Der 1. FC Union Berlin bleibt stabil. Auch ohne internationales Geld. Auch ohne Europa. Die Eisernen schließen das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 455.000 Euro ab – und senden ein klares Signal: Union kann Bundesliga auch ohne Champions-League-Millionen.
„Für uns ist das ein sehr gutes Ergebnis“, sagt Präsident Dirk Zingler. Und das meint er so. Erstmals seit drei Jahren flossen keine internationalen TV-Gelder nach Köpenick. Trotzdem bleibt am Ende ein Plus stehen. Möglich machen das die höchsten Transfereinnahmen der Vereinsgeschichte – und ein Eigenkapital von 8,073 Millionen Euro. Mehr hatte Union noch nie.
Doch Zingler weiß auch: Union zahlt Jahr für Jahr einen Preis. Der Wettbewerbsnachteil bei den Stadioneinnahmen ist real. 22.012 Plätze an der Alten Försterei sind romantisch – aber wirtschaftlich ein Korsett. Genau deshalb drückt der Klub beim Stadion-Ausbau aufs Tempo.
Union macht Plus: Zingler setzt auf Stadion-Ausbau
Erst 34.000 Plätze, später 40.000 – so lautet der Plan. Mitglieder? 71.328, Stand Ende 2025. Union wächst. Und braucht Raum.

In der Saison 2027/28 wird Union deshalb ins Olympiastadion ziehen. Die Alte Försterei wird ausgebaut, die Heimspiele steigen im Westend. Gespräche mit Politik und Olympiastadion GmbH laufen. Für Zingler ist klar: Das ist der Start einer neuen Phase.
Olympiastadion als Übergangslösung für die Eisernen
„Von 20.000 auf 75.000 Zuschauer – wirtschaftlich ist das ein Schlaraffenland“, sagt er offen. Und schiebt hinterher: „Aber wir wollen so schnell wie möglich zurück.“ Der Umzug ist Mittel zum Zweck, kein neues Zuhause. Zumindest in der Champions-League-Saison zeigte sich: Ausverkauftes Olympiastadion kann Union.

Die Frauenmannschaft bleibt dagegen an der Alten Försterei. Bei rund 8000 Zuschauern im Schnitt wäre ein Umzug wirtschaftlich unsinnig. Zingler: „Dann verknappen wir lieber für eine Saison.“
Mitglieder-Rekord: Union wächst und plant groß
Eigentlich wollte Union all das bei der Mitgliederversammlung verkünden – eingebettet in die Feier zum 60. Vereinsgeburtstag. Doch selbst das sprengt die Kapazitäten. 5500 Anmeldungen für ein Zelt mit 4000 Plätzen. Zu viel für Union-Verhältnisse.




