Eiserner Ärger

„Die bessere Mannschaft“ – Union schiebt Mega-Frust nach Hoffenheim-Horror

Starke Leistung, null Punkte: Der 1. FC Union Berlin spielt gut, bricht ein und zeigt Moral: Rani Khedira legt den Finger in die eiserne Wunde.

Author - Sebastian Schmitt
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Rani Khedira (l.), Mittelfeldchef des 1. FC Union Berlin, ärgert sich über die 1:3-Pleite bei der TSG Hoffenheim.
Rani Khedira (l.), Mittelfeldchef des 1. FC Union Berlin, ärgert sich über die 1:3-Pleite bei der TSG Hoffenheim.IMAGO/kolbert-press/Martin Agüera

Wieder gut gespielt, wieder leer ausgegangen. Der 1. FC Union Berlin verliert bei der TSG Hoffenheim mit 1:3 (0:2) – und das fühlt sich bitterer an, als es auf dem Papier aussieht. Denn die Köpenicker dominieren beim Tabellendritten lange Zeit das Spiel. Doch dann folgen sechs Horror-Minuten, in denen alles auseinanderbricht. Vize-Kapitän Rani Khedira spricht nach der Pleite Klartext – und bringt das eiserne Dilemma gnadenlos auf den Punkt.

Rani Khedira ist so torgefährlich wie nie. Sein Treffer in Sinsheim ist bereits sein viertes Saisontor – persönlicher Rekord in seiner 14. Profi-Saison! Aber der Jubel? Bleibt im Hals stecken. Wie schon beim 1:2 in Heidenheim ist auch dieser Treffer vier Tage nach seinem 32. Geburtstag nicht mehr als ein kosmetischer Trostpreis.

Auch Union-Trainer Steffen Baumgart war nach dem 1:3 bei der TSG Hoffenheim bedient.
Auch Union-Trainer Steffen Baumgart war nach dem 1:3 bei der TSG Hoffenheim bedient.IMAGO/Oliver Zimmermann

Und so steht Union im Jahr 2026 weiter ohne Sieg da. Fünf Spiele, kein Dreier – klingt nach Abstiegskampf, ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn die Eisernen teilen dreimal die Punkte, und in Sinsheim bei der TSG geben sie bis zum ersten Gegentreffer den Ton an. 

Union stark – bis zum plötzlichen Total-Einbruch

Union kontrolliert, Union drückt, Union steht stabil. Hoffenheim? Lange harmlos. Doch dann zerlegt sich Köpenick selbst. Drei Gegentore in sechs Minuten – ein brutaler Bruch, der jedem Union-Fan das Herz zerreißt. Trotz Moral, trotz Kampf, trotz der Einwechslungen von Schäfer, Ansah und Köhn: Die Aufholjagd bleibt Stückwerk.

Rani Khedira hat bei der TSG Hoffenheim selbst das 1:0 für den 1. FC Union Berlin auf dem Fuß, scheitert aber an Nationaltorhüter Oliver Baumann.
Rani Khedira hat bei der TSG Hoffenheim selbst das 1:0 für den 1. FC Union Berlin auf dem Fuß, scheitert aber an Nationaltorhüter Oliver Baumann.IMAGO/Matthias Koch

Rani Khedira fasst nach dem Abpfiff zusammen, was alle denken: „Wir sind bis zum 1:0 die bessere Mannschaft, bekommen direkt das 2:0 hinterher und machen trotzdem ein gutes Spiel.“

Khedira frustriert: „Davon können wir uns nichts kaufen“

Es ist ein Muster, das sich wiederholt. Schon gegen den BVB (0:3) hält Union eine Halbzeit lang stark dagegen – und fährt trotzdem mit null Punkten nach Hause. Wieder ordentlich gespielt, wieder nichts Zählbares. Khedira wirkt angefressen: „Wir haben wieder ein gutes Spiel gemacht. Davon können wir uns aber nichts kaufen.“

Denn das eigentliche Problem ist so simpel wie schmerzhaft: Effizienz. Ausgerechnet Khedira vergibt in der 7. Minute die Riesenchance zur Führung. Und trifft Schäfer oder Leite in Halbzeit zwei früher, wird der Abend in Sinsheim ein echter Kraichgau-Krimi. Das weiß auch Khedira: „Anfang der Saison waren wir effizienter. Das fehlt uns gerade.“

Große Chancen, keine Punkte – Unions Effizienz-Drama

Doch Khedira wäre nicht Khedira, wenn er jetzt aufgeben würde. „Wir müssen uns das wieder erarbeiten und nächste Woche besser umsetzen“, sagt er – sachlich, aber mit eiserner Entschlossenheit.

Ob es klappt? Das zeigt sich schon am Freitagabend unter Flutlicht an der Alten Försterei. Dann kommt Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr, Sky) – und Union braucht endlich wieder ein Ausrufezeichen.