Beim 1. FC Union ist das Saisonziel Klassenerhalt, nicht mehr und auch nicht weniger. Die Köpenicker haben bisher 28 Punkte gesammelt, der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 ist auf sechs Zähler geschrumpft. Das ist zehn Spieltage vor Saisonende brenzlig. Die Eisernen müssen Sonntag (17.30 Uhr) einen Heimsieg gegen den Tabellensechzehnten Werder Bremen einfahren. Denn es gibt zwei alarmierende Zahlen.
Union mit schlechtestem Rückrundenstart

Seit dem Bundesliga-Aufstieg legte Union noch nie so einen schlechten Rückrundenstart hin. Nach sieben Spielen nur fünf Punkte. Das ist Minusrekord! Zum Vergleich: In der Aufstiegssaison 2019/20 und 2021/22 waren es zwischen dem 18. und 24. Spieltag doppelt so viele Zähler, 2020/21 und 2024/25 waren es sieben, in der Giganten-Saison 22/23 hatte Union im März bereits zwölf Punkte gesammelt und selbst in der Krisensaison 2023/24 waren es elf Zähler.
Der starke 1:0-Heimsieg gegen müde Leverkusener vor (hatten vorher in der Champions League gespielt) waren wichtige drei Punkte, doch die dürfen nicht über die zweite Alarmzahl hinwegtäuschen. Die Alte Försterei war mal eine Festung und Punktegarant. Doch der Schrecken ist bei den anderen Teams verloren gegangen.
Baumgart hat die schlechteste Heimbilanz
Es gab bisher nur vier Heimsiege in zwölf Spielen, dazu fünf Remis und drei Pleiten, macht insgesamt 17 Punkte. Der Trend setzt sich aus der vergangenen Saison fort. Damals holte Ex-Trainer Bo Svensson in sieben Heimspielen noch drei Siege, Steffen Baumgart konnte in den restlichen zehn Partien in der Alten Försterei nur zwei Siege bejubeln. Insgesamt holte Union mit Baumgart nur 27 Heimzähler in 22 Spielen. Das ist ein Quotient von nur 1,2 Punkten.

Seit dem Bundesliga-Aufstieg 2019 war es noch nie so schlecht. Union-Legende Urs Fischer hat einen Heimschnitt von 1,9 Punkten pro Spiel, Nenad Bjelica und Bo Svensson kommen auf 1,6. Der doppelte Interimstrainer Marco Grote holte in seinen beiden Heimspielen ein 1:1 gegen Augsburg und beim Saisonfinale 2023/24 das rettende 2:1 gegen den SC Freiburg.
Das sind die nackten Zahlen. Die Gründe liegen auf dem Rasen. Über Kampf zum Spiel, das ist die Union-DNA, die immer funktionierte. Der Einsatz der rot-weißen Profis ist fast immer da. Der müde Auftritt beim 0:1 vergangene Woche in Gladbach war eine Ausnahme. Doch auch in der Regel reicht das trotzdem nicht mehr. Union kann selbst kein Spiel machen und dazu fehlt noch ein Torjäger, der die wenigen Torchancen eiskalt einnetzt.



