Ein serbischer und ein deutscher Designer kämpfen um die Rückkehr der DDR-Rennpappe – als E-Trabi. Ihre vorgelegten Pläne begeistern. Vor allem die Trabant-Fans bekommen gerade glänzende Augen. Sie würden sofort den Trabi kaufen.
Trabi als E-Auto: Zwei Entwürfe gibt es
Vor 35 Jahren lief der letzte Trabant vom Band. Doch es muss nicht unbedingt der letzte DDR-Volkswagen bleiben, der je produziert wurde. Denn der serbische Designer Nagy Perge László (49) zeigt gerade mit seinen Entwürfen unter anderem auf Facebook, dass eine Wiederauferstehung des Ost-Kultautos möglich ist.
Seit über 15 Jahren bastelt Profi-Autodesigner Nils Poschwatta (49) an dem Plan, dass der Trabant als Elektroauto wieder auf unseren Straßen rollt. Es gibt sogar schon einen fahrtüchtigen Prototyp. Auf der IAA in Frankfurt am Main wurde er 2009 das erste Mal gezeigt. Nun steht der Trabant NT in Zwickau (hier war das Stammwerk) im Foyer der Karosseriebaufirma Indikar.
Nils Poschwatta macht klar: Er will den E-Trabi mithilfe eines großen Automobilbauers auf den Markt bringen. Doch leider ist noch keiner in Sicht, der das Projekt umsetzt und den Elektro-Trabant in Serie baut. Ist es etwa die Furcht davor, dass der Wagen ein Ladenhüter werden könnte?
Wohl kaum. Nach den KURIER-Berichten über das Comeback der DDR-Rennpappe meldeten sich viele Leser. Ehemalige Trabant-Fahrer, die vom E-Trabi so richtig begeistert sind und ihn sofort kaufen würden.

Einer von ihnen ist Mathias Strathausen. „Das Projekt ist spannend“, meint der Leser, der offenbar schon als Kind Fahrversuche mit dem Trabi gewagt hatte. „Ich bin Baujahr 83 und durfte mit acht Jahren im Wald selber mit dem Wagen fahren. Habe etliche Stunden auf der Rückbank eines Trabis verbracht, wenn es mal wieder aus Elbe-Elster zur Oma an die Ostsee ging.“
Die Rückkehr des Trabis als Elektroauto: Strathausen hat damit überhaupt kein Problem. „Selbst wenn er nur 300 Kilometer Reichweite hat, als Stadtauto ist der Wagen genial. Ich würde den sofort kaufen!“
Trabant als E-Auto: „Findet sicher Interessenten“
Sehen viele Leser so. Aber es gibt noch einen anderen Grund, warum der Trabi in neuem Glanz und mit neuer Technik auf die Straße soll: Das Elektroauto erinnert die Auto-Fans an die Zeiten, als der Trabant noch knatternd durch die DDR rollte. „Das Design ist schick und erinnert durchaus an den alten Trabi! Als elektrischer Kleinwagen würde er eine Lücke füllen und sicher Interessenten finden“, glaubt KURIER-Leserin Elke Weber.

„Auch wenn ich keine Elektroautos liebe, den E-Trabi würde ich kaufen“, schreibt Dagmar Pauli-Mehlig. Hauptsache Trabant eben. Egal, ob er nur knattert oder elektrobetrieben ganz leise durchs Land rollt. Es scheint, die Liebe zum Trabi währt ein ganzes Leben lang. Und so mancher ist froh, dass er ihn noch hat.
„Ich bin 54 Jahre alt und habe den Zweitakter noch“, erklärt Leser Thomas Edlich. Schließlich ist der Trabi unverwüstlich und hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Autos aus dem Westen: „Am Trabi kannst du alles selber schrauben.“ Mit anderen Worten: Die teuren Werkstattpreise kann sich ein Trabi-Fahrer sparen.

Muss also nur noch ein Autobauer gefunden werden, der den E-Trabi in Serie baut. Das wünscht sich jedenfalls Designer Nils Poschwatta für seinen Trabant NT. 40 Zentimeter länger und 20 Zentimeter breiter als das Original ist er. Mit dem Elektromotor (63 PS) sollte er 130 Stundenkilometer schaffen, wäre damit schneller als der Zweitakter mit Höchsttempo 100.




