Klare Ansage! Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, plaudert vor dem 60. Geburtstag des Klubs aus dem Nähkästchen und unterstreicht dabei unmissverständlich, wofür Union fußballerisch steht – und wofür nicht. Das bekommt auch Cheftrainer Steffen Baumgart in Köpenick zu spüren.
Seit jeher gilt Zingler, der seit dem 1. Juli 2004 die Geschicke der Eisernen leitet, als Alphatier – genauso wie Steffen Baumgart. Lange galt deshalb ein Engagement des Ex-Stürmers als Trainer rund um die Wuhle als ausgeschlossen. Als Manager Horst Heldt Baumgart im Dezember 2024 dann doch zum Cheftrainer machte, hielten nicht wenige die Mischung für explosiv. Und in gewisser Weise ist sie es bis heute.

„Mein Verhältnis zu Steffen Baumgart ist gut. Auch weil wir wenig miteinander zu tun haben“, erklärt Zingler trocken. Klingt hart, ist es auch. Doch Zingler relativiert: „Ich hatte auch mit Urs Fischer wenig zu tun. Der Cheftrainer ist nicht der Ansprechpartner des Präsidenten, sondern der Geschäftsführer Sport. Ich bin in der Woche vielleicht fünf Minuten dabei. Mein Ansprechpartner ist Horst Heldt.“
Union bleibt Union: Kein Platz für Schönspiel in Köpenick
Wenn er sich doch mal mit Baumgart unterhält, erinnert Zingler ihn an die eiserne Devise, die in Köpenick über allem steht. Zingler: „Geht raus und gewinnt Spiele – und probiert nicht, schönen Fußball zu spielen.“

Weil Baumgart genau das nach seinem Dienstantritt versuchte und dafür die Union-Abwehr von einer Dreier- auf eine Viererkette umstellte, soll er diese eiserne Ansage zu hören bekommen haben. Zingler wird deutlich: „Jeder, der den Fußball bei uns entwickeln will, fliegt raus.“ Rumms!
Union-Präsident stellt klar: Erfolg geht vor Fußball-Ästhetik
Rumpelfußball oder Rauswurf. Zingler verteidigt Baumgart gegen Fans und Kritiker, die sich wünschen, dass Union einen ansehnlicheren Fußball spielt. „Steffen ist nicht zurückgerudert, sondern wir verlangen das. Wir sind pragmatisch und wollen keinen Fußball, der ein hohes Risiko verlangt.“ Auch jenen, die davon in Zukunft träumen, erteilt Zingler eine klare Absage: „Weiterentwicklung im Fußballerischen wird es bei Union nicht geben.“




