Eiserne Krux

Erinnerungen an Isco – Baumgart erteilt Union Träum‑Verbot

Der 1. FC Union Berlin ist auf dem Transfermarkt weiterhin beliebt und kämpft gegen Frankfurt um Europa. Trainer Steffen Baumgart will davon nichts hören.

Author - Sebastian Schmitt
Teilen
Union-Trainer Steffen Baumgart schaut in der Tabelle nach den letzten Spielen nach unten und warnt alle, die nach Europa schielen.
Union-Trainer Steffen Baumgart schaut in der Tabelle nach den letzten Spielen nach unten und warnt alle, die nach Europa schielen.imago/Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank

Europa rückt näher, ein Weltstar taucht plötzlich im Hintergrund auf – und Trainer Steffen Baumgart tritt auf die Bremse. Beim 1. FC Union Berlin treffen vor dem Flutlichtspiel gegen Eintracht Frankfurt (Freitag, 20.30 Uhr, Sky) große Träume auf brutale Bundesliga-Realität.

Es klingt wie eine Geschichte aus dem Paulanergarten, doch es ist wahr: Union wurde kurz vor Ende der Transferperiode Raheem Sterling angeboten. Manager Horst Heldt: „In diesem Fall schien es nicht wirklich ernst zu sein. Wir haben es nicht weiter verfolgt.“

Union-Trainer Steffen Baumgart machte diese Woche bei klirrenden Kälte in Köpenick seinen Spielern Beine.
Union-Trainer Steffen Baumgart machte diese Woche bei klirrenden Kälte in Köpenick seinen Spielern Beine.Matthias Koch/imago

Ein Weltstar, mehrfacher Englischer Meister, Champions-League-Sieger – bei Union? Das klang nach Isco 2.0. Der Spanier war im Winter 2023 bereits zum Medizincheck in Berlin, doch der Wechsel scheiterte spektakulär an Vertragsdetails.

Sterling-Schock! Union wird plötzlich zur Top‑Adresse

Die Sterling-Story zeigt aber, dass Union sich in Europa einen Namen gemacht hat. Die Eisernen werden weiter mit dem internationalen Geschäft in Verbindung gebracht. Und das passt zur Tabelle.

Gegen den BVB war im Stadion An der Alten Försterei nichts zu holen. Gegen Frankfurt will Steffen Baumgart endlich wieder einen Sieg.
Gegen den BVB war im Stadion An der Alten Försterei nichts zu holen. Gegen Frankfurt will Steffen Baumgart endlich wieder einen Sieg.imago/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Mit 25 Punkten liegt Union nur drei Zähler hinter Eintracht Frankfurt und dem SC Freiburg auf Platz sieben. Ein Rang, der – vielleicht sogar Platz acht – am Saisonende fürs internationale Geschäft reichen könnte. Kurz gesagt: Europa rückt näher.

Trotz Europa‑Rufe: Baumgart zieht die harte Bremse

Dass Union davon träumt, ist kein Geheimnis. Präsident Dirk Zingler formuliert es offen. Die Spieler auch. Janik Haberer sagt klar: „Wir wollen den Abstand nach unten vergrößern und oben ranrutschen.“ Ein Sieg gegen Frankfurt würde genau das ermöglichen. Manager Horst Heldt kennt die Diskussion: „Wir machen uns nicht besser als wir sind. Fakt ist aber auch, dass wir fast immer in der Lage sind, Spiele zu gewinnen. Diese Kraft darf man nicht kleinreden. Wir müssen nur die Balance halten.“

Steffen Baumgart erteilt dagegen seinen Spielern ein Träum‑Verbot. Nicht aus Angst, sondern aus Erfahrung. Fünf Spiele ohne Sieg haben Spuren hinterlassen. Trotz ordentlicher Auftritte gegen Dortmund und Hoffenheim steht Union mit leeren Händen da. Und plötzlich sind es – wegen Urs Fischers Siegesserie in Mainz – nur noch sechs Punkte bis zum Relegationsplatz.

Baumgart fordert gegen Frankfurt Emotionen statt Träume

Baumgart: „Platz sieben oder acht ist nicht das, wonach wir gucken. Wir sehen gerade, was passiert, wenn man nicht am Limit spielt. Unsere Fehler werden derzeit knallhart bestraft. Gleichzeitig nutzen wir unsere Chancen nicht.“ Unions Cheftrainer denkt deswegen eher nach unten als nach oben und warnt: „Wir hoffen, dass es dabei bleibt, dass wir nicht mit dem Abstieg zu tun haben.“

Vor Frankfurt, das mit Neu‑Trainer Albert Riera nach Köpenick kommt, bleibt Baumgart dennoch gierig: „Es wird ein Heimspiel mit vielen Emotionen. Das wollen wir gewinnen.“