwar war bekannt, dass Angelika Mann an Brustkrebs erkrankt war, doch zuletzt hieß es, sie habe die schwere Krankheit überstanden, den Krebs besiegt. Auch viele Stars aus dem Osten sind entsetzt, nehmen in emotionalen Nachrichten Abschied von der „Kleinen“ mit der ganz großen Stimme.
Wegbegleiter nehmen Abschied von Angelika Mann
Sängerin und Schauspielerin Angelika Mann ist tot – sie starb bereits am Mittwoch im Alter von 76 Jahren. Es ist eine Nachricht, die am Freitag nicht nur viele Fans der „Lütten“, sondern auch Wegbegleiter schockte. In zahlreichen emotionalen Botschaften nehmen sie nun Abschied, schildern rührend, was Angelika Mann ihnen bedeutete.
Etwa André Herzberg: Der Musiker, der mit der Band Pankow große Erfolge feierte, veröffentlichte ein ergreifendes Statement auf Facebook. Hier beschreibt er, wie er Angelika Mann zum ersten Mal erlebte – im Volkshaus Weißensee, als er selbst erst 15 Jahre alt war. Sofort bewunderte er sie. „Zu der Zeit war der Job als Musikerin dort oben, im Rauch der Zigaretten, im Geruch nach Bier, meist Männern überlassen, während Frauen am Kapellentisch, unten, vor der Bühne saßen“, schreibt er.
André Herzberg nimmt Abschied von Angelika Mann
Ihre große Stimme und ihr freundliches Lächeln habe er hören und sehen können. „Sich als Frau in dieser Welt zu behaupten, muss hart gewesen sein.“ Er schreibt auch über ihren Weggang aus der DDR – Mann sei damals von Buch nach Rudow gezogen – und damit verschwunden.
„Verschwinden hieß für bekannte DDR-Künstler, ab sofort wurde in keiner Öffentlichkeit mehr ihr Name genannt, ihre Lieder nicht mehr im Radio gespielt. Man tat so, als hätte es sie nie gegeben.“ Sie sei in eine andere Welt gegangen, wo beruflich niemand auf sie wartete. „Aber Angelika biss sich durch, wie sie sich auch in ihrem alten Leben durchgebissen hatte, nämlich mit ihren Fähigkeiten.“

Angelika Mann habe Humor und Menschenfreundlichkeit gehabt. „Was ich auch an ihr bewundere, sie hat sich als Künstlerin immer wieder gerappelt. Denn es ist allein eine Kunst, in diesem Job so viele Jahre überlebt zu haben“, schreibt André Herzberg. „Schlaf wohl, liebe Kollegin, wie schade, ich hätte Dich gern noch näher gekannt.“

Wolfgang Lippert weint um Angelika Mann
Auch Schlager-Star Wolfgang Lippert verabschiedet sich von Angelika Mann – und weint um die Lütte. „Adieu, meine Kleene. Du warst ein wunderbarer Mensch und eine ganz besondere Künstlerin mit so unendlich vielen Begabungen.“ Sie habe die Menschen fasziniert – mit Gesang, Schauspiel und frecher Schnauze.
„Mich hast du auch immer fasziniert mit deiner Stimme und deinem Jazz-Feeling. Wenn wir uns begegnet sind, haben wir uns immer ein Küsschen gegeben.“ Nun wolle er ihr ein letztes Küsschen geben – und plötzlich kullern bei Wolfgang Lippert die Tränen. „Mach’s gut da oben – und bleib so, dann haben die viel Freude an dir.“
Trauer um die Lütte: „Sie war eine wunderbare Frau“
Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Alexander G. Schäfer, der Sohn von „Maxe Baumann“-Star Gerd E. Schäfer, meldete sich in einem Video auf Facebook zu Wort. „Sie war eine wunderbare Frau. Sie war so lebensbejahend und fröhlich, war meistens gut drauf – außer, wenn sie sich auf die Arbeit konzentrieren musste.“ Zweimal sei sie bei seiner Interviewreihe „Schäferstündchen“ zu Gast gewesen. Von ihrem Tod sei er sehr bestürzt. „Es tut mir unendlich Leid – natürlich wird sie fehlen, einfach als eine besondere Frau.“ Trauer auch bei Dirk Zöllner: „Mit großer Bestürzung habe ich soeben erfahren, dass Angelika Mann verstorben ist. Mein tief empfundenes Mitgefühl ihrer Tochter Ulrike und ihrem Mann Ralf“, schreibt er.

Abschiedsgrüße kommen auch vom Traumzauberbaum
Abschiedsgrüße kommen auch aus dem Universum des „Traumzauberbaum“ – Angelika Mann feierte große Erfolge an der Seite von Komponist und Liedermacher Reinhard „Lacky“ Lakomy, sang auf der bekannten Kinderplatte etwa das „Küßchenlied“, mit dem Generationen von Kindern aufwuchsen. „Sieben Jahre stand sie als Bühnenpartnerin neben Lacky, Theater waren ihr Zuhause, die Bühnenluft in ihren Lungen. Sie sang für Kinder, für den Traumzauberbaum, das leise Küsschenlied und den wilden Frosch-Rock’n’Roll“, heißt es auf der Facebook-Seite des Traumzauberbaum.

Angelika Mann habe lange und tapfer gegen eine Krankheit gekämpft, „die uns so viele Menschen nimmt“, heißt es weiter. 76 Jahre seien kein Alter „für einen Menschen, dessen Stimme noch für soooo viele Lieder Platz hatte“. Und weiter: „Jetzt sitzt sie bestimmt oben mit Lacky beim Glasbierjeschäft. Und wir hier unten tragen ihre Lieder weiter, singen sie den Kindern vor, halten sie lebendig.“
Andrej Hermlin sah die Lütte im Theater des Westens
Pianist und Bandleader Andrej Hermlin erlebte Angelika Mann erstmals, als sie in der Dreigroschenoper im Theater des Westens auf der Bühne stand – nach ihrer Ausreise aus der DDR. „Angelika Mann hatte dieses kleine, graue Land schon vor Jahren verlassen, als ich sie auf der Bühne des Theaters des Westens sah.“





