Es geht Schlag auf Schlag für den 1. FC Union Berlin. Nach dem wilden 2:2 gegen FSV Mainz bleibt kaum Zeit zum Durchatmen – erst wartet der FC Augsburg (Donnerstag, 20.30 Uhr, Sky), drei Tage später der VfB Stuttgart (Sonntag, 15.30 Uhr, Dazn). Trainer Steffen Baumgart denkt um, muss umdenken. Und einige Eiserne spüren: Ihr Platz in der Startelf wackelt.
Englische Woche, kurze Regeneration, wenig Schonzeit. Baumgart weiß, dass er bei drei Spielen in acht Tagen rotieren muss. Und er weiß auch, dass ihn die Leistung seiner Startelf zuletzt nicht voll überzeugt hat.
Baumgart nicht zufrieden: Wer muss bei Union zittern?
„Was uns ein bisschen abhandengekommen ist, ist die Art, mit der wir erfolgreich spielen“, sagt der Union-Coach, der bis auf die Schlussphase gegen Mainz nicht zufrieden war. Baumgart wird deutlich: „Wenn der Ball zwar zwischen den Reihen läuft, wir aber nicht dahin kommen, wo ich hinwill, dann hilft uns das nicht.“ Erst in den letzten 20 Minuten, mit frischen Kräften, sieht Baumgart wieder das Union, das er will, und eine Aufholjagd, die noch einen Punkt bringt.

Grund für Änderungen in seiner Startelf hat der Rostocker also. Fest steht: In der Abwehr und im Tor bleibt alles beim Alten. Doch im Mittelfeld und im Angriff droht Bewegung. Denn die Joker liefern – und wie. Gegen Leipzig entscheiden Tim Skarke und Andrej Ilic das Spiel (3:1). In Köln trifft Einwechselspieler Andras Schäfer zum späten 1:0-Sieg. Und gegen Mainz drehen Woo-yeong Jeong und Marin Ljubicic ein 0:2 in ein 2:2.
Frische Kräfte gefragt: Joker drängen in die erste Elf
Vor allem Schäfer drängt auf mehr. Gegen Mainz kommt er rein, liefert sofort Tempo, Präsenz, Mut. Dazu der bittere Moment beim 0:1: Aljoscha Kemlein verliert seinen Gegenspieler aus den Augen. Baumgart spricht es an: „Das Tor ist vermeidbar. Amiri darf da nicht so frei stehen.“

Ungewöhnlich offen lobt Baumgart Schäfer: „Jedes Mal, wenn er reinkommt, ist er bei hundert Prozent. Genau das brauchen wir.“ Worte, die Wirkung zeigen. Auch Ilyas Ansah, Woo-yeong Jeong und Kapitän Christopher Trimmel drängen sich auf.
Eisernes Kollektiv: Baumgart braucht bei Union alle Spieler
Für andere wird es eng. Oliver Burke, Andrej Ilic oder Janik Haberer könnten neben Kemlein in Augsburg erst mal draußen sitzen. Baumgart weiß, dass das schmerzt. „Die Jungs haben den Ehrgeiz, immer zu spielen.“


