Die Stimmung kippt! Der 1. FC Union Berlin befindet sich in der Rückrunde der Bundesliga im freien Fall. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge ist nach dem brutalen 1:4 (1:2) gegen Werder Bremen verpufft. Die Fans werden unruhig, einige fordern bereits den Rauswurf von Trainer Steffen Baumgart. Auch Manager Horst Heldt schlägt Alarm.
Fünf Punkte! Union Berlin spielt Horror‑Rückrunde
Die Situation wird immer bedrohlicher. Gerade einmal fünf mickrige Punkte holten die Eisernen in der Rückrunde. Nur Wolfsburg und Heidenheim waren noch schlechter (2). Die Bilanz eines Absteigers lässt den komfortablen Vorsprung von elf Punkten verpuffen.
Das Spiel gegen Bremen sollte Union von allen Sorgen befreien – stattdessen wächst im Saisonendspurt der Frust bei allen. Die Profis bekamen die Wut der Waldseite, dort wo Unions organisierte Fanszene die Mannschaft eigentlich eisern, also bedingungslos, anfeuert, zu spüren. „Aufwachen!“, skandierten die Union-Fans in Richtung der Spieler.
Union-Fans fordern Rauswurf von Steffen Baumgart
Im Internet und vor allem in den sozialen Medien gehen einige Anhänger bereits weiter. „Höchste Zeit, sich von Baumgart und Heldt zu trennen“, hieß es in einem Beitrag auf der Plattform X mit Blick auf Trainer und Manager. „Steffen Baumgart nicht mehr tragbar“, schrieb ein anderer Fan.

Klar ist: Der Ton wird nicht nur auf den Rängen rauer. Heldt legt den Finger in die Wunde und will die lange Unterzahl nach der strittigen Roten Karte gegen András Schäfer nicht als Ausrede gelten lassen. „Auch zu zehnt muss man das besser verteidigen“, erklärt Heldt und meint dabei vor allem die ersten beiden Gegentore, die Union jeweils nach Eckbällen kassierte. Heldt: „Das ist total ärgerlich, weil das normalerweise Situationen sind, die wir ganz gut beherrschen.“
Horst Heldt gnadenlos: „Wir sind im Abstiegskampf!“
Die Enttäuschung ist beim eisernen Kaderplaner so groß, dass Heldt in Köpenick angesichts von nur noch vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang den Notstand ausruft: „Jetzt sind wir mittendrin im Abstiegskampf.“

Genau das hatte Baumgart bereits vor dem Bremen-Spiel getan. Das Problem: Die Worte des Cheftrainers kamen nicht bei seinen Spielern an. Nichts war in dem so wichtigen Spiel zu sehen von den eisernen Tugenden. Noch schlimmer: Union kam vor allem in der zweiten Halbzeit defensiv überhaupt nicht in die Zweikämpfe und offensiv nicht mal in die Nähe einer Torchance.
Steffen Baumgart spürt in Köpenick Gegenwind
Hilf- und planlos wirkte Union, vor allem nach der taktischen Umstellung von Werder-Trainer Daniel Thioune im zweiten Durchgang von einer Vierer- auf eine Dreierkette in der Abwehr. Von einem Union-liken Aufbäumen, wie es die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart nach einer schwachen ersten Halbzeit schon oft gezeigt hat, war nichts zu sehen.
Baumgart spürt den Gegenwind, aber weiter das Vertrauen der Union-Bosse. „Das Stürmische kommt von außen. Wir hier drinnen werden sehr sachlich und sehr klar damit umgehen, und wir werden damit sehr ehrlich umgehen. Und zwar nicht der Trainer mit der Mannschaft oder umgekehrt. Sondern der gesamte Verein, der sich durch Ruhe auszeichnet – gerade in den ganz schwierigen Situationen.“


