Eisern explosiv

Klartext von Union-Präsident Zingler: Rumpelfußball oder Rauswurf!

Der Union-Boss stellt klar: Steffen Baumgart soll punkten, nicht zaubern. Wer schönen Fußball will, hat in Köpenick keine Zukunft.

Author - Sebastian Schmitt
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Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, stellt vor dem 60. Geburtstag des Klubs klar, für welchen Fußball man in Köpenick steht.
Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, stellt vor dem 60. Geburtstag des Klubs klar, für welchen Fußball man in Köpenick steht.Matthias Koch/imago

Klare Ansage! Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, plaudert vor dem 60. Geburtstag des Klubs aus dem Nähkästchen und unterstreicht dabei unmissverständlich, wofür Union fußballerisch steht – und wofür nicht. Das bekommt auch Cheftrainer Steffen Baumgart in Köpenick zu spüren.

Seit jeher gilt Zingler, der seit dem 1. Juli 2004 die Geschicke der Eisernen leitet, als Alphatier – genauso wie Steffen Baumgart. Lange galt deshalb ein Engagement des Ex-Stürmers als Trainer rund um die Wuhle als ausgeschlossen. Als Manager Horst Heldt Baumgart im Dezember 2024 dann doch zum Cheftrainer machte, hielten nicht wenige die Mischung für explosiv. Und in gewisser Weise ist sie es bis heute.

Präsident Dirk Zingler (l.) und Cheftrainer Steffen Baumgart tauschen sich kaum aus. Wofür der 1. FC Union steht, machte Zingler Baumgart allerdings bereits klar.
Präsident Dirk Zingler (l.) und Cheftrainer Steffen Baumgart tauschen sich kaum aus. Wofür der 1. FC Union steht, machte Zingler Baumgart allerdings bereits klar.Matthias Koch/imago

„Mein Verhältnis zu Steffen Baumgart ist gut. Auch weil wir wenig miteinander zu tun haben“, erklärt Zingler trocken. Klingt hart, ist es auch. Doch Zingler relativiert: „Ich hatte auch mit Urs Fischer wenig zu tun. Der Cheftrainer ist nicht der Ansprechpartner des Präsidenten, sondern der Geschäftsführer Sport. Ich bin in der Woche vielleicht fünf Minuten dabei. Mein Ansprechpartner ist Horst Heldt.“

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Wenn er sich doch mal mit Baumgart unterhält, erinnert Zingler ihn an die eiserne Devise, die in Köpenick über allem steht. Zingler: „Geht raus und gewinnt Spiele – und probiert nicht, schönen Fußball zu spielen.“

Der Ansprechpartner für das Sportliche beim 1. FC Union für Präsident Dirk Zingler ist der Geschäftsführer Sport Horst Heldt.
Der Ansprechpartner für das Sportliche beim 1. FC Union für Präsident Dirk Zingler ist der Geschäftsführer Sport Horst Heldt.Michael Taeger/imago

Weil Baumgart genau das nach seinem Dienstantritt versuchte und dafür die Union-Abwehr von einer Dreier- auf eine Viererkette umstellte, soll er diese eiserne Ansage zu hören bekommen haben. Zingler wird deutlich: „Jeder, der den Fußball bei uns entwickeln will, fliegt raus.“ Rumms!

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Rumpelfußball oder Rauswurf. Zingler verteidigt Baumgart gegen Fans und Kritiker, die sich wünschen, dass Union einen ansehnlicheren Fußball spielt. „Steffen ist nicht zurückgerudert, sondern wir verlangen das. Wir sind pragmatisch und wollen keinen Fußball, der ein hohes Risiko verlangt.“ Auch jenen, die davon in Zukunft träumen, erteilt Zingler eine klare Absage: „Weiterentwicklung im Fußballerischen wird es bei Union nicht geben.“

Die einzige eiserne Ausnahme: Sollte der 1. FC Union irgendwann zur nationalen Spitze gehören und sich nicht jede Saison um den Klassenerhalt sorgen müssen. Zingler: „Wenn wir sowieso alles gewinnen, können wir über die B-Note sprechen. Für uns geht es darum, mit unseren Mitteln und unserem Rahmen erfolgreichen Fußball zu spielen. Wenn wir einen anderen Fußball spielen wollen, brauchen wir einen neuen Kader – von hinten bis vorne. Denn ich verliere ja sofort die eine Fähigkeit, ohne die andere zu erreichen.“