Sie können es nicht lassen. Die Fans des 1. FC Union Berlin zünden anlässlich des 60. Geburtstags ihres Klubs ein rot-weißes Inferno und legen das Spiel gegen Eintracht Frankfurt (1:1) lahm. Sieben Minuten Unterbrechung, dichter Rauch, Feuerwerk hinter der Waldseite. Die Atmosphäre ist elektrisierend – doch der Preis dafür dürfte brutal hoch werden.
Hunderte Bengalos brennen in Köpenick gleichzeitig
Union-Fans lieben Pyrotechnik. Und sie zelebrieren sie. Beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt liefern die Anhänger erst eine Mega-Choreo über alle Tribünen, dann folgt der nächste Akt: Hunderte Bengalos brennen gleichzeitig. Roter und weißer Rauch frisst sich durch die Alte Försterei, das Flutlicht verschwindet, die Sicht ebenso. Schiedsrichter Sören Storks unterbricht die Partie für rund sieben Minuten. Köpenick steht still.
Union Berlin gilt beim DFB als Wiederholungstäter
Für viele Fußballfans ist es ein Gänsehautmoment. Laut, intensiv, emotional. Genau so, wie Union sich sieht. Finanziell aber wird dieses Schauspiel zum teuren Nachspiel. Denn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) rechnet nüchtern ab – nach Strafenkatalog. Und der kennt kein Gänsehaut-Bonusprogramm.

Der DFB berechnet Pyrotechnik-Strafen meist pauschal pro Gegenstand. Für jede abgebrannte Fackel oder jeden Rauchkörper werden in der Regel rund 1000 Euro fällig. Nach KURIER-Informationen sollen gegen Frankfurt mehr als 400 Bengalos gezündet worden sein. Allein das ergibt eine Grundstrafe von rund 400.000 Euro.
DFB-Hammer! Pyro-Wahnsinn kostet Union ein Vermögen
Doch damit nicht genug. Union gilt als Wiederholungstäter. Und genau das treibt die Rechnung weiter nach oben. Bei wiederholten Vergehen oder bei besonders intensiver Rauchentwicklung – wie in Köpenick, wo das Spiel unterbrochen werden musste – kann der DFB die Summe pro Gegenstand deutlich erhöhen.

Hinzu kommt: Bereits beim vorherigen Heimspiel gegen Borussia Dortmund wurde anlässlich des 60. Geburtstags massiv Pyrotechnik gezündet. Auch diese Pyro-Party ist noch nicht bezahlt.
Nach Bengalo-Inferno: Union vor Millionen-Strafe
Schon in der vergangenen Saison landete Union im Strafenkatalog ganz vorne. Mit 519.000 Euro verpassten die Eisernen den unrühmlichen Spitzenplatz nur knapp, einzig Eintracht Frankfurt zahlte noch mehr. In dieser Spielzeit stehen bereits 242.000 Euro zu Buche – für Pyro-Vorfälle gegen den Hamburger SV, Bayern München, Borussia Mönchengladbach und den FC St. Pauli.
Jetzt droht der große Knall. Ingesamt wird Union mit den neusten Strafe die Millionen-Marke an Bußgeldern wohl knacken. Immerhin darf ein Teil davon in Sicherheits- und Gewaltprävention fließen. Der Großteil aber landet beim DFB.
Baumgart findet die Pyro-Party der Union-Fans „geil“
Und dennoch ist klar: Union nimmt das in Kauf. Der Klub feiert die Leidenschaft seiner Fans, verteidigt ihre Choreos, schützt ihre Kultur. „Dass unsere Jungs Choreos können, auch mit den verbotenen Fackeln, das wissen wir. Ich fand es geil“, erklärt Baumgart.




