Geburtstagsparty kann kommen

Union schreibt schwarze Zahlen – und träumt groß

Rekord-Eigenkapital und höchste Transfereinnahmen: Die Eisernen bleiben finanziell stabil und planen den Umzug ins Olympiastadion.

Author - Sebastian Schmitt
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Der 1. FC Union zieht während des Umbaus der Alten Försterei zu Hertha BSC ins Olympiastadion.
Der 1. FC Union zieht während des Umbaus der Alten Försterei zu Hertha BSC ins Olympiastadion.IMAGO/Matthias Koch

Der 1. FC Union Berlin bleibt stabil. Auch ohne internationales Geld. Auch ohne Europa. Die Eisernen schließen das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 455.000 Euro ab – und senden ein klares Signal: Union kann Bundesliga auch ohne Champions-League-Millionen.

„Für uns ist das ein sehr gutes Ergebnis“, sagt Präsident Dirk Zingler. Und das meint er so. Erstmals seit drei Jahren flossen keine internationalen TV-Gelder nach Köpenick. Trotzdem bleibt am Ende ein Plus stehen. Möglich machen das die höchsten Transfereinnahmen der Vereinsgeschichte – und ein Eigenkapital von 8,073 Millionen Euro. Mehr hatte Union noch nie.

Doch Zingler weiß auch: Union zahlt Jahr für Jahr einen Preis. Der Wettbewerbsnachteil bei den Stadioneinnahmen ist real. 22.012 Plätze an der Alten Försterei sind romantisch – aber wirtschaftlich ein Korsett. Genau deshalb drückt der Klub beim Stadion-Ausbau aufs Tempo.

Union macht Plus: Zingler setzt auf Stadion-Ausbau

Erst 34.000 Plätze, später 40.000 – so lautet der Plan. Mitglieder? 71.328, Stand Ende 2025. Union wächst. Und braucht Raum.

Union-Präsident Dirk Zingler erklärt die eisernen Finanzen.
Union-Präsident Dirk Zingler erklärt die eisernen Finanzen.IMAGO/Matthias Koch

In der Saison 2027/28 wird Union deshalb ins Olympiastadion ziehen. Die Alte Försterei wird ausgebaut, die Heimspiele steigen im Westend. Gespräche mit Politik und Olympiastadion GmbH laufen. Für Zingler ist klar: Das ist der Start einer neuen Phase.

Olympiastadion als Übergangslösung für die Eisernen

„Von 20.000 auf 75.000 Zuschauer – wirtschaftlich ist das ein Schlaraffenland“, sagt er offen. Und schiebt hinterher: „Aber wir wollen so schnell wie möglich zurück.“ Der Umzug ist Mittel zum Zweck, kein neues Zuhause. Zumindest in der Champions-League-Saison zeigte sich: Ausverkauftes Olympiastadion kann Union.

Die Vorbereitungen beim 1. FC Union für die Party zum 60. Geburtstag laufen. Auf dem Parkplatz der Alten Försterei entsteht ein 28 Meter hohes Festzelt.
Die Vorbereitungen beim 1. FC Union für die Party zum 60. Geburtstag laufen. Auf dem Parkplatz der Alten Försterei entsteht ein 28 Meter hohes Festzelt.IMAGO/Matthias Koch

Die Frauenmannschaft bleibt dagegen an der Alten Försterei. Bei rund 8000 Zuschauern im Schnitt wäre ein Umzug wirtschaftlich unsinnig. Zingler: „Dann verknappen wir lieber für eine Saison.“

Mitglieder-Rekord: Union wächst und plant groß

Eigentlich wollte Union all das bei der Mitgliederversammlung verkünden – eingebettet in die Feier zum 60. Vereinsgeburtstag. Doch selbst das sprengt die Kapazitäten. 5500 Anmeldungen für ein Zelt mit 4000 Plätzen. Zu viel für Union-Verhältnisse.

Die Konsequenz: Die Mitgliederversammlung wird entkoppelt. Am 20. Januar steigt nur die Feier. Rückblick, Gegenwart, Stolz. Alle Spieler der „Elf der letzten 60 Jahre“ sind dabei. Einlass ab 17.30 Uhr, Beginn um 19 Uhr.