Er grätscht, er schiebt, er räumt ab – doch plötzlich glänzt Aljoscha Kemlein mit einem Zuckerpass. Beim 1:0 des 1. FC Union Berlin gegen Bayer Leverkusen serviert ausgerechnet der Abräumer den Siegtreffer. Es ist seine erste Bundesliga-Vorlage überhaupt. Und sie kommt genau im richtigen Moment.
Erster Assist! Kemlein überrascht ganz Köpenick
Aljoscha Kemlein (21) ist keiner, der ständig in Highlight-Clips auftaucht. Kein Zehner, kein Dribbler, kein Dauer-Torschütze. Er spielt im defensiven Mittelfeld, dort, wo es wehtut. Zweikämpfe führen, Räume schließen, Fehler ausbügeln. Mit seiner Laufstärke macht er auf seiner Position oft die so wichtige Drecksarbeit.

Gegen Leverkusen war das nicht anders. Bis Kemlein in der 28. Minute den Kopf hob, die Lücke sah und Vize-Kapitän Rani Khedira mit einem gefühlvollen Pass das 1:0-Siegtor perfekt auflegte.
Vom Abräumer zum Vorlagengeber
Das Kuriose: Es war Kemleins erste Vorlage im 38. Bundesliga‑Spiel.
Über die Statistik muss Kemlein selbst ein wenig schmunzeln. „Meine Arbeit wird vor allem zurzeit nicht so krass an Scorerwerten gemessen“, erklärt er und schiebt hinterher: „Aber natürlich tut das supergut, wenn man mit einer Vorlage helfen kann.“
Union verteidigt endlich wieder stabil
Kemlein bleibt auch nach seiner Bundesliga-Premiere der Gleiche. Der gebürtige Berliner ist kein Lautsprecher, sondern Arbeiter. Robust, mutig, klar im Kopf.

Fakt ist: Kemleins Wert für Union misst sich an Laufwegen, an Balleroberungen, an Stabilität. Genau die ging Union zuletzt viel zu oft flöten. Die Ausgangslage vor dem Spiel gegen die Werkself war ernüchternd wie gefährlich: zehn Gegentore in vier Spielen, wackelige Defensive, sieben Partien ohne Sieg.
Baumgart lobt: „Räume eng gemacht, Fehler genutzt“
Gegen Leverkusen stand endlich wieder die Null. Und das lag auch an Kemlein.
Der 21-Jährige schob klug, schloss Räume, biss sich in jeden Zweikampf. Wenn Bayer Tempo aufnahm, war er da. Wenn Ex-Hertha-Star Ibrahim Maza andribbelte, stellte Kemlein den Körper rein. Kein Glanz, aber Wirkung.
Leverkusen-Sieg für Union ein Wendepunkt
Entsprechend happy ist Trainer Steffen Baumgart: „Wir haben sehr gut verteidigt, das Spiel angenommen und dem Gegner die Räume immer wieder sehr klein gemacht. Den einen kleinen Fehler, den uns der Gegner angeboten hat, haben wir diesmal ausgenutzt.“




