Er trifft, er jubelt – und er sagt Danke. Nico Schlotterbeck kehrt mit Borussia Dortmund an die Alte Försterei zurück und gewinnt 3:0. Doch nach dem Abpfiff geht es nicht um Tabellen, Verträge oder Millionen, sondern um einen Klub, der seine Karriere rettete. Der 1. FC Union Berlin bleibt für Schlotterbeck mehr als nur eine alte Station.
Die Alte Försterei vergisst nichts. Und Nico Schlotterbeck auch nicht. Nach dem 3:0-Sieg des BVB in Köpenick steht der Nationalspieler vor den Mikrofonen – und spricht mit spürbarer Wärme bei Sky über Union. „Ich hatte damals eine schwere Zeit in Freiburg. Union hat mir da sehr geholfen“, erklärt Schlotterbeck.
Union half in Nico Schlotterbecks schwerster Zeit
Zur Erinnerung: In der Saison 2020/21 leiht Union den damals 22-jährigen Innenverteidiger aus. Kein Glamour, kein großes Versprechen. Dafür Vertrauen.
Trainer Urs Fischer setzt auf Schlotterbeck, lässt ihn wachsen, lässt ihn Fehler machen – und stärker zurückkommen. Auch wenn eine Oberschenkelverletzung fast die komplette Hinrunde kostet und nur 17 Einsätze bleiben, nimmt seine Karriere in Köpenick so richtig Fahrt auf. Danach geht es zurück nach Freiburg, auf der Überholspur in die Nationalmannschaft und nach Dortmund.
Warum Köpenick für Schlotterbeck viel bedeutet
Bis heute verfolgt Schlotterbeck Union. „Ich habe mitbekommen, dass Trimmi (Kapitän Christopher Trimmel, d. Red.) gerade verlängert hat. Das hat mich sehr gefreut.“ Worte, die zeigen, wie tief die Verbindung sitzt. Beim Gedanken an die Fans und die Alte Försterei wird Schlotterbeck fast sentimental – und sagt dann ohne zu zögern: „Das ist das schwerste Auswärtsspiel der Saison.“

Dass er nach seinem Kopfballtor zum 2:0 jubelt, passt eigentlich nicht zu diesem Abend. Auch wenn es Union-Trainer Steffen Baumgart gefällt, wollte Schlotterbeck es vermeiden. „Das hat leider nicht ganz geklappt“, sagt er fast entschuldigend, nachdem er vor dem Gästefanblock sein neues Markenzeichen, den Bizeps-Jubel, zeigte.
Topklubs wie Bayern und Barcelona jagen Abwehr-Star
Ganz klar: Der deutsche Nationalspieler ist Union verdammt dankbar, dass die Eisernen seine Karriere angekurbelt haben.

Während Union seine Vergangenheit prägte, jagt die Gegenwart Schlotterbeck durch die Schlagzeilen. Weil er mittlerweile als einer der besten Innenverteidiger der Welt gilt und sein Vertrag in Dortmund 2027 ausläuft, sind vor allem der FC Bayern und der FC Barcelona mit dem ehemaligen Bundestrainer Hansi Flick ganz heiß auf Schlotterbeck.
Mega-Angebot: BVB kämpft um Vertragsverlängerung
Der BVB will mit Schlotterbeck natürlich verlängern. Dafür geht BVB-Boss Lars Ricken an die finanzielle Schmerzgrenze – und darüber hinaus. Eine Mega-Gehaltserhöhung von fünf auf 14 Millionen Euro pro Jahr liegt auf dem Tisch.
Neben dem vielen Geld lockt Dortmund Schlotterbeck mit einem Legendenstatus. Ricken: „Hier beim BVB hatten wir Mats Hummels und Jürgen Kohler. Und dementsprechend wünschen wir uns natürlich und hoffen wir, dass er bei uns bleibt.“





