„Rani, Rani, Rani!“ Noch lange nach dem Abpfiff feiern die Fans des 1. FC Union Berlin im Stadion An der Alten Försterei Rani Khedira mit Sprechchören. Der Vize‑Kapitän erzielt beim 1:0‑Sieg gegen Bayer Leverkusen das Tor des Tages – und zieht damit im internen Familienduell mit Rio‑Weltmeister Sami Khedira gleich. Zumindest in der Bundesliga.
Aus Abräumer wird Knipser – Khediras fünftes Tor
Langsam, aber sicher wird es unheimlich: Khedira, eigentlich eiserner Antreiber, Abräumer und Organisator, entwickelt sich beim 1. FC Union immer mehr zum Torjäger. Sein Siegtreffer gegen Leverkusen war bereits sein fünftes Saisontor – so viele Treffer hat Khedira in neun Jahren Bundesliga noch nie in einer Spielzeit erzielt.

Wie schon im November beim 1:0‑Sieg beim FC St. Pauli beweist Khedira auch gegen die Werkself, wie abgezockt er mittlerweile vor dem Tor ist. Mit einem feinen Lupfer überlistete er Leverkusens Torhüter Blaswich, nachdem Ex‑Unioner Robert Andrich zuvor gepennt hatte.
„Ich habe es in der Halbzeit gezeigt bekommen. War nicht so schlecht, würde ich sagen“, freut sich Khedira, der in der Szene den richtigen Riecher hatte: „Ich hatte das Gefühl, dass die Abstimmung zwischen Verteidiger und Torwart nicht ganz so gut ist.“
Rani Khedira holt in der Bundesliga Bruder Sami ein

Sein Torjäger‑Näschen ist mittlerweile so ausgeprägt, dass der verletzte Tom Rothe seinen Mitspieler am Sky‑Mikrofon als „Stürmer“ bezeichnete. Ganz so weit würde Khedira wohl nicht gehen, aber sein 14. Tor im 277. Bundesligaspiel sorgt dafür, dass er nun seinen älteren Bruder Sami Khedira (38) in Sachen Bundesliga‑Tore eingeholt hat. Khedira: „Er war natürlich ein Stück weit gefährlicher über die Karriere hinweg. Von dem her bin ich dann noch ein bisschen hinten dran.“
Stimmt. Weltmeister Sami Khedira benötigte für seine 14 Bundesliga‑Tore nur 98 Spiele für den VfB Stuttgart. Bei seinen neun Einsätzen für Hertha BSC zum Ende der Karriere traf Sami nicht mehr. Dafür schoss er zuvor während seiner Weltkarriere neun Tore für Real Madrid (161 Einsätze) und zeigte sich vor allem bei Juventus Turin torgefährlich (21 Tore in 145 Spielen).


