Das Transferkarussell dreht sich – und könnte durch den 1. FC Union Berlin so richtig in Schwung kommen. Gleich zwei Klubs schauen gespannt nach Köpenick. Doch die Sache hat einen eisernen Haken.
Transferzeit ist Gerüchtezeit. Und Union ist mal wieder mittendrin statt nur dabei. Die Eisernen sind angeblich auf der Suche nach einem neuen Innenverteidiger fündig geworden. Der Name: Zeno Van Den Bosch (22) von Royal Antwerpen. Laut Medienberichten sind sich Union-Manager Horst Heldt und der Belgier einig. Van Den Bosch soll bei den Eisernen einen Vertrag bis 2030 unterschreiben und der Nachfolger von Danilho Doekhi (27) werden.

Das Verrückte: Wie der KURIER erfuhr, gibt es zwar lose Gespräche, doch von Vollzug kann keine Rede sein. Trotzdem wird bereits gerechnet – vor allem außerhalb von Köpenick. Beim 1. FC Köln und bei Leeds United träumt man von einer Kettenreaktion. Die Rechnung: Kommt Van Den Bosch zu Union, wird Doekhi frei für England. Und Sebastiaan Bornauw (26) könnte im Gegenzug den Weg von der Insel zurück in die Bundesliga finden.
Union wartet weiter auf Millionenangebote
Klingt spektakulär. Ist es aber (noch) nicht. Denn nach KURIER-Informationen liegt Union weder für Doekhi noch für dessen ebenfalls auf dem Transfermarkt fast täglich gehandelten Abwehrkollegen Diogo Leite (26) – wie schon im vergangenen Sommer – kein konkretes Angebot vor.

Doekhi selbst will nach dem 2:2 gegen Mainz nichts sagen, lässt Union zappeln. Trainer Steffen Baumgart bleibt bei dem Thema bewusst vage. „Jeder Verein beschäftigt sich mit Ab- und Zugängen. Im Hintergrund läuft das eine oder andere“, sagt der Union-Coach. Mehr nicht. Und genau das passt zur Lage.
Van Den Bosch bleibt vorerst nur eine Option
Das Problem: Union steckt in einer Zwickmühle. Doekhi kam ablösefrei, für Leite überwies Heldt-Vorgänger Oliver Ruhnert rund acht Millionen Euro an den FC Porto. Beide Verträge laufen aus. Gehen beide Stammspieler im Sommer ohne Ablöse, verliert Union sportlich und wirtschaftlich enorme Substanz. Ein Risiko, das sich ein Klub wie Union kaum leisten kann.


