Eisener Spruch

„Wenn der Ball kommt …“ Jeong verrät neue Union-Weisheit

Woo-yeong Jeong bringt den 1. FC Union Berlin gegen Mainz zurück ins Spiel und sorgt mit einem Satz für Lacher.

Author - Sebastian Schmitt
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Woo-yeong Jeong kurbelt nach seiner Einwechslung das Spiel des 1. FC Union an und trifft gegen Mainz zum Anschluss.
Woo-yeong Jeong kurbelt nach seiner Einwechslung das Spiel des 1. FC Union an und trifft gegen Mainz zum Anschluss.IMAGO/O.Behrendt

Ein Ball, ein Moment, ein Satz, der hängen bleibt. Woo-yeong Jeong bringt den 1. FC Union Berlin gegen Mainz zurück ins Spiel – und liefert danach eine neue Fußball-Weisheit, die in Köpenick für Lacher sorgt. 

Mentalität. Widerstand. Glaube. Nach dem 2:2 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 reden bei Union viele über einen Punktgewinn nach Rückstand. Großen Anteil daran hat Woo-yeong Jeong (26).

Gerade einmal sieben Minuten steht der Südkoreaner auf dem Platz, da bringt er die Alte Försterei zum Beben. Nach einer scharfen Flanke von Derrick Köhn taucht Jeong ab und versenkt den Ball per Flugkopfball im Tor zum 1:2-Anschlusstreffer (77.).

Jeong bringt Union zurück ins Spiel und liefert neue Weisheit

Nach dem Spiel sorgt Jeong dann für den Satz des Abends. Gefragt nach seinem Treffer, sagt er trocken: „Wenn der Ball kommt, kann man auch ein Tor machen.“

Artistisch und selten: Woo-yeong Jeong trifft für den 1. FC Union Berlin gegen Mainz aus dem Spiel heraus.
Artistisch und selten: Woo-yeong Jeong trifft für den 1. FC Union Berlin gegen Mainz aus dem Spiel heraus.IMAGO/Michael Taeger

Ein Satz, der berühmten Fußballerweisheiten wie „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ oder „Der Ball ist rund“ von Sepp Herberger in nichts nachsteht. Ein Satz, der aber auch einen Kern Wahrheit beinhaltet, der Union trifft.

Union trifft gegen Mainz aus dem Spiel heraus

Denn genau das ist das Problem der Eisernen in dieser Saison: Das Team von Trainer Steffen Baumgart ist zwar mal wieder Standard-König der Bundesliga. Aus dem Spiel heraus kommt aber nur selten ein Ball gefährlich in den Strafraum.

Woo-yeong Jeong bringt den 1. FC Union Berlin gegen Mainz zurück ins Spiel und grüßt seinen Schwiegervater auf der Tribüne.
Woo-yeong Jeong bringt den 1. FC Union Berlin gegen Mainz zurück ins Spiel und grüßt seinen Schwiegervater auf der Tribüne.IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Gegen Mainz war es diesmal anders. Schnell ging es nach einem langen Ball von Abwehrchef Leopold Querfeld und einem cleveren Doppelpass zwischen Köhn und Ilyas Ansah, sodass Jeong im Strafraum Zeit, Raum und Ruhe hatte, den Ball gekonnt im Tor unterzubringen.

Baumgarts Trainingsidee zahlt sich aus

Ein Spielzug, den Baumgart unter der Woche einstudieren ließ. Jeong verrät: „Wir haben das im Training oft geübt. Wenn Derrick den Ball hat, sollen alle in die Box laufen.“

Der Plan ging auf. Für Jeong ein besonderes Glück. Auf der Tribüne sitzt der Vater seiner Frau, extra aus Südkorea angereist: „Das ist ein langer Weg. Ich wollte unbedingt ein Tor machen.“

Union nimmt Punkt mit nach Augsburg – und neuen Glauben

Klar ist: Jeongs Tor gibt Union wieder den Glauben zurück, sodass kurz darauf Danilho Doekhi und Marin Ljubicic gemeinsam für das 2:2 sorgen. Und während sich die Fans freuen und die emotionale Rückkehr von Urs Fischer Revue passieren lassen, denkt Jeong schon weiter. Bereits am Donnerstag (!) geht es nach Augsburg. „Das 2:2 war wichtig vor der englischen Woche. Wir nehmen den Punkt mit“, sagt er.

Und wer weiß, vielleicht hilft die neue Union-Weisheit den Köpenickern auch in Augsburg. Denn spätestens jetzt wissen alle Unioner: Wenn der Ball kommt, kann man auch ein Tor machen …