Eisern verrechnet?

Horror-Frühjahr für Dirk Zingler: Union Berlin droht der Doppel-Crash

Union rutscht immer tiefer in den Abstiegskampf – und die Millionen-Kalkulation des Präsidenten wackelt gewaltig.

Author - Sebastian Schmitt
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Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, kalkulierte in Köpenick im Winter. Jetzt droht die Rechnung nicht aufzugehen.
Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, kalkulierte in Köpenick im Winter. Jetzt droht die Rechnung nicht aufzugehen.imago/Matthias Koch

Beim 1. FC Union Berlin schrillen die Alarmglocken. Sportlich rutscht die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart nach dem 1:4 gegen Werder Bremen immer tiefer in den Tabellenkeller der Bundesliga. Neben dem sportlichen Schaden droht den Eisernen damit plötzlich auch ein finanzieller Verlust in Millionenhöhe.

Union versinkt tiefer im Abstiegskampf

Die Rechnung klang logisch. Als Union-Boss Dirk Zingler im Januar über mögliche Transfers beim 1. FC Union Berlin sprach, rechnete er kühl vor. Ein Verkauf der Abwehr-Stars Danilho Doekhi und Diogo Leite im Winter? Für Union keine gute Lösung. Zingler warnte vor den sportlichen Folgen und rechnete vor, dass jeder Tabellenplatz in der Bundesliga bares Geld bringt.

Rani Khedira und viele Fans des 1. FC Union Berlin könnnen es nicht fassen: Den Eisernen droht sportlich wie finanziell der große Knall.
Rani Khedira und viele Fans des 1. FC Union Berlin könnnen es nicht fassen: Den Eisernen droht sportlich wie finanziell der große Knall.imago/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Klar ist: Die wichtigste Einnahmequelle aller Bundesligaklubs ist das TV-Geld. Schon ein Rang Unterschied in der Tabelle kann am 34. Spieltag bis zu drei Millionen Euro mehr oder weniger bedeuten. Zinglers Kalkulation: Wenn Union Leistungsträger verkauft und sportlich abrutscht, verliert der Klub am Ende mehr Geld, als er durch Transfers einnimmt.

Zinglers Millionen-Plan droht zu scheitern

Doekhi und Leite sind weiterhin Unioner und werden Köpenick aller Voraussicht nach im Sommer aufgrund ihrer auslaufenden Verträge ablösefrei verlassen. Ein Verlust, der schmerzt. Und aktuell doppelt wehtut.

In Erklärungsnot: Union-Trainer Steffen Baumgart spürt in Köpenick immer mehr Gegenwind.
In Erklärungsnot: Union-Trainer Steffen Baumgart spürt in Köpenick immer mehr Gegenwind.imago/dts Nachrichtenagentur

Denn nach der 1:4-Pleite gegen Werder Bremen stecken die Eisernen pünktlich zum Saisonendspurt so richtig im Abstiegskampf. Manager Horst Heldt rief bereits den Notstand aus. Nur noch vier mickrige Punkte trennen Union vom Relegationsrang. Trainer Steffen Baumgart steht im Fokus. Der Ton wird in Köpenick rauer.

Baumgart unter Druck – Fans fordern Antworten

Fakt ist: Von Platz acht und Mehreinnahmen an TV-Geld, wie von Zingler vorgerechnet, träumt aktuell niemand mehr. Im Gegenteil. Der Blick geht rund um die Wuhle in den Rückspiegel. Gleich fünf Klubs rücken Union auf die Pelle. Der Druck wächst – sportlich und finanziell.

Für Präsident Zingler wäre das ein bitteres Szenario. Der Klubboss hatte in den vergangenen Jahren viele schwierige Entscheidungen getroffen und Union aus der Zweiten Liga bis in die Champions League geführt. Doch jetzt droht ein Frühjahr, das alles komplizierter macht.

Freiburg-Spiel wird zum Überlebenskampf

Ganz klar: Druck vom eisernen Kessel nimmt nur ein Union-Sieg beim SC Freiburg (Sonntag, 17.30 Uhr, Dazn). Baumgart versucht, Ruhe auszustrahlen, und betont weiter das Vertrauen in seine Mannschaft. Doch zuletzt fehlten auf dem Platz die Antworten.

Für alle Unioner steht deshalb derzeit verdammt viel auf dem Spiel. Es geht um den Klassenerhalt, um Tabellenplätze, um Millionen aus dem TV-Topf – und um die Frage, ob Zinglers Rechnung für Union noch aufgeht.