Knall nach Schlusspfiff

„Nicht alle Haare am Sack“: Steffen Baumgart zählt Union-Star derbe an

Nach dem 1:3 des 1. FC Union Berlin bei der TSG Hoffenheim kracht es: Der Trainer teilt hart aus – und nimmt den Stürmer später in Schutz.

Author - Sebastian Schmitt
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Union-Stürmer Livan Burcu (21) und Cheftrainer Steffen Baumgart liefern sich nach der 1:3-Pleite bei der TSG Hoffenheim ein Wortgefecht.
Union-Stürmer Livan Burcu (21) und Cheftrainer Steffen Baumgart liefern sich nach der 1:3-Pleite bei der TSG Hoffenheim ein Wortgefecht.Matthias Koch/IMAGO

Der Frust sitzt tief beim 1. FC Union Berlin. Nach der 1:3-Pleite bei der TSG Hoffenheim kochen die Emotionen über – nicht nur auf dem Platz. Trainer Steffen Baumgart gerät nach Abpfiff mit Flügelstürmer Livan Burcu (21) aneinander. Der Ton ist rau, die Worte sind deutlich, die Botschaft ist typisch Baumgart.

Union verliert in Hoffenheim, wieder gut gespielt, wieder leer ausgegangen. Die Horror-Minuten vor der Pause sitzen, der nächste Rückschlag in einem bisher sehr zähen Jahr 2026 hinterlässt Spuren.  Und führt zu einem Knall nach dem Schlusspfiff.

Cheftrainer Steffen Baumgart weist Livan Burcu zwar derbe zurecht, nimmt ihm aber seinen Wutanfall nicht übel.
Cheftrainer Steffen Baumgart weist Livan Burcu zwar derbe zurecht, nimmt ihm aber seinen Wutanfall nicht übel.Matthias Koch/IMAGO

Am Spielfeldrand kracht es. Livan Burcu, in der 75. Minute eingewechselt, ist unzufrieden. Mit sich, mit der Situation, mit seiner Rolle. Der Deutsch-Türke sucht das Gespräch, Baumgart kontert. Es wird laut. Es wird direkt. Es wird Baumgart.

Heftiger Streit nach der Hoffenheim-Pleite

Der Union-Trainer erklärt die Szene später offen – und mit derber Wortwahl: „Ab und zu ist es so, wenn zwei emotionale Menschen aufeinandertreffen. Wenn der eine 54 ist und der andere, um es mal deutlich zu sagen, noch nicht alle Haare am Sack hat, dann hoffe ich, dass er die Klappe hält. Das fällt ihm manchmal schwer.“ Rums!

Livan Burcu kam für den 1. FC Union Berlin bei der TSG Hoffenheim erst in der 75. Minute ins Spiel –und schob danach mächtig Frust.
Livan Burcu kam für den 1. FC Union Berlin bei der TSG Hoffenheim erst in der 75. Minute ins Spiel –und schob danach mächtig Frust.Matthias Koch/IMAGO

Ein Satz, der sitzt. Und einer, der passt. Baumgart verstellt sich nicht. Wie seine Worte klingen, ist ihm egal – entscheidend ist, dass sie ankommen.

Baumgarts derbe Worte gegen Burcu

Gleichzeitig tritt Baumgart auf die Bremse. Kein Nachtreten, kein Zerwürfnis. Im Gegenteil. Er versteht den Frust seines Spielers: „Trotzdem verstehe ich seinen Ärger nach einer 1:3-Niederlage. Das ist nichts Dramatisches.“

Klar ist: Burcu bringt eigentlich alles mit, was Baumgart mag: Selbstvertrauen, Ehrgeiz, Wut im Bauch.

Emotionen kochen hoch – Trainer bremst später

Der Flügelstürmer sieht sich selbst als künftigen Nationalspieler, träumt von der Champions League. Bei Union kommt er nach seiner Verletzung aber nur unregelmäßig zum Zug. Beim 0:3 gegen den BVB in der 65. Minute, in Hoffenheim noch mal zehn Minuten später. Zu spät, aus seiner Sicht.

Doch genau da setzt Baumgart an. Emotion ist erlaubt, ja erwünscht – solange sie dem Team dient. „Ich finde es okay, dass wir Jungs haben, die ihre Emotionen zeigen und sie nicht hinter dem Berg halten“, sagt der Trainer. „Das finde ich eher positiv.“

Trotz Ärger: Baumgart macht Burcu Hoffnung

Baumgart lobt Burcu sogar ausdrücklich: „Ich freue mich, dass er reinkam und seine Leistung gebracht hat und klopfen möchte, dass er von Anfang an spielt.“

Ob Burcu im nächsten Spiel eine neue (längere) Chance bekommt, wird sich schon bald zeigen. Bereits am Freitag (20.30 Uhr, Sky) duellieren sich die Eisernen in Köpenick mit Eintracht Frankfurt.