Exklusiv im KURIER

Götz George: Ex-Bürgermeister Diepgen fordert Straße für „Schimmi“.

Der einstige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen fordert von Berlins Politikern eine Würdigung zum 10. Todestag des legendären Schauspielers.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Götz George in seiner Paraderolle als TV-Kommissar Horst Schimanski. Ein prominenter Politiker Berlins fordert, dass zum 10. Todestag eine Straße oder einen Platz in der Stadt nach dem Schauspieler benannt wird.
Götz George in seiner Paraderolle als TV-Kommissar Horst Schimanski. Ein prominenter Politiker Berlins fordert, dass zum 10. Todestag eine Straße oder einen Platz in der Stadt nach dem Schauspieler benannt wird.United Archives/imago

Hat Berlin wirklich „Schimmi“ vergessen? Zehn Jahre ist Götz George tot. Und nichts erinnert in seiner Geburtsstadt an den großen Schauspieler, der am 19. Juni 2016 an Krebs starb. Keine Straße, kein Platz trägt in Berlin den Namen von Götz George. Der 10. Todestag des Schauspielers sollte Anlass genug sein, dies jetzt dringend nachzuholen. Das fordert Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (84, CDU) exklusiv im KURIER.

Berlins Ex-Regierender Diepgen über Götz George

Als Götz George seine Erfolge als „Tatort“-Kommissar Horst Schimanski feierte, war Eberhard Diepgen von 1984 bis 1989 der Regierende Bürgermeister von West-Berlin. Von 1991 bis 2001 regierte der CDU-Politiker das vereinte Berlin.

Was George und Diepgen einte: die Leidenschaft für den Ausdauersport. Sie waren begeisterte Läufer, die regelmäßig, jeder für sich, ihre Runden um den Schlachtensee drehten.

Der ehemalige Berliner Regierende Bürgermeister hat eine klare Haltung, wenn es um das Gedenken an den beliebten Schauspieler Götz George geht. Anders als Kulturschaffende und Politiker in dieser Stadt hat Eberhard Diepgen „Schimmi“ nicht vergessen.

Eberhard Diepgen war von 1984 bis 1989 der Regierende Bürgermeister von West-Berlin. Von 1991 bis 2001 regierte der CDU-Politiker das vereinte Berlin.
Eberhard Diepgen war von 1984 bis 1989 der Regierende Bürgermeister von West-Berlin. Von 1991 bis 2001 regierte der CDU-Politiker das vereinte Berlin.Bernd Elmenthaler/imago

Exklusiv für den KURIER hat er seine Gedanken aufgeschrieben. „Mit dem 10. Todestag wird die Erinnerung an Götz George wieder lebendig. Er war einer der bekanntesten und bedeutendsten Schauspieler Deutschlands. Über Jahrzehnte prägte er Film und Fernsehen. In seiner Rolle als Horst Schimanski in der TV-Reihe ‚Tatort‘ ist er vielen Berlinerinnen und Berlinern im Gedächtnis geblieben“, beginnt Diepgen.

Und weiter: „Vielfältig war die Zahl seiner Auszeichnungen und Ehrungen. Der Sohn von Heinrich George und Berta Drews (berühmte Schauspieler, lebten in Wannsee, d. A.) war eng mit Berlin verbunden. Es ist die Stadt seiner Herkunft und seiner künstlerischen Herkunft.“

Erberhad Diepgen: Götz-George-Straße in einem der neuen Berlin Kieze

Daher fordert Eberhard Diepgen im KURIER: „Angemessen wäre zu dem Jahrestag, dass das offizielle Berlin in angemessener Form an sein Wirken erinnert. Berlins Kommunalpolitiker könnten an eine Götz-George-Straße oder einen Platz in einem der Neubaugebiete denken. Zehn Jahre nach dem Tod des Künstlers gibt es in Berlin diese Möglichkeit. Aber da gibt es den Wettbewerb mit berühmten Frauen, die bei einzelnen Parteien im Streit um Namensänderungen für Straßen immer den Vorrang haben. Nun, schauen wir mal!“

Eberhard Diepgen und Kai Wegner (beide CDU) verstehen sich gut. Vielleicht kann ja der ehemalige Berliner Regierende Bürgermeister den jetzigen davon überzeugen, dass die Hauptstadt eine Götz-George-Straße oder einen Götz-George-Platz bekommt.
Eberhard Diepgen und Kai Wegner (beide CDU) verstehen sich gut. Vielleicht kann ja der ehemalige Berliner Regierende Bürgermeister den jetzigen davon überzeugen, dass die Hauptstadt eine Götz-George-Straße oder einen Götz-George-Platz bekommt.Berlinfoto/imago

Eberhard Diepgen spielt darauf an: In Berlin ist die Benennung und besonders die Umbenennung von Straßen nach Persönlichkeiten recht streng geregelt. Dabei spielen rechtliche, historische und zunehmend auch gesellschaftspolitische Kriterien eine Rolle – darunter die Förderung von Frauen („Frauenquote“).

Fakt ist: Eine Person darf erst fünf Jahre nach ihrem Tod mit einem Straßennamen oder Platz geehrt werden. Das ist bei Götz George der Fall.

Aber: Zuständig für die Umbenennung oder Neuvergabe sind die Bezirke und nicht der Senat. Im Fall von Götz George könnte sich aber der Senat dafür bei den Bezirken stark machen, wenn er wollte.

Verhindert „Frauenquote“ Götz-George-Straße?

Das Problem „Frauenquote“: Historisch bedingt sind Berlins Straßen deutlich mehr nach Männern als nach Frauen benannt. Daher wenden manche Bezirke die „Frauenquote“ als ein politisches Instrument an, um die massive Unterrepräsentation von Frauen im Stadtbild zu korrigieren. So benennt Friedrichshain-Kreuzberg seit 2005 neue Straßen nur noch nach Frauen, bis Parität erreicht ist.

Als Schimanski zeigte sich Götz George gerne vor der Kamera als Frauenheld. Hier eine Szene aus dem Tatort „Zabou“ (1987) mit Claudia Messner.
Als Schimanski zeigte sich Götz George gerne vor der Kamera als Frauenheld. Hier eine Szene aus dem Tatort „Zabou“ (1987) mit Claudia Messner.United Archives/imago

Dass Götz George bei einer möglichen Straßenbenennung Opfer der „Frauenquote“ werden könnte, befürchtet auch der fraktionslose Abgeordnete und BSW-Landeschef Alexander King.

„Es ist unglaublich, dass es in Berlin keinen Platz, keine Straße und überhaupt sehr wenig Spuren dieses herausragenden Berliner Schauspielers gibt“, sagt er.

Auch King fordert im KURIER, dass der 10. Todestag „unbedingt zum Anlass genommen werden sollte, das zu ändern“. Eine „Bevorzugung von Frauennamen bei Um- und Neubenennungen sollte einer solchen Initiative entgegenstehen“.

Erinnern Sie sich noch an Götz George? Wie finden Sie es, dass „Schimmi“ noch immer nicht mit einer Straße oder einem Platz in Berlin geehrt wurde? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com