Wechsel-Alarm beim 1. FC Union Berlin! Doch vor dem Duell bei Borussia Mönchengladbach (Sonnabend, 15.30 Uhr, Sky) geht es nicht um Millionen-Transfers oder neue Verträge. Gleich drei Profis stehen vor einem besonderen Schritt – es geht um den Verband. Suriname, Tunesien, Ghana: In Köpenick werden gerade Nationalmannschafts-Weichen für die WM 2026 gestellt.
Doekhi kämpft seit einem Jahr um sein Suriname‑Go
Das Wort „Wechsel“ sorgt in der Bundesliga meist für Nervosität. Fans denken an Abschiede, Manager an Ablösen. Bei Union Berlin ist die Lage anders – emotional, aber ohne Transfer-Theater. Drei Profis planen einen Verbandswechsel. Es geht um Nationalmannschaften, Identität und die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada.

Danilho Doekhi hat sich entschieden. Der Innenverteidiger, einst für die U21 der Niederlande aktiv, will künftig für Suriname, das in den WM-Playoffs auf Boliven trifft, auflaufen – gemeinsam mit Ex-Union-Star Sheraldo Becker. Doekhi wurde in Rotterdam geboren, seine Wurzeln liegen im kleinen südamerikanischen Inselstaat.
Khedira und Tunesien: Ein charmantes Angebot mit WM‑Chance
Doch der Weg ist zäh. Seit mehr als einem Jahr zieht sich der FIFA-Prozess. Anträge wurden abgelehnt, der Fall landete teilweise vor dem Sportgerichtshof CAS. Anfang 2026 hofft Doekhi endlich auf grünes Licht, um für die „Natio“ spielberechtigt zu sein – und vom WM-Traum nicht länger nur zu reden.

Weiter scheint der Fall Rani Khedira. Unions neuster Torjäger flirtet mit Tunesien, dem Herkunftsland seines Vaters. Die Gerüchte brodeln in Tunis, offiziell ist noch nichts. Doch Khedira bestätigt die Kontaktaufnahme: „Ich hatte ein sehr charmantes Gespräch mit dem Trainer. Alles Weitere wird man in den nächsten Wochen erfahren.“
Köhn ist schon durch – dank Ghana und Otto Addo
2018 lehnte er eine WM-Teilnahme noch ab. Jetzt klingt es anders. „Es ist ein Traum, bei einer WM auf dem Platz zu stehen. Schauen wir mal.“ Anders als sein Bruder Sami Khedira, Weltmeister von 2014, lief Rani nie für den DFB auf. Die WM 2026 könnte seine Bühne werden.
Einen Schritt weiter ist Derrick Köhn. Der in Hamburg geborene Verteidiger hat seinen Verbandswechsel bereits vollzogen. Nach einem Einsatz für die U19-Junioren des DFB spielt er nun für Ghana. Nationaltrainer Otto Addo setzte ihn im November erstmals im Testspiel in Japan ein. Bedeutet: Die WM 2026 ist für Köhn mit den Westafrikanern zum Greifen nah.
Ansah sagt Nein zu Ghana: Fokus auf Deutschland
Und Ilyas Ansah? Der Offensivspieler hätte ebenfalls für Ghana auflaufen können. Doch er entscheidet sich bewusst für Deutschland. „Ich sauge gerade alles bei Union auf und spiele weiter für die deutsche U21. Nach der EM werde ich mich damit befassen.“




