Europa rückt näher, ein Weltstar taucht plötzlich im Hintergrund auf – und Trainer Steffen Baumgart tritt auf die Bremse. Beim 1. FC Union Berlin treffen vor dem Flutlichtspiel gegen Eintracht Frankfurt (Freitag, 20.30 Uhr, Sky) große Träume auf brutale Bundesliga-Realität.
Es klingt wie eine Geschichte aus dem Paulanergarten, doch es ist wahr: Union wurde kurz vor Ende der Transferperiode Raheem Sterling angeboten. Manager Horst Heldt: „In diesem Fall schien es nicht wirklich ernst zu sein. Wir haben es nicht weiter verfolgt.“

Ein Weltstar, mehrfacher Englischer Meister, Champions-League-Sieger – bei Union? Das klang nach Isco 2.0. Der Spanier war im Winter 2023 bereits zum Medizincheck in Berlin, doch der Wechsel scheiterte spektakulär an Vertragsdetails.
Sterling-Schock! Union wird plötzlich zur Top‑Adresse
Die Sterling-Story zeigt aber, dass Union sich in Europa einen Namen gemacht hat. Die Eisernen werden weiter mit dem internationalen Geschäft in Verbindung gebracht. Und das passt zur Tabelle.

Mit 25 Punkten liegt Union nur drei Zähler hinter Eintracht Frankfurt und dem SC Freiburg auf Platz sieben. Ein Rang, der – vielleicht sogar Platz acht – am Saisonende fürs internationale Geschäft reichen könnte. Kurz gesagt: Europa rückt näher.
Trotz Europa‑Rufe: Baumgart zieht die harte Bremse
Dass Union davon träumt, ist kein Geheimnis. Präsident Dirk Zingler formuliert es offen. Die Spieler auch. Janik Haberer sagt klar: „Wir wollen den Abstand nach unten vergrößern und oben ranrutschen.“ Ein Sieg gegen Frankfurt würde genau das ermöglichen. Manager Horst Heldt kennt die Diskussion: „Wir machen uns nicht besser als wir sind. Fakt ist aber auch, dass wir fast immer in der Lage sind, Spiele zu gewinnen. Diese Kraft darf man nicht kleinreden. Wir müssen nur die Balance halten.“
Steffen Baumgart erteilt dagegen seinen Spielern ein Träum‑Verbot. Nicht aus Angst, sondern aus Erfahrung. Fünf Spiele ohne Sieg haben Spuren hinterlassen. Trotz ordentlicher Auftritte gegen Dortmund und Hoffenheim steht Union mit leeren Händen da. Und plötzlich sind es – wegen Urs Fischers Siegesserie in Mainz – nur noch sechs Punkte bis zum Relegationsplatz.
Baumgart fordert gegen Frankfurt Emotionen statt Träume
Baumgart: „Platz sieben oder acht ist nicht das, wonach wir gucken. Wir sehen gerade, was passiert, wenn man nicht am Limit spielt. Unsere Fehler werden derzeit knallhart bestraft. Gleichzeitig nutzen wir unsere Chancen nicht.“ Unions Cheftrainer denkt deswegen eher nach unten als nach oben und warnt: „Wir hoffen, dass es dabei bleibt, dass wir nicht mit dem Abstieg zu tun haben.“




