Eiserne Rechnung

Entscheidung gefallen – Union-Boss Zingler nennt Details zum Doekhi-Deal

Dirk Zingler erklärt den radikalen Plan der Eisernen: Kein Ausverkauf, sondern sportlicher Erfolg soll die Millionen bringen. Das gilt auch für Diogo Leite.

Author - Sebastian Schmitt
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Präsident Dirk Zingler, hier beim 60. Geburtstag des 1. FC Union, spricht über die Situation von Danilho Doekhi und Diogo Leite.
Präsident Dirk Zingler, hier beim 60. Geburtstag des 1. FC Union, spricht über die Situation von Danilho Doekhi und Diogo Leite.IMAGO/Matthias Koch

Seit Monaten schwebt der Fall Danilho Doekhi über der Alten Försterei wie ein Versprechen mit Ablaufdatum. Jetzt spricht Union-Präsident Dirk Zingler Klartext – und nimmt einen möglichen Millionenverlust bewusst in Kauf. Denn der 1. FC Union Berlin setzt auf ein Prinzip, das größer ist als ein einzelner Transfer.

Jetzt ist es raus: Bei Union ist die Entscheidung im Fall Danilho Doekhi gefallen. Nicht auf dem Transfermarkt, sondern im Kopf. Die Eisernen bleiben standhaft – auch wenn das den Worst Case bedeutet.

Union nimmt das Doekhi-Risiko bewusst in Kauf

Denn klar ist: Doekhis Vertrag läuft im Sommer aus. Ein ablösefreier Abschied wäre aus Union-Sicht ein Horrorszenario. Zumindest auf dem Papier.

Topverteidiger Danilho Doekhi will den 1. FC Union Berlin verlassen, womöglich in Richtung Aston Villa – allerdings erst im Sommer.
Topverteidiger Danilho Doekhi will den 1. FC Union Berlin verlassen, womöglich in Richtung Aston Villa – allerdings erst im Sommer.IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images

Präsident Dirk Zingler ordnet die Lage ungewohnt offen ein: „Grundsätzlich wollen wir Spieler nicht ohne Ablöse aus ihren Verträgen entlassen. Das ist unser unternehmerischer Ansatz“, sagt er. Doch dann folgt der entscheidende Zusatz: „Der Kernansatz ist aber, durch Fußballspielen unsere wirtschaftliche Situation zu verbessern. Nicht durch Verkaufen.“

Aston Villa in der Poleposition beim Abwehrboss

Bedeutet: Union setzt auf Punkte statt Poker. Auf TV-Geld statt Transfererlöse. Wer in der Tabelle klettert, kassiert mehr – und bleibt konkurrenzfähig. „Möglicherweise verzichten wir also auf Transfererlöse“, sagt Zingler. Ein Satz, der sitzt.

Dem 1. FC Union Berlin droht im Sommer, mit Diogo Leite (l.) und Danilho Doekhi zwei absolute Stammspieler zum Nulltarif zu verlieren.
Dem 1. FC Union Berlin droht im Sommer, mit Diogo Leite (l.) und Danilho Doekhi zwei absolute Stammspieler zum Nulltarif zu verlieren.IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel

Ganz vom Tisch ist ein Verkauf aber nicht. Sollte doch noch ein vernünftiges Millionenangebot in Köpenick aufschlagen, wäre Union gesprächsbereit. Zingler stellt klar: Dann greift der Plan B. „Horst Heldt ist vorbereitet. Wenn einer geht, kommt ein neuer.“

Zingler erklärt, warum Union auf Punkte statt Deals setzt

Bis zum Transferschluss am Montag bleibt eine Restspannung. Lazio, Wolfsburg, Florenz, Udinese, Leeds – sie alle lauern. Doch nur, wenn der Preis stimmt, wird Union schwach. Eine Ablöse unter zehn Millionen Euro für Doekhi ist nach Zinglers Rechnung kaum vorstellbar.

Das Problem: Doekhi will nach KURIER-Informationen gar nicht im Winter weg. Er setzt auf den Sommer – auf Ablösefreiheit, maximales Gehalt, maximales Handgeld. In der Poleposition soll sich nun Aston Villa befinden. Der Klub aus Birmingham, aktuell Tabellendritter der Premier League, lockt Doekhi mit Königsklasse, Top-Gehalt und üppigem Handgeld.

Auch Leite wird wohl im Sommer ablösefrei wechseln

Bitter: Dasselbe Szenario droht Union bei Doekhis Abwehrkollegen Diogo Leite, dessen Vertrag ebenfalls in wenigen Monaten ausläuft. Der Marktwert des Verteidiger-Duos beträgt zusammen 25 Millionen Euro. Puh!

Um diesen drohenden Millionenverlust abzufedern, bleibt nur ein Weg: Punkte sammeln. So viele wie möglich. Jeder Platz in der Tabelle macht einen Unterschied zwischen ein und drei Millionen Euro. Nächste Chance dafür ist am Sonnabend bei der TSG Hoffenheim (15.30 Uhr, Sky).