Es bleibt dabei. Für den 1. FC Union Berlin ist gegen den BVB in dieser Saison nichts zu holen. Nach dem 0:3 im Hinspiel kassieren die Eisernen auch in Köpenick eine 0:3 (0:1)-Niederlage. Sportlich kann Union die Pleite verkraften. Dennoch kochen die Emotionen hoch. Im Fokus steht Emre Can – zwischen Wut, Pfiffen und einer Grenze, die überschritten wird.
Can-Schubser lässt Stimmung in Köpenick kippen
Feuer war von Beginn an im Spiel, doch plötzlich wird es giftig. Nach einer Rudelbildung schubst BVB-Profi Emre Can Unions Janik Haberer zu Boden. Auf der Waldseite kippt die Stimmung. Dort, wo die eingefleischtesten Unioner stehen, hagelt es Pfiffe. Als Can wenig später am Boden liegt, mit Gesten provoziert, wird es verstörend. Schmähungen unter der Gürtellinie hallen durch die Alte Försterei – immer wieder, bis BVB-Trainer Niko Kovac den Nationalspieler in der 69. Minute vom Feld nimmt.

Dabei beginnt der Abend ordentlich. Bei minus fünf Grad ist Union sofort da, läuft im 60-Jahre-Sondertrikot an. Doch das Team von Trainer Steffen Baumgart nutzt in den ersten 20 Minuten drei gute Chancen nicht – und kassiert auf der Gegenseite wegen einer Millisekunde den frühen Rückstand: Serhou Guirassy ist einen Hauch vor Frederik Rönnow am Ball, Can verwandelt den Elfmeter sicher – 0:1 (10.). Danach treffen noch Ex-Unioner Nico Schlotterbeck (54.) und Maximilian Beier (84.).
Union-Fans gehen zu weit – Ansah zieht klare Grenze
Doch nach Abpfiff geht es weniger um das Ergebnis als um den Ton. Union-Stürmer Ilyas Ansah findet klare Worte. „Unsere Fans machen eine geile Stimmung, aber es waren ein, zwei Sprüche dabei, die einfach einen Ticken zu viel sind.“ Ansah, der sich mit Can gleich mehrere hitzige Duelle lieferte, ordnet ein: „Das waren normale Zweikämpfe. Er hat mich gefoult, ich habe ihn gefoult. Das gehört zum Fußball. Das von den Fans dann nicht.“

An der Seitenlinie tobt Manager Horst Heldt während des Spiels und fordert Rot für Can. Steffen Baumgart bleibt gelassen. „Der Schiedsrichter hat Gelb gezeigt, dann war alles in Ordnung.“ Über die Schmährufe sagt Baumgart: „Das ist Fußball. Das sind Emotionen. Ob das immer richtig ist, ob das immer ladylike ist – keine Ahnung.“


