Ilyas Ansah startete beim 1. FC Union Berlin furios – vier Tore in den ersten vier Spielen. Keine Frage: Der Vier-Millionen-Euro-Transfer vom SC Paderborn schlug in Köpenick voll ein. Dann flaute sein Lauf ab, die Spielzeit schrumpfte, die Fragen wurden lauter. Doch der Angreifer bleibt ruhig. Auch weil ihm ein Star von Real Madrid den Rücken stärkt.
Der Traumstart: Vier Tore, vier Spiele – dann die Flaute
Ansah ist zwar erst 21 Jahre alt, weiß aber, wie das Bundesliga-Business läuft. Besonders für einen Stürmer. Bleiben die Tore aus, zählen Fans und Medien schnell die Minuten. Das Selbstbewusstsein schwindet mit jeder vergebenen Chance, der Druck steigt von Spiel zu Spiel.

„Man darf nicht in ein Loch fallen. Ich habe versucht, alles so weiterzumachen wie vorher, und nichts großartig verändert. Davon bin ich kein Fan“, sagt Ansah, der sein fünftes und bisher letztes Tor Mitte Dezember beim 3:1-Sieg gegen RB Leipzig erzielte, offen über seine Durststrecke.
Warum Ansah trotz Druck und Kritik cool bleibt
Zweifel? Klar. Aber Ansah lässt das alles trotz seiner ersten Bundesliga-Saison kaum an sich heran. „Man muss sich dran gewöhnen. Verstehen, dass man davor nicht überperformt hat und dass auch kein Glück dabei war. Fakt ist, dass man in der Regel nicht 34 Tore in 34 Spielen macht.“

Halt findet er bei seiner Familie. Besonders mit seinem Vater, der für jedes Heimspiel im Stadion An der Alten Försterei aus Nordrhein-Westfalen nach Köpenick reist, ordnet er seine Leistung ein. Und dann ist da noch ein prominenter Kontakt: Antonio Rüdiger (32).
Familie, Mentalität, Berlin – was ihm jetzt Halt gibt
Mit dem Real-Madrid-Star und gebürtigen Berliner steht der Stürmer des 1. FC Union Berlin immer wieder im Austausch. Ansah lacht: „Er ist der Bruder meines Beraters. Deswegen habe ich beim ersten Telefonat versucht, nicht so überrascht zu sein. Er hat mir zu meinem Wechsel gratuliert.“
Zur Erinnerung: Ansah hatte im vergangenen Sommer nach einer starken Zweitliga-Saison die Qual der Wahl. Er entschied sich für einen Wechsel zum 1. FC Union Berlin – und bereut den Transfer keine Sekunde. „Wenn ich die Saison bisher Revue passieren lasse, habe ich die richtige Entscheidung getroffen. Nicht wegen der Tabelle, sondern wegen dem, was hier passiert und wie ich mich weiterentwickle. Das ist sehr positiv. Insofern war Union der richtige Schritt für mich.“
Real-Star Antonio Rüdiger gibt Ansah Döner-Tipp
Klar ist: Beim nächsten Spiel bei Borussia Mönchengladbach (Sonnabend, 15.30 Uhr, Sky) will der Lüdenscheider endlich wieder treffen.
Ansah wittert bei Trainer Steffen Baumgart eine neue Startelf-Chance. Mittelstürmer Andrej Ilic fehlt wegen Gelbsperre. Ein Platz im Angriff wird frei. „Andrej ist Offensivspieler, ich bin Offensivspieler. Ich habe das letzte Spiel nicht von Anfang an gespielt. Da will man dann zeigen, dass man eine Option ist.“




