Hausmacht futsch

Diese zwei Zahlen schmecken Union-Trainer Baumgart gar nicht

Sicherer Saisonendspurt oder doch noch Abstiegskampf für den 1. FC Union? Das entscheidet Sonntag das Heimspiel gegen Krisenklub Bremen. Zwei Bilanzen sollten eine Warnung sein.

Author - Wolfgang Heise
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Union-Trainer Steffen Baumgart in seinem Element an der Außenlinie in der Alten Försterei. Doch seine Spieler holen in den Heimspielen einfach zu wenig Punkte.
Union-Trainer Steffen Baumgart in seinem Element an der Außenlinie in der Alten Försterei. Doch seine Spieler holen in den Heimspielen einfach zu wenig Punkte.IMAGO/O.Behrendt

Beim 1. FC Union ist das Saisonziel Klassenerhalt, nicht mehr und auch nicht weniger. Die Köpenicker haben bisher 28 Punkte gesammelt, der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 ist auf sechs Zähler geschrumpft. Das ist zehn Spieltage vor Saisonende brenzlig. Die Eisernen müssen Sonntag (17.30 Uhr) einen Heimsieg gegen den Tabellensechzehnten Werder Bremen einfahren. Denn es gibt zwei  alarmierende Zahlen.

Union mit schlechtestem Rückrundenstart

Rani Khedira sorgte mit seinem Tor zum 1:0 gegen Leverkusen für den bisher einzigen Union-Sieg in diesem Jahr.
Rani Khedira sorgte mit seinem Tor zum 1:0 gegen Leverkusen für den bisher einzigen Union-Sieg in diesem Jahr.IMAGO/Michael Taeger

Seit dem Bundesliga-Aufstieg legte Union noch nie so einen schlechten Rückrundenstart hin. Nach sieben Spielen nur fünf Punkte. Das ist Minusrekord! Zum Vergleich: In der Aufstiegssaison 2019/20 und 2021/22 waren es zwischen dem 18. und 24. Spieltag doppelt so viele Zähler, 2020/21 und 2024/25 waren es sieben, in der Giganten-Saison 22/23 hatte Union im März bereits zwölf Punkte gesammelt und selbst in der Krisensaison 2023/24 waren es elf Zähler.

Der starke 1:0-Heimsieg gegen müde Leverkusener vor (hatten vorher in der Champions League gespielt) waren wichtige drei Punkte, doch die dürfen nicht über die zweite Alarmzahl hinwegtäuschen. Die Alte Försterei war mal eine Festung und Punktegarant. Doch der Schrecken ist bei den anderen Teams verloren gegangen.

Baumgart hat die schlechteste Heimbilanz

Es gab bisher nur vier Heimsiege in zwölf Spielen, dazu fünf  Remis und drei Pleiten, macht insgesamt 17 Punkte. Der Trend setzt sich aus der vergangenen Saison fort. Damals holte Ex-Trainer Bo Svensson in sieben Heimspielen noch drei Siege, Steffen Baumgart konnte in den restlichen zehn Partien in der Alten Försterei nur zwei Siege bejubeln. Insgesamt holte Union mit Baumgart nur 27 Heimzähler in 22 Spielen. Das ist ein Quotient von nur 1,2 Punkten.

Der 1. FC Union kann sich auf seine treuen Fans verlassen. Doch trotz der Prickel-Atmosphäre in der Alten Försterei gibt es zu wenig Heimsiege.
Der 1. FC Union kann sich auf seine treuen Fans verlassen. Doch trotz der Prickel-Atmosphäre in der Alten Försterei gibt es zu wenig Heimsiege.IMAGO/Andreas Gora

Seit dem Bundesliga-Aufstieg 2019 war es noch nie so schlecht. Union-Legende Urs Fischer hat einen Heimschnitt von 1,9 Punkten pro Spiel, Nenad Bjelica und Bo Svensson kommen auf 1,6. Der doppelte Interimstrainer Marco Grote holte in seinen beiden Heimspielen ein 1:1 gegen Augsburg und beim Saisonfinale 2023/24 das rettende 2:1 gegen den SC Freiburg.

Das sind die nackten Zahlen. Die Gründe liegen auf dem Rasen. Über Kampf zum Spiel, das ist die Union-DNA, die immer funktionierte. Der Einsatz der rot-weißen Profis ist fast immer da. Der müde Auftritt beim 0:1 vergangene Woche in Gladbach war eine Ausnahme. Doch auch in der Regel reicht das trotzdem nicht mehr. Union kann selbst kein Spiel machen und dazu fehlt noch ein Torjäger, der die wenigen Torchancen eiskalt einnetzt.

Gegen Werder Bremen muss die Wende her

Auffällig ist, dass die Köpenicker gegen große Gegner immer wieder Erfolge feiern. Doch gegen die Teams auf Augenhöhe fehlt etwas. Baumgart sagt dazu: „Es gibt kein Klein und Groß und hinter uns und vor uns gibt es nicht, sondern es gibt eine Leistung, die wir bringen müssen, um Spiele zu gewinnen.“ Besonders in den Heimpartien. Gegen Krisenklub Bremen muss das besser werden. Vielleicht wird es der erste Schritt zurück zu einer Heimmacht, könnte das Zittern um den Klassenerhalt wieder losgehen.