Ein DDR-Tretauto mit Volkspolizeilackierung ging bei „Bares für Rares“ schon für 1300 Euro weg, für eine Plastikgießkanne aus dem VEB Glasbijouterie Zittau gab es erst bei 110 Euro den Zuschlag. Alltags- und Gebrauchsgegenstände aus der DDR werden immer rarer, aber auch immer beliebter und teuer. Wir stellen ihnen hier ein paar der größten DDR-Raritäten mit ihren Preisen von heute vor.
Rupfentiere aus Sonneberg
Bleiben wir für den Anfang gleich bei „Rares für Bares“. Die Händler drehen jedes Mal durch, wenn gut erhaltene Rupfentiere angeboten werden. Rupfenwas? Das sind oft übergroße , mit Jute bezogene Tiere, die von der Spielzeugdesignerin Renate Müller aus Sonneberg in den 60er und 70er Jahren entworfen wurden.
Sonneberg war das Zentrum der Spielzeugindustrie in der DDR – und die Rupfentiere waren ein ganz besonderes therapeutisches Spielzeug. Es gab Nashörner, Nilpferde, Wale, Robben, Fohlen oder Elefanten. Alle von Hand produziert. Die Tiere waren so groß geformt, damit die „Kinder die Haptik spüren konnten“, erklärte Spielzeug-Experte Sven Deutschmanek bei „Bares für Rares“.
Heute stehen die Rupfentiere von Renate Müller sogar im Museum of Modern Art (MoMa) in New York. Und werden teuer gehandelt. In der ZDF-Sendung ging ein Nashorn schon für 1200 Euro weg.
Die Videospielkonsole BSS01 mit vier Spielen
Ein schwarzer oder (besser noch) weißer Kasten, ein paar Tasten und zwei Knöpfe links und rechts, um das Spiel zu steuern. Hinter dem Kürzel BSS01 verbirgt sich die erste und einzige Videospiel-Konsole der DDR. Produziert im VEB Halbleiterwerk Frankfurt/Oder kam das Bildschirmspiel 01 1979 auf den Markt.

Eine 02 gab es nie. Nur rund 1000 Stück wurden produziert, 500 DDR-Mark waren vielen zu teuer. Die BSS01 ähnelte Pong aus dem Westen. Vier Spiele (Tennis, Fußball, Squash und Pelota) waren installiert. Und das Herz des Kästchens kam vom Klassenfeind. Der elektronische Schaltkreis AY-3-8500, der vom US-Unternehmen General Instrument produziert wurde. Der gleiche Schaltkreis, der auch in Ataris Pong seine Dienste verrichtete.
In Schwarz wird die BSS01 heute ab 350 Euro angeboten. Die echte Rarität ist aber das Gerät in der Version „White Tiger“. Unter 1400 Euro geht hier nichts.
Elektromixer Modell 76 im Retro-Stil
Eine erstaunliche Wertentwicklung hat auch der Standmixer Elektromix Modell 76 vollzogen. Ein Gerät im Retrolook, im Stil der 60er und frühen 70er Jahre. Mit einem weißen Fuß aus Porzellan und einem kugelförmigen Kopf aus Metallguss mit grauem Hammerschlaglack – der planetenähnlich aussieht.

Zu DDR-Zeiten wurde der Standmixer meist in Milchbars und Cafés eingesetzt. Mit ganz simpler und fixer Bedienung. Durch das Einschieben eines Bechers wird der Schalter umgelegt und der Mixer startet von alleine. Becher raus und das Gerät ist wieder aus.
Bei Etsy wird das sieben Kilogramm schwere Modell 76 meist für 390 Euro angeboten, im Internet findet man auch Angebote ab 210 Euro.
Stern-Radio aus Berlin-Weißensee
In DDR wollte jeder Halbwüchsiger so ein Ding haben. Ein Stern-Radio, am besten mit Kassettenfach. Oft mit Holz verkleidet – aber so gut geklungen wie der erträumte Ghettoblaster aus dem Westen hat er doch nicht.

Doch das Sternradio weckt heute so eine Art heimeliges Gefühl. Nach damals. Produziert wurden die Kultgeräte einst in den Stern-Werken in Berlin-Weißensee, Anfang der 90er wurde der VEB Stern-Radio abgewickelt, 3000 Mitarbeiter verloren ihren Job.
Doch die scheinbar unkaputtbare Technik lebt bis heute weiter. Gut erhaltene Geräte (möglichst noch in Originalverpackung) haben im Preis zugelegt. Der RFT Stern-Recorder R160 wird bei Ebay gerade für 215 Euro angeboten. Das Stern Elite 2000 sogar für 353 Euro. Weniger gut gepflegte Geräte gibt es auch schon ab 60 Euro.
5-Mark-Gedenkmünze „XX Jahre DDR“
Und manchmal ist die DDR-Mark sogar mehr wert als der Euro. 1969 wurde die in der DDR die 5-Mark-Gedenkmünze „XX Jahre DDR“ aufgelegt. Bei fast jedem dürfte sie zu DDR-Zeiten das eine oder andere Mal durchs Portomonnaie gegangen sein. Über 39 Mio. Stück wurden einst geprägt.

