Ein Kreis schließt sich

Gut für Union! Werder Bremen will Bo Svensson

Für den 1. FC Union Berlin wäre eine Bundesliga‑Rückkehr des Trainers das endgültige Ende eines turbulenten Kapitels.

Author - Sebastian Schmitt
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Ex-Union-Trainer Bo Svensson (46) gilt beim SV Werder Bremen als Favorit auf die Nachfolge von Horst Steffen.
Ex-Union-Trainer Bo Svensson (46) gilt beim SV Werder Bremen als Favorit auf die Nachfolge von Horst Steffen.IMAGO/Matthias Koch

Manchmal zahlt sich eine Trennung erst später aus. Beim 1. FC Union Berlin schaut man dieser Tage aufmerksam Richtung Weser. Denn Werder Bremen sucht einen neuen Trainer – und hat offenbar einen alten Bekannten aus Berlin ganz oben auf der Liste. Sollte Bo Svensson tatsächlich übernehmen, schließt sich in Köpenick ein Kapitel, das bei Union lange nachgewirkt hat.

Die Nachricht sorgt an der Alten Försterei für Aufmerksamkeit. Nach Informationen der DeichStube gilt Bo Svensson noch vor Landsmann Bo Henriksen (zuletzt beim FSV Mainz 05) als Favorit bei Werder Bremen auf die Nachfolge des am Sonntag entlassenen Horst Steffen. Für Union ist das vor allem deshalb interessant, weil sich damit endgültig ein Schlussstrich unter die kurze, intensive Svensson-Ära ziehen könnte.

Ex‑Union-Coach vor Comeback! Werder will Svensson

Finanziell werden die Eisernen von einer Svensson-Rückkehr in die Bundesliga nicht profitieren. Denn nach KURIER-Informationen ist der ursprünglich bis Sommer 2026 gültige Vertrag von Svensson beim 1. FC Union bereits aufgelöst. Der Däne steht also in Köpenick nicht mehr auf der Gehaltsliste und kann mit Werder frei verhandeln.

Bo Svensson scheiterte beim 1. FC Union Berlin und musste nach nicht mal sechs Monaten Köpenick verlassen. Jetzt soll der Däne wohl Werder Bremen retten.
Bo Svensson scheiterte beim 1. FC Union Berlin und musste nach nicht mal sechs Monaten Köpenick verlassen. Jetzt soll der Däne wohl Werder Bremen retten.IMAGO/Michael Taeger

Dennoch verfolgt man seinen nächsten Schritt in Köpenick genau – auch weil Svenssons Abgang sportlich wie emotional bis heute nachhallt.

Werder heiß auf Svensson

Entlassen wurde der 46-Jährige am 27. Dezember 2024, nach nicht einmal sechs Monaten Amtszeit. Neun Pflichtspiele in Serie ohne Sieg, zu wenig Ertrag für zu viel Aufwand. Der Tiefpunkt: eine brutale 1:4-Pleite ausgerechnet bei Werder Bremen. Ein Spiel, das rückblickend wie ein bitteres Omen wirkt. Jetzt könnte ausgerechnet dieser Gegner Svensson eine neue Chance geben.

Nach dem 1:4 bei Werder Bremen grübeln Union-Manager Horst Held und Präsident Dirk Zingler  noch im Weserstadion über die Zukunft. Wenige Tage später wird Bo Svensson gefeuert.
Nach dem 1:4 bei Werder Bremen grübeln Union-Manager Horst Held und Präsident Dirk Zingler noch im Weserstadion über die Zukunft. Wenige Tage später wird Bo Svensson gefeuert.IMAGO/Michael Taeger

Sportlich war Svensson, der als Wunschlösung von Manager Horst Heldt galt, bei Union nie unumstritten. Die Idee war klar, die Umsetzung blieb oft Stückwerk. Struktur statt Risiko, Kontrolle statt Durchbruch. In Köpenick fehlten Wucht und Tore – und am Ende die Punkte. Trotzdem genießt Svensson in der Bundesliga weiter Respekt. Sein Name steht für Ordnung, für Disziplin, für defensive Stabilität. Eigenschaften, die an der Weser gefragt sind.

Union mit Svensson-Nachfolger Baumgart auf Kurs

Für Union selbst ist das Kapitel längst abgeschlossen. Unter Steffen Baumgart wurde der Kurs korrigiert, die Mannschaft neu justiert. Dass Svensson nun wieder Thema wird, zeigt vor allem eines: Wie schnell sich im Fußball neue Türen öffnen – selbst nach einer Trennung mit Knall.

Noch ist nichts unterschrieben. Doch sollte Werder Bremen tatsächlich zuschlagen, schließt sich ein Kreis. Für Svensson beginnt vielleicht ein neues Kapitel. Für Union ist es vor allem die Gewissheit, dass ein schwieriger Abschnitt endgültig Geschichte ist.