Kennen Sie sie noch?

Diese drei DDR-Kinderbücher sind heute viel Geld wert

Viele haben sie noch im Schrank, doch eigentlich sind sie heute richtig wertvoll: Kinderbücher aus der DDR. Wir haben drei spannende Beispiele.

Author - Florian Thalmann
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Wer in der DDR Kinderbücher las, erinnert sich an die Geschichten noch heute. Die Bücher kosten heute im Internet sogar eine ganze Stange Geld.
Wer in der DDR Kinderbücher las, erinnert sich an die Geschichten noch heute. Die Bücher kosten heute im Internet sogar eine ganze Stange Geld.Kai Bienert/imago, zVg

Als Kind hatte sie jeder – doch je älter man wird, desto weiter hinten im Keller oder auf dem Dachboden verschwinden sie: bunte Bilderbücher! Früher haben viele mit Leidenschaft darin geschmökert, doch für Erwachsene spielen die Schätze aus der Kindheit kaum noch eine Rolle, verstauben im Schrank. Was viele nicht ahnen: Manche Kinderbücher sind Jahrzehnte später ein Vermögen wert – auch die aus der DDR. Wir zeigen drei Bücher, die auch Sie vielleicht noch im Schrank haben.

Erinnern Sie sich an diese Kinderbücher aus der DDR?

Kinderbücher gab es auch in der DDR reichlich – damals gehörte Lesen noch zur Freizeitbeschäftigung vieler Kinder, weil die Aufmerksamkeit noch nicht an Smartphones, sondern an echtes Spielzeug gefesselt war. Entsprechend groß war das Angebot. Vom berühmten Buch „Der kleine Angsthase“ mit dem feuerroten Fuchs auf dem Cover über „Das Wolkenschaf“ bis hin zu „Der brave Schüler Ottokar“ wurde vieles gelesen – und nach „Vom Jörg, der Zahnweh hatte“ war der eine oder andere Bücherwurm mit der Zahnbürste noch etwas genauer.

Viele heben die Kinderbücher von damals auf, doch dann verstauben sie in der Ecke. Es gibt neben Exemplaren, von denen auch nach dem Ende der DDR weiter Neuauflagen gedruckt wurden, auch Bücher, die heute Seltenheitswert haben. Wer wissen will, was sie wert sind, muss nur einen Blick auf Plattformen wie Ebay werfen: Hier werden nicht nur Klamotten, Haushaltsgeräte und besondere Sammlerstücke verkauft, sondern eben auch Kinderbücher. Wir zeigen Ihnen drei Bücher, die heute ein kleines Vermögen wert sind und verraten, für wie viel Geld sie gehandelt werden.

Helga und die Puppenkinder: Süße Verse aus der DDR

Na, erinnern Sie sich noch an dieses Kinderbuch? Dann haben Sie vermutlich schon die tiefste DDR miterlebt. Denn „Helga und die Puppenkinder“ kam bereits um 1960 auf den Markt. Das Papp-Bilderbuch erschien im Verlag Jugendland in Dresden und erzählt die Geschichte der kleinen Helga, die mit ihren Puppenkindern durch ihren Alltag geht. Jede der Seiten zeigt hübsche Illustrationen von Helga und ihren Puppen, dazu sind Verse niedergeschrieben, die allesamt mit „Helga hat sechs Puppenkinder“ beginnen.

Das Buch „Helga und die Puppenkinder“ aus der DDR gibt's heute für viel Geld auf Ebay.
Das Buch „Helga und die Puppenkinder“ aus der DDR gibt's heute für viel Geld auf Ebay.zVg/KI

„Helga hat sechs Puppenkinder: Hannelore, Gerd und Fred, Rosalinde und Brigitte und das Baby Annegret“, heißt etwa einer der Verse. „Welches ist das Schönste, fragst du? Alle sind sie lieb und fein, sagt die Puppenmutter Helga – denn sie sind ja alle mein.“ Das Bilderbuch hat heute Seltenheitswert, was es zu einem beliebten Sammlerobjekt macht. Auf Ebay finden sich Exemplare für 50 oder 60 Euro, aktuell wird sogar eines der Bücher für 99,99 Euro angeboten.

100 Euro für ein Bilderbuch aus Pappe – da muss die Liebe schon sehr groß sein. Allerdings zeigen Rezensionen auf Amazon den Grund. „Vor rund 50 Jahren bekam ich dieses herrliche Kinderbuch“, schreibt ein Nutzer. „Mit viel Mühe habe ich meine ersten Leseübungen darin getätigt. Deshalb kann ich einige Verse noch immer auswendig.“ Für ihn stecken in „Helga und die Puppenkinder“ also Erinnerungen an die eigene Kindheit, die einfach unbezahlbar sind.

„Hoppelfanni“ aus Leipzig amüsierte Kinder in der DDR

Tiere gehen in Kinderbüchern immer – in „Hoppelfanni“ spielt ein kleines, süßes Häschen die Hauptrolle. „Die kleine Hoppelfanni saß an einem Bach und sah vergnügt ihr Spiegelbild an“, heißt es am Anfang der Geschichte. „Sah sie nicht schön aus? Das Fell war weich wie Samt. Der Stummelschwanz leuchtete weiß. Ja, Hoppelfanni war wirklich schön.“  Die kleine Hasendame erlebt Abenteuer, trifft auf ihrem Weg durch den Wald und die Heide viele andere Tiere.

Das Buch „Hoppelfanni“ erzählt die Geschichte eines Häschens, das im Wald Abenteuer erlebt. Auf Ebay werden dafür hohe Preise verlangt.
Das Buch „Hoppelfanni“ erzählt die Geschichte eines Häschens, das im Wald Abenteuer erlebt. Auf Ebay werden dafür hohe Preise verlangt.zVg/KI

Das Papp-Bilderbuch für Kinder mit kurzen Texten kam 1965 auf den Markt, wurde herausgebracht vom Dr. Herbert Schulze Buch- und Kunstverlag im sächsischen Leipzig. Heute gibt es zwar auch günstige Exemplare im Netz, auf Ebay muss man für ein altes Exemplar des Buches aber teilweise ordentliche Summen zahlen: Bis zu 50 Euro kosten ältere Ausgaben des Kinderbuches aus der DDR. Aktuell ist sogar ein Exemplar für satte 89,25 Euro zu haben.

„Fröhlich sein und singen“ kostet heute eine Stange Geld

Viele, die in der DDR aufwuchsen, erinnern sich an die Zeitschrift der Pioniere – Frösi. „Fröhlich sein und singen“ hatte aber auch einen Vorläufer in Buchform, der heute für viel Geld gehandelt wird. Das Liederbuch, dessen erste Auflage 1952 auf den Markt kam, gibt es aktuell auf Ebay für unglaubliche 196 Euro. Hier handelt es sich aber auch um ein Exemplar aus der ersten Auflage. Spätere Bücher sind für weniger Geld zu haben. Brutal ins Geld gehen auch die Jahrbücher mit den späteren Frösi-Zeitschriften: Auch hier werden locker 150 Euro pro Jahrgang fällig.

Wer noch ein Exemplar des Vorläufer-Buches zu den Frösi-Zeitschriften hat, kann sich glücklich schätzen: „Fröhlich sein und singen“ kostet auf Ebay 200 Euro!
Wer noch ein Exemplar des Vorläufer-Buches zu den Frösi-Zeitschriften hat, kann sich glücklich schätzen: „Fröhlich sein und singen“ kostet auf Ebay 200 Euro!zVg/KI

Und was stand drin im Buch „Fröhlich sein und singen“? Neben Kalenderblättern für alle Monate waren zahlreiche Lieder enthalten, die damals von den Pionieren der ersten bis vierten Klassen gesungen wurden. Außerdem finden sich darin  „Geschichten über Lenin, Stalin und Ernst Thälmann“, schreibt der Verkäufer. „Aus ,Fröhlich sein und Singen‘ wurde ab dem 25. Juni 1953 Frösi, die Zeitschrift der Pioniere ,Ernst Thälmann‘“. Ob das knapp 800 Gramm schwere, dicke Buch aus dem Kinderbuchverlag Berlin heute noch so viel Geld wert ist, muss jeder selbst entscheiden.

An welche Kinderbücher aus der DDR erinnern Sie sich noch heute? Und würden Sie auch so viel Geld für diese Bücher bezahlen? Schicken Sie uns Ihre Meinung an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!