Auch das noch

Union Berlin kassiert vom DFB schon wieder eine Abfuhr

Trotz Protest keine Gnade: Andras Schäfer fehlt dem 1. FC Union Berlin in Freiburg und München. Die Lage im Abstiegskampf spitzt sich in Köpenick weiter zu.

Author - Sebastian Schmitt
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Cheftrainer Steffen Baumgart steckt mit dem 1. FC Union Berlin in der Krise und muss die nächsten zwei Spiele auch noch auf Mittelfeldabräumer Andras Schäfer verzichten.
Cheftrainer Steffen Baumgart steckt mit dem 1. FC Union Berlin in der Krise und muss die nächsten zwei Spiele auch noch auf Mittelfeldabräumer Andras Schäfer verzichten.Matthias Koch/imago

Beim 1. FC Union Berlin wächst der Frust. Nach der bitteren 1:4‑Pleite gegen Werder Bremen kassieren die Eisernen nun auch juristisch den nächsten Rückschlag. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bleibt hart – und bestätigt die Sperre für Mittelfeldkämpfer Andras Schäfer. Damit fehlt Trainer Steffen Baumgart ein wichtiger Abräumer ausgerechnet in zwei schweren Spielen im Abstiegskampf. In Köpenick wird die Lage immer brisanter.

DFB lehnt Union-Einspruch ab, bestätigt Schäfer-Sperre

Die Hoffnung beim 1. FC Union Berlin hielt nur kurz. Nach der umstrittenen Roten Karte gegen Andras Schäfer beim 1:4 gegen Werder Bremen hatte der Klub Einspruch eingelegt. Die Verantwortlichen hofften auf eine mildere Strafe – doch der DFB blieb hart. Das Sportgericht des DFB bestätigte die Sperre von zwei Bundesliga-Spielen.

Schiedsrichter Timo Gerach zeigt Union-Profi Andras Schäfer gegen Werder Bremen die Rote Karte. Jetzt wurde der Ungar für zwei Spiele gesperrt.
Schiedsrichter Timo Gerach zeigt Union-Profi Andras Schäfer gegen Werder Bremen die Rote Karte. Jetzt wurde der Ungar für zwei Spiele gesperrt.Sebastian Räppold/Matthias Koch/imago

Damit verpasst Schäfer nicht nur das wichtige Auswärtsspiel beim SC Freiburg (Sonntag, 17.30 Uhr, Dazn), sondern auch die Mammutaufgabe eine Woche später beim FC Bayern München (21. März, 15.30 Uhr).

Warum die Schäfer-Sperre Baumgart extrem wehtut

Für Union ist das ein herber Schlag. Der ungarische Nationalspieler gehört zu den wichtigsten Kämpfern im Mittelfeld der Eisernen. In dieser Bundesliga-Saison stand Schäfer bislang in 21 Spielen auf dem Platz. In den letzten drei Partien vertraute Trainer Steffen Baumgart sogar jeweils auf ihn in der Startelf.

Union-Trainer Steffen Baumgart setzte in den vergangenen drei Spielen auf Andras Schäfer in der Startelf. Jetzt muss der Ungar wegen seiner Roten Karte zwei Spiele lang zuschauen.
Union-Trainer Steffen Baumgart setzte in den vergangenen drei Spielen auf Andras Schäfer in der Startelf. Jetzt muss der Ungar wegen seiner Roten Karte zwei Spiele lang zuschauen.Matthias Koch/imago

Ausgerechnet jetzt fehlt der Abräumer – mitten im Abstiegskampf.

Khedira und Baumgart wüten über die Rote Karte

Der Platzverweis selbst hatte bereits für heftige Diskussionen gesorgt. In der 19. Minute trat Schäfer beim Stand von 1:0 für Union Bremens Jens Stage im Mittelfeld mit viel Wucht auf den Fuß. Schiedsrichter Timo Gerach stand nur wenige Meter entfernt und zeigte sofort Rot. Der Video-Assistent griff nicht ein.

Kapitän Rani Khedira kritisierte den Platzverweis anschließend deutlich. „Ist es oberhalb vom Knöchel? Ist es nicht. Also ist es keine Rote Karte“, erklärte er bei Dazn und sprach von einer Fehlentscheidung. Auch Trainer Steffen Baumgart sah die Szene anders. Für ihn war das Foul „eine klare Gelbe Karte“.

Union gegen den DFB: Eine Geschichte voller Abfuhren

Der DFB blieb jedoch bei seiner Bewertung. Damit darf Schäfer erst wieder am 5. April (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen den FC St. Pauli eingreifen. Bis dahin muss Union ohne einen seiner wichtigsten Zweikämpfer auskommen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Union und der DFB juristisch gegenüberstehen. Zuletzt kassierte man saftige Geldstrafen wegen der immer wieder gezündeten Pyrotechnik. Vor allem ein Zoff mit dem DFB bleibt bis heute allen Unionern in Erinnerung: In der vergangenen Saison stritten beide Seiten heftig über das Spiel gegen den VfL Bochum in der Alten Försterei. Damals war Bochums Torwart Patrick Drewes von einem Feuerzeug getroffen worden. Union zog durch mehrere Instanzen bis vor das Ständige Schiedsgericht – verlor am Ende jedoch. Das 1:1 wurde nachträglich mit 0:2 gegen Union gewertet. Jetzt folgte die nächste Abfuhr aus Frankfurt.