Der Frust sitzt tief beim 1. FC Union Berlin. Nach der 1:3-Pleite bei der TSG Hoffenheim kochen die Emotionen über – nicht nur auf dem Platz. Trainer Steffen Baumgart gerät nach Abpfiff mit Flügelstürmer Livan Burcu (21) aneinander. Der Ton ist rau, die Worte sind deutlich, die Botschaft ist typisch Baumgart.
Union verliert in Hoffenheim, wieder gut gespielt, wieder leer ausgegangen. Die Horror-Minuten vor der Pause sitzen, der nächste Rückschlag in einem bisher sehr zähen Jahr 2026 hinterlässt Spuren. Und führt zu einem Knall nach dem Schlusspfiff.

Am Spielfeldrand kracht es. Livan Burcu, in der 75. Minute eingewechselt, ist unzufrieden. Mit sich, mit der Situation, mit seiner Rolle. Der Deutsch-Türke sucht das Gespräch, Baumgart kontert. Es wird laut. Es wird direkt. Es wird Baumgart.
Heftiger Streit nach der Hoffenheim-Pleite
Der Union-Trainer erklärt die Szene später offen – und mit derber Wortwahl: „Ab und zu ist es so, wenn zwei emotionale Menschen aufeinandertreffen. Wenn der eine 54 ist und der andere, um es mal deutlich zu sagen, noch nicht alle Haare am Sack hat, dann hoffe ich, dass er die Klappe hält. Das fällt ihm manchmal schwer.“ Rums!

Ein Satz, der sitzt. Und einer, der passt. Baumgart verstellt sich nicht. Wie seine Worte klingen, ist ihm egal – entscheidend ist, dass sie ankommen.
Baumgarts derbe Worte gegen Burcu
Gleichzeitig tritt Baumgart auf die Bremse. Kein Nachtreten, kein Zerwürfnis. Im Gegenteil. Er versteht den Frust seines Spielers: „Trotzdem verstehe ich seinen Ärger nach einer 1:3-Niederlage. Das ist nichts Dramatisches.“
Klar ist: Burcu bringt eigentlich alles mit, was Baumgart mag: Selbstvertrauen, Ehrgeiz, Wut im Bauch.
Emotionen kochen hoch – Trainer bremst später
Der Flügelstürmer sieht sich selbst als künftigen Nationalspieler, träumt von der Champions League. Bei Union kommt er nach seiner Verletzung aber nur unregelmäßig zum Zug. Beim 0:3 gegen den BVB in der 65. Minute, in Hoffenheim noch mal zehn Minuten später. Zu spät, aus seiner Sicht.
Doch genau da setzt Baumgart an. Emotion ist erlaubt, ja erwünscht – solange sie dem Team dient. „Ich finde es okay, dass wir Jungs haben, die ihre Emotionen zeigen und sie nicht hinter dem Berg halten“, sagt der Trainer. „Das finde ich eher positiv.“
Trotz Ärger: Baumgart macht Burcu Hoffnung
Baumgart lobt Burcu sogar ausdrücklich: „Ich freue mich, dass er reinkam und seine Leistung gebracht hat und klopfen möchte, dass er von Anfang an spielt.“




