Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) bei Borussia Mönchengladbach – und der 1. FC Union Berlin steht vor der nächsten Bewährungsprobe. Andrej Ilic fehlt gesperrt, Trainer Steffen Baumgart muss umbauen. Doch das eigentliche Problem sitzt tiefer: Kein Angreifer liefert konstant. Die Eisernen brauchen nicht nur eine Lösung für Gladbach – sie brauchen endlich wieder einen echten Knipser.
Gladbach nur der Anfang – der wahre Druck kommt danach
Union reist mit Sorgen in den Borussia-Park. Beim 1:0-Befreiungsschlag gegen Bayer Leverkusen kämpften, kratzten, bissen die Köpenicker – doch nun fehlt mit Andrej Ilic ausgerechnet der Stürmer, der trotz Torflaute immer wieder ackert, Räume reißt und zuletzt beim 2:3 in Hamburg endlich traf. Fünfte Gelbe Karte, Zwangspause. Baumgart muss reagieren.

Die Kandidaten: Ilyas Ansah, Woo-yeong Jeong, Tim Skarke, Livan Burcu und Oliver Burke. Letzterer scheint die Nase vorn zu haben. Baumgart: „Er ist der heißeste Kandidat.“
Doch egal, wen Baumgart bringt – das Grundproblem bleibt: Keiner überzeugte bisher nachhaltig. Union fehlt der verlässliche Vollstrecker.
Das Stürmer-Casting scheitert: Union fehlt ein Knipser
Dabei verzichtete Manager Horst Heldt im Winter bewusst auf einen neuen Stürmer. Nicht weil die aktuellen Angreifer die Liga zerschossen hätten. Sondern weil Heldt intern genügend Qualität sieht. Eine klare Ansage an Jeong, Burke, Skarke und Co.
Doch die Realität im Angriff bleibt ernüchternd.
Zwei Jahre ohne Tor-Garantie – Heldt muss reagieren
Ein Blick zurück zeigt, wie entscheidend ein echter Torjäger für den 1. FC Union Berlin war. Am Ende der historischen Spielzeit 2022/23, als die Eisernen erstmals in die Champions League einzogen, knipste Sheraldo Becker elfmal. Ein Jahr zuvor schoss Taiwo Awoniyi die Eisernen mit 15 Toren in die Europa League. 2020/21 traf Max Kruse elfmal. Und in der ersten Bundesliga-Saison netzte Sebastian Andersson zwölfmal ein.

Fakt ist: Seit zwei Jahren fehlt Union diese Waffe. Das Ergebnis: Zittern statt Jubeln, Abstiegskampf statt Europa-Träume.
Horst Heldt bleiben für die Stürmer-Suche 183 Tage
Baumgart kann improvisieren, kann Systeme drehen, kann Mentalität schärfen. Doch Tore lassen sich nicht herbeireden. Gegen Gladbach ist Burke wohl die Sofortlösung. Für die neue Saison braucht es mehr.


