Steffen Baumgart kann anders. Zumindest für diesen Moment. Beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt bleibt der Trainer des 1. FC Union Berlin erstaunlich ruhig, schluckt Emotionen runter, vermeidet den großen Knall. Auch weil er weiß, was kommt: die Rückkehr nach Hamburg. Ein Spiel, das für Baumgart mehr ist als nur 90 Minuten Bundesliga.
Warum Baumgart gegen Frankfurt ruhig blieb
Steffen Baumgart ohne Feuer? Kaum vorstellbar. Der Union-Trainer lebt an der Seitenlinie, leidet, schreit, gestikuliert. Seine Art elektrisiert Spieler und Fans – und treibt Schiedsrichter regelmäßig an den Rand. Verwarnungen gehören bei ihm fast zum Inventar. In der Hinrunde verpasste Baumgart deswegen das Duell gegen seinen Ex-Klub Hamburger SV. Auslöser: eine Papierkugel und eine Rote Karte beim 4:3-Spektakel in Frankfurt.

Auffällig unauffällig ist sein Auftritt beim Rückspiel gegen Eintracht Frankfurt. Beim 1:1 an der Alten Försterei bleibt Baumgart kontrolliert. Keine Eskalation, keine Gelbe Karte, vor allem kein Platzverweis. Vielmehr sucht er während der verrückten Pyro-Pause und der Spielunterbrechung das Gespräch mit dem Schiedsrichter. Zufall ist das nicht.
Die Rückkehr nach Hamburg: Ex-Klub, Emotionen, Druck
Denn am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) wartet auf Union das Auswärtsspiel beim HSV. Volksparkstadion. Alte Weggefährten. Alte Gefühle. „Erst mal bin ich froh, dass ich dabei sein werde“, sagt Baumgart bei Sky und grinst. „Ich habe mich heute emotional nicht hinreißen lassen. Dass ich im Hinspiel nicht dabei war, hat mich geärgert.“

Der Hamburger SV ist für ihn mehr als nur ein Gegner. Es ist Baumgarts Lieblingsklub – und seine alte Bühne. Von Februar 2024 bis November 2024 arbeitete er dort, ehe er gehen musste. Jetzt kehrt er erstmals seit seinem Rauswurf zurück in den Volkspark. „Ich freue mich auf die Stadt und das Stadion. Ich freue mich darauf, viele Leute wiederzusehen“, sagt Baumgart. Wehmütig klingt das nicht. Eher gespannt.
Union sechs Spiele ohne Sieg – jetzt zählt jeder Impuls
Denn Geschenke will er nicht verteilen. Ganz im Gegenteil. „Wir wollen dort gewinnen und werden dafür intensiv unter der Woche arbeiten“, stellt Baumgart klar. Der Fokus liegt auf dem Sportlichen. Union sehnt sich nach sechs Spielen ohne Sieg nach dem ersten Erfolg 2026.


