Eiserner Ärger

Elfer-Drama! Union-Trainer Baumgart stellt Abwehrboss Ultimatum

1:1 gegen Frankfurt: Leopold Querfeld rettet Union Berlin spät, doch sein lascher Strafstoß sorgt für Ärger. Sogar Manager Horst Held wird deutlich.

Author - Sebastian Schmitt
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Steffen Baumgart kann mit dem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt leben. Sauer ist der Cheftrainer des 1. FC Union wegen des Elfmeters von Leopold Quereld.
Steffen Baumgart kann mit dem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt leben. Sauer ist der Cheftrainer des 1. FC Union wegen des Elfmeters von Leopold Quereld.IMAGO/O.Behrendt

Ein schwach geschossener Elfmeter sorgt trotz des späten 1:1 (0.0) gegen Eintracht Frankfurt für Ärger beim 1. FC Union Berlin. Trainer Steffen Baumgart findet klare Worte und spricht eine Warnung aus. Manager Horst Heldt wird noch deutlicher und bittet Leopold Querfeld zum Rapport.

Querfeld trifft – und steht trotzdem im Fokus der Kritik

Auf den ersten Blick ist Leopold Querfeld der Mann des Abends. Der Abwehrchef übernimmt in der 88. Minute Verantwortung, tritt in der heißen Phase zum Elfmeter an und bewahrt den 1. FC Union vor einer Heimniederlage. Das 1:1 gegen Eintracht Frankfurt hält die Eisernen stabil, der Punkt fühlt sich wichtig an.

Ganz viel Glück hat Union-Verteidiger Leopold Querfeld in der 88 Minute. Der Elfmeter des Östrerreichers rutscht Frankfurt-Keeper Kaua Santos durch die Arme und ins Tor.
Ganz viel Glück hat Union-Verteidiger Leopold Querfeld in der 88 Minute. Der Elfmeter des Östrerreichers rutscht Frankfurt-Keeper Kaua Santos durch die Arme und ins Tor.IMAGO/nordphoto GmbH / Engler

Dabei ist Querfelds Strafstoß alles andere als überzeugend. Der Österreicher verzögert wie gewohnt, schiebt den Ball dann harmlos fast in die Mitte. Kein Wumms, kein Risiko. Nur Glück. Eintracht-Keeper Kaua Santos lässt den Ball durch die Hände rutschen – Union jubelt, Querfeld atmet durch. Auf dem Papier ist er der Punktegarant. In der eisernen Bewertung sieht das ein bisschen anders aus.

Baumgart: „So schießt er nicht mehr viele!“

Union-Trainer Baumgart wählt zunächst einen sachlichen Ton, wird aber schnell deutlich. „Was soll ich sagen? Am Ende geht der Ball rein“, sagt Baumgart. Dann folgt der Nachsatz, der sitzt: „Aber er ist nicht gut geschossen. Das war mehr Glück.“

Union-Manager Horst Heldt bittet Leopold Quereld nach dem schwachen geschossenen Elfmeter gegen Eintracht Frankfurt zum Rapport.
Union-Manager Horst Heldt bittet Leopold Quereld nach dem schwachen geschossenen Elfmeter gegen Eintracht Frankfurt zum Rapport.IMAGO/Michael Taeger

Danach folgt ein typischer Baumgart, der Querfeld ein Elfmeter-Ultimatum stellt: „Über Tore will ich mich nicht beschweren. Aber er muss lernen, klarer zu schießen. Sonst schießt er nicht mehr viele.“

Heldt schimpft über fehlende Wucht beim Strafstoß

Zuvor macht bereits Heldt seinem Elfmeter-Ärger am Sky Mikrofon Luft. „Da werden wir auf jeden Fall drüber reden, weil so kann man den Elfmeter nicht schießen“, sagt Heldt. „Zum Glück ist er reingegangen, aber das ist mir zu läppisch.“

Besonders unverständlich für Unions Manager: die fehlende Entschlossenheit. „Der kann ihn normalerweise auch mit 200 km/h ins Tor hämmern. Ich weiß nicht, warum er den so schießt.“

Querfeld reagiert mit Humor – und Selbstkritik

Insgesamt zeigt sich Heldt mit dem Remis zufrieden. „Am Ende ist es ein gerechtes Ergebnis. Wenn du spät den Ausgleich machst, musst du den Punkt mitnehmen“, erklärt der Manager, nachdem Union kurz vor dem Elfmeter durch Frankfuts Nathaniel Brown in Rückstand geraten war (84.). Heldt: „Es war ein Schritt in die richtige Richtung, gerade bei Kompaktheit und Fehlervermeidung.“

Querfeld selbst nimmt die Kritik mit Humor – und Einsicht. „Ich weiß nicht, ob er damals geschossen hat“, witzelt der Abwehrmann über Heldt, wird dann aber ernst. „Nein, ich muss den besser schießen. Aber am Ende zählt nur, dass er drin war.“