Vor zwei Jahren starb der Kremlkritiker Alexej Nawalny in einer russischen Strafkolonie – nun scheint das Rätsel um seinen Tod endgültig gelöst zu sein. Bisher war seitens der Behörden von einer natürlichen Todesursache die Rede gewesen. Doch nun werfen fünf Länder – darunter Deutschland – Russland vor, Nawalny mit Pfeilgift getötet zu haben.
Alexej Nawalny starb in russischem Straflager
Zur Münchner Sicherheitskonferenz meldete sich auch Nawalnys Witwe zu Wort – und sagte, man habe nun den Beweis, dass Wladimir Putin ein Mörder sei. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (CDU) und seine Kolleginnen und Kollegen aus Großbritannien, Schweden und den Niederlanden beschuldigen Russland laut Berichten, den Kremlkritiker vergiftet zu haben. Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz solle eine Erklärung abgegeben werden.
Aber: Wie genau starb Alexej Nawalny? Er sei in russischer Gefangenschaft mit Gift getötet worden, sagte Wadephul. Die sterblichen Überreste Nawalnys wurden untersucht, gefunden wurde eine besonders starke Konzentration eines Nervengiftes namens Epibaditin. Der Giftstoff kommt in einem Sekret sogenannter Pfeilgiftfrösche in Ecuador vor, wird bei den Tieren über die Haut abgesondert.

So verheerend ist Pfeilgift für den menschlichen Körper
Die Wirkung des Giftes auf den menschlichen Körper ist verheerend – es soll 200 mal so stark wie Morphium sein, hieß es. Laut Wadephul lähmt es die Atemmuskulatur. Wer es verabreicht bekommt, erstickt qualvoll. Das Gift ist dabei so hoch konzentriert, dass Ureinwohner Kolumbiens, die es zur Jagd nutzen, nur mit der Spitze des Pfeils sachte über den Rücken eines der Frösche streichen müssen, damit die Dosis zum Erlegen von Tieren ausreicht. Der Verzehr von so erlegtem Fleisch ist aber ungefährlich, da das Gift nur wirkt, wenn es über die Blutbahn aufgenommen wird.




