Eiserne Patzer

Dritter Bock vom Boss – Leopold Querfeld spürt gegen Frankfurt Feuer

Trotz drei verschuldeter Elfmeter bleibt der Abwehrchef des 1. FC Union Berlin für die Köpenicker unverzichtbar.

Author - Sebastian Schmitt
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Leopold Querfeld kann es nicht fassen: Bei der TSG Hoffenheim verursachte der Verteidiger des 1. FC Union bereis den dritten Elfmeter in dieser Saison.
Leopold Querfeld kann es nicht fassen: Bei der TSG Hoffenheim verursachte der Verteidiger des 1. FC Union bereis den dritten Elfmeter in dieser Saison.Ralf Brueck/IMAGO

Leopold Querfeld steht vor einem echten Charaktertest. Am Freitag kommt Eintracht Frankfurt in die Alte Försterei – ein Spiel, das für den 1. FC Union Berlin richtungsweisend werden kann. Und mittendrin steht ausgerechnet jener Mann, der mit 22 Jahren längst Abwehrchef ist, Verantwortung übernimmt – und dennoch mit seinen Elfmeter-Patzern Schlagzeilen macht.

Die Szene wirkt noch nach. Schon wieder ein Strafstoß, schon wieder ein Gegentor, schon wieder ein Moment, der ein Spiel kippt. Doch der Hoffenheim-Horror wird zum Treibstoff für das, was am Freitag passieren muss.

Querfeld trägt die Abwehr – und die Hypothek seiner Fehler

Querfeld ist Abwehrchef. Ohne großes Theater. Ohne Ausreden. In allen 20 Pflichtspielen stand er über die volle Distanz auf dem Platz, hält neben Diogo Leite und Danilho Doekhi das Zentrum zusammen, organisiert, schiebt, führt. Trainer Steffen Baumgart vertraut ihm bedingungslos – und dieses Vertrauen spürt man.

Zu spät: Leopold Querfeld foult Ex-Unioner Fisnik Asllani im Spiel bei der TSG Hoffenheim. Es ist der dritte Elfmeter, den der Verteidiger in dieser Saison verursacht.
Zu spät: Leopold Querfeld foult Ex-Unioner Fisnik Asllani im Spiel bei der TSG Hoffenheim. Es ist der dritte Elfmeter, den der Verteidiger in dieser Saison verursacht.Martin Agüera/kolbert-press/IMAGO

Doch drei verschuldete Elfmeter in einer Saison sind eine Hypothek, die ein Abwehrboss abwerfen muss. Gegen Hoffenheim, in Frankfurt, in Hoffenheim: Die Liste ist da. Aber sie erzählt nur die halbe Geschichte.

Warum Union trotzdem voll auf Querfeld setzt

Querfeld bringt Union das, was Baumgart braucht: Mut. Tiefe. Risiko. Seine Diagonalbälle sind Waffen, sein Spielaufbau ein Motor. Er überspielt Linien, öffnet Räume, sorgt für Tempo – etwas, das gegen Frankfurt enorm wichtig wird.

Das Gute: Querfeld besitzt für sein Alter verdammt viel Reife.

Verantwortung statt Ausreden: Querfelds Ansage vor dem Topspiel

Entsprechend geht Querfeld auch mit dem jüngst verursachten Elfmeter um. Nach dem Hoffenheim-Horror steht er für seinen Fehler gerade und übernimmt auch abseits des Balls Verantwortung. „Ich muss und werde daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen.“

Keine Ausreden. Kein Rumdrucksen. Genau die Haltung, die Union Freitagabend (20.30 Uhr, Sky) braucht. Frankfurt ist die Chance zur Wiedergutmachung. Für Union. Und für Leopold Querfeld.