Er sollte den 1. FC Union Berlin prägen, doch fand nie sein Zuhause. Jetzt steckt László Bénes weit weg von Köpenick im Abstiegskampf fest. Ausgerechnet vor dem Duell seiner beiden Ex-Klubs Union und Hamburger SV wird klar, wie kompliziert dieses Kapitel für ihn geblieben ist. Denn der Union-Profi bleibt HSV-Fan.
Warum László Bénes nie in Köpenick ankam
Vor anderthalb Jahren klang alles nach einem Versprechen. Union verpflichtete László Bénes (28) dank einer Ausstiegsklausel für 2,5 Millionen Euro vom Hamburger SV. Technik, Spielwitz, Torgefahr – der Slowake galt als Königstransfer. Doch in Köpenick wurde daraus kein Happy End. Bénes fand nie richtig rein, rutschte schnell in die Jokerrolle, der Frust wuchs: „Es war klar, dass ich mich im Sommer verändern möchte. Das vergangene Jahr war eine schwierige Zeit für mich.“
Frust, Jokerrolle und ein missglückter Neustart
Dabei gab es Gespräche, Hoffnungen, neue Ideen. Union habe ihm signalisiert, künftig offensiver spielen zu wollen. „Ich hatte gute Gespräche. Der Klub hat mir das Gefühl gegeben, dass man auf mich setzen will und einen anderen Fußball spielen wird als zuvor“, erklärt der Mittelfeldspieler.

Doch sportlich änderte sich wenig. Auch unter Trainer Steffen Baumgart blieb Bénes Ergänzungsspieler. Groll hegt er keinen. „Wir haben darüber gesprochen. Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu Steffen Baumgart. Er war immer sehr offen zu mir.“
Bénes Leihe in die Türkei – Stammplatz, aber kein Glück
Im Sommer zog Bénes dennoch nach nur einem Jahr die Reißleine, weswegen sich viele Union-Fans die Haare rauften. Der Weg führte auf Leihbasis in die Türkei – vor allem wegen Markus Gisdol. Unter dem Deutschen hatte er beim HSV seine beste Zeit erlebt. Doch die Hoffnung verpuffte schnell. Gisdol hielt sich keine 100 Tage bei Kayserispor. Und unter Nachfolger Radomir Djalovic läuft es kaum besser. Trotz Stammplatz und vier Bénes-Buden in 18 Spielen steckt der Klub tief im Abstiegskampf, steht mit nur 15 Punkten auf einem direkten Abstiegsrang. Spielpraxis ja, Glück nein.

Gedanklich zieht es Bénes ohnehin oft zurück nach Hamburg. Obwohl offiziell noch Union-Spieler, schaut er lieber HSV-Partien. „Ich hatte in Hamburg eine super Zeit und ich bin immer noch HSV-Fan“, sagt er offen. Die Bundesliga-Rückkehr verfolgte er emotional: „Ich habe mich sehr über den Aufstieg gefreut. Es war sehr schön, die vielen glücklichen Gesichter in der Mannschaft, im Staff und bei den Fans zu sehen.“
Union-Profi Bénes bleibt weiter HSV-Fan
Besonders schwärmt Bénes von Baumgart-Nachfolger Merlin Polzin. Dass der frühere Co-Trainer nun Chef ist, überrascht ihn nicht. „Merlin war immer ein junger Trainer mit viel Potenzial. Er hat mit mir sehr intensiv an vielen Details gearbeitet. Dass ich beim HSV so gut funktioniert habe, lag auch an ihm.“


