Es ist der letzte Tag, an dem Fehler Millionen kosten können. In Köpenick läuft die Uhr gnadenlos herunter, während Gerüchte, Anrufe und Rechenspiele den 1. FC Union Berlin begleiten. Um 20 Uhr endet die Winter-Transferperiode – und besonders zwei Namen stehen im Fokus. Diogo Leite und Danilho Doekhi könnten Union sportlich retten oder finanziell schmerzen.
Der Deadline Day ist kein Tag für Romantik. Er ist brutal, hektisch und gnadenlos ehrlich. Genau so fühlt es sich am Montag in Köpenick an. Während andernorts noch gefeilscht wird, rechnet der 1. FC Union Berlin kühl durch, was sich lohnt – und was nicht. Bis 20 Uhr müssen alle Verträge unterschrieben sein, danach ist der Markt bis zum Sommer zu. Endgültig.
Union zwischen Risiko und Millionenpoker
Im Mittelpunkt stehen weiter zwei Abwehr-Asse: Danilho Doekhi und Diogo Leite. Zwei Säulen, zwei Verträge, zwei völlig unterschiedliche Ausgangslagen. Doekhi hat seine Entscheidung faktisch getroffen. Der Niederländer will seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern und Union dann ablösefrei verlassen. England lockt, die Premier League ist sein Traum. Ein Winterwechsel? So gut wie vom Tisch.

Bei Diogo Leite dagegen ist Bewegung drin – zumindest auf dem Papier. Aus Italien baggert Lazio Rom intensiv am Portugiesen. Doch was aus Rom kolportiert wird, sorgt in Köpenick eher für Kopfschütteln. Zwei bis drei Millionen Euro Ablöse sollen im Raum stehen. Für Union-Manager Horst Heldt kein Grund, nervös zu werden.
Leite im Fokus: Lazio-Angebot sorgt für Kopfschütteln
Präsident Dirk Zingler hat die Marschroute zuletzt unmissverständlich vorgegeben. Niemand wird „verscherbelt“. Wer einen Leistungsträger wie Leite oder Doekhi mitten im Abstiegskampf loseisen will, muss ein Angebot auf den Tisch legen, das fast schon unmoralisch wirkt. Alles andere, so die eiserne Rechnung, kostet sportliche Qualität – und die schlägt sich am Ende direkt in der Tabelle nieder. Und damit bei den TV-Millionen.

Klar ist: Bei Union spricht am Deadline Day vieles für Stillstand – und für ein Risiko mit Ansage. Vielleicht zaubern die Eisernen aber auch noch einen Überraschungstransfer und eine Verstärkung für den Kader von Trainer Steffen Baumgart aus dem Hut.
Danilho Doekhi: Kein Winterwechsel, Premier-League-Traum bleibt
Einige Fakten wurden rund um die Alte Försterei bereits geschaffen: Der Youngster Oluwaseun Ogbemudia wurde verliehen, verletzte sich jedoch bei seinem zweiten Einsatz für Waldhof Mannheim schwer und droht für den Rest der Saison auszufallen. Zudem stürmt Marin Ljubicic ab sofort für Fortuna Düsseldorf. Der Zweitligist leiht den Kroaten bis zum Sommer aus – ohne Kaufoption.
Ein weiterer Name, der zuletzt heißlief, bleibt dagegen kalt. Alex Kral war am vergangenen Wochenende bereits in Athen, ein Wechsel zu Panathinaikos schien greifbar. Doch die Verhandlungen scheiterten, vor allem am Gehalt. Nun suchen die Griechen offenbar Alternativen. Ein Abgang Krals am letzten Tag der Transferperiode ist nicht in Sicht. Wie Doelhi und Leite wird auch der Tscheche Union im Juni wohl ablösefrei verlassen.
Stillstand mit Ansage: Union setzt auf sportliche Stabilität
Die Uhr tickt. Jeder Anruf könnte alles ändern, jede Entscheidung Millionen verschieben. Doch Stand jetzt bleibt Union standhaft. Lieber ein finanzieller Verlust im Sommer als ein sportlicher Absturz im Frühjahr.



