Krise in Köpenick

Fans gegen Baumgart: Heldt ruft bei Union Berlin den Notstand aus!

Die Krise in Köpenick kostet Trainer Steffen Baumgart Vertrauen. Manager Horst Heldt verschärft den Ton.

Author - Sebastian Schmitt
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Der Druck wächst, der Ton wird rauer: Manager Horst Heldt und Trainer Steffen Baumgart stecken mit dem 1. FC Union Berlin in der Krise.
Der Druck wächst, der Ton wird rauer: Manager Horst Heldt und Trainer Steffen Baumgart stecken mit dem 1. FC Union Berlin in der Krise.IMAGO/Matthias Koch

Die Stimmung kippt! Der 1. FC Union Berlin befindet sich in der Rückrunde der Bundesliga im freien Fall. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge ist nach dem brutalen 1:4 (1:2) gegen Werder Bremen verpufft. Die Fans werden unruhig, einige fordern bereits den Rauswurf von Trainer Steffen Baumgart. Auch Manager Horst Heldt schlägt Alarm.

Fünf Punkte! Union Berlin spielt Horror‑Rückrunde

Die Situation wird immer bedrohlicher. Gerade einmal fünf mickrige Punkte holten die Eisernen in der Rückrunde. Nur Wolfsburg und Heidenheim waren noch schlechter (2). Die Bilanz eines Absteigers lässt den komfortablen Vorsprung von elf Punkten verpuffen.

Das Spiel gegen Bremen sollte Union von allen Sorgen befreien – stattdessen wächst im Saisonendspurt der Frust bei allen. Die Profis bekamen die Wut der Waldseite, dort wo Unions organisierte Fanszene die Mannschaft eigentlich eisern, also bedingungslos, anfeuert, zu spüren. „Aufwachen!“, skandierten die Union-Fans in Richtung der Spieler.

Union-Fans fordern Rauswurf von Steffen Baumgart

Im Internet und vor allem in den sozialen Medien gehen einige Anhänger bereits weiter. „Höchste Zeit, sich von Baumgart und Heldt zu trennen“, hieß es in einem Beitrag auf der Plattform X mit Blick auf Trainer und Manager. „Steffen Baumgart nicht mehr tragbar“, schrieb ein anderer Fan.

Union-Trainer Steffen Baumgart steht nach der Pleite gegen Bremen in der Kritik.
Union-Trainer Steffen Baumgart steht nach der Pleite gegen Bremen in der Kritik.IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Klar ist: Der Ton wird nicht nur auf den Rängen rauer. Heldt legt den Finger in die Wunde und will die lange Unterzahl nach der strittigen Roten Karte gegen András Schäfer nicht als Ausrede gelten lassen. „Auch zu zehnt muss man das besser verteidigen“, erklärt Heldt und meint dabei vor allem die ersten beiden Gegentore, die Union jeweils nach Eckbällen kassierte. Heldt: „Das ist total ärgerlich, weil das normalerweise Situationen sind, die wir ganz gut beherrschen.“

Horst Heldt gnadenlos: „Wir sind im Abstiegskampf!“

Die Enttäuschung ist beim eisernen Kaderplaner so groß, dass Heldt in Köpenick angesichts von nur noch vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang den Notstand ausruft: „Jetzt sind wir mittendrin im Abstiegskampf.“

Die Spieler des 1. FC Union bekamen von den Fans nach dem 1:4 gegen Werder eine deutliche Ansage.
Die Spieler des 1. FC Union bekamen von den Fans nach dem 1:4 gegen Werder eine deutliche Ansage.IMAGO/O.Behrendt

Genau das hatte Baumgart bereits vor dem Bremen-Spiel getan. Das Problem: Die Worte des Cheftrainers kamen nicht bei seinen Spielern an. Nichts war in dem so wichtigen Spiel zu sehen von den eisernen Tugenden. Noch schlimmer: Union kam vor allem in der zweiten Halbzeit defensiv überhaupt nicht in die Zweikämpfe und offensiv nicht mal in die Nähe einer Torchance.

Steffen Baumgart spürt in Köpenick Gegenwind

Hilf- und planlos wirkte Union, vor allem nach der taktischen Umstellung von Werder-Trainer Daniel Thioune im zweiten Durchgang von einer Vierer- auf eine Dreierkette in der Abwehr. Von einem Union-liken Aufbäumen, wie es die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart nach einer schwachen ersten Halbzeit schon oft gezeigt hat, war nichts zu sehen.

Baumgart spürt den Gegenwind, aber weiter das Vertrauen der Union-Bosse. „Das Stürmische kommt von außen. Wir hier drinnen werden sehr sachlich und sehr klar damit umgehen, und wir werden damit sehr ehrlich umgehen. Und zwar nicht der Trainer mit der Mannschaft oder umgekehrt. Sondern der gesamte Verein, der sich durch Ruhe auszeichnet – gerade in den ganz schwierigen Situationen.“

Baumgart trotzig: „Ich gehe vorneweg – gerade jetzt“

Dass der Ton angesichts der Krise in Köpenick rauer wird, macht Baumgart klar: „Es wird deswegen intern schon sehr direkt werden.“ Der Cheftrainer probiert, positiv zu bleiben: „Das Ergebnis ist ein Stimmungskiller. Aber ich gehe vorneweg, das ist meine Aufgabe. Und so gehen wir auch die nächsten Wochen an.“

Fakt ist: Die Aufgaben werden nicht leichter. Gleich zweimal ist Union nun in der Fremde gefordert. In Freiburg, dann beim FC Bayern. Obwohl auf dem Feld und auf den Rängen davon gegen Bremen nichts zu sehen war, erklärt Baumgart: „Wir trauen uns zu, dort zu gewinnen. Die arbeiten, die Jungs marschieren. Das werden sie auch weiter tun. Wir sind stark, wenn wir eine Einheit sind.“